Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Bachforelle, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Bachforelle: Steckbrief, Größe, Laichzeit und Merkmale

Die Bachforelle (Salmo trutta fario) ist die Form der Forelle, die in der Regel ständig im Fließgewässer lebt, und wird nach der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) üblicherweise 20 bis 60 cm lang und 0,5 bis 2 kg schwer. Sie lebt in kühlen, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen, laicht zwischen Oktober und Januar auf Kiesbänken und ist mit Meer- und Seeforelle eine einzige Art, die in Deutschland nach der Roten Liste 2023 als gefährdet gilt. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit und Merkmale mit Quelle, zeigt den Unterschied zu Regenbogenforelle und Bachsaibling und führt zur Tabelle mit Schonzeit und Mindestmaß in den 16 Bundesländern.

Bachforelle: Steckbrief mit Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit

Die Bachforelle wird üblicherweise 20 bis 60 cm lang, wiegt meist 0,5 bis 2 kg und laicht zwischen Oktober und Januar. Die Werte stammen von der LfL Bayern, dem Kompetenzzentrum Wasser und Boden der KEA-BW, dem Land Hessen, dem Land Steiermark (Österreich), dem Atlas der dänischen Meeresfische, FishBase und dem Rote-Liste-Zentrum; wo die Quellen abweichen, steht die Spanne mit Quelle. Die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Bachforelle (Salmo trutta)
Wissen­schaft­licher Name Salmo trutta Linnaeus, 1758; die Bachforelle wird meist als Salmo trutta fario geführt, ist nach dem Rote-Liste-Zentrum aber keine Unterart, sondern eine Lebensstrategie der Art
Familie Lachsfische (Salmonidae)
Länge üblich 20 bis 60 cm (LfL Bayern); im Durchschnitt 25 bis 35 cm (Steiermark), 25 bis 50 cm (KEA-BW), 30 bis 40 cm (Atlas, Dänemark); Höchstwerte 70 cm (Steiermark) bis 95 cm (KEA-BW)
Gewicht üblich 0,5 bis 2 kg (LfL Bayern); selten 3 bis 4 kg (Atlas, Dänemark); bis 10 kg bei 70 cm unter idealen Bedingungen (Steiermark)
Alter Forellen werden meist höchstens 10 bis 15 Jahre alt (Atlas, gilt für die Art); für ein Tier von 50 cm nennen die Quellen keinen Wert, siehe unten
Geschlechts­reife Männchen frühestens mit 1,5, Weibchen frühestens mit 2,5 Jahren (Atlas, Dänemark); meist mit 2 bis 3 Jahren (Steiermark)
Laichzeit Oktober bis Januar (Hessen); Oktober bis Dezember bei unter 12 °C (Steiermark); November bis Januar (Atlas, Dänemark)
Lebensraum kühle, sauerstoffreiche, strukturreiche Bäche und Flüsse der Forellenregion mit kiesigen Laichplätzen (KEA-BW, Steiermark)
Nahrung Jungfische: Insekten und deren Larven, Krebse, Weichtiere, Würmer; größere Tiere zusätzlich Fische und Amphibien (Hessen, Steiermark)
Raub- oder Friedfisch Raubfisch, vor allem die größeren Tiere (LfL Bayern)
Süß- oder Salzwasser Süßwasser: Bäche und Flüsse, daneben Gebirgsseen und Seen mittlerer Höhenlage (Steiermark)
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: Forelle (Salmo trutta, Bach-, See- und Meerforelle zusammen) gefährdet (Kategorie 3); weltweit nicht gefährdet (IUCN, nach FishBase)

Wie groß und schwer wird eine Bachforelle? Meist 20 bis 60 cm und 0,5 bis 2 kg

Eine Bachforelle wird nach der LfL Bayern üblicherweise 20 bis 60 cm lang und 0,5 bis 2 kg schwer. Andere Stellen nennen engere Durchschnittswerte, und die Höchstwerte reichen je nach Quelle von 70 bis 95 cm; die Tabelle stellt die Angaben nebeneinander.

