Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Rapfen, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Rapfen: Größe, Merkmale, Lebensraum und Schonzeit

Der Rapfen (Leuciscus aspius), auch Schied genannt, ist ein silbriger, räuberisch lebender Karpfenfisch großer Flüsse. Er wird üblicherweise rund 55 cm lang, höchstens 120 cm, und wiegt nach den meisten Quellen höchstens 9 bis 10 kg; als Höchstalter sind 10 bis 11 Jahre belegt. Der Rapfen laicht im Frühjahr, meist von April bis Mai, in schnell fließendem Wasser über Kies und gilt in Deutschland nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Merkmale, Größe, Lebensraum und Laichzeit mit Quelle, zeigt den Unterschied zum Döbel und erklärt, wie Schonzeit und Mindestmaß in den 16 Bundesländern geregelt sind.

Rapfen-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick

Der Rapfen (Leuciscus aspius) wird meist um 55 cm lang (Höchstwert 120 cm), wiegt nach den meisten Quellen höchstens 9 bis 10 kg und laicht von April bis Mai. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische und den Artensteckbriefen der Landesämter in Sachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Rapfen (Leuciscus aspius)
Wissen­schaft­licher Name Leuciscus aspius (Linnaeus, 1758); älteres Synonym Aspius aspius, das viele Verordnungen noch verwenden
Weitere Namen Schied
Familie Weißfische (Leuciscidae; in älteren Quellen zu den Karpfenfischen, Cyprinidae, gezählt); Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes)
Länge üblich 55 cm; Höchstwert 120 cm (FishBase), Landesquellen nennen meist bis etwa 1 m
Gewicht bis 9 kg (FishBase) bzw. 10 kg (Sächsisches Landesamt); unter optimalen Bedingungen 10 bis 15 kg (BUND Naturschutz Altötting)
Alter 10 bis 11 Jahre belegt
Geschlechts­reife mit 4 bis 5 Jahren
Laichzeit meist April bis Mai; je nach Region und Quelle zwischen März und Juni
Lebensraum große, schnell strömende Flüsse und Ströme, Unterläufe, angebundene Altwässer und Seen
Nahrung erwachsene Tiere überwiegend Fische, vor allem Ukelei, Hasel und Rotauge; auch Frösche und Wasservögel
Raub- oder Friedfisch Raubfisch (Süßwasser, gelegentlich im Brackwasser)
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand selten, kurzfristig deutliche Zunahme; FFH-Anhang II

Wie sieht ein Rapfen aus? Silbrig, mit oberständigem Maul und vorstehendem Unterkiefer

Ein Rapfen ist ein langgestreckter, seitlich leicht abgeflachter Fisch mit olivgrünem Rücken, silbrigen Flanken und einem weit gespaltenen, nach oben gerichteten Maul, aus dem der Unterkiefer vorsteht. Nach dem NÖ Landesfischereiverband trägt der Unterkiefer einen Höcker, der in eine Kerbe des Oberkiefers passt. Schuppen und Augen sind verhältnismäßig klein: Entlang der Seitenlinie sitzen nach FishBase 64 bis 76 Schuppen.

Die paarigen Flossen und die Afterflosse schimmern meist rötlich, die Afterflosse ist sichelförmig eingebuchtet, die Schwanzflosse tief eingeschnitten. Zwischen Bauchflossen und After bildet der Bauch einen scharfen, beschuppten Kiel. Zur Laichzeit entwickeln die Männchen einen körnigen Laichausschlag.

Hat der Rapfen Zähne?

Der Rapfen hat keine Zähne im Maul, aber zwei Reihen hakenförmiger Schlundzähne tief im Rachen. Der BUND Naturschutz Altötting beschreibt einen „breiten, zahnlosen Mund“; die Schlundzähne zermalmen die Beute beim Schlucken. Das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern beschreibt sie als zweireihig mit der Zahnformel 3.5–5.3.

Wie groß wird ein Rapfen? Meist um 55 cm, höchstens 120 cm

Ein Rapfen wird üblicherweise etwa 55 cm lang; FishBase nennt 55 cm als übliche Länge und 120 cm Gesamtlänge als größten Wert. Die Landesquellen bleiben darunter: Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie und Hessen-Forst schreiben „bis zu 1 m“, der NÖ Landesfischereiverband „bis 100 cm“, das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern „über 80 cm“. Als Obergrenze nennen die meisten Landesquellen also etwa einen Meter, 120 cm gilt als Höchstwert in der Literatur.

Wie schwer wird ein Rapfen?

