Der Flussbarsch (Perca fluviatilis) wird meist 20 bis 35 cm lang und wiegt dabei meist bis etwa 500 g; als Höchstwerte nennt der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) 60 cm und 4,8 kg. Er laicht von März bis Juni, steht in Deutschland auf der Roten Liste als „ungefährdet“ und lebt in Seen, Flüssen, Kanälen und im Brackwasser der Ostsee. Schonzeit und Mindestmaß legt jedes Bundesland selbst fest; die Übersicht für alle 16 Länder finden Sie unter Schonzeit und Mindestmaß für den Barsch in allen Bundesländern.
Flussbarsch im Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit
Der Flussbarsch gehört zu den Echten Barschen (Percidae) und ist ein Raubfisch, der als Jungfisch Plankton frisst. Die Tabelle fasst die wichtigsten Daten zusammen; die Quellen stehen am Ende der Seite.
| Merkmal | Flussbarsch |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Perca fluviatilis Linnaeus, 1758 |
| Familie | Echte Barsche (Percidae) |
| Übliche Länge | 20–35 cm (DAFV); FishBase nennt 25 cm als übliche Länge |
| Maximale Länge | 60 cm (bei FishBase als Standardlänge angegeben) |
| Gewicht | meist bis etwa 500 g; maximal 4,8 kg |
| Höchstalter | bis zu 22 Jahre |
| Geschlechtsreife | Milchner meist im 2., Rogner im 2. bis 4. Lebensjahr |
| Laichzeit | März bis Juni |
| Lebensraum | Fließ- und Stillgewässer, Kanäle, Baggerseen, Brackwasser; 1–30 m Tiefe, meist 3–4 m |
| Nahrung | Jungfische: Zooplankton und Bodentiere; größere Barsche: Fische |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland: ungefährdet; IUCN: nicht gefährdet (Least Concern) |
Zuletzt geprüft: 4. Oktober 2026.
Wie groß wird ein Barsch? Meist 20 bis 35 cm, höchstens 60 cm
Ein Flussbarsch wird in den meisten Gewässern 20 bis 35 cm lang und wiegt dann bis etwa 500 g. Der DAFV nennt als Höchstwerte 60 cm und 4,8 kg, „wenn die Ernährungsbedingungen stimmen“; FishBase gibt dieselben Maximalwerte an (60 cm, bei FishBase als Standardlänge angegeben; 4,8 kg) und führt 25 cm als übliche Länge.
Wie groß Barsche werden, hängt stark vom Gewässer ab: Besonders große Tiere leben meist in klaren, tiefen, nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Seen; trübe und nährstoffreiche Flachseen beherbergen im Schnitt kleinere Barsche, dafür oft in sehr großer Zahl. Bei starker Nahrungskonkurrenz unter den Jungfischen bleiben Barsche klein („Verbuttung“) und können schon bei 5 bis 8 cm geschlechtsreif sein.
Wie alt ist ein Barsch bei 20, 30, 40 oder 50 cm?
Eine feste Zuordnung von Länge und Alter gibt es beim Flussbarsch nicht, weil seine Wachstumsraten nach der DAFV-Broschüre „ausgesprochen variabel und gewässerabhängig“ sind. Als Beispiel nennt die Broschüre eine ältere Tabelle von Otto Schindler (1953) für die ersten vier Lebensjahre:
| Alter | Länge | Gewicht |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 7,5 cm | 4,5 g |
| 2 Jahre | 12,5 cm | 30 g |
| 3 Jahre | 17,5 cm | 80 g |
| 4 Jahre | 21,5 cm | 150 g |
Für Barsche von 30, 40 oder 50 cm nennt keine der geprüften Primärquellen ein allgemeingültiges Alter. Gesichert ist das Höchstalter: Flussbarsche können bis zu 22 Jahre alt werden (DAFV und FishBase). Ob ein Barsch von 30 cm also 5 oder 10 Jahre alt ist, hängt vom Gewässer und vom Nahrungsangebot ab.
Wie selten ist ein Barsch über 50 oder 60 cm?
