Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Meerforelle, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Meerforelle: Größe, Merkmale, Laichzeit und Lebensraum

Die Meerforelle (Salmo trutta, oft als Salmo trutta trutta geführt) ist die Form der Forelle, die im Meer heranwächst und zum Laichen in Flüsse aufsteigt. Sie wird meist 45 bis 80 cm lang, nur selten über 100 cm; die Höchstwerte von 140 cm und 50 kg, die FishBase für die Art insgesamt nennt, sind nach dem Atlas der dänischen Meeresfische offenbar wissenschaftlich nicht belegt. Sie laicht von Oktober bis Januar, ist mit Bach- und Seeforelle eine einzige Art, und diese Art gilt in Deutschland nach der Roten Liste 2023 als gefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit und Laichkleid mit Quelle, erklärt den Unterschied zum Lachs und zeigt, welche Schonzeit und welches Mindestmaß in den 16 Bundesländern gelten.

Meerforelle: Steckbrief mit Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit

Die Meerforelle wird meist 45 bis 80 cm lang, laicht von Oktober bis Januar und bleibt zwischen 6 Monaten und 5 Jahren im Meer, bevor sie zum Laichen in einen Bach zurückkehrt. Die Quellen der Werte sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Meerforelle (Salmo trutta)
Wissen­schaft­licher Name Salmo trutta Linnaeus, 1758; häufig als Salmo trutta trutta geführt, nach dem Rote-Liste-Zentrum aber keine Unterart, sondern eine Lebensstrategie der Art
Englischer Name Sea trout
Familie Lachsfische (Salmonidae)
Länge meist 45 bis 80 cm, selten bis 100 cm (Hessen); in dänischen Gewässern höchstens etwa 100 cm (Atlas)
Gewicht höchstens etwa 10 bis 12 kg in dänischen Gewässern (Atlas); 10 bis 15 kg bei 80 bis 100 cm (LfL Bayern)
Zeit im Meer 6 Monate bis 5 Jahre, meist 1 bis 3 Jahre (Hessen)
Alter meist höchstens 10 bis 15 Jahre (Atlas der dänischen Meeresfische)
Geschlechts­reife mit etwa 3 bis 4 Jahren (FishBase, HELCOM)
Laichzeit Oktober bis Januar (Hessen); in Schleswig-Holsteins Ostseebächen Hauptlauf im November und Dezember (SMARRT)
Lebensraum Küstengewässer von Nordatlantik, Nord- und Ostsee, meist im Umkreis weniger hundert Kilometer um den Heimatfluss (HELCOM); Laichgewässer sind kiesige, schnell fließende Bäche und kleine Flüsse
Nahrung Fische (zum Beispiel Hering, Sprotte, Sandaal, Stichling, Grundeln), Krebstiere und Borstenwürmer
Raub- oder Friedfisch Raubfisch im Meer
Süß- oder Salzwasser beides (anadrom): wächst im Meer, laicht im Süßwasser
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: Forelle (Salmo trutta, Bach-, See- und Meerforelle zusammen) gefährdet (Kategorie 3); weltweit nicht gefährdet (IUCN, nach FishBase)

Wie groß und schwer wird eine Meerforelle? Meist 45 bis 80 cm, selten über 1 m

Eine Meerforelle wird meist 45 bis 80 cm lang und erreicht nur selten 100 cm. So fasst es der hessische Artensteckbrief für „Meerforellen, aber auch Flussforellen“ zusammen. Der Atlas der dänischen Meeresfische (Statens Naturhistoriske Museum, DTU Aqua) schreibt, dass Forellen nur selten mehr als etwa 100 cm erreichen; dänische Meerforellen werden unter normalen Bedingungen höchstens etwa 100 cm lang und 10 bis 12 kg schwer. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nennt für die Meerforelle 80 bis 100 cm und 10 bis 15 kg. FishBase gibt für die Art insgesamt eine übliche Gesamtlänge von 72 cm an.