Ein Rapfen wird nach den meisten Quellen höchstens 9 bis 10 kg schwer: FishBase nennt 9,0 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht, das Sächsische Landesamt „bis zu 10 kg“. Der BUND Naturschutz Altötting nennt unter optimalen Bedingungen 10 bis 15 kg, ohne Beleg für einzelne Fische. Nach dem Längen-Gewichts-Modell von FishBase (Gewicht in g = 0,00468 × Länge in cm hoch 3,14) wiegt ein Rapfen von 50 cm rechnerisch etwa 1 kg und einer von 70 cm etwa 3 kg. Das sind Modellwerte, keine Wägungen; das tatsächliche Gewicht hängt vom Ernährungszustand ab.

Wie alt wird ein Rapfen und wann ist er geschlechtsreif?

Ein Rapfen kann etwa 10 bis 11 Jahre alt werden: FishBase nennt 11 Jahre als höchstes gemeldetes Alter, das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern dokumentierte 10-jährige Tiere und bezeichnet die maximale Lebensdauer als unbekannt. Der BUND Naturschutz Altötting spricht von bis zu 13 Jahren unter optimalen Bedingungen. Geschlechtsreif wird der Rapfen nach FishBase, Landesamt M-V und Sächsischem Landesamt übereinstimmend mit 4 bis 5 Jahren.

Ist der Rapfen ein Raubfisch? Ja, erwachsene Tiere fressen überwiegend Fische

Der Rapfen ist ein Raubfisch: Erwachsene Tiere ernähren sich überwiegend von anderen Fischen und jagen dicht unter der Oberfläche. Hessen-Forst und das Sächsische Landesamt nennen ihn den einzigen heimischen Karpfenfisch, der als erwachsener Fisch überwiegend räuberisch lebt. FishBase formuliert vorsichtiger („eine der seltenen räuberischen Cypriniden“) und vermerkt auch beim Döbel, dass große Tiere vorwiegend Fische fressen. Dass der Rapfen ein Raubfisch ist, steht also außer Frage; ob er als einziger Karpfenfisch gelten darf, hängt von der Quelle ab. Mit dem Hecht hat er die Lebensweise gemeinsam, nicht die Verwandtschaft: Der Hecht ist kein Karpfenfisch.

Was frisst der Rapfen?

Der Rapfen frisst vor allem Fische; als Beute nennt das Sächsische Landesamt bevorzugt Ukelei, Hasel und Plötze, wie das Rotauge auch genannt wird. Dazu kommen Frösche, Wasservögel und Kleinsäuger. Er jagt oberflächennah und verrät sich an warmen Frühjahrs- und Sommertagen durch gewaltige Sprünge und auseinanderstiebende Beutefische. Jungfische fressen zunächst Kleintiere; Fische sind nach dem Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern aber schon im ersten Lebensjahr ein bedeutender Nahrungsbestandteil.

Wo lebt der Rapfen? In großen, schnell strömenden Flüssen und Strömen

Der Rapfen lebt in großen, schnell strömenden Flüssen und Strömen von der Barbenregion abwärts, dazu in Altwässern und an Flüsse angebundenen Seen. Nach FishBase hält er sich gern an Brückenpfeilern, an Zuflussmündungen, unter Wehren, in tiefen Strömungen und in ruhigen Buchten von Flussbiegungen auf. Das Sächsische Landesamt nennt Strömungskanten, etwa hinter Buhnen; Jungfische leben in Schwärmen nahe am Ufer, ältere Tiere werden zu Einzelgängern, die sich vorwiegend in der Flussmitte aufhalten. Kleine Gewässer meidet der Rapfen nach dem hessischen Artgutachten von Natur aus.

In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt nach Hessen-Forst im Bereich der Elbe und der Donau; das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern nennt außerdem die Peene als stabiles Vorkommen.

Kommt der Rapfen im Rhein vor?

Ja, der Rapfen kommt heute im Rhein und im Main vor, ist dort aber vergleichsweise neu. Das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern führt ihn im Rheingebiet erst seit Mitte der 1980er Jahre; Hessen-Forst beschreibt seit den 1990er Jahren eine starke Ausbreitung. Im Main besiedelte er nach dem hessischen Artgutachten 2003 rund 400 Flusskilometer bis Bamberg und war bei Elektrobefischungen 1998/99 mit 18,7 Prozent eine der häufigsten Arten. Ob der Rapfen im Rheinsystem ursprünglich heimisch war, bewerten die Quellen unterschiedlich: Das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern hält Vorkommen westlich der Weser für wahrscheinlich nicht autochthon, das hessische Gutachten wertet ihn nach historischen Quellen als heimisch.