Barsche über 50 cm sind Ausnahmen; 60 cm gelten als Obergrenze der Art. Der Angelguide Steef Meijers beschreibt in der DAFV-Broschüre einen Barsch von 52 cm als seinen persönlichen Rekord nach etwa 30 Jahren Sportfischerei. Aus Österreich nennt die Broschüre Spitzenfänge von rund 3 kg, etwa aus dem Millstätter See (1995 und 2000) und dem Kamp-Stausee Ottenstein, ausdrücklich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Einen amtlich geführten deutschen Rekord nennt keine der geprüften Quellen. Die Werte 60 cm und 4,8 kg sind Höchstwerte der Art, keine Garantie für ein bestimmtes Gewässer.
Hat der Barsch Zähne?
Ja, der Flussbarsch hat kleine Zähne im Maul. Nach der DAFV-Beschreibung ist sein Maul endständig bis leicht oberständig; der Zander dagegen trägt in jedem Kiefer ein bis zwei vergrößerte Fangzähne (FishBase).
Barsche saugen ihre Beute oft gierig ein. Wer mit Wurm oder einem anderen Köder angelt, findet den Haken deshalb häufig tief im Maul, wie die DAFV-Broschüre festhält. Welche Köder und Montagen auf Barsch passen, steht im Ratgeber Barsch Köder.
Woran erkennt man einen Flussbarsch? Die wichtigsten Merkmale
Den Flussbarsch erkennen Sie an der zweigeteilten Rückenflosse, an den dunklen Querbinden und an den roten Flossen. Im Einzelnen:
- Grundfarbe gelblich-grün mit meist sechs bis acht schwarzen Querbinden an den Flanken (DAFV; FishBase nennt fünf bis neun)
- Bauch-, After- und Schwanzflosse rot gefärbt
- Rückenflosse in zwei Teile getrennt: vorn 14 bis 20 Hartstrahlen, hinten 13 bis 16 Weichstrahlen
- schwarzer Fleck am Ende der ersten Rückenflosse, der „Petrifleck“
- deutlich abgesetzter, buckliger Rücken hinter dem Kopf
- Dornfortsatz am Ende des Kiemendeckels, daher der Anglerspitzname „Stachelritter“
Die Färbung variiert stark: Es gibt Barsche mit deutlich blauer Grundfarbe und ganz blasse Tiere, bei denen die Querbinden nur als dunklere Schatten zu sehen sind. Die zweigeteilte Rückenflosse und der Petrifleck bleiben dennoch die verlässlichsten Kennzeichen, auch wenn der Fisch die Flossen anlegt und der Fleck nicht immer sichtbar ist.
Flussbarsch, Kaulbarsch oder junger Zander: Woran unterscheidet man sie?
Flussbarsch, Kaulbarsch und Zander gehören alle zu den Echten Barschen und werden gelegentlich verwechselt; am zuverlässigsten unterscheiden sich die Arten an Rückenflossen, Zeichnung und Zähnen. Ein Strich in der Tabelle bedeutet, dass die geprüften Quellen dazu nichts angeben.
| Merkmal | Flussbarsch | Kaulbarsch | Zander |
|---|---|---|---|
| Rückenflossen | zweigeteilt; schwarzer Fleck am Ende der ersten Flosse | zusammengewachsen | Hartstrahlen vorn, zweite Flosse mit 18–24 Weichstrahlen |
| Zeichnung | gelblich-grün mit meist 6–8 dunklen Querbinden | bräunlich bis gelblich mit vielen kleinen, unregelmäßigen dunklen Flecken | – |
| Zähne | kleine Zähne | – | 1–2 vergrößerte Fangzähne in jedem Kiefer |
| Größte bekannte Länge (FishBase) | 60 cm (Standardlänge) | 29 cm (Totallänge) | 100 cm (Standardlänge) |
| Größtes bekanntes Gewicht (FishBase) | 4,8 kg | 400 g | 20 kg |
Der Kaulbarsch bleibt mit höchstens 29 cm Totallänge deutlich kleiner (FishBase) und trägt keine getrennten Rückenflossen. Mehr zum Zander finden Sie im Porträt Zander. Der Sonnenbarsch stammt aus Nordamerika und gehört nach FishBase zu einer anderen Familie (Centrarchidae), nicht zu den Echten Barschen.
Wie wird der Barsch noch genannt?
Der Flussbarsch heißt in der Schweiz Egli und am Bodensee Kretzer; unter Anglern ist „Stachelritter“ gebräuchlich. Die DAFV-Broschüre führt zahlreiche weitere Regionalnamen auf, darunter Schratz, Berschling, Bärschling, Parschke und Rechling; in Österreich sind Kretzer, Berschling und Peter üblich.