Quelle Übliche Größe Größte Angaben Gilt für
LfL Bayern (nach VDSF, Fisch des Jahres 2013) 20 bis 60 cm, 0,5 bis 2 kg keine Angabe Bachforelle
KEA-BW, Steckbrief Bachforelle 25 bis 50 cm 95 cm Bachforelle
Land Steiermark (Österreich), Fischfauna steirischer Fließgewässer im Durchschnitt 25 bis 35 cm 70 cm und 10 kg unter idealen Bedingungen Bachforelle in der Steiermark
Atlas der dänischen Meeresfische (Dänemark) normalerweise 30 bis 40 cm nur selten über 60 bis 70 cm und 3 bis 4 kg Bachforelle in Dänemark
Land Hessen, Artensteckbrief Atlantische Forelle 45 bis 80 cm, selten bis 100 cm – Flussforellen und Meerforellen
FishBase 72 cm (Gesamtlänge, TL) 140 cm (Standardlänge, SL) und 50 kg Art Salmo trutta, alle Lebensformen

Die Größe hängt vom Gewässer ab. Nach dem hessischen Steckbrief haben größere Forellen einen höheren Raumbedarf und besiedeln zunehmend größere Gewässer; große „Bachforellen“ vom Typ „Flussforelle“ sind meist Milchner und schmutzig gelb gefärbt. In Graubünden (Schweiz) sinkt die aus Altersdaten berechnete theoretische Maximallänge der Bachforellenbestände mit der Höhenlage: Sie lag in den untersuchten Gewässern zwischen 21 und 52 cm und überstieg nur in zwei Strecken 50 cm (Amt für Jagd und Fischerei Graubünden).

FishBase nennt für die Art Salmo trutta eine übliche Gesamtlänge von 72 cm und als Höchstwerte 140 cm Standardlänge (von der Schnauzenspitze bis zum Ansatz der Schwanzflosse) und 50 kg. Diese Werte gelten für alle Lebensformen einschließlich Meer- und Seeforelle, nicht für die Bachforelle allein; der Atlas hält die Höchstwerte von 140 cm und 50 kg für wissenschaftlich offenbar nicht belegt.

Wie groß war die größte Bachforelle der Welt?

Der Atlas der dänischen Meeresfische nennt nach Machacek (2019) als größte Bachforelle einen Fisch von 25,5 kg und 124 cm aus Kroatien (1968); noch größere Forellen betrachtet der Atlas als unsicher. Die Bachforelle ist damit nicht die größte Forelle: Für die Seeforelle nennt der Atlas nach derselben Quelle 31 kg bei etwa 130 cm (Österreich, 1926), für die Meerforelle 22,23 kg (Argentinien). Die Fische der dänischen Gewässer bleiben deutlich kleiner; dort ist die Bachforelle normalerweise nur 30 bis 40 cm lang.

Wie alt ist eine 50 cm Bachforelle?

Eine feste Zahl gibt es nicht, denn das Alter einer Bachforelle von 50 cm hängt vom Gewässer ab, und die geprüften Quellen nennen dafür keinen Wert. Das Land Steiermark schreibt, dass sich das Alter größerer Tiere anhand der Körperlänge nur schlecht bestimmen lässt, weil die Wachstumsgeschwindigkeit stark von Wassertemperatur und Nahrung abhängt. Als Eckwerte nennt die Steiermark bis zu 12 cm im ersten Lebensjahr und bis zu 20 cm nach dem zweiten; der Atlas gibt für Forellen in dänischen Bächen typischerweise etwa 10 cm im ersten, 15 cm im zweiten und 20 cm im dritten Jahr an. Das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden (Schweiz) bestimmte das Alter der untersuchten Bachforellen an den Jahresringen der Schuppen und berechnete daraus gewässerweise Wachstumskurven. Insgesamt werden Forellen nach dem Atlas meist höchstens 10 bis 15 Jahre alt, und nur sehr wenige erreichen dieses Alter.