Die Höchstwerte, die FishBase für Salmo trutta nennt (140 cm Standardlänge und 50 kg), gelten für die Art insgesamt, nicht für die Meerforelle allein. Der Atlas führt dieselben Werte als üblicherweise angegebene Höchstgröße auf, hält sie aber für wissenschaftlich offenbar nicht untermauert.

Aufsteigende Fische in kleinen Ostseebächen sind deutlich kleiner als diese Höchstwerte. Im Projekt SMARRT des GEOMAR Helmholtz-Zentrums (Farver Au, Schleswig-Holstein, 2017) waren die weiblichen Laichfische 34 bis 84 cm lang, im Mittel 49,1 cm; noch nicht abgelaichte Rogner wogen 480 bis 7.710 g, im Mittel 1.404 g. Die Erstlaicher in den untersuchten Bächen waren im Mittel 48 cm lang.

Wie groß war die größte Meerforelle?

Dänische Meerforellen können mehr als 15 kg erreichen: Der Atlas nennt als offiziellen dänischen Angelrekord im Salzwasser 15,155 kg bei 111 cm (Öresund, 13. Juni 1992) und im Süßwasser 14,4 kg bei 110 cm (Karup Å, 1939). Schwerer war ein 1991 tot im Karup Å gefundenes Tier mit 16,1 kg bei 104,5 cm. Für einen Fang von 1932 mit 17,5 kg und 142 cm bezweifelten Fachleute nach dem Atlas später die Artbestimmung. Außerhalb Dänemarks sind größere Meerforellen bekannt; der Atlas nennt nach Machacek (2019) eine Meerforelle von 22,23 kg aus Argentinien.

Wie schnell wächst die Meerforelle?

Eine dänische Meerforelle misst nach einem Jahr im Meer im Mittel rund 31 bis 33 cm, nach fünf Jahren rund 68 bis 73 cm. Die Tabelle zeigt die Mittelwerte von 1.600 altersbestimmten Meerforellen aus 21 dänischen Gewässersystemen, gemessen in den 1950er-Jahren und wiedergegeben im Atlas.

Jahre im Meer Milchner: mittlere Länge Rogner: mittlere Länge
1 30,7 cm 32,9 cm
2 42,4 cm 43,7 cm
3 51,3 cm 51,2 cm
4 62,5 cm 60,0 cm
5 73,1 cm 68,0 cm
6 – 72,5 cm

Das Wachstum schwankt je nach Gewässer und Befischung. In Schleswig-Holstein wuchsen Meerforellen nach SMARRT im ersten Sommer im Meer um bis zu 25 cm; ohne Laichteilnahme folgten im Schnitt 10 bis 14 cm pro Jahr.

Wie groß werden Forellen? Bachforelle 20 bis 60 cm, Meerforelle bis etwa 100 cm

Bachforellen werden meist 20 bis 60 cm lang, Meerforellen und Seeforellen deutlich größer, und die Regenbogenforelle, eine eigene Art, erreicht nach FishBase bis zu 123 cm. Bach-, See- und Meerforelle sind dieselbe Art mit verschiedenen Lebenswegen; die Größe hängt vom Lebensraum ab.

Forelle Art Übliche Größe Größte Angaben Quelle
Bachforelle Salmo trutta, Standform im Bach 20 bis 60 cm, 0,5 bis 2 kg (LfL); nach dem dänischen Atlas meist 30 bis 40 cm selten über 60 bis 70 cm und 3 bis 4 kg LfL Bayern, Atlas
Meerforelle Salmo trutta, Meeresform 45 bis 80 cm (Hessen); 80 bis 100 cm, 10 bis 15 kg (LfL) selten bis 100 cm; in Dänemark höchstens etwa 100 cm und 10 bis 12 kg Hessen, LfL Bayern, Atlas
Seeforelle Salmo trutta, Seeform 80 bis 100 cm, 10 bis 15 kg (LfL) Einzelheiten im Seeforellen-Steckbrief LfL Bayern
Regenbogen­forelle Oncorhynchus mykiss 60 cm 123 cm und 25,9 kg FishBase

Mehr zur amerikanischen Art steht im Steckbrief der Regenbogenforelle; Tipps zum Fang aller Forellen finden Sie unter Forelle angeln.