Wann laicht der Flussbarsch? März bis Juni
Der Flussbarsch laicht von März bis Juni; FishBase nennt für die Art insgesamt Februar bis Juli. Der Ablauf im Überblick:
- Wassertemperatur: Das Laichen beginnt im Frühjahr bei etwa 7 bis 8 °C (FishBase)
- Ort: Wasserpflanzen, Astwerk und Steine (DAFV)
- Ablage: netzartige, weiße Laichbänder, die bis zu 1 m lang werden (FishBase)
- Eizahl: bis zu 300.000 Eier je Weibchen (DAFV)
- Laichspiel: Meist zwei Milchner stupsen das Weibchen mit dem Maul an und regen es so zur Eiablage an
- Entwicklung: Nach etwa 140 Tagesgraden schlüpfen die Larven; Tagesgrade sind die addierten Tagesdurchschnittstemperaturen
- Geschlechtsreife: Milchner meist im 2., Rogner im 2. bis 4. Lebensjahr
Laichzeit und gesetzliche Schonzeit sind nicht dasselbe: Ob für den Barsch eine Schonzeit gilt, regelt jedes Bundesland selbst. Den geprüften Stand für alle 16 Länder zeigt die Übersicht Schonzeit und Mindestmaß für den Barsch in allen Bundesländern.
Was frisst der Barsch? Von Plankton zu Fischen
Der Flussbarsch frisst als Larve und Jungfisch Zooplankton und Bodentiere und stellt im Schnitt bei etwa 12 cm Länge auf Fische um. Größere Barsche sind Raubfische und nicht selten Kannibalen; sie jagen häufig in Rudeln und treiben Beutefische zusammen. Nach FishBase frisst die Art vor allem bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und nutzt alles verfügbare Futter.
Wo lebt der Flussbarsch und in welcher Tiefe steht er?
Der Flussbarsch lebt in fast allen Gewässertypen, von Flüssen und Kanälen über Seen und Baggerseen bis zu den Boddengewässern der Ostsee, und steht nach FishBase in 1 bis 30 m Tiefe, meist in 3 bis 4 m. Er kommt natürlich in fast ganz Europa vor; auf der Iberischen Halbinsel und in Italien wurde er eingebürgert.
Innerhalb eines Sees wechselt der Flussbarsch seinen Standort je nach Jahres- und Tageszeit. Untersuchungen in niedersächsischen Baggerseen (Maday, in der DAFV-Broschüre) zeigten, dass Barsche eingebrachte Totholzbündel intensiv nutzen, vor allem tagsüber im Frühjahr und Winter; nachts bevorzugten sie im Frühjahr und Sommer die offenen Uferbereiche. Junge Barsche halten sich oft in krautigen Uferzonen auf.
Ist der Flussbarsch gefährdet?
Nein, der Flussbarsch gilt in Deutschland als ungefährdet. Die Rote Liste der Süßwasserfische (Freyhof et al. 2023) stuft ihn in die Kategorie „ungefährdet“ ein, nennt seine Bestandssituation „sehr häufig“ und bewertet den langfristigen wie den kurzfristigen Bestandstrend als stabil. Auch die IUCN führt ihn seit der Bewertung vom 27. Mai 2022 als nicht gefährdet (Least Concern).
Ist der Flussbarsch ein guter Speisefisch?
Ja, der Flussbarsch hat nach dem DAFV festes, grätenarmes Fleisch und ist in der Küche beliebt. In der Schweiz zählt er nach Felchen und Forellen zu den meistverzehrten heimischen Süßwasserfischen. In Deutschland fingen Berufsfischer 2019 in der Binnenfischerei über 120 t Flussbarsch, allein am Bodensee waren es 42,7 t. Welche Barsche Sie entnehmen dürfen, richtet sich nach dem Mindestmaß Ihres Bundeslandes.
Schonzeit und Mindestmaß für Barsch in allen 16 Bundesländern
Schonzeit und Mindestmaß für den Barsch regelt jedes Bundesland selbst; die Tabelle zeigt für alle 16 Länder den geprüften Stand.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | ohne landesrechtliche Schonbestimmungen |
| Baden-Württemberg | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | im Bodensee-Obersee Schonzeit 20.04.–10.05. |
| Berlin | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Brandenburg | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Bremen | 01.02.–15.05. | 15 cm | – |
| Hamburg | keine Schonzeit | 10–35 cm | – |
| Hessen | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Schonzeit | 17 cm | Küste: keine Schonzeit, 20 cm, höchstens 15 pro Tag |
| Niedersachsen | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Nordrhein-Westfalen | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Rheinland-Pfalz | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Saarland | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Sachsen | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Sachsen-Anhalt | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Thüringen | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
Stand der Landesverordnungen: 30. September 2026. Alle Werte mit Quelle und Paragraf: Schonzeiten für den Barsch in allen Bundesländern. Maßgeblich sind der amtliche Verordnungstext und die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins.
Weiterlesen zum Flussbarsch
- Barsch Köder: Köder und Montagen für den Barsch
- Schonzeit und Mindestmaß Barsch in allen Bundesländern
- Zander im Porträt
- Schonzeiten und Mindestmaße im Überblick
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Barsch?
Ein Flussbarsch wird in den meisten Gewässern 20 bis 35 cm lang und wiegt bis etwa 500 g. Als Höchstwerte nennen der Deutsche Angelfischerverband und FishBase 60 cm (bei FishBase als Standardlänge angegeben) und 4,8 kg. Wie groß die Barsche werden, hängt stark vom Gewässer und vom Nahrungsangebot ab.
Wie alt ist ein 30 cm Barsch?
Ein allgemeingültiges Alter für 30 cm gibt es nicht, weil das Wachstum des Flussbarschs nach dem DAFV „ausgesprochen variabel und gewässerabhängig“ ist. Belegt sind nur Beispielwerte für die ersten vier Jahre (21,5 cm nach vier Jahren, Schindler 1953) und das Höchstalter von bis zu 22 Jahren.
Was ist der größte Flussbarsch?
Als Höchstwerte der Art nennen der DAFV und FishBase 60 cm Länge und 4,8 kg Gewicht. Einen amtlich geführten Rekord nennt keine der geprüften Quellen; Barsche über 50 cm sind Ausnahmen, die meist aus klaren, tiefen Seen stammen.
Wann laicht der Flussbarsch?
Der Flussbarsch laicht von März bis Juni (DAFV); FishBase nennt für die Art insgesamt Februar bis Juli. Das Weibchen legt bis zu 300.000 Eier in netzartigen Laichbändern an Wasserpflanzen, Astwerk und Steinen ab.
Wie groß muss ein Barsch zum Essen sein?
Ein bundesweites Mindestmaß für den Barsch gibt es nicht, jedes Bundesland regelt es selbst. Den geprüften Stand für alle 16 Länder zeigt die Übersicht „Schonzeit Barsch in allen Bundesländern“ (/schonzeiten/barsch/).
Ist der Flussbarsch ein guter Speisefisch?
Ja, der Flussbarsch hat nach dem DAFV festes, grätenarmes Fleisch und ist in der Küche beliebt. In Deutschland fingen Berufsfischer 2019 in der Binnenfischerei über 120 t, allein am Bodensee 42,7 t.
Quellen
- FishBase: Perca fluviatilis, European perch (Länge, Gewicht, Höchstalter, Tiefe, Laichzeit, IUCN, Familie) (abgerufen am 04.10.2026)
- FishBase: Gymnocephalus cernua, Kaulbarsch (Rückenflossen, Zeichnung, Größe) (abgerufen am 04.10.2026)
- FishBase: Sander lucioperca, Zander (Fangzähne, Größe, Rückenflossenstrahlen) (abgerufen am 04.10.2026)
- FishBase: Lepomis gibbosus, Sonnenbarsch (Familie, Herkunft) (abgerufen am 04.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Perca fluviatilis (Freyhof et al. 2023, Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands, NaBiV 170 (6)) (abgerufen am 04.10.2026)
- DAFV: Fisch des Jahres 2023, Der Flussbarsch (Broschüre mit Kapiteln u. a. von IGB, Thünen-Institut und Hochschule Bremen) (abgerufen am 04.10.2026)
- DAFV: Fisch des Jahres 2023, Der Flussbarsch (Faltblatt) (abgerufen am 04.10.2026)