Wann laicht der Rapfen? Meist April bis Mai

Der Rapfen laicht meist von April bis Mai; je nach Region und Quelle liegt die Laichzeit zwischen März und Juni. Das Sächsische Landesamt nennt im Kartierschlüssel April bis Mai, im Steckbrief April bis Juni, ebenso FishBase; das Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern meist März und April. Zum Laichen wandern die Tiere stromaufwärts und legen die klebrigen Eier an kiesigen, stark überströmten Bereichen ab. Die Larven schlüpfen nach 10 bis 27 Tagen und leben zunächst in den Zwischenräumen des Kieses. Nach FishBase hängt der Fortpflanzungserfolg offenbar mit niedrigem Wasserstand und hohen Frühjahrstemperaturen zusammen. Dass sich der Rapfen auch in Stillwasserbereichen fortpflanzen kann, belegen Untersuchungen im Main (Hessen-Forst).

Rapfen oder Döbel: Was ist der Unterschied?

Am sichersten unterscheiden Sie Rapfen und Döbel am Maul und an den Schuppen: Der Rapfen hat ein oberständiges Maul mit vorstehendem Unterkiefer und 64 bis 76 kleine Schuppen in der Seitenlinie, der Döbel ein endständiges Maul und nur 40 bis 45 deutlich größere Schuppen. In Österreich heißt der Döbel Aitel.

Merkmal Rapfen (Leuciscus aspius) Döbel (Squalius cephalus)
Maul oberständig, tief gespalten, Unterkiefer ragt vor und trägt einen Höcker endständig, mit deutlich ausgeprägtem Kinn
Schuppen in der Seitenlinie 64 bis 76, klein 40 bis 45 (plus 2 bis 3), deutlich größer mit netzartiger Zeichnung
Afterflosse sichelförmig eingebuchtet (konkav), 12 bis 14½ verzweigte Strahlen leicht ausgebuchtet (konvex), 8½ verzweigte Strahlen
Schwanzflosse wesentlich stärker eingebuchtet weniger stark eingebuchtet
Größe üblich 55 cm, höchstens 120 cm (Gesamtlänge) üblich 30 cm (Gesamtlänge), höchstens 60 cm (Standardlänge)
Höchstalter 11 Jahre 22 Jahre
Nahrung erwachsen überwiegend Fische breites Spektrum aus Tieren und Pflanzen; große Tiere überwiegend Fische

Junge Rapfen sind leicht mit Hasel und Laube zu verwechseln. Der NÖ Landesfischereiverband nennt als Merkmal, dass bei der Draufsicht auf den Kopf der Unterkiefer den Oberkiefer deutlich überragt, und dass die Maulspalte des jungen Rapfens tiefer reicht als bei der Laube.

Kann man Rapfen essen?

Ja, man kann Rapfen essen: Das Fleisch gilt als wohlschmeckend, ist aber sehr grätenreich. Der NÖ Landesfischereiverband schreibt, der Schied habe die meisten Gräten aller Fischarten in Österreich; der BUND Naturschutz Altötting nennt ihn „vom Fleisch her einen guten Speisefisch“, wegen der Gräten aber nicht immer beliebt. FishBase führt für Rapfenfleisch rund 19,8 Prozent Eiweiß und 0,67 g Omega-3-Fettsäuren je 100 g an (Schätzwerte aus Nährstoffstudien). Ob Sie einen Rapfen mitnehmen dürfen, regelt das jeweilige Bundesland: In einzelnen Ländern darf er ganz oder zeitweise nicht entnommen werden, die Tabelle weiter unten zeigt es.

Ist der Rapfen gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Der Rapfen gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, ist aber selten. Das Rote-Liste-Zentrum nennt einen mäßigen langfristigen Rückgang und für die kurzfristige Entwicklung eine deutliche Zunahme; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Liste unverändert. Ältere Veröffentlichungen, etwa der Hessen-Forst-Steckbrief von 2003 und die Broschüre des Sächsischen Landesamts von 2007, führen ihn noch als bundesweit „gefährdet“; das ist überholt. Die IUCN führt den Rapfen weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet 2022). In der FFH-Richtlinie steht er im Anhang II, für seine Vorkommen sind also Schutzgebiete auszuweisen.

Schonzeit und Mindestmaß für Rapfen in allen 16 Bundesländern

Schonzeit und Mindestmaß für den Rapfen legt jedes Bundesland selbst fest: 12 der 16 Landesfischereiverordnungen nennen die Art, in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland steht sie nicht in den Tabellen. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern 01.03.–30.04. 40 cm –
Baden-Württemberg 01.03.–31.05. 40 cm nur Donau und ihr Gewässersystem · LFischVO § 1 Abs. 1
Berlin 01.04.–30.06. 40 cm LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1)
Brandenburg 01.04.–30.06. 40 cm BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1)
Bremen keine Schonzeit 40 cm Binnengewässer · § 3 Abs. 2
Hamburg keine Schonzeit 50–70 cm (Entnahmefenster) Anlage 1 (zu § 7 Abs. 1); Tageshöchstfangmenge: 1 (gilt nur für Angler in den Freien Gewässern).
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern keine Schonzeit 35 cm Binnengewässer · BiFVO § 4 (Mindestmaß)
Niedersachsen ganzjährig geschont; Fang nur in Besatzgewässern 40 cm Binnengewässer (BiFischO) · § 2 Abs. 1 BiFischO. Fang nur in Gewässern erlaubt, in die die Art als Besatz eingebracht wurde (Anzeige beim Fischereikundlichen Dienst, § 2 Abs. 2 BiFischO); dort gilt das Mindestmaß aus § 3
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz nicht aufgeführt – –
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen 01.01.–31.05. 40 cm –
Sachsen-Anhalt keine Schonzeit 40 cm –
Schleswig-Holstein keine Schonzeit 50 cm Binnengewässer (BiFVO Anlage 1)
Thüringen ganzjährig geschont kein Mindestmaß –