Wann laicht die Bachforelle? Zwischen Oktober und Januar

Die Bachforelle laicht im Spätherbst und Frühwinter, nach dem hessischen Artensteckbrief von Oktober bis Januar. Das Land Steiermark nennt Oktober bis Dezember bei Wassertemperaturen unter 12 °C, der dänische Atlas November bis Januar; die LfL gibt für alle Forellenformen zusammen Oktober bis März an, je nach Verbreitungsgebiet. Der Lebenszyklus verläuft in vier Stufen:

  1. Laichen: Das Weibchen schlägt mit der Schwanzflosse flache Gruben in den kiesigen Grund, meist in stark überströmten, seichten Bereichen (Hessen, Steiermark). Das Männchen bewacht und verteidigt das Weibchen gegenüber anderen Männchen, danach deckt das Weibchen die Eier mit Kies ab (Steiermark). Die Tiere laichen in der Nähe ihrer Standplätze oder wandern flussauf zu Zubringern (Steiermark).
  2. Entwicklung im Kies: Die gelb- bis orangefarbenen Eier entwickeln sich im Lückensystem des Kieses. Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach 80 bis 210 Tagen und leben etwa 40 Tage von ihrem Dottersack (Hessen); nach KEA-BW verbleiben sie bis etwa Ende April im Kiesbett.
  3. Jungfisch: Ab 3 bis 4 cm Länge werden die Brütlinge zu Jungforellen, den Parrs (Hessen). Die Sterberate ist in den ersten zwei Monaten nach dem Schlüpfen besonders hoch; im ersten Lebensjahr werden junge Bachforellen bis zu 12 cm lang (Steiermark).
  4. Laichreife: Männchen werden nach dem Atlas frühestens mit 1,5 Jahren geschlechtsreif, Weibchen frühestens mit 2,5 Jahren; das Land Steiermark nennt 2 bis 3 Jahre.

Die Zahl der Eier hängt vom Körpergewicht ab: Der Atlas nennt für Bachforellen nach einer norwegischen Untersuchung 2.200 bis 2.700 Eier je Kilogramm Körpergewicht. Nach dem hessischen Steckbrief legt eine Bachforelle nur einige Hundert Eier, während eine gleichaltrige Meerforelle bis zu 10.000 Eier erzeugen kann. Nach dem Atlas überleben 30 bis 60 Prozent der Forellen eines Jahrgangs das Laichen und können in den Folgejahren erneut laichen.

Woran erkennt man eine Bachforelle? Rote Punkte mit hellem Hof

Eine Bachforelle erkennen Sie an den schwarzen und roten Punkten auf den Flanken, von denen die roten in der Regel hell umrandet sind, und an der Fettflosse hinter der Rückenflosse (Steiermark, KEA-BW). Die LfL nennt sie wegen der vielen roten Punkte auch „Rotgetupfte“.

  • Körper: langgestreckt und seitlich abgeflacht (Steiermark); FishBase beschreibt den Körper als spindelförmig.
  • Maul: relativ groß und endständig, mit kräftigen Zähnen; der Kieferknochen endet hinter dem hinteren Augenrand (Steiermark, Hessen). Ältere Männchen bilden zur Laichzeit einen Laichhaken aus.
  • Flossen: Die Rückenflosse trägt rote und schwarze Flecken, die Schwanzflosse ist frei von Flecken; nur alte Tiere können an der Basis der Schwanzflosse dunkle Punkte haben (Steiermark). Die Fettflosse ist meist rötlich gefärbt oder gerandet (Hessen); der Schwanzstiel ist dick und die Schwanzflosse nicht oder kaum eingekerbt (Hessen).
  • Färbung: sehr variabel und vom Lebensraum abhängig; meist dominieren Grau, Grün, Braun und Gelblich (Steiermark). Der Hof der roten Punkte ist nach dem hessischen Steckbrief häufig weiß oder blau.
  • Jungfische: Junge Bachforellen im Bach tragen ein buntes, geflecktes Kleid mit deutlichen roten Punkten entlang der Seitenlinie, das erwachsene Tiere nach dem Atlas teilweise behalten.

