Die Makrele (Atlantische Makrele, Scomber scombrus) ist ein schneller Schwarmfisch des Nordatlantiks, wird meist 30 bis 50 cm lang und ist unter den Raubfischen ein Grenzfall: Sie frisst Krebstiere des Planktons und kleine Fische. Als Höchstwerte nennen die Quellen 60 bis 66 cm und 3,4 kg. In der Nordsee laicht sie von Mai bis Juli. Sie gehört zur Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae) und hat keine Schwimmblase. Nach der Roten Liste von 2025 gilt sie in Deutschland als ungefährdet; der Laicherbestand im Nordostatlantik liegt nach der ICES-Bewertung von 2026 allerdings nur knapp über der Grenze Blim. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit, Lebensraum, Raubfisch-Einstufung, Verwechslung mit dem Stöcker und Gefährdung mit Quelle.
Makrelen-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick
Die Makrele ist meist 30 bis 50 cm lang, wird höchstens 60 bis 66 cm lang und laicht in der Nordsee von Mai bis Juli. Die Werte stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES), dem Fisch-Informationszentrum (FIZ), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dem Thünen-Institut und dänischen Fachquellen; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.
| Merkmal | Makrele (Scomber scombrus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Scomber scombrus Linnaeus, 1758 |
| Weitere Namen | Atlantische Makrele (Rote Liste); englisch Atlantic mackerel; dänisch Makrel; französisch Maquereau commun |
| Familie, Ordnung | Makrelen und Thunfische (Scombridae), Scombriformes (FishBase) |
| Länge | üblich 30 cm Gabellänge (FL, FishBase), „meist 30–50 cm“ (FIZ); Höchstwert 60 cm Gabellänge (FishBase) bis 66 cm (ICES-Datenblatt, ohne Angabe des Längenmaßes; Fische über 50 cm gelten dort als ungewöhnlich) |
| Gewicht | normalerweise 0,5 kg (Naturhistorisches Museum Aarhus, Dänemark); FIZ: „bis zu 1,5 kg“; höchstes veröffentlichtes Gewicht 3,4 kg (FishBase, Museum Aarhus) |
| Alter | höchstes berichtetes Alter 17 Jahre (FishBase, ICES, Museum Aarhus) |
| Geschlechtsreife | im Nordostatlantik mehr als die Hälfte der Tiere mit 2 Jahren, alle mit 7 Jahren; in der Nordsee über 90 Prozent mit 2 Jahren (ICES) |
| Laichzeit | Nordsee Mai bis Juli (ICES); dänische Gewässer Juni bis Juli (Museum Aarhus); FIZ: Frühling bis Frühsommer |
| Lebensraum | Freiwasser (pelagisch) im Meer, auch im Brackwasser; 0 bis 1.000 m Tiefe, meist 0 bis 200 m (FishBase); große Schwärme nahe der Oberfläche |
| Verbreitung | Nordatlantik einschließlich Mittelmeer (FishBase); im Ostatlantik von Nordwestafrika bis Island und Nordnorwegen, dazu Schwarzes Meer, Mittelmeer und westliche Ostsee (ICES) |
| Nahrung | Zooplankton, vor allem Krebstiere, und kleine Fische wie Hering, Sprotte und Sandaal |
| Raub- oder Friedfisch | Grenzfall: Raubfisch im weiteren Sinn (FIZ), frisst aber Zooplankton und kleine Fische; Trophiestufe 3,6 (FishBase); Salzwasser |
| Besonderheit | keine Schwimmblase |
| Gefährdung | Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: ungefährdet, Bestand häufig; IUCN: Least Concern; ICES-Bewertung 2026: Laicherbestand im Nordostatlantik knapp über Blim, unter MSY Btrigger |
Wie groß und schwer wird eine Makrele? Üblich 30 bis 50 cm, höchstens 60 bis 66 cm
Eine Makrele ist üblicherweise 30 bis 50 cm lang und wiegt etwa 0,5 kg; als Höchstwerte nennen die Quellen 60 bis 66 cm und 3,4 kg. FishBase gibt 30 cm als übliche Länge und 60 cm als Höchstlänge an, beide als Gabellänge (FL, gemessen bis zur Gabelung der Schwanzflosse). Das FIZ schreibt „meist 30–50 cm“, das Datenblatt des ICES nennt 66 cm als größte Länge und bezeichnet Fische über 50 cm als ungewöhnlich.
