Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Rotauge, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Rotauge: Merkmale, Größe, Laichzeit und Lebensraum

Das Rotauge (Rutilus rutilus), auch Plötze genannt, ist ein Friedfisch, der 15 bis 45 cm lang wird und höchstens etwa 50 cm erreicht. Es laicht je nach Gewässer zwischen April und Juni, lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern und gilt in Deutschland nach der Roten Liste als ungefährdet und sehr häufig. Von der ähnlichen Rotfeder unterscheidet es sich vor allem durch das endständige Maul und die gerundete Bauchlinie. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle und zeigt, wie Schonzeit und Mindestmaß in allen 16 Bundesländern geregelt sind.

Rotauge im Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick

Das Rotauge (Rutilus rutilus) wird 15 bis 45 cm lang, kann 14 bis 15 Jahre alt werden und laicht im Frühjahr. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische, einer Informationstafel des Landratsamts Roth, dem Fischereiportal des Freistaats Sachsen und einer im Auftrag des Kantons Aargau erstellten Studie zur Biologie des Rotauges. Wo die Quellen voneinander abweichen, nennt die Tabelle beide Werte; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Rotauge (Rutilus rutilus)
Wissen­schaft­licher Name Rutilus rutilus (Linnaeus, 1758); deutscher Name in der Roten Liste: Plötze
Familie Weißfische (Leuciscidae; in älterer Literatur zu den Karpfenfischen gezählt)
Länge 15 bis 45 cm; übliche Länge 25 cm, Höchstwert 50,2 cm
Gewicht 0,3 bis 3 kg nach der Tafel des Landratsamts Roth; höchstes veröffentlichtes Gewicht 1,8 kg nach FishBase
Alter bis 14 Jahre (FishBase) bzw. 15 Jahre (Studie Kanton Aargau)
Geschlechts­reife mit 2 bis 4 Jahren, Weibchen meist ein Jahr später als Männchen
Laichzeit April bis Mai (Landratsamt Roth); je nach Gewässer Mitte April bis Mitte Juni (Studie Kanton Aargau)
Lebensraum stehende und langsam fließende Gewässer, Altwasser, Stauseen; auch Brackwasser
Nahrung Würmer, Schnecken, Kleinkrebse, Insektenlarven, Zooplankton, Wasserpflanzen, Detritus
Raub- oder Friedfisch Friedfisch (Süßwasser, geht ins Brackwasser)
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand sehr häufig

Woran erkennt man ein Rotauge? Rote Iris, endständiges Maul, orangerote Flossen

Ein Rotauge erkennen Sie an der roten Iris, dem endständigen Maul, den orange bis roten Flossen und dem hochrückigen, seitlich zusammengedrückten Körper. FishBase gibt die Körperhöhe mit 25 bis 35 Prozent der Standardlänge an; die Schnauze ist spitz, ein dunkler Seitenstreifen fehlt. Der Körper ist nach den Angaben des Freistaats Sachsen graublausilbern bis gelblichsilbern gefärbt.

Die Augenfarbe hängt vom Alter ab: Bei jungen Rotaugen ist die Iris gelb, erst bei erwachsenen Tieren wird sie tiefrot. Auf die Augenfarbe allein sollten Sie sich bei kleinen Fischen deshalb nicht verlassen.

Rotauge oder Rotfeder: Woran erkenne ich den Unterschied?

Das Rotauge hat ein endständiges Maul und eine gerundete Bauchlinie, die Rotfeder ein oberständiges Maul und einen gekielten Bauch zwischen Bauch- und Afterflosse. Zusätzlich sitzt die Rückenflosse beim Rotauge senkrecht über den Bauchflossen, bei der Rotfeder dahinter. Die Spalte „Quelle“ nennt, woher das Merkmal stammt: „Sachsen“ ist das Fischereiportal des Freistaats Sachsen, „Roth“ die Informationstafel des Landratsamts Roth.

Merkmal Rotauge Rotfeder Quelle
Maul endständig (öffnet sich nach vorn) oberständig (öffnet sich nach oben) Sachsen, Roth
Bauchlinie zwischen Bauch- und Afterflosse gerundet gekielt Sachsen
Ansatz der Rückenflosse senkrecht über dem Ansatz der Bauchflossen hinter dem Ansatz der Bauchflossen Roth, Sachsen
Iris rot (bei Jungfischen gelb) messingfarben Sachsen, FishBase
Flossen orange bis rot blutrot, Bauchflossen tiefrot Sachsen, FishBase
Schuppen entlang der Seitenlinie 41 bis 46 (Sachsen); 41 bis 44 (FishBase) 38 bis 42 (Sachsen); 39 bis 42 (FishBase) Sachsen, FishBase
Aufenthalt sucht Nahrung eher am Gewässergrund im Sommer oft dicht unter der Wasseroberfläche Roth
Größte gemessene Länge 50,2 cm 61,7 cm FishBase
Bestand in Deutschland sehr häufig mäßig häufig Rote Liste 2023

Welche Merkmale sind beim Bestimmen am Wasser am verlässlichsten?