Bachforelle, Regenbogenforelle oder Bachsaibling? So unterscheiden Sie sie

Die Bachforelle erkennen Sie an den roten, hell umrandeten Punkten und an der fleckenfreien Schwanzflosse; die Regenbogenforelle trägt dunkle Flecken in Rücken- und Schwanzflosse, aber keine roten Punkte, und der Bachsaibling zeigt eine Marmorierung auf dem Rücken. Die Tabelle stellt die drei Fische nebeneinander; die Höchstlängen stammen aus einer einzigen Quelle, damit sie vergleichbar sind.

Merkmal Bachforelle Regenbogen­forelle Bachsaibling Quelle
Art und Gattung Salmo trutta, Gattung Salmo Oncorhynchus mykiss, Gattung Oncorhynchus (Pazifische Lachse) Salvelinus fontinalis, Gattung Salvelinus (Saiblinge) Steiermark
Punkte und Flecken schwarze und rote Punkte an den Flanken; die roten sind in der Regel hell umrandet unzählige dunkle Flecken über den ganzen Körper, keine roten Flecken Marmorierung am oberen Körper, Flanken kräftig gelb, rot und bläulich gepunktet; rote Punkte nach FishBase mit blauem Hof Steiermark, FishBase
Rückenflosse rote und schwarze Flecken viele dunkle Flecken Marmorierung reicht auf die Rückenflosse Steiermark, FishBase
Schwanzflosse frei von Flecken viele dunkle Flecken Marmorierung reicht manchmal auf die Schwanzflosse Steiermark, FishBase
Herkunft in Europa heimisch Pazifikküste Nordamerikas; in Europa Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt Nordamerika; Erstimport nach Europa in den 1880er Jahren Hessen, Steiermark
Laichzeit Oktober bis Januar (Hessen); Oktober bis Dezember (Steiermark) November bis Mai (FishBase); März bis Mai (Steiermark) Spätherbst, auf kiesigem Grund Hessen, Steiermark, FishBase
Höchstlänge in der Steiermark 70 cm 100 cm 50 cm Steiermark

Die Regenbogenforelle trägt außerdem meist ein breites pink-rotes Band vom Kopf bis zum Schwanzansatz, das nach dem Land Steiermark aber auch ganz fehlen kann; als sicheres Merkmal taugt deshalb nur das Fleckenmuster der Flossen. Beim Bachsaibling haben Brust-, Bauch- und Afterflosse nach FishBase einen weißen Vorderrand, auf den ein dunkler Streifen folgt. Bachforelle und Bachsaibling kreuzen sich gelegentlich: Die Hybriden heißen Tigerfische, sind steril (Steiermark) und tragen im Handel den Namen Tigerforelle (BLE). Mehr zur amerikanischen Art lesen Sie im Steckbrief der Regenbogenforelle.

Wo lebt die Bachforelle? In kühlen, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen

Die Bachforelle lebt in klaren, kühlen und sauerstoffreichen Bächen und Flüssen und ist Leitfisch der oberen und unteren Forellenregion (Hessen, Steiermark). Die LfL beschreibt die Forellenregion mit klarem, sauerstoffreichem Wasser und einer Wassertemperatur von 5 bis 10 °C. Die Bachforelle besiedelt selbst kleinste Oberläufe von wenigen Dezimetern Breite (Hessen), daneben Gebirgsseen und Seen mittlerer Höhenlage, meidet aber sommerwarme Gewässerabschnitte (Steiermark).

Als Lebensraum braucht sie nach KEA-BW überströmte Kiesflächen zum Laichen, flache und strömungsarme Uferbereiche für die Jungfische und Unterstände als Stand-, Ruhe- und Überwinterungsplatz für die erwachsenen Fische. Außerhalb der Laichzeit ist sie sehr standorttreu und verteidigt ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen (KEA-BW). In der Forellenregion leben neben ihr auch Groppe und Bachneunauge (KEA-BW).

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Spanien bis zur russischen Chosha-Bucht (FishBase, Steiermark); die Art wurde in vielen Ländern der Erde ausgesetzt (Steiermark). In Hessen kommt die Forelle nach dem hessischen Steckbrief in nahezu allen Fließgewässern vor, doch ist die tatsächliche Bestandssituation häufig unklar, weil Besatz die Bestände beeinflusst. Genetische Untersuchungen deuten nach dem hessischen Steckbrief darauf hin, dass der weitaus größte Teil aller Bestände massiv durch Besatz beeinflusst ist; ob und wo noch „reine“ standortspezifische Bestände vorkommen, ist wenig bekannt.

Ist die Bachforelle ein Raubfisch? Ja, vor allem die größeren Tiere

Ja, die Bachforelle ist ein Raubfisch, aber ein Grenzfall: Junge Tiere fressen vor allem Insekten, Larven, Krebse und Würmer, größere erbeuten zunehmend Fische. Die LfL schreibt, dass vor allem die großen Exemplare räuberisch leben und Fische fressen; nach dem hessischen Steckbrief erbeuten ältere Forellen im Süßwasser kleinere Fische und Amphibien. FishBase nennt für erwachsene Tiere der Art Weichtiere, Krebstiere und kleine Fische.

Die Bachforelle ist bei der Nahrung nicht wählerisch: Das Land Steiermark zählt neben Wasserinsekten, Bachflohkrebsen und Würmern auch Amphibien, Reptilien, andere Fische und kleine Nagetiere auf; selbst kleinere unvorsichtige Vögel können den Speiseplan größerer Tiere bereichern. Weitere Grenzfälle finden Sie unter Raubfische.

Welche Feinde hat die Bachforelle?

Als Fressfeinde nennt der hessische Artensteckbrief für Forellen, die aus kleineren Fließgewässern abwandern, Hecht, Zander, Rapfen, Kormoran und Gänsesäger sowie weitere Räuber; mehr zu den Fischarten steht in den Steckbriefen Hecht, Zander und Rapfen. Die Brut ist im Kieslückensystem der Laichgruben nach dem hessischen Steckbrief gut vor Fressfeinden geschützt; nach dem Schlüpfen ist die Sterberate laut dem Steiermark-Bericht in den ersten zwei Monaten besonders hoch. KEA-BW zählt starke Bejagung durch Fressfeinde, hohe Wassertemperaturen und Feinsedimenteinträge zu den Belastungen der Bestände.

Ist die Bachforelle ein Speisefisch? Wie schmeckt sie?

Die Bachforelle ist ein Speisefisch; eine genaue Geschmacksbeschreibung nennen die geprüften amtlichen Quellen nicht. FishBase führt Salmo trutta als Fisch, der frisch und geräuchert vermarktet und gebraten, gegrillt, gekocht, in der Mikrowelle oder gebacken zubereitet wird. Nach dem hessischen Steckbrief ist die Bachforelle der bedeutendste Ziel- und Wirtschaftsfisch der Freizeitfischerei und der Betriebe, die Besatzfische erzeugen.

Im Handel darf Salmo trutta fario nach dem Verzeichnis der Handelsbezeichnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE, 117. Änderung, Stand 4. September 2026) „Bachforelle“, „Forelle“ oder „Lachsforelle“ heißen, „Lachsforelle“ aber nur, sofern das Fleisch rosa oder orange bis rot ist. Wie Sie Bachforellen fangen, erklärt der Leitfaden Forelle angeln; ob Sie einen gefangenen Fisch behalten dürfen, regeln Schonzeit und Mindestmaß Ihres Bundeslands, siehe unten.

Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle: Ist das dieselbe Art?

Ja, Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle sind eine einzige Art, Salmo trutta. Das Rote-Liste-Zentrum stellt klar, dass es sich bei Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle „nicht um Arten oder Unterarten“ handelt, „sondern um unterschiedliche Lebensstrategien der Art Salmo trutta, die nicht reproduktiv getrennt sind“. Bezeichnungen wie forma fario, forma lacustris oder forma trutta sind nach dem Internationalen Code der Zoologischen Nomenklatur falsch. Die Tabelle zeigt, wo die drei Lebensformen heranwachsen.

Lebensform Wo sie heranwächst Größe nach der LfL Mehr dazu
Bachforelle in der Regel ständig im Fließgewässer üblich 20 bis 60 cm, 0,5 bis 2 kg diese Seite
Seeforelle in Süßwasserseen; steigt zum Laichen in Zuflüsse auf 80 bis 100 cm, 10 bis 15 kg Seeforelle
Meerforelle im Meer, bevorzugt küstennah; steigt zum Laichen in Flüsse bis zu kleinen Bächen auf 80 bis 100 cm, 10 bis 15 kg Meerforelle, Schonzeit Meerforelle

Nach dem hessischen Steckbrief wandelt sich ein Teil der jungen Forellen im Frühjahr zum silbrigen Smolt um und wandert als Meerforelle ins Meer. Die Unterschiede zwischen Bach- und Meerforelle zeigen sich erst zum Zeitpunkt der Abwanderung; als Jungfische sind beide gleich gefärbt. Der Atlantische Lachs ist dagegen eine eigene Art.

Ist die Bachforelle gefährdet? Rote Liste: Forelle gefährdet (Kategorie 3)

Ja: Die Forelle (Salmo trutta) gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als gefährdet (Kategorie 3); die Bachforelle hat keine eigene Einstufung, weil die Rote Liste Bach-, See- und Meerforelle zu einer biologischen Einheit zusammenfasst. Das Rote-Liste-Zentrum nennt die aktuelle Bestandssituation „mäßig häufig“, den langfristigen Bestandstrend „starker Rückgang“ und den kurzfristigen Bestandstrend „mäßige Abnahme“. Die Forelle war 2009 noch bundesweit ungefährdet; der kurzfristige Trend gilt nun in fünf Ländern, darunter Bayern und Baden-Württemberg, als rückläufig, und der langfristige Rückgang geht nach dem Rote-Liste-Zentrum auf den Gewässerausbau zurück.

Weltweit führt die IUCN Salmo trutta nach FishBase als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 9. Juni 2022). In Österreich gilt die Bachforelle nach dem Land Steiermark als nahezu gefährdet. Die Erhaltung der Formenvielfalt der Forelle nennt das Rote-Liste-Zentrum ein zentrales Anliegen des Schutzes.

Schonzeit und Mindestmaß für Bachforelle in allen 16 Bundesländern

Schonzeit und Mindestmaß für die Bachforelle legt jedes Bundesland selbst fest; es gibt keine bundesweit einheitliche Regel. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern 01.10.–15.03. 26 cm –
Baden-Württemberg 01.10.–28.02. 25 cm Hochrhein 35 cm, oberhalb 800 m ü. NN 20 cm; im Bodensee-Obersee 01.11.–10.01., 50 cm (2026 per Anordnung 60 cm)
Berlin 01.10.–30.04. 30 cm –
Brandenburg 16.10.–15.04. 30 cm –
Bremen 15.10.–15.03. 30 cm Entnahme nur bei nachgewiesenem Besatz
Hamburg 15.10.–15.02. 20–40 cm –
Hessen 01.10.–31.03. 25–60 cm die Werte gelten für die Atlantische Forelle (Bach-, Meer- und Seeforelle)
Mecklenburg-Vorpommern 01.10.–31.03. 30 cm –
Niedersachsen 15.10.–15.02. 25 cm –
Nordrhein-Westfalen 20.10.–15.03. 25 cm –
Rheinland-Pfalz 15.10.–15.03. 25 cm –
Saarland 01.10.–31.03. 25 cm –
Sachsen 01.10.–30.04. 28 cm –
Sachsen-Anhalt 15.09.–31.03. 25 cm –
Schleswig-Holstein 01.10.–28.02. 30 cm Küste: 01.10.–31.12., 40 cm (gilt für Fische im Laichkleid; silbrige Fische mit losen Schuppen sind ausgenommen)
Thüringen 01.10.–31.03. 30 cm –

Stand der Landesverordnungen: 30. September 2026. Alle Werte mit Quelle und Paragraf: Schonzeiten für die Bachforelle in allen Bundesländern. Maßgeblich sind der amtliche Verordnungstext und die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins.

Die Übersicht für alle Forellen finden Sie unter Schonzeit Forelle, die Regeln der einzelnen Länder auf den Schonzeiten-Seiten der Bundesländer. Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum (Freyhof et al. 2023, Rote Liste der Süßwasserfische), der LfL Bayern (Fisch des Jahres 2013), dem Steckbrief Bachforelle des Kompetenzzentrums Wasser und Boden der KEA-BW, dem hessischen Artensteckbrief Atlantische Forelle, dem Bericht „Fischfauna steirischer Fließgewässer“ des Landes Steiermark (Österreich, 2019), dem Atlas der dänischen Meeresfische (Rasmussen und Carl, 2019), der Altersstudie des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden (Schweiz, 2018) und dem BLE-Verzeichnis der Handelsbezeichnungen. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Größe, Höchstgewicht und Laichzeit, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Dänische, österreichische und Schweizer Daten gelten für Gewässer dieser Länder; FishBase-Längen sind mit Messmethode angegeben. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle?

Die Bachforelle (Salmo trutta) ist in Europa heimisch und trägt schwarze und rote Punkte, die roten meist hell umrandet; ihre Schwanzflosse ist frei von Flecken. Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) stammt aus Nordamerika, hat unzählige dunkle Flecken auch in Rücken- und Schwanzflosse und keine roten Punkte (Land Steiermark). Das breite pink-rote Band der Regenbogenforelle kann fehlen und taugt deshalb nicht als sicheres Merkmal. Der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis) gehört zu einer anderen Gattung und zeigt eine Marmorierung auf dem Rücken.

Wie alt ist eine 50 cm Bachforelle?

Dafür nennen die geprüften Quellen keinen Wert, denn das Alter hängt vom Gewässer ab. Das Land Steiermark schreibt, dass sich das Alter größerer Tiere anhand der Körperlänge nur schlecht bestimmen lässt, weil das Wachstum stark von Wassertemperatur und Nahrung abhängt; im ersten Lebensjahr werden Bachforellen dort bis zu 12 cm lang, nach dem zweiten bis zu 20 cm. Forellen werden nach dem Atlas der dänischen Meeresfische meist höchstens 10 bis 15 Jahre alt.

Wie schmeckt Bachforelle?

Eine genaue Geschmacksbeschreibung nennen die geprüften amtlichen Quellen nicht. Die Bachforelle ist ein Speisefisch: Nach FishBase wird die Art frisch und geräuchert vermarktet und gebraten, gegrillt, gekocht, in der Mikrowelle oder gebacken zubereitet. Im Handel darf sie nach dem BLE-Verzeichnis „Bachforelle“, „Forelle“ oder „Lachsforelle“ heißen, Letzteres nur bei rosa oder orange bis rotem Fleisch.

Ist eine Forelle ein Raubfisch?

Ja, die Forelle ist ein Raubfisch, wobei vor allem die größeren Tiere räuberisch leben. Nach der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft fressen die großen Exemplare in der Regel Fische; junge Bachforellen fressen dagegen vor allem Insekten, Larven, Krebse und Würmer (Land Hessen). Auch Amphibien stehen auf dem Speiseplan älterer Tiere.

Wann ist die Schonzeit für Bachforellen in Deutschland?

Das legt jedes Bundesland selbst fest; eine bundesweit einheitliche Schonzeit gibt es nicht. Beginn und Ende der Schonzeit sowie das Mindestmaß unterscheiden sich von Land zu Land, teils auch nach Gewässer. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle 16 Länder im Vergleich, die Übersicht für alle Forellen steht unter Schonzeit Forelle.

Wie groß war die größte Bachforelle der Welt?

Der Atlas der dänischen Meeresfische nennt nach Machacek (2019) eine Bachforelle von 25,5 kg und 124 cm aus Kroatien (1968); noch größere Forellen hält der Atlas für unsicher. Üblich sind 20 bis 60 cm und 0,5 bis 2 kg (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft). Die Bachforelle ist nicht die größte Forelle: Für die Seeforelle nennt der Atlas nach derselben Quelle 31 kg bei etwa 130 cm (Österreich, 1926).

Quellen