Beim Gewicht liegen die Quellen weiter auseinander: Das Naturhistorische Museum Aarhus (Dänemark) nennt als normales Gewicht 0,5 kg und als Höchstwert 3,4 kg; FishBase führt ebenfalls 3,4 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht. Das FIZ gibt ohne nähere Erläuterung „bis zu 1,5 kg“ an.
Wie lang und schwer ist eine Makrele in welchem Alter?
Eine Makrele ist mit einem Jahr rund 27 bis 28 cm lang und etwa 170 g schwer, mit zwei Jahren rund 31 cm und 257 bis 269 g. Die Tabelle zeigt Mittelwerte für die Nordsee und für den Nordostatlantik insgesamt; sie stammen aus Berechnungen der ICES-Arbeitsgruppe von 2005, die das Datenblatt des ICES wiedergibt. Ein Längenmaß nennt das Datenblatt nicht.
| Alter | Nordsee: Länge | Nordsee: Gewicht | Nordostatlantik: Länge | Nordostatlantik: Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| 1 Jahr | 27,4 cm | 166 g | 27,7 cm | 170 g |
| 2 Jahre | 31,2 cm | 257 g | 31,5 cm | 269 g |
| 4 Jahre | 35,2 cm | 404 g | 35,1 cm | 388 g |
| 8 Jahre | 39,6 cm | 612 g | 39,6 cm | 576 g |
| 12 Jahre | 42,4 cm | 708 g | 41,5 cm | 685 g |
Wie groß war die größte Makrele?
Die größte belegte Makrele war nach den Quellen 60 bis 66 cm lang; als höchstes veröffentlichtes Gewicht nennt FishBase 3,4 kg. Das sind Höchstwerte der Art, kein Angelrekord: Eine einzelne Rekordangabe mit Fangort, Datum und Fänger nennen die geprüften Quellen nicht.
Ist die Makrele ein Raubfisch? Ein Grenzfall: Plankton und kleine Fische
Die Makrele ist ein Grenzfall unter den Raubfischen, weil Fisch nur ein Teil ihrer Nahrung ist. Das FIZ nennt sie einen schnellen, stromlinienförmigen Raubfisch aus dem offenen Meer, und das Naturhistorische Museum Aarhus (Dänemark) beschreibt sie als Raubfisch der freien Wassermassen. FishBase nennt dagegen als Nahrung Zooplankton und kleine Fische und beziffert die Trophiestufe, also die Stellung in der Nahrungskette, mit 3,6 (±0,2, aus Mageninhaltsstudien). Magenuntersuchungen aus der Nordsee von 1981 zeigen nach FishBase je nach Quartal ein Übergewicht von Zooplankton oder von Nekton, also frei schwimmender Beute wie Fischen. Unsere Übersicht der Raubfische führt die Makrele deshalb als Grenzfall.
Was frisst die Makrele? Krebstiere des Planktons und kleine Fische
Die Makrele frisst pelagische Krebstiere und kleine Fische, darunter Hering, Sprotte und Sandaal (ICES). Im Norden gehören Leuchtgarnelen (Euphausiiden) und Ruderfußkrebse (Copepoden) zu den wichtigsten Nahrungstieren, im Süden sind Fische die wichtigste Beute, vor allem für große Tiere. Den Winter verbringt die Makrele im tiefen Wasser und frisst dann fast nichts; im Frühjahr beginnt sie wieder zu fressen. Nach dem ICES ist die Fressaktivität am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang am größten, FishBase nennt die Makrele überwiegend tagaktiv.