Am verlässlichsten sind Maulstellung, Bauchlinie und Ansatz der Rückenflosse, weil sich Farben und Zahlen der beiden Arten überschneiden. Beide haben rote Flossen, bei der Rotfeder sind sie nur kräftiger gefärbt. Junge Rotaugen haben statt der roten Iris noch eine gelbe, und die Schuppenzahlen in der Seitenlinie überlappen sich in beiden Quellen. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob das Maul nach oben zeigt und ob der Bauch zwischen Bauch- und Afterflosse eine scharfe Kante bildet.

Wie groß wird ein Rotauge? Meist 15 bis 45 cm, höchstens etwa 50 cm

Ein Rotauge wird nach der Informationstafel des Landratsamts Roth 15 bis 45 cm lang; als übliche Länge nennt FishBase 25 cm, als Höchstwert 50,2 cm Totallänge. Die Studie zur Biologie des Rotauges im Auftrag des Kantons Aargau beschreibt 50 cm als das größte beschriebene Rotauge. Die Länge hängt vom Gewässer ab: In nährstoffreichen Gewässern wachsen Rotaugen nach dieser Studie in der Regel rascher als in nährstoffarmen.

Wie schwer wird ein Rotauge?

Ein Rotauge wiegt je nach Quelle bis zu 1,8 kg (FishBase, höchstes veröffentlichtes Gewicht) oder bis zu 3 kg (Informationstafel des Landratsamts Roth); die Quellen weichen bei der Obergrenze also voneinander ab. Nach der Aargauer Studie erreichten die ältesten untersuchten Rotaugen mit 15 Jahren eine Länge von 40 cm und ein Gewicht um 1 kg. Die Studie nennt allerdings auch einen Fang von 2,9 kg.

Wie groß ist das größte Rotauge der Welt?

Einen anerkannten Weltrekord für das Rotauge nennt keine der gelesenen Quellen; die größten dokumentierten Fische liegen bei rund 50 bis 52 cm und 2,8 bis 2,9 kg. FishBase nennt 50,2 cm und 1,8 kg, die Aargauer Studie 50 cm als größtes beschriebenes Rotauge und einen Fang von 2,9 kg. Die Fisch-Hitparade führt derzeit ein Rotauge mit 52 cm und 2,80 kg an der Spitze, gefangen von Johannes Pöhls am 31. Juli 2021 in der Donau bei Passau. Das ist eine Meldung des Anglers; einen Prüfvermerk weist die Meldeseite nicht aus.

Wie alt wird ein Rotauge? Bis zu 14 oder 15 Jahre

Ein Rotauge kann 14 bis 15 Jahre alt werden: FishBase nennt als höchstes berichtetes Alter 14 Jahre, nach der Aargauer Studie waren die ältesten untersuchten Rotaugen aus der Schweiz und anderen Ländern 15 Jahre alt. Männchen und Weibchen werden mit 2 bis 4 Jahren erstmals laichreif, die Weibchen meist ein Jahr später als die Männchen. Im ersten Lebensjahr wachsen Rotaugen sehr stark; in allen untersuchten Gewässern lag die Länge bei der Bildung des ersten Jahrrings nie unter 40 bis 45 mm.

Ist das Rotauge ein Raubfisch? Nein, es frisst Wirbellose, Plankton und Pflanzen

Das Rotauge ist kein Raubfisch, sondern ein Friedfisch: Nach FishBase frisst es überwiegend am Boden lebende Wirbellose, Zooplankton, Pflanzenteile und Detritus. Als Raubfische gelten Arten, die als erwachsene Tiere vor allem andere Fische fressen, etwa Hecht, Zander und Barsch.

Was frisst das Rotauge?

Das Rotauge frisst Würmer, Schnecken, Kleinkrebse, Insektenlarven und Wasserpflanzen; es sucht seine Nahrung laut Landratsamt Roth mehr am Gewässergrund als die Rotfeder. Rotaugen im Freiwasser ernähren sich nach der Aargauer Studie oft von Zooplankton, Rotaugen in Ufernähe dagegen vermehrt von Weichtieren wie der Wandermuschel, von Detritus und Wasserpflanzen. Die Larven fressen anfangs Algen und Rädertierchen.

Schmeckt Rotauge gut? Ist es essbar?