Wie alt wird eine Meerforelle? Meist höchstens 10 bis 15 Jahre

Eine Meerforelle wird meist höchstens 10 bis 15 Jahre alt, und nur sehr wenige Forellen erreichen dieses Alter; das schreibt der Atlas der dänischen Meeresfische für die Art. Das höchste gemeldete Alter von 38 Jahren (FishBase) erreichte nach dem Atlas ein nur 56 cm langer, sehr magerer Fisch aus einem norwegischen Bergsee, also keine Meerforelle. Die Altersverteilung hängt vom Gewässer ab: Unter den aufsteigenden Laichfischen der Farver Au dominierten Tiere mit ein bis zwei Wintern im Meer (mehr als die Hälfte), einzelne hatten fünf Winter im Meer verbracht (SMARRT).

Wie wandert die Meerforelle? Vom Bach ins Meer und zurück

Die Meerforelle schlüpft im Kies eines Bachs, wandert als Smolt ins Meer und kehrt nach sechs Monaten bis fünf Jahren zum Laichen zurück. Der Lebenszyklus verläuft in fünf Stufen:

  1. Ei und Larve: Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach 80 bis 210 Tagen und ernähren sich danach rund 40 Tage von ihrem Dottersack (Hessen).
  2. Parr: Die Jungfische wachsen im Bach auf und messen nach dem dänischen Atlas typischerweise im ersten Jahr etwa 10 cm, im zweiten etwa 15 cm und im dritten etwa 20 cm; nach FishBase bleiben sie 1 bis 5 Jahre im Süßwasser.
  3. Smolt: Ein Teil der Jungfische färbt sich silbrig und wandert im Frühjahr ab, in Dänemark von März bis Anfang Juni mit dem Höhepunkt im April (Atlas). An der Mittelweser fing das Institut für angewandte Ökologie 2009 zwischen dem 10. April und dem 31. Mai 278 Meerforellen-Smolts von 10 bis 24 cm, im Mittel 17,2 cm (UBA). In Schleswig-Holsteins Ostseebächen verlassen 75 bis 90 Prozent der Smolts den Bach im Alter 1+ mit 13 bis 14 cm (SMARRT); nach dem hessischen Steckbrief und, für Dänemark, nach dem Atlas sind Smolts sonst meist zwei bis drei Jahre alt.
  4. Meer: Dort bleibt die Meerforelle meist 1 bis 3 Jahre und hält sich überwiegend im Küstenbereich auf (Hessen).
  5. Rückkehr: Zum Laichen kehrt sie im Herbst in einen Bach zurück, meist in ihren Geburtsbach; 5 bis 15 Prozent der Tiere laichen als „Streuner“ in anderen Gewässern (Hessen). Nach dem Laichen zieht sie zurück ins Meer und gleicht dort den Gewichtsverlust aus, der nach dem Atlas bis zu 40 bis 46 Prozent betragen kann.

Wann laicht die Meerforelle? Von Oktober bis Januar

Die Meerforelle laicht von Oktober bis Januar auf kiesigem Grund in Bächen und kleinen Flüssen (Hessen). Für Dänemark nennt der Atlas November bis Januar, die LfL für alle Forellenformen zusammen Oktober bis März, je nach Verbreitungsgebiet.