Wo lebt die Makrele? Nordatlantik, Nordsee, westliche Ostsee und Mittelmeer
Die Makrele lebt im Nordatlantik einschließlich des Mittelmeers (FishBase). Der ICES nennt als Verbreitung im Ostatlantik Nordwestafrika bis Island und Nordnorwegen, dazu das Schwarze Meer, das Mittelmeer und die westliche Ostsee. Sie ist ein Freiwasserfisch mit großen Schwärmen nahe der Oberfläche, kommt von 0 bis 1.000 m Tiefe vor, meist aber nur in den oberen 200 m, und geht auch ins Brackwasser (FishBase). Gefangen wird sie nach dem ICES vor allem in Schelfmeeren in 15 bis 200 m Tiefe; im Sommer zieht sie auch in küstennahes Wasser.
Kommt die Makrele auch in der Ostsee vor?
Ja, die Makrele kommt in der westlichen Ostsee vor: Das Rote-Liste-Zentrum nennt sie dort Beifang und stellenweise Ziel der gezielten Fischerei und stuft sie in der Ostsee als nicht gefährdet ein; auch ICES und FIZ führen die westliche Ostsee als Verbreitungsgebiet. Wie weit sie in die Ostsee hineinzieht, nennt nur das Museum Aarhus (Dänemark): Die Makrele ziehe im Sommer weit in die Ostsee, aber nicht bis in den Bottnischen Meerbusen.
Wann kommt die Makrele an die Küste? Im Frühjahr und Sommer, im Winter steht sie tief
Die Makrele kommt im Frühjahr und Sommer in küstennahes Wasser und überwintert im tieferen Wasser. FishBase beschreibt, dass sie im Frühjahr näher an die Küste zieht, wenn die Wassertemperatur 11 bis 14 °C erreicht. In der Nordsee überwintern die Tiere nach dem ICES im tiefen Wasser am Rand des Schelfs und wandern im Frühjahr zu den Laichgebieten in der zentralen Nordsee; nach dem Laichen mischt sich der Nordsee-Bestand auf den Fressgründen mit zugewanderten Makrelen des westlichen Bestands. Das Museum Aarhus (Dänemark) beschreibt, dass die Makrele der Nordsee im Sommer die Küstengebiete Dänemarks erreicht. Einen festen Kalendertag nennt keine Quelle.
Wann laicht die Makrele? In der Nordsee von Mai bis Juli
Die Makrele laicht in der Nordsee von Mai bis Juli (ICES); das Museum Aarhus (Dänemark) nennt für dänische Gewässer Juni bis Juli, das FIZ Frühling bis Frühsommer. Die Tabelle zeigt, was die Quellen für welches Gebiet angeben.
| Quelle | Gebiet | Angabe |
|---|---|---|
| ICES-Datenblatt (Internationaler Rat für Meeresforschung) | Nordsee | Mai bis Juli; Laichgebiete vor allem in der zentralen Nordsee, dazu die Südküste Norwegens und das Skagerrak |
| Naturhistorisches Museum Aarhus (Dänemark) | dänische Gewässer | Juni bis Juli; bis zu 1 Million Eier; die Eier schlüpfen nach 6 Tagen zu rund 4 mm langen Larven |
| FIZ-Fischlexikon | allgemein | Frühling bis Frühsommer; die Eier treiben im freien Wasser |
| FishBase | allgemein | ein deutlicher Laichhöhepunkt pro Jahr, Portionslaicher; keine Monate angegeben |
Die Makrele ist ein Portionslaicher: Die Weibchen geben ihre Eier in rund zwanzig Portionen während der Laichzeit ab (ICES). Ein 30 cm langes Weibchen trägt höchstens etwa 255.000 reife Eier; die Eier sind 1,0 bis 1,38 mm groß und treiben meist in den oberen 26 m des Wassers, die Larven sind im Juni und Juli am häufigsten (ICES). Der ICES unterscheidet drei Bestandseinheiten (südlich, westlich und Nordsee); Laichmonate nennen die gelesenen Quellen nur für die Nordsee und Dänemark.
Wie alt wird eine Makrele und wann ist sie geschlechtsreif?