Rotauge ist essbar, hat aber viele Gräten: Die Informationstafel des Landratsamts Roth nennt das Fleisch grätenreich. FishBase führt die Art als Speisefisch, der frisch, getrocknet oder gesalzen verwertet wird und sich braten, grillen und backen lässt. Wie das Fleisch schmeckt, bewerten die gelesenen Fachquellen nicht; das bleibt Geschmackssache.

Wirtschaftlich spielt das Rotauge kaum eine Rolle: Nach dem Landratsamt Roth hat es für die Berufsfischerei keine Bedeutung, und FishBase spricht von nur geringer kommerzieller Fischerei, aber hohem Wert für die Freizeitfischerei.

Wann laicht das Rotauge? Im Frühjahr, meist von April bis Mai

Das Rotauge laicht im Frühjahr: Das Landratsamt Roth nennt April bis Mai, die Aargauer Studie je nach Gewässer Mitte April bis Mitte Juni. Die Laichzeit beginnt normalerweise, wenn das Wasser 10 °C erreicht; Kottelat und Freyhof (2007) geben 12 °C als Schwellentemperatur an. In einer einzelnen Population dauert das Ablaichen im Allgemeinen nur 5 bis 10 Tage.

Zur Laichzeit bilden die Männchen einen Laichausschlag (Laichperlen) aus und suchen bewachsene Uferzonen auf; wenige Tage später kommen die Weibchen dazu. Das Rotauge ist beim Laichsubstrat wenig anspruchsvoll: Die klebrigen Eier werden an Pflanzen, Wurzeln, Ästen, Steinen oder Kies abgelegt. Ein Weibchen legt 50.000 bis 100.000 Eier, als Kennwert gelten rund 75.000 Eier je Kilogramm Körpergewicht. Die Eier messen 1 bis 2 mm, die Embryonen schlüpfen je nach Wassertemperatur nach 7 bis 15 Tagen (FishBase: nach etwa 12 Tagen). Ob für das Rotauge eine gesetzliche Schonzeit gilt, zeigen die Übersicht der Schonzeiten und die Tabelle weiter unten.

Wo lebt das Rotauge? In stehenden und langsam fließenden Gewässern, auch im Brackwasser

Das Rotauge lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern aller Art und geht auch ins Brackwasser; es ist ein Süßwasserfisch und kein Meeresfisch. FishBase nennt es vor allem in Tieflandgewässern häufig, am zahlreichsten in nährstoffreichen Seen sowie in großen und mittelgroßen Flüssen und ihren Altwassern. Nach dem Landratsamt Roth gehört es zu den in Europa am weitesten verbreiteten Fischen; sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht laut FishBase nördlich von Pyrenäen und Alpen bis zum Ural und weiter nach Sibirien.

In schnell fließenden Flüssen bleibt das Rotauge laut FishBase auf Abschnitte beschränkt, in denen Altwasser oder Unterstände das Überwintern erlauben. In vielen Seen verlassen die Tiere im Winter das Ufer und suchen größere Tiefen auf; in Zu- und Abflüssen und Hafenbecken bilden sich dann oft große Schwärme. In Zuflüssen des Bottnischen Meerbusens (Ostsee) wechseln Rotaugen nach der Aargauer Studie zwischen Salz- und Süßwasser und wandern zum Laichen in die Zuflüsse. Auch in aufgestauten Flüssen kommt die Art gut zurecht.

Ist das Rotauge gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Das Rotauge gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, sein Bestand ist sehr häufig. Das Rote-Liste-Zentrum nennt den langfristigen Bestandstrend stabil, für die kurzfristige Entwicklung aber „Abnahme im Ausmaß unbekannt“; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN führt das Rotauge weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 9. Januar 2024, nach FishBase). Aus der Schweiz berichtet die Aargauer Studie dagegen von starken Fang- und Bestandseinbrüchen in mehreren Seen und Fließgewässern, obwohl die Art dort nach der Roten Liste „nicht gefährdet“ ist.

Rotauge oder Brasse: Was ist der Unterschied?

Die Brasse ist hochrückiger und wird größer als das Rotauge; bei ihr sind alle Flossen grau gefärbt, beim Rotauge orange bis rot. Die Informationstafel des Landratsamts Roth beschreibt den Körper der Brasse als sehr hochrückig und nennt für sie 35 bis 80 cm und 0,5 bis 8 kg, für das Rotauge 15 bis 45 cm und 0,3 bis 3 kg. FishBase weist darauf hin, dass beide Arten fruchtbare Hybriden bilden; Fische mit Merkmalen beider Arten sind deshalb möglich. Mehr zur größeren Art lesen Sie im Steckbrief der Brasse.

Schonzeit und Mindestmaß für Rotauge in allen 16 Bundesländern

Nur vier der 16 Bundesländer nennen das Rotauge in ihren Fischereiverordnungen ausdrücklich; die Tabelle zeigt für alle 16 Länder, was für das Rotauge gilt.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern keine Schonzeit kein Mindestmaß –
Baden-Württemberg nicht aufgeführt – –
Berlin keine Schonzeit kein Mindestmaß LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten
Brandenburg nicht aufgeführt – –
Bremen nicht aufgeführt – –
Hamburg nicht aufgeführt – –
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern nicht aufgeführt – –
Niedersachsen nicht aufgeführt – –
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz keine Schonzeit 15 cm § 17
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen nicht aufgeführt – –
Sachsen-Anhalt nicht aufgeführt – –
Schleswig-Holstein keine Schonzeit kein Mindestmaß Binnengewässer (BiFVO Anlage 1)
Thüringen nicht aufgeführt – –

4 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Rotauge angeln: Häufiger Fang beim Stippen

Rotaugen sind neben den Brassen die häufigste Beute beim Stippangeln, wie die Informationstafel des Landratsamts Roth festhält. In der Aargauer Studie lag der Rotaugenanteil in den Anglerfängen höher als bei den Elektrobefischungen der Uferzone, was auf gezieltes Befischen hindeutet. Welche Fische Sie in Deutschland angeln dürfen und was Sie dafür brauchen, steht beim Angelschein; weitere Fischporträts finden Sie in der Übersicht der Fischarten.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Rotauge und Rotfeder), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), dem Fischereiportal des Freistaats Sachsen, einer Informationstafel des Landratsamts Roth mit Fotos der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei, der Studie „Biologie der Rotaugen in der Limmat, Stau Wettingen“ (Guthruf, Dönni, Guthruf-Seiler 2014) und der Hitliste der Fisch-Hitparade. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rotaugen und Rotfedern?

Das Rotauge hat ein endständiges Maul und eine gerundete Bauchlinie, die Rotfeder ein oberständiges Maul und einen gekielten Bauch zwischen Bauch- und Afterflosse. Beim Rotauge sitzt die Rückenflosse über den Bauchflossen, bei der Rotfeder dahinter. Farben und Schuppenzahlen eignen sich weniger: Beide Arten haben rote Flossen, junge Rotaugen haben eine gelbe statt roter Iris, und die Schuppenzahlen in der Seitenlinie überlappen sich.

Schmecken Rotaugen gut? Ist Rotauge essbar?

Rotauge ist essbar, hat aber viele Gräten: Die Informationstafel des Landratsamts Roth nennt das Fleisch grätenreich. FishBase führt die Art als Speisefisch, der frisch, getrocknet oder gesalzen verwertet wird und sich braten, grillen und backen lässt. Eine Geschmacksbewertung geben die Fachquellen nicht ab.

Wie groß ist das größte Rotauge der Welt?

Einen anerkannten Weltrekord nennt keine der gelesenen Quellen. FishBase gibt als Höchstwert 50,2 cm und 1,8 kg an, die Aargauer Studie zur Biologie des Rotauges nennt 50 cm als größtes beschriebenes Rotauge und einen Fang von 2,9 kg. Die Fisch-Hitparade führt derzeit ein Rotauge mit 52 cm und 2,80 kg (Donau bei Passau, 31. Juli 2021), eine Meldung des Anglers ohne ausgewiesene Prüfung.

Was zählt zu den Raubfischen, und gehört das Rotauge dazu?

Als Raubfische gelten Arten, die als erwachsene Tiere vor allem andere Fische fressen, etwa Hecht, Zander und Barsch. Das Rotauge gehört nicht dazu: Es ist ein Friedfisch und frisst nach FishBase überwiegend am Boden lebende Wirbellose, Zooplankton, Pflanzenteile und Detritus.

Hat das Rotauge eine Schonzeit?

Schonzeit und Mindestmaß legt jedes Bundesland selbst fest, und nur wenige Länder nennen das Rotauge in ihrer Fischereiverordnung ausdrücklich. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt für alle 16 Bundesländer, was für das Rotauge gilt; eine allgemeine Übersicht bietet die Seite „Schonzeiten in Deutschland“.

Wann laichen Rotaugen?

Rotaugen laichen im Frühjahr: Das Landratsamt Roth nennt April bis Mai, die Aargauer Studie je nach Gewässer Mitte April bis Mitte Juni. Die Laichzeit beginnt normalerweise bei etwa 10 °C Wassertemperatur und dauert in einer Population meist nur 5 bis 10 Tage. Ein Weibchen legt 50.000 bis 100.000 klebrige Eier.

Quellen