In Schleswig-Holsteins Ostseebächen steigen die Laichfische bis in den Dezember auf: In der Farver Au waren 2017 am 1. November bereits viele Fische im Bach, ein weiterer Schub folgte um den 22. November; am 28. Dezember fingen die Forscher fast nur noch abgelaichte Tiere (SMARRT). Rund 70 Prozent der Fische blieben nur ein bis drei Wochen im Bach.

Das Weibchen schlägt mit der Schwanzflosse flache Gruben in den Kies; mehrere Männchen befruchten die gelb- bis orangefarbenen Eier, die 4 bis 6 mm messen (Hessen, Atlas). Eine Meerforelle legt bis zu etwa 10.000 Eier (Hessen, FishBase); für Meerforellen aus der dänischen Karup Å nennt der Atlas rund 2.400 bis 2.700 Eier je Kilogramm Körpergewicht, nach einer norwegischen Studie rund 3.000. Anders als beim Lachs kehrt ein größerer Teil der Meerforellen nach dem Laichen ins Meer zurück und kann mehrfach laichen (Hessen): Nach dem Atlas überleben 30 bis 60 Prozent eines Jahrgangs das Laichen, in Großbritannien wurden Forellen gefunden, die bis zu 11-mal gelaicht hatten. In der Farver Au hatten 12 bis 30 Prozent der Laichfische schon früher gelaicht (SMARRT).

Was ist das Laichkleid der Meerforelle?

Das Laichkleid ist die Färbung der Meerforelle zur Laichzeit im Süßwasser: Der Milchner wird rotbraun, manchmal fast schwarz, mit vielen dunklen Flecken, die oft von einem kirschroten Ring und außen davon von einem breiten, weißgelben Ring umgeben sind. So beschreibt es der Atlas der dänischen Meeresfische. Die Flossen werden stärker gefleckt, und der Unterkiefer wächst zum Laichhaken heran; der Rogner wird ebenfalls dunkler, aber weit weniger auffällig. Im Meer trägt die Meerforelle dagegen das silbrige Kleid: blanke Seiten mit schwarzen Punkten über und unter der Seitenlinie, weißer Bauch, bläulich bis grünlich getönter Rücken.

Verrät das Laichkleid, ob eine Meerforelle laichen wird?

Nicht sicher: Auch silberblanke Meerforellen laichen. Im SMARRT-Projekt untersuchten die Forscher im November und Dezember fast 900 aufgestiegene Meerforellen; nach der englischen Zusammenfassung des Berichts galten 5 bis 10 Prozent der Rogner als „silbrig“ und ohne die typische Laichfärbung, ihre Reifestadien reichten von „noch in Vorbereitung“ bis „abgelaicht“. Weil die meisten Fische nur ein bis drei Wochen im Bach bleiben, ist nach den Autoren nicht gewährleistet, dass ein im Frühwinter an der Küste gefangener silberblanker Fisch in dieser Saison nicht laicht. Sie empfahlen deshalb eine Schonzeit, die für alle Meerforellen unabhängig von der Färbung gilt. Schleswig-Holsteins Küstenfischereiverordnung (KüFVO) stellte nach dem Bericht (Stand 2018) auf die Färbung ab; welche Regel heute gilt, zeigt die Tabelle weiter unten.

Wann kommt die Meerforelle an die Ostsee? Ganzjährig an der Küste, besonders im Frühjahr und Herbst

Die Meerforelle lebt das ganze Jahr im Küstenbereich der Ostsee und kommt nicht zu einem festen Termin an; nach HELCOM wird in der südlichen Ostsee ganzjährig auf sie geangelt, mit deutlichen Schwerpunkten im Frühjahr und Herbst.

Der Atlas beschreibt für dänische Küsten den Jahresverlauf: Im Frühjahr und Herbst stehen die Fische oft dicht am Ufer, besonders nachts. Im Sommer verlassen sie die flachen, warmen Förden und gehen in tieferes Wasser, kommen aber vielerorts nachts näher ans Ufer; im Winter halten sie sich oft in flachen, von der Sonne erwärmten Küstenbereichen auf. Tiefer als 15 bis 20 m findet man sie selten. Bei markierten Laichfischen aus Schleswig-Holstein meldeten Angler die meisten Fänge 90 bis 120 Tage nach der Markierung, also etwa Mitte März; die Hälfte aller Wiederfänge lag 2 bis 40 km von der Bachmündung entfernt, im Mittel (Median) 21 km (SMARRT). Wie man Forellen fängt, erklärt Forelle angeln; was beim Angeln in Dänemark gilt, steht unter Angelschein Dänemark.

Wo leben Meerforellen? An den Küsten von Nordatlantik, Nord- und Ostsee

Meerforellen leben in Küstengewässern von Nordatlantik, Nord- und Ostsee und steigen zum Laichen in Flüsse auf; im Mittelmeer und im Schwarzen Meer fehlen sie (Hessen). FishBase nennt für die Art Salmo trutta ein Verbreitungsgebiet von Spanien bis zur Tschoscha-Bucht in Russland, einschließlich Islands und der nördlichsten Flüsse Großbritanniens und Skandinaviens.

In Deutschland steigen Meerforellen in Zuflüsse von Ostsee und Nordsee auf: in Ostseebäche Schleswig-Holsteins (SMARRT), in die Weser (UBA) und, nach dem hessischen Steckbrief, in Rhein und Main, wo seit Anfang der 1990er-Jahre wieder regelmäßig Meerforellen registriert werden. Weitere Arten finden Sie unter Meeresfische und Raubfische.

Wie weit wandert die Meerforelle?

Meist nicht weit: Nach dem Atlas entfernen sich Meerforellen normalerweise höchstens 100 bis 150 km vom Laichbach, nach HELCOM bleiben sie meist innerhalb weniger hundert Kilometer. Einzelne Fische wandern deutlich weiter: Eine Ende der 1990er-Jahre in der Mosel markierte Meerforelle wurde gut ein Jahr später in einem Fjord in Mittelnorwegen gefangen, rund 2.000 km entfernt (Hessen); der weiteste Wiederfang der SMARRT-Fische lag 350 km vom Laichbach entfernt.

Was frisst die Meerforelle? Fische, Krebstiere und Borstenwürmer

Im Meer frisst die Meerforelle vor allem Fische und Krebstiere (Hessen); HELCOM nennt Futterfische als Hauptnahrung. Nach dem Atlas fressen Meerforellen direkt nach dem Wechsel ins Meer überwiegend vom Land ins Wasser geblasene Insekten, gehen aber rasch zu Borstenwürmern, Flohkrebsen und Fischen wie Hering, Sprotte, Dorsch, Sandaalen und Grundeln über. In den Mägen von 17 Meerforellen, deren Fänger dem Projekt den Inhalt meldeten, fanden sich Wattwürmer, Seeringelwürmer, Asseln, Garnelen, Stichling, Grundeln, Hering, Sprotte und Sandaal (SMARRT). Im Süßwasser frisst die Meerforelle anders als der Lachs zwar ein wenig, nach dem Atlas spielt diese Nahrung aber keine größere Rolle.

Wie schmeckt Meerforelle? Rötliches Fleisch, geschätzter Speisefisch

Die Meerforelle ist ein geschätzter Speisefisch mit rötlichem Fleisch; eine genauere Geschmacksbeschreibung nennen die geprüften Quellen nicht. Der Atlas der dänischen Meeresfische nennt die Forelle einen vortrefflichen Speisefisch, und nach dem hessischen Steckbrief färbt die Krebstiernahrung das Fleisch der Meerforelle rötlich wie beim Lachs. FishBase führt sie als Fisch, der frisch und geräuchert in den Handel kommt und gebraten, gegrillt, gekocht oder gebacken zubereitet wird. Ob Sie eine Meerforelle mitnehmen dürfen, regeln Schonzeit und Mindestmaß Ihres Bundeslands, siehe unten.

Was ist der Unterschied zwischen Lachs und Meerforelle?

Lachs und Meerforelle sind zwei verschiedene Arten (Salmo salar und Salmo trutta); die Meerforelle erkennen Sie vor allem an der längeren Maulspalte, am dicken, gerundeten Schwanzstiel und an den Punkten auch unterhalb der Seitenlinie. Die Tabelle stellt die Merkmale nebeneinander; mehr zum Lachs steht im Lachs-Steckbrief.

Merkmal Atlantischer Lachs Meerforelle Quelle
Maulspalte reicht nur bis etwa zum Hinterrand des Auges reicht meist hinter das Auge LUNG Mecklenburg-Vorpommern, FishBase, Hessen
Schwanzstiel lang und schlank; Schwanzflosse leicht eingebuchtet, flach gegabelt dick und gerundet; Schwanzflosse nicht oder kaum eingekerbt LUNG, FishBase, Hessen
Punkte auf den Flanken wenige schwarze Punkte, keine unterhalb der Seitenlinie zahlreiche Punkte, auch unterhalb der Seitenlinie und meist mehr auf dem Kiemendeckel FishBase, Atlas
Pflugscharbein (Vomer) hinterer Abschnitt ohne Zähne Zähne am Schaft zahlreich und kräftig LUNG, FishBase
Fettflosse farblos mit grauem Rand schwach gelbrot bis rötlich gefärbt oder gerandet FishBase, Atlas, Hessen
Schuppen zwischen Fettflosse und Seitenlinie 10 bis 13 13 bis 19 LUNG, FishBase; Atlas

Die Merkmale überlappen, deshalb prüfen Fachleute mehrere zugleich. Als sicherstes Einzelmerkmal nennt der Atlas die Kiemenreusen am ersten Kiemenbogen: Beim Lachs sind alle stabförmig, bei der Forelle nur die in der Mitte, die übrigen sind knotig. Mit dem Alter verlieren beide Arten Zähne am Pflugscharbein, der Lachs stärker. Auch die Smolts lassen sich unterscheiden: Lachs-Smolts sind schlanker, haben eine tief eingeschnittene Schwanzflosse und große Brustflossen, bei Meerforellen-Smolts ist die Fettflosse deutlich rot gerandet (UBA).

Wie unterscheidet sich die Meerforelle von Bach- und Seeforelle?

Gar nicht als Art, sondern im Lebensweg. Das Rote-Liste-Zentrum stellt klar, dass es sich bei Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle „nicht um Arten oder Unterarten“ handelt, „sondern um unterschiedliche Lebensstrategien der Art Salmo trutta, die nicht reproduktiv getrennt sind“. Erwachsene Meerforellen erkennt man meist an der silbrigen Färbung, am sichersten am hohen Strontiumgehalt der Schuppen, weil Meerwasser deutlich mehr Strontium enthält als Süßwasser (Hessen). Als Jungfische sind Bach- und Meerforellen gleich gefärbt; erst beim Abwandern färben sich die künftigen Meerforellen silbrig um.

Ist die Meerforelle gefährdet? Rote Liste: Forelle gefährdet

Die Forelle (Salmo trutta) gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als gefährdet (Kategorie 3); die Meerforelle hat keine eigene Einstufung, weil die Rote Liste Bach-, See- und Meerforelle zu einer biologischen Einheit zusammenfasst. Das Rote-Liste-Zentrum nennt die aktuelle Bestandssituation „mäßig häufig“, den langfristigen Bestandstrend „starker Rückgang“ und den kurzfristigen Bestandstrend „mäßige Abnahme“. Die Forelle war 2009 noch bundesweit ungefährdet; der kurzfristige Trend gilt nun in fünf Ländern, darunter Bayern und Baden-Württemberg, als rückläufig, und der langfristige Rückgang geht nach dem Rote-Liste-Zentrum auf den Gewässerausbau zurück.

Für die Ostsee stuft HELCOM die Meerforelle als gefährdet („vulnerable“) ein (Rote Liste 2013): Von rund 1.000 Beständen sind etwa 500 Wildpopulationen. Im HELCOM-Bericht von 2022 schneidet Deutschland am schlechtesten ab. Bewertet wurde das Verhältnis der gefundenen zur möglichen Jungfischdichte in den Jahren 2015 bis 2018: Von 94 deutschen Flüssen lagen 79 Prozent in der schlechtesten Klasse (höchstens ein Fünftel der möglichen Dichte), keiner in der besten; der Mittelwert lag bei 0,12, in Estland bei 2,29. Als Hauptbelastungen nennt HELCOM zerstörte Lebensräume, Wanderhindernisse und Fischerei. Das SMARRT-Projekt kommt für Schleswig-Holstein zu dem Schluss, dass Besatz in Bächen mit natürlichem Aufstieg nur geringfügig zum Bestand beiträgt und der Schutz der Laich- und Aufwuchsgebiete wichtiger ist.

Schonzeit und Mindestmaß für Meerforelle in allen 16 Bundesländern

Schonzeit und Mindestmaß für die Meerforelle legt jedes Bundesland selbst fest, an der Küste teils mit eigener Regel; in vielen Ländern ist sie ganzjährig geschont oder darf nicht gefangen werden. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern ganzjährig geschont kein Mindestmaß in den Einzugsgebieten von Elbe, Rhein und Weser ganzjährig geschont
Baden-Württemberg ganzjährig geschont kein Mindestmaß –
Berlin ganzjährig geschont kein Mindestmaß –
Brandenburg ganzjährig geschont kein Mindestmaß wilde Meerforellen ganzjährig geschont; besetzte Meerforellen 16.10.–15.04., 60 cm
Bremen 15.10.–15.03. 50 cm Entnahme nur bei nachgewiesenem Besatz
Hamburg 15.10.–15.02. 40–65 cm höchstens 2 pro Tag
Hessen 01.10.–31.03. 25–60 cm die Werte gelten für die Atlantische Forelle (Bach-, Meer- und Seeforelle)
Mecklenburg-Vorpommern 01.09.–31.03. 45 cm Küste: 15.09.–14.12., 48 cm, höchstens 3 pro Tag (außerhalb der 4-Seemeilen-Zone zusätzlich vom 01.06. bis 15.09. geschont)
Niedersachsen Fangverbot kein Mindestmaß Fangverbot in Binnengewässern; nur in gemeldeten Besatzgewässern 15.10.–15.02. geschont, 40 cm; Küste: 01.10.–15.02., 40 cm
Nordrhein-Westfalen ganzjährig geschont kein Mindestmaß –
Rheinland-Pfalz Fangverbot kein Mindestmaß ganzjähriges Fangverbot (auch Lachs)
Saarland ganzjährig geschont kein Mindestmaß –
Sachsen 01.10.–30.04. 60 cm –
Sachsen-Anhalt Fangverbot kein Mindestmaß –
Schleswig-Holstein 01.10.–28.02. 40 cm Küste: 01.10.–31.12., 40 cm (gilt für Fische im Laichkleid; silbrige Fische mit losen Schuppen sind ausgenommen)
Thüringen ganzjährig geschont kein Mindestmaß –

Stand der Landesverordnungen: 30. September 2026. Alle Werte mit Quelle und Paragraf: Schonzeiten für die Meerforelle in allen Bundesländern. Maßgeblich sind der amtliche Verordnungstext und die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins.

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein. Die Regeln an der Ostseeküste stehen auch auf den Seiten Schonzeiten Mecklenburg-Vorpommern und Schonzeiten Schleswig-Holstein; die Übersicht für die ganze Forelle finden Sie unter Schonzeit Forelle.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus dem hessischen Artensteckbrief der Atlantischen Forelle, dem Atlas der dänischen Meeresfische (Rasmussen und Carl, 2019), dem SMARRT-Endbericht des GEOMAR zur Meerforelle in Schleswig-Holstein, dem HELCOM-Bericht zu Meerforellen in der Ostsee (2022), dem UBA-Bericht zur Smoltabwanderung an der Mittelweser (2011), der LfL Bayern, FishBase und der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Rote-Liste-Zentrum/BfN); die Lachs-Merkmale stammen vom LUNG Mecklenburg-Vorpommern. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Dänische Daten gelten für dänische Gewässer, SMARRT-Werte für kleine Ostseebäche in Schleswig-Holstein. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wie schmeckt Meerforelle?

Die Meerforelle gilt als geschätzter Speisefisch; ihr Fleisch ist durch die Krebstiernahrung rötlich, ähnlich wie beim Lachs (hessischer Artensteckbrief). Nach FishBase wird sie frisch und geräuchert vermarktet und gebraten, gegrillt, gekocht oder gebacken zubereitet. Eine genauere Geschmacksbeschreibung nennen die geprüften Quellen nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Lachs und Meerforelle?

Es sind zwei verschiedene Arten (Salmo salar und Salmo trutta). Beim Lachs reicht die Maulspalte nur bis etwa zum Hinterrand des Auges, der Schwanzstiel ist lang und schlank, und unterhalb der Seitenlinie sitzen keine Punkte. Bei der Meerforelle reicht die Maulspalte meist hinter das Auge; sie hat einen dicken, gerundeten Schwanzstiel und Punkte auch unterhalb der Seitenlinie. Die Merkmale überlappen, deshalb prüfen Fachleute mehrere zugleich.

Wann kommt die Meerforelle an die Ostsee?

Die Meerforelle lebt das ganze Jahr im Küstenbereich der Ostsee; einen festen Ankunftstermin gibt es nicht. Nach HELCOM wird in der südlichen Ostsee ganzjährig auf sie geangelt, mit der höchsten Aktivität im Frühjahr und Herbst. Die Laichfische steigen von Oktober bis in den Dezember in die Bäche auf und kehren danach ins Meer zurück; bei markierten Fischen aus Schleswig-Holstein fielen die meisten Fänge in der Ostsee etwa auf Mitte März (SMARRT).

Wo gibt es Meerforellen?

Meerforellen leben in Küstengewässern des Nordatlantiks, der Nord- und der Ostsee und steigen zum Laichen in Bäche und Flüsse auf; im Mittelmeer fehlen sie. In Deutschland sind das vor allem Zuflüsse der Ostsee, etwa in Schleswig-Holstein, sowie Nordseezuflüsse wie die Weser. Meist bleiben sie dabei in Küstennähe, nach dem Atlas der dänischen Meeresfische normalerweise höchstens 100 bis 150 km vom Laichbach entfernt.

Darf man Meerforellen angeln?

Das hängt vom Bundesland ab. In vielen Ländern ist die Meerforelle ganzjährig geschont oder darf nicht gefangen werden; andere legen Schonzeit und Mindestmaß fest, an der Küste teils abweichend. Welche Regel in Ihrem Land gilt, zeigt die Tabelle zu Schonzeit und Mindestmaß auf dieser Seite.

Wie alt wird eine Meerforelle?

Meerforellen werden meist höchstens 10 bis 15 Jahre alt; das gibt der Atlas der dänischen Meeresfische für Forellen an. Das höchste gemeldete Alter von 38 Jahren (FishBase) erreichte nach dem Atlas eine magere Forelle aus einem norwegischen Bergsee, keine Meerforelle. Vor der Rückkehr zum Laichen verbringen die meisten Meerforellen 1 bis 3 Jahre im Meer (hessischer Artensteckbrief).

Quellen