12 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein, die Regeln für weitere Arten unter Schonzeiten in Deutschland.

Wann beißen Rapfen? Im Sommer früh am Morgen und in der Dämmerung

Rapfen sind im Sommer am ehesten in den frühen Morgenstunden und zu Beginn der Dämmerung aktiv, wenn sie an der Oberfläche Kleinfische jagen. Das beschreibt der BUND Naturschutz Altötting; das Sächsische Landesamt nennt warme Frühjahrs- und Sommertage als gute Beobachtungszeit an den großen Flüssen. Als Fangmethoden führt der NÖ Landesfischereiverband Flug- und Spinnangel auf. Der BUND-Artensteckbrief weist darauf hin, dass auf einen Kunstköder mitten im Jagdgeschehen oft kein Biss folgt, weil der Rapfen schon einige Meter weiter jagt. Fischen dürfen Sie nur mit gültigem Angelschein und außerhalb der Schonzeit; weitere Fischarten finden Sie in der Übersicht der Fischarten.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum), dem Steckbrief und dem Kartierschlüssel des Sächsischen Landesamts für Umwelt und Geologie bzw. der Landesanstalt für Landwirtschaft, dem Artensteckbrief des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern, dem Artensteckbrief und dem FFH-Artgutachten von Hessen-Forst (2003), dem NÖ Landesfischereiverband und dem BUND Naturschutz Altötting. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wie sieht der Rapfen aus?

Der Rapfen ist ein langgestreckter, seitlich leicht abgeflachter Fisch mit olivgrünem Rücken, silbrigen Flanken und einem oberständigen, weit gespaltenen Maul, aus dem der Unterkiefer vorsteht. Die Schuppen sind klein (nach FishBase 64 bis 76 in der Seitenlinie), die paarigen Flossen und die sichelförmig eingebuchtete Afterflosse schimmern meist rötlich.

Ist der Rapfen ein Raubfisch?

Ja, erwachsene Rapfen ernähren sich überwiegend von anderen Fischen, vor allem von Ukelei, Hasel und Plötze, und jagen dicht unter der Oberfläche. Hessen-Forst und das Sächsische Landesamt nennen ihn den einzigen heimischen Karpfenfisch, der als erwachsener Fisch überwiegend räuberisch lebt; FishBase spricht vorsichtiger von einem der seltenen räuberischen Karpfenfische.

Ist der Rapfen ein guter Speisefisch?

Das Fleisch gilt als wohlschmeckend, der Rapfen ist aber sehr grätenreich. Der NÖ Landesfischereiverband schreibt, der Schied habe die meisten Gräten aller Fischarten in Österreich; deshalb ist er nicht immer beliebt. Ob Sie ihn mitnehmen dürfen, regelt das jeweilige Bundesland.

Hat der Rapfen Schonzeit?

Schonzeit und Mindestmaß für den Rapfen legt jedes Bundesland selbst fest. 12 der 16 Landesfischereiverordnungen nennen die Art; in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland steht sie nicht in den Tabellen. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Was ist der Unterschied zwischen Rapfen und Döbel?

Der Rapfen hat ein oberständiges Maul mit vorstehendem Unterkiefer und 64 bis 76 kleine Schuppen in der Seitenlinie, der Döbel ein endständiges Maul und nur 40 bis 45 deutlich größere Schuppen. Außerdem ist die Afterflosse des Rapfens sichelförmig eingebuchtet, beim Döbel leicht ausgebuchtet; der Rapfen wird üblicherweise 55 cm lang, der Döbel 30 cm.

Wann beißen Rapfen?

Rapfen sind im Sommer am ehesten in den frühen Morgenstunden und zu Beginn der Dämmerung aktiv, wenn sie an der Oberfläche Kleinfische jagen (BUND Naturschutz Altötting). Das Sächsische Landesamt nennt warme Frühjahrs- und Sommertage als gute Beobachtungszeit. Fischen dürfen Sie nur mit gültigem Angelschein und außerhalb der Schonzeit.

Quellen