Eine Makrele kann bis zu 17 Jahre alt werden (FishBase, ICES, Museum Aarhus) und ist meist mit zwei Jahren geschlechtsreif. Nach dem ICES ist im gesamten Nordostatlantik mehr als die Hälfte der Tiere mit zwei Jahren geschlechtsreif und alle Tiere mit sieben Jahren; in der Nordsee waren nach den Fangdaten der Forschungsfahrten (IBTS) mehr als 90 Prozent schon mit zwei Jahren reif. Alte Tiere sind in den Fängen selten: In der Nordsee ist die Mehrheit der Makrelen jünger als acht Jahre.
Hat die Makrele eine Schwimmblase? Nein, deshalb muss sie ständig schwimmen
Nein, die Makrele hat keine Schwimmblase: FishBase, FIZ und ICES nennen dieses Merkmal übereinstimmend. Nach dem FIZ müssen sich Makrelen deshalb ständig bewegen, um nicht zu sinken. Das Museum Aarhus (Dänemark) und eine ältere Ausgabe des FIZ-Lexikons nennen als Vorteil, dass die Makrele schnell die Tiefe wechseln kann. Für die Fischerei hat das nach dem ICES eine Folge: Selbst dichte Schwärme zeichnen sich auf dem Echolot nicht deutlich ab.
Woran erkennt man eine Makrele? Dunkle Querstreifen, Flössel und gegabelte Schwanzflosse
Eine Makrele erkennt man am torpedoförmigen Körper, den dunklen Querstreifen auf dem grünblauen Rücken und den kleinen Flossen (Flössel) hinter Rücken- und Afterflosse. Die Merkmale nach FIZ und Museum Aarhus (Dänemark):
- Körperform: langgestreckt, stromlinienförmig, mit sehr schlankem Schwanzstiel und tief gegabelter Schwanzflosse.
- Farbe: Rücken glänzend grünblau mit dunklen Querstreifen, Flanken perlmuttfarben, Bauch weiß. Unterhalb der Seitenlinie fehlen Streifen. Nach dem Tod wechselt die grünblaue Farbe schnell in reines Blau bis Blauschwarz (ältere FIZ-Ausgabe).
- Flössel: hinter der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse sitzen je fünf bis sechs kleine Einzelflossen (FIZ: fünf, Museum Aarhus: fünf bis sechs).
- Rückenflossen: zwei, weit voneinander getrennt; die vordere trägt Stachelstrahlen.
- Schuppen: kleine, feste Schuppen, keine gekielten Schilde entlang der Seitenlinie.
Die Spanische Makrele (Scomber japonicus) sieht ähnlich aus, trägt aber Flecken unterhalb der Seitenlinie (Museum Aarhus); nach dem ICES lebt sie weiter südlich im offenen Ozean und wird in der Nordsee nur gelegentlich nachgewiesen.
Makrele oder Stöcker (Bastardmakrele): Was ist der Unterschied?
Der Stöcker (Trachurus trachurus) ist keine Makrele, sondern ein eigener Fisch aus einer anderen Familie: Er gehört zu den Carangidae, die Makrele zu den Scombridae (FishBase). Das Bundesamt für Naturschutz führt ihn in seinem Meeresthesaurus unter dem Vorzugsnamen „Bastardmakrele“, Stöcker steht dort als zweiter Name. Der Atlas der dänischen Meeresfische (Statens Naturhistoriske Museum, Dänemark) nennt Fälle, in denen Stöcker mit Makrelen verwechselt wurden, hält aber eine Namensverwechslung für wahrscheinlicher als eine tatsächliche Verwechslung der Arten. Die Tabelle stellt die Merkmale nebeneinander.
| Merkmal | Makrele | Stöcker (Bastardmakrele) | Quelle |
|---|---|---|---|
| Familie | Scombridae (Makrelen und Thunfische) | Carangidae (FishBase: „Jacks and pompanos“) | FishBase |
| Seitenlinie | keine gekielten Schilde | Reihe hoher, gekielter Schilde; nach den meisten neueren Quellen 66 bis 75 | Atlas der dänischen Meeresfische, Museum Aarhus |
| Flössel | fünf bis sechs hinter Rücken- und Afterflosse | keine | Museum Aarhus, Atlas der dänischen Meeresfische |
| Rückenflossen | zwei, weit voneinander getrennt | zwei, dicht beieinander | Atlas der dänischen Meeresfische |
| Brustflossen | kurz | sehr lang, etwa so lang wie der Kopf | Atlas der dänischen Meeresfische |
| Zeichnung | dunkle Querstreifen auf dem Rücken, keine Streifen unter der Seitenlinie | Rücken bei lebenden Tieren ziemlich einfarbig; schwarzer Fleck am hinteren Kiemendeckel | Museum Aarhus, Atlas der dänischen Meeresfische, FishBase |
| Schwimmblase | keine | groß, hinten zweigeteilt | FishBase, FIZ, Atlas der dänischen Meeresfische |
| Höchstwerte | 60 cm Gabellänge, 3,4 kg | 70 cm Totallänge, 2,0 kg | FishBase (Längen verschieden gemessen, nicht direkt vergleichbar) |
Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal sind die Schuppen: Der Stöcker trägt gekielte Schilde entlang der Seitenlinie, die man nach dem Museum Aarhus mit bloßem Auge sieht, die Makrele nicht.
Ist die Makrele gefährdet? Rote Liste: ungefährdet, ICES-Bestand knapp über der Grenze Blim
Die Makrele gilt in der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen Deutschlands von 2025 als ungefährdet, im Nordostatlantik liegt der Laicherbestand nach der ICES-Bewertung von 2026 dagegen nur knapp über dem Grenzwert Blim. Das Rote-Liste-Zentrum nennt die aktuelle Bestandssituation „häufig“ und den langfristigen wie den kurzfristigen Bestandstrend „stabil“. In der vorherigen Roten Liste stand die Art noch auf der Vorwarnliste; die Verbesserung beruht nach dem Rote-Liste-Zentrum auf einer größeren Datenbasis und einem Kenntniszuwachs (Thiel et al. 2025). Die IUCN führt die Art weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 1. Juni 2022, nach FishBase).
Wie steht es um den Makrelenbestand im Nordostatlantik?
Der Laicherbestand der Makrele im Nordostatlantik wird nach der ICES-Bewertung von 2026 für das Jahr 2026 auf rund 3,20 Mio. t geschätzt, knapp über dem Grenzwert Blim (3,067 Mio. t), aber unter dem Referenzwert MSY Btrigger (4,119 Mio. t). Der Höchststand lag 2014 bei 13,4 Mio. t; bis 2025 ist der Laicherbestand um rund 77 Prozent gesunken (eigene Berechnung nach den ICES-Werten). Die fischereiliche Sterblichkeit (F, Altersgruppen 4 bis 8) lag 2025 bei 0,285 und damit über dem Referenzwert FMSY von 0,191.
| Jahr | Laicherbestand (SSB) | Fischereiliche Sterblichkeit (F) |
|---|---|---|
| 2014 | 13.404.944 t | 0,132 |
| 2020 | 6.704.705 t | 0,136 |
| 2022 | 5.620.342 t | 0,190 |
| 2024 | 3.426.676 t | 0,238 |
| 2025 | 3.072.051 t | 0,285 |
| 2026 (geschätzt) | 3.204.507 t | nicht ausgewiesen |
| Referenzwerte | Blim 3.067.017 t; MSY Btrigger 4.119.337 t | FMSY 0,191 |
Die Rote Liste und die ICES-Bewertung widersprechen sich nicht: Die Rote Liste bewertet die Bestände in den deutschen Meeresgewässern und verweist für die Nordsee auf die ICES-Einschätzung von 2022, in der Laicherbestand und fischereiliche Sterblichkeit über den Referenzwerten lagen. Nach der aktuellen Bewertung betrug der Laicherbestand 2022 noch 5,6 Mio. t. Das FIZ nennt die Makrele aus dem Nordostatlantik einen „nachhaltigen Wildfisch“ (Fischlexikon, Stand 2025); die ICES-Bewertung von 2026 stuft den Laicherbestand dagegen unter MSY Btrigger ein.
Ist die Makrele ein guter Speisefisch? Aromatisch, fett und nährstoffreich
Ja, die Makrele zählt zu den beliebtesten Speisefischen: Das FIZ beschreibt ihr Fleisch als kräftig, würzig und saftig durch den hohen Fettgehalt und nennt Räuchern (in Deutschland sehr beliebt), Grillen oder Braten, ganz oder als Filet, sowie Einlegen in Marinade und Konserven. Nach dem FIZ ist sie eine hervorragende Quelle für Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Vitamin B12. Der Fettgehalt schwankt stark: Die Nährwerttabelle des FIZ (ältere Ausgabe) nennt im Mittel 9,6 Prozent Fett bei einer Spanne von 0,7 bis 30 Prozent sowie 19,6 Prozent Eiweiß (15,1 bis 24,1). Das Museum Aarhus (Dänemark) weist darauf hin, dass sich die Makrele schlecht hält, weil ihr Fett schnell oxidiert und ranzig wird.
Wie oft darf man Makrele essen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät nach der Wiedergabe des BfR zu ein- bis zweimal Fisch pro Woche (Portionen von je 150 g); eine eigene Mengenangabe nur für Makrele nennen die gelesenen Quellen nicht. Zum Quecksilber: In der Stellungnahme des BfR von 2023 (Daten von 2017 bis 2020, 99 bestimmbare Proben) liegt der mittlere Quecksilbergehalt bei 0,060 mg/kg. Für eine Frau im gebärfähigen Alter (15 bis 49 Jahre, 65 kg) schöpft eine Portion à 150 g pro Woche 11 Prozent der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge (TWI) für Methylquecksilber aus, drei Portionen 32 Prozent. Bei hohen Gehalten (95. Perzentil, 0,095 mg/kg) sind es 17 beziehungsweise 51 Prozent; das sind die Upper-Bound-Werte, mit denen das BfR rechnet. Überschritten wird der TWI in dieser Schätzung zum Beispiel bei Hai und Schwertfisch; die Makrele nennt das BfR dort nicht unter den Arten mit Überschreitung. Quecksilber ist nur ein Aspekt; die Tabelle des BfR führt die Fischart „Makrele“ ohne nähere Artangabe.
Kann Makrele eine Histaminvergiftung auslösen?
Ja: Im Jahr 2013 gingen alle sechs gemeldeten Krankheitsausbrüche in der Kategorie Fisch auf Histamin zurück; verzehrt wurden überwiegend geräucherte Makrele und Thunfisch (BfR, Information Nr. 030/2014). In den Lebensmitteln lagen die Histamingehalte bei 700 bis fast 10.000 mg/kg; teils wurde vermutet, dass schon mikrobiologisch nicht einwandfreies Ausgangsmaterial geräuchert wurde. Histamin entsteht nach dem BfR, wenn sich bestimmte Bakterien in eiweißhaltigen Lebensmitteln vermehren. Es ist hitzestabil: Kochen oder Braten reicht nicht, um es zu inaktivieren. Vermeiden lässt es sich, wenn eiweißhaltige Lebensmittel hygienisch behandelt, ausreichend gekühlt und nicht überlagert werden. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung, Magen-Darm-Beschwerden und Blutdruckabfall (BfR, FAQ vom 18. August 2025). Die Ausbruchszahlen stammen von 2013; neuere Zahlen speziell für Makrele haben wir nicht gelesen.
Wird die Makrele in Deutschland geangelt? Ja, an der Ostsee und in der Nordsee
Ja, die Makrele ist an der deutschen Küste ein Angelfisch: In der Telefon-Tagebuchstudie des Thünen-Instituts zur marinen Angelfischerei (2020/21) machten Makrelen rund 10 Prozent der Angelfänge in der Ostsee aus, nach Hering mit 35 Prozent und Dorsch mit 11 Prozent. In der Ostsee stieg im Spätsommer der Anteil der Makrele an den Fängen, während im Mai und Juni vermehrt Hornhechte gefangen wurden (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023).
In der deutschen Nordsee nannten die Angler Wolfsbarsch, Makrele, Kliesche und Steinbutt als wichtigste Zielarten; Makrelen machten rund 10 Prozent des Gesamtfangs aus, und rund 5 Prozent der gefangenen Makrelen wurden zