Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Lachs, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Atlantischer Lachs: Größe, Merkmale und Lebensraum

Der Atlantische Lachs (Salmo salar, englisch Atlantic salmon) ist ein Wanderfisch, der in Flüssen laicht und im Nordatlantik heranwächst. Er wird bis zu 1,5 m lang; als Höchstgewicht nennt der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) 30 bis 35 kg, FishBase 46,8 kg. In Deutschland gilt er nach der Roten Liste als vom Aussterben bedroht und ist in den meisten Bundesländern ganzjährig geschont. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle, erklärt den Unterschied zur Meerforelle und zeigt, welche Regeln für Lachs in allen 16 Bundesländern und in der Ostsee gelten.

Atlantischer Lachs: Steckbrief mit Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit

Der Atlantische Lachs wird bis zu 1,5 m lang, kann bis zu 13 Jahre alt werden und laicht im Spätherbst und Winter auf kiesigem Grund. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, dem DAFV und mehreren Landesbehörden; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Atlantischer Lachs (Salmo salar)
Wissen­schaft­licher Name Salmo salar Linnaeus, 1758
Englischer Name Atlantic salmon
Familie Lachsfische (Salmonidae)
Länge bis 1,5 m (FishBase: 150 cm bei Männchen und Tieren ohne Geschlechtsangabe, 120 cm bei Weibchen)
Gewicht Höchstwert 30 bis 35 kg (DAFV); höchstes veröffentlichtes Gewicht 46,8 kg (FishBase)
Alter bis zu 13 Jahre; die meisten Tiere erreichen 4 bis 6 Jahre (FishBase)
Zeit im Meer ein bis vier Jahre, danach Rückkehr in den Geburtsfluss
Laichzeit Spätherbst und Winter bei 6 bis 10 °C Wassertemperatur; der Aufstieg aus dem Meer beginnt je nach Fluss schon früher im Jahr
Lebensraum Nordatlantik; Laichgewässer sind schnell fließende, kiesige Bäche und Flüsse, meist in der Äschen- und Forellenregion
Nahrung Jungfische im Fluss: Insektenlarven und andere Kleintiere; im Meer: Fische, Krebstiere und Zooplankton; beim Laichaufstieg keine Nahrung
Raub- oder Friedfisch Raubfisch im Meer
Süß- oder Salzwasser beides (anadrom): laicht im Süßwasser, wächst im Meer
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: vom Aussterben bedroht (Kategorie 1), Bestand extrem selten; weltweit potenziell gefährdet (IUCN: Near Threatened)

Wie groß und schwer wird ein Atlantischer Lachs? Bis zu 1,5 m Länge

Ein Atlantischer Lachs wird bis zu 1,5 m lang. Diesen Wert nennen DAFV und FishBase übereinstimmend; FishBase gibt die Höchstlänge für Männchen und Tiere ohne Geschlechtsangabe mit 150 cm an, für Weibchen mit 120 cm. Der Artensteckbrief von Hessen-Forst nennt 1,0 bis 1,5 m Körperlänge, der Steckbrief des Kompetenzzentrums Wasser und Boden der KEA-BW „bis über einen Meter“.

Beim Gewicht gehen die Quellen auseinander: Der DAFV nennt als Höchstwert 30 bis 35 kg, FishBase als höchstes veröffentlichtes Gewicht 46,8 kg. Beides sind Höchstwerte der Art, keine typischen Gewichte. Eine belegte Länge oder ein belegtes Gewicht für den üblichen Rückkehrer in deutschen Flüssen haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden.

Wie alt wird ein Lachs? Bis zu 13 Jahre, meist nur 4 bis 6

Ein Atlantischer Lachs kann bis zu 13 Jahre alt werden; diesen Höchstwert nennen FishBase (höchstes gemeldetes Alter) und der DAFV. Die meisten Tiere erreichen nach FishBase nur 4 bis 6 Jahre. Geschlechtsreif werden Lachse nach FishBase mit 3 bis 7 Jahren; ihre volle Geschlechtsreife erlangen sie nach dem sächsischen Kartierschlüssel für den Lachs erst auf dem Rückweg im Süßwasser.

Welche Fische gehören zu den Lachsartigen?

Zu den Lachsartigen im engeren Sinn, den Lachsfischen (Salmonidae), gehören neben dem Lachs die Forellen, Saiblinge, der Huchen, die Äsche und die Renken. Hessen-Forst setzt „Lachsartige“ mit „Salmoniden“ gleich, FishBase gliedert die Familie in die Unterfamilien Salmoninae (Lachse, Forellen, Huchen, Saiblinge), Thymallinae (Äschen) und Coregoninae (Renken). Die Tabelle ordnet die Gruppen ein, die in Deutschland vorkommen.

Fisch Wissen­schaft­licher Name Einordnung Weiterlesen
Atlantischer Lachs Salmo salar Wanderfisch, der im Meer wächst und im Fluss laicht diese Seite
Meerforelle Salmo trutta Wanderform der Forelle, wächst im Meer und laicht im Fluss Schonzeit Meerforelle
Bachforelle und Seeforelle Salmo trutta dieselbe Art wie die Meerforelle (Rote-Liste-Zentrum) Forelle angeln, Schonzeit Forelle
Regenbogen­forelle Oncorhynchus mykiss stammt von der Pazifikseite Nordamerikas Regenbogen­forelle
Huchen Hucho hucho Süßwasserfisch im Einzugsgebiet der Donau Huchen
Äsche Thymallus thymallus Süßwasserfisch, der nicht wandert; eigene Unterfamilie Äsche, Schonzeit Äsche
Saiblinge Salvelinus eigene Gattung, in Deutschland heimisch zum Beispiel der Alpensaibling (Salvelinus umbla) –
Renken (Maränen) Coregonus eigene Unterfamilie, zum Beispiel der Blaufelchen (Coregonus wartmanni), ein Süßwasserfisch des freien Wassers –

Wichtig für die Bestimmung: Lachs und Meerforelle sind zwei verschiedene Arten, Bach-, See- und Meerforelle dagegen eine einzige. Das Rote-Liste-Zentrum stellt klar, dass Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle „nicht Arten oder Unterarten“ sind, sondern „unterschiedliche Lebensstrategien der Art Salmo trutta“, die nicht reproduktiv getrennt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Lachs und Meerforelle?

Lachs und Meerforelle sind zwei verschiedene Arten (Salmo salar und Salmo trutta); den Lachs erkennt man vor allem an der kürzeren Maulspalte, am schlankeren Schwanzstiel und an den fehlenden Punkten unterhalb der Seitenlinie. Die Tabelle stellt die Merkmale nebeneinander.

Merkmal Atlantischer Lachs Meerforelle Quelle
Maulspalte reicht nur bis etwa zum Hinterrand des Auges reicht meist hinter das Auge LUNG Mecklenburg-Vorpommern, FishBase
Schwanzstiel lang und schlank; Schwanzflosse leicht eingebuchtet, flach gegabelt dick und gerundet; Schwanzflosse nicht flach gegabelt LUNG, DAFV, FishBase
Punkte auf den Flanken wenige schwarze Punkte, keine unterhalb der Seitenlinie zahlreiche Punkte, auch unterhalb der Seitenlinie FishBase
Pflugscharbein (Vomer) hinterer Abschnitt ohne Zähne Zähne am Schaft zahlreich und kräftig LUNG, FishBase

Fachleute zählen zusätzlich die Schuppen zwischen dem Ansatz der Fettflosse und der Seitenlinie: Beim Lachs sind es nur 10 bis 13 (LUNG Mecklenburg-Vorpommern, FishBase). Eindeutig ist die Bestimmung nicht immer, denn Lachs und Forelle können sich nach FishBase kreuzen. Schonzeit und Mindestmaß der Meerforelle finden Sie unter Schonzeit Meerforelle.

Wo lebt der Atlantische Lachs? Im Nordatlantik und in kiesigen Flüssen

Der Atlantische Lachs lebt im Nordatlantik und steigt zum Laichen in Flüsse auf. Nach dem DAFV kommt er zwischen der nordamerikanischen Ostküste und Europa vor, im Norden bis in die russische Karasee, im Süden bis zur Iberischen Halbinsel. FishBase nennt für Europa die Einzugsgebiete von Weißem Meer und Barentssee bis zu Nord- und Ostsee einschließlich Islands. Im Süßwasser braucht er kühles, sauerstoffreiches Wasser: FishBase beschreibt Flüsse, in denen die Temperatur etwa drei Monate im Jahr über 10 °C steigt, im Sommer aber nur wenige Wochen über 20 °C. Der DAFV nennt ihn eine Kaltwasserart, die sich wegen der Erwärmung der Meere aus Teilen ihres Verbreitungsgebiets zurückzieht.

Gibt es Lachs in Deutschland?

Ja, aber die Süßwasservorkommen in Deutschland gehen auf Wiederansiedlungsprojekte zurück. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) schreibt unter Berufung auf Freyhof (2009), dass alle aktuellen Vorkommen im Süßwasser auf Wiederansiedlung beruhen und ohne sie wieder erlöschen würden. Ursprünglich war der Lachs in fast allen Flusssystemen verbreitet, die zur Nord- und Ostsee entwässern. Er verschwand aus den meisten deutschen Flüssen spätestens in den 1960er Jahren (DAFV), nach Hessen-Forst war er schon in den 1950er Jahren ausgestorben; Ursachen waren vor allem Querbauwerke und schlechte Wasserqualität.

Seit Ende der 1980er Jahre laufen Wiederansiedlungsprojekte (DAFV), zum Beispiel an Lahn und Wisper (Hessen, seit 1995) und in Nebenflüssen der Elbe (Sachsen, seit 1994). Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) dokumentiert Lachsnachweise an Zählstationen im Rheinsystem, etwa an den Fischpässen Iffezheim und Gambsheim und an der Sieg bei Buisdorf. Die Rote Liste 2023 hält die Wiederansiedlungen in der oberen Elbe und im Rhein für möglicherweise erfolgreich, geht aber nicht von stabilen Beständen aus: In der Agger in Nordrhein-Westfalen musste eine möglicherweise selbst tragende Population nach dem Dürresommer 2018 wieder durch Besatz gestützt werden.

Gibt es Lachs in der Ostsee?

Ja, in der Ostsee lebt eine große Zahl Lachse; rund 60 Prozent der dort gefangenen Lachse stammen aus nur vier Flüssen in Nordschweden und Nordfinnland. Nach dem Thünen-Institut für Ostseefischerei (2021) wird der Bestand der fressenden Lachse im Meer auf 1 bis 1,5 Millionen Tiere geschätzt. Dazu kommen jährlich etwa 4,5 Millionen besetzte Junglachse, denen meist die Fettflosse entfernt wird.

In den deutschen Küstengewässern sind Lachse nach dem LUNG Nahrungsgäste und Durchzügler, ihre Herkunft ist unbekannt. Die Rote Liste schreibt, dass die in deutschen Meeresgebieten gefangenen Lachse überwiegend aus Besatzprogrammen stammen, Gäste aus nordeuropäischen Wildpopulationen aber nicht auszuschließen sind. Was beim Angeln in der Ostsee gilt, steht im Abschnitt „Darf man Lachs in der Ostsee angeln?“.

Wie wandert der Lachs? Vom Kiesbett ins Meer und zurück

Der Lachs schlüpft im Kies eines Flusses, wandert als Jungfisch ins Meer und kehrt nach ein bis vier Jahren zum Laichen in seinen Geburtsfluss zurück. Der Lebenszyklus verläuft in fünf Stufen:

  1. Ei und Larve: Die Eier liegen im Kies der Laichgrube und schlüpfen nach FishBase im Frühjahr, meist nach 70 bis 160 Tagen. Die Larven bleiben nach Hessen-Forst tief im Lückensystem des Kieses, bis ihr Dottersack aufgezehrt ist.
  2. Parr: Die Junglachse leben je nach Gewässer ein bis drei Jahre im Fluss (Regierungspräsidium Freiburg, Sachsen; FishBase: meist zwei bis drei Jahre). Der DAFV nennt sie in dieser Zeit „Parr“; sie tragen rote Punkte und an den Flanken große dunkle Flecken.
  3. Smolt: Dann färben sie sich silbrig und wandern als Smolts zwischen März und Juni flussabwärts ins Meer (LUNG Mecklenburg-Vorpommern; Sachsen nennt April bis Juni).
  4. Meer: Im Meer bleiben sie ein bis vier Jahre (DAFV, FishBase) und wachsen bei gutem Nahrungsangebot sehr schnell.
  5. Rückkehr: Zum Laichen kehren sie in ihr Geburtsgewässer zurück, nach dem Kompetenzzentrum Wasser und Boden der KEA-BW teils über mehrere tausend Kilometer. Dabei helfen Geruchssinn, Erdmagnetfeld und Meeresströmungen. Etwa 5 Prozent der Lachse steigen nach dem DAFV in „falsche“ Flüsse auf, was die Populationen genetisch durchmischt.

Wann laicht der Lachs? Im Spätherbst und Winter

Der Lachs laicht in Deutschland im Spätherbst und Winter bei 6 bis 10 °C Wassertemperatur auf grobem Kies. Das LUNG nennt „Spätherbst oder Winter, je nach Wassertemperatur und geografischer Breite“, Hessen-Forst die Wintermonate, FishBase eine Laichtemperatur von 6 bis 10 °C. Der Aufstieg aus dem Meer beginnt früher: FishBase gibt für die Laichwanderung ins Süßwasser Juni bis November an, das LUNG verweist auf Flüsse, in denen große Lachse schon im Frühjahr oder zur Jahresmitte aufsteigen. Der sächsische Kartierschlüssel sieht die Erfassung der Rückkehrer im Spätherbst ab Mitte Oktober vor.

Das Weibchen schlägt mit der Schwanzflosse eine Laichgrube in den Kies; die Eier werden sofort von einem oder mehreren Männchen besamt und mit Kies bedeckt und können bis zu etwa 30 cm tief liegen (LUNG). Ein Weibchen legt nach FishBase 8.000 bis 25.000 Eier pro Saison, 500 bis 2.000 je Kilogramm Körpergewicht. Die Männchen bilden zur Laichzeit den Laichhaken aus, eine Verlängerung des Unterkiefers; der Rücken färbt sich nach dem DAFV dunkel blaugrün, die Flanken orange.

Die meisten Lachse sterben nach dem Laichen (sächsischer Kartierschlüssel); nach dem LUNG wandern im Mittel nur 14,4 Prozent der dann „Kelts“ genannten Tiere ins Meer zurück (nach Mills 1991). Von den Weibchen können nach FishBase 10 bis 40 Prozent überleben.

Was frisst der Lachs? Raubfisch im Meer, keine Nahrung beim Aufstieg

Im Meer lebt der Lachs räuberisch; wandert er zum Laichen zurück ins Süßwasser, nimmt er nach dem DAFV keine Nahrung mehr auf. Als Beute erwachsener Lachse im Meer nennt FishBase Tintenfische, Garnelen und Fische, das LUNG Kleinfische und großes Zooplankton. Junge Lachse ernähren sich im Fluss von Kleinlebewesen, vor allem von Insektenlarven wie Köcher- und Eintagsfliegenlarven.

Ist der Atlantische Lachs gefährdet? Rote Liste: vom Aussterben bedroht

Der Atlantische Lachs gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1). Das Rote-Liste-Zentrum stuft die aktuelle Bestandssituation als „extrem selten“ ein, den langfristigen Bestandstrend als „sehr starken Rückgang“; für den kurzfristigen Trend sind die Daten ungenügend. Die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Weltweit führt die IUCN den Lachs nach FishBase als potenziell gefährdet (Near Threatened); in der FFH-Richtlinie steht er in Anhang II.

Als Gefährdungsursachen nennt der DAFV vor allem Querbauwerke für Wasserkraft und Abflussregulierung, schlechte Wasserqualität und den Verlust von Laichplätzen. Die Autoren der Roten Liste sehen Fressfeinde wie Kormorane und Seehunde sowie die Folgen des Klimawandels als ernste Bedrohung. Der DAFV hat den Atlantischen Lachs zum Fisch des Jahres 2019 gewählt.

Welche Lachssorten gibt es? Atlantischer Lachs, Pazifische Lachse und Zuchtlachs

Es gibt den Atlantischen Lachs (Salmo salar) und die Pazifischen Lachse der Gattung Oncorhynchus; Zuchtlachs ist dagegen keine eigene Art, sondern bezeichnet die Herkunft aus Aquakultur. Die Tabelle vergleicht den Atlantischen Lachs mit fünf Pazifischen Lachsen anhand der Höchstwerte nach FishBase.

Art Englischer Name Heimat Höchstlänge Höchstgewicht
Salmo salar Atlantic salmon Nordatlantik 150 cm 46,8 kg
Oncorhynchus tshawytscha Chinook salmon Nordpazifik 150 cm 61,4 kg
Oncorhynchus kisutch Coho salmon Nordpazifik 108 cm 15,2 kg
Oncorhynchus keta Chum salmon Nordpazifik 100 cm (Gabellänge) 18,1 kg
Oncorhynchus nerka Sockeye salmon Nordpazifik 84 cm 7,7 kg
Oncorhynchus gorbuscha Pink salmon Nordpazifik und angrenzende Flüsse 76 cm 7,0 kg

Ist Atlantischer Lachs echter Lachs?

Ja, der Atlantische Lachs ist der Lachs im engsten Sinn: Er gehört zur Gattung Salmo, die nach dem DAFV die Typusgattung der Lachsfische (Salmonidae) ist. Die Pazifischen Lachse gehören zu einer eigenen Gattung derselben Familie, Oncorhynchus. Zur Gattung Salmo zählt nach FishBase auch die Forelle (Salmo trutta).

Ist Atlantischer Lachs Wildlachs?

Nicht automatisch: Der Name beschreibt die Art, nicht die Herkunft, denn Atlantischen Lachs gibt es als Wildfisch und aus Aquakultur. Nach dem DAFV kommen beide in den Handel. In Deutschland wurde 2017 nur etwa eine Tonne Lachs gefangen und angelandet, importiert wurden dagegen 58.600 t frischer, 41.000 t tiefgefrorener und 41.400 t geräucherter Lachs, zusammen rund 141.000 t. Die weltweite Aquakulturproduktion von Lachs lag 2016 nach dem DAFV bei 2,25 Millionen Tonnen; knapp 86 Prozent davon stammten aus Chile, Norwegen und Schottland.

Schonzeit und Mindestmaß für Lachs in allen 16 Bundesländern

In zehn Ländern ist der Lachs ganzjährig geschont oder darf gar nicht gefangen werden; Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein legen dagegen Schonzeit und Mindestmaß fest, Brandenburg nur für als Satzfisch eingebrachte Lachse und Niedersachsen für Besatzgewässer und Küstengewässer. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern ganzjährig geschont kein Mindestmaß nur Flussgebiete Elbe, Rhein, Weser (nicht Donau)
Baden-Württemberg ganzjährig geschont kein Mindestmaß LFischVO § 1 Abs. 2 (ganzjährige Schonzeit)
Berlin ganzjährig geschont kein Mindestmaß LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1)
Brandenburg (allgemein) ganzjährig geschont kein Mindestmaß BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1)
Brandenburg (als Satzfisch eingebracht) 16.10.–15.04. 60 cm BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1)
Bremen 15.10.–15.03. 60 cm Binnengewässer · § 3 Abs. 1: Entnahme nur, wenn als Besatz nachweislich eingebracht oder bestandsunterstützende Maßnahmen durchgeführt worden sind. Schonzeit § 4 Abs. 1.
Hamburg ganzjährig geschont kein Mindestmaß § 6 Abs. 1 Artenschutz: „dürfen nicht gezielt befischt und getötet werden“; Beifang nach § 6 Abs. 2 sofort zurücksetzen.
Hessen ganzjährig: Fangverbot kein Mindestmaß § 1 Fang- und Entnahmeverbot (ganzjährig: „Es ist verboten, Tiere folgender Arten zu fangen oder zu entnehmen“)
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengewässer) 01.09.–31.03. 60 cm BiFVO § 4 (Mindestmaß) und § 5 (Schonzeit)
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengewässer) 15.09.–14.12. 60 cm KüFVO § 4 Abs. 1 Nr. 8 und § 5 Nr. 2; zusätzlich Schonzeit 1. Juni bis 15. September außerhalb der 4-Seemeilen-Zone; § 4 Abs. 1 und § 5 gelten, „soweit nicht durch Rechtsakte der Europäischen Union strengere Vorschriften bestimmt sind“.
Niedersachsen (Binnengewässer) ganzjährig geschont; Fang nur in Besatzgewässern 50 cm § 2 Abs. 1 BiFischO. Fang nur in Gewässern erlaubt, in die die Art als Besatz eingebracht wurde (Anzeige beim Fischereikundlichen Dienst, § 2 Abs. 2 BiFischO); dort gilt das Mindestmaß aus § 3; Artenschonzeit dort 15.10.–15.03. (§ 4)
Niedersachsen (Küstengewässer) 01.10.–15.03. 60 cm § 6 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 Nr. 1 NKüFischO
Nordrhein-Westfalen ganzjährig geschont kein Mindestmaß § 1 LFischVO (ganzjährige Schonzeit); Fang binnen 7 Tagen melden (§ 4 Abs. 2)
Rheinland-Pfalz ganzjährig: Fangverbot kein Mindestmaß § 20 Abs. 2 LFischO (Fangverbot)
Saarland ganzjährig geschont kein Mindestmaß § 5 LFO (ganzjährig geschützt; Ausnahme: geschlossene Privatgewässer, die ausschließlich der Fischzucht dienen)
Sachsen 01.10.–30.04. 60 cm –
Sachsen-Anhalt ganzjährig: Fangverbot kein Mindestmaß Fangverbot nach § 2 Abs. 1 (ganzjährig, nicht nur Schonzeit)
Schleswig-Holstein (Binnengewässer) 01.10.–28.02. 60 cm –
Schleswig-Holstein (Küstengewässer) 01.10.–31.12. 60 cm Schonzeit nur für Fische im Laichkleid; silbrige Fische mit losen Schuppen ausgenommen
Thüringen ganzjährig geschont kein Mindestmaß –

Alle 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Darf man Lachs in der Ostsee angeln? Nur fettflossenbeschnittene Lachse

Ja, aber nur eingeschränkt: Für 2026 darf Lachs in der Ostsee (ICES-Unterdivisionen 22 bis 31) nur als fettflossenbeschnittener Lachs entnommen werden, höchstens einer pro Person und Tag; nach dem ersten behaltenen Lachs ist die Lachsfischerei für den Rest des Tages einzustellen, und jeder andere Lachs muss sofort zurückgesetzt werden. Rechtsgrundlage ist Artikel 11 der Verordnung (EU) 2025/2454 über die Fangmöglichkeiten für 2026. Die dänische Fischereibehörde nennt für ihre Gewässer dieselbe Regelung: höchstens ein fettflossenbeschnittener Lachs pro Person und Tag, gültig das ganze Jahr 2026.

Fettflossenbeschnitten sind Besatzlachse: Ihnen wird vor dem Besatz die Fettflosse entfernt, damit man sie von Wildlachsen unterscheiden kann. Das Thünen-Institut für Ostseefischerei hatte 2021 empfohlen, die Entnahme auf Fische ohne Fettflosse zu begrenzen, um die Wildfische bedrohter Populationen zu schützen; in Schweden galt eine solche Regelung nach dem Institut damals bereits seit 2013. Die EU legt die Fangmöglichkeiten jedes Jahr neu fest; die Regel gilt deshalb für 2026.

Zusätzlich gelten an der deutschen Ostseeküste Landesregeln; die Tabelle oben zeigt sie für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Mehr dazu auf den Seiten Schonzeiten Mecklenburg-Vorpommern und Schonzeiten Schleswig-Holstein.

Was tun, wenn ein Lachs ungewollt am Haken hängt?

Setzen Sie den Lachs ohne Verzögerung schonend zurück und melden Sie den Fang: So empfiehlt es das Hessische Umweltministerium in seinem Faltblatt zur Lachs-Wiederansiedlung (Stand Juni 2010) für Hessen, wo der Lachs ganzjährig geschont ist. Das Faltblatt rät, den Fisch mit einem knotenlosen Kescher zu landen und im Wasser zu belassen, nur mit nassen Händen anzufassen, vorsichtig abzuhaken und direkt freizulassen. Dabei sollen Sie Geschlecht, ungefähre Größe (ohne zu messen), Markierung oder Fettflosse und Färbung feststellen; gemeldet wird in Hessen bei den oberen Fischereibehörden der Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel.

Wie ein Lachs aussieht, zeigt dasselbe Faltblatt: Fettflosse vorhanden, torpedoförmiger Körper, schmaler Schwanzstiel, leicht eingebuchtete Schwanzflosse, kurze Maulspalte bis zum Augenhinterrand und bei frisch aufsteigenden Tieren silbrige Färbung. In anderen Bundesländern können abweichende Melde- und Rücksetzregeln gelten; sie stehen auf den Seiten zu den Schonzeiten der Bundesländer.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen vor allem aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), dem Folder des DAFV zum Fisch des Jahres 2019 und den Artensteckbriefen des LUNG Mecklenburg-Vorpommern und von Hessen-Forst; die ergänzenden Landes-, Fach- und Rechtsquellen stehen in der Quellenliste am Ende der Seite. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Höchstgewicht, Laichaufstieg, Aufenthalt im Süßwasser und Überleben nach dem Laichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Was ist ein Atlantischer Lachs?

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) ist ein Wanderfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae). Er laicht im Süßwasser auf kiesigem Grund und wächst im Nordatlantik heran (anadrom). Er wird bis zu 1,5 m lang und bis zu 13 Jahre alt; in Deutschland gilt er nach der Roten Liste von 2023 als vom Aussterben bedroht.

Ist Atlantischer Lachs echter Lachs?

Ja. Der Atlantische Lachs gehört zur Gattung Salmo, die nach dem Deutschen Angelfischerverband die Typusgattung der Lachsfische ist. Die Pazifischen Lachse gehören zu einer eigenen Gattung derselben Familie, Oncorhynchus.

Ist Atlantischer Lachs Wildlachs?

Nicht automatisch: Der Name beschreibt die Art, nicht die Herkunft. Atlantischen Lachs gibt es als Wildfisch und aus Aquakultur, nach dem Deutschen Angelfischerverband kommen beide in den Handel. In Deutschland wurde 2017 nur etwa eine Tonne Lachs gefangen und angelandet, während rund 141.000 t Lachs importiert wurden.

Gibt es Lachs in der Ostsee?

Ja. Nach dem Thünen-Institut für Ostseefischerei stammen rund 60 Prozent der in der Ostsee gefangenen Lachse aus vier Flüssen in Nordschweden und Nordfinnland; die in deutschen Meeresgebieten gefangenen Lachse kommen nach der Roten Liste überwiegend aus Besatzprogrammen. Für 2026 darf Lachs in der Ostsee nur als fettflossenbeschnittener Lachs entnommen werden, höchstens einer pro Person und Tag (Verordnung (EU) 2025/2454, Art. 11).

Was ist der Unterschied zwischen Lachs und Meerforelle?

Es sind zwei verschiedene Arten (Salmo salar und Salmo trutta). Beim Lachs reicht die Maulspalte nur bis etwa zum Hinterrand des Auges, der Schwanzstiel ist lang und schlank, und unterhalb der Seitenlinie sitzen keine Punkte. Bei der Meerforelle reicht die Maulspalte meist hinter das Auge; sie hat einen dicken, gerundeten Schwanzstiel und Punkte auch unterhalb der Seitenlinie.

Was bedeutet Salmoniden?

„Salmoniden“ ist der Fachbegriff für die Lachsfische (Salmonidae). Zu dieser Familie zählen neben dem Atlantischen Lachs die Pazifischen Lachse, die Forellen, Saiblinge, der Huchen, die Äsche und die Renken.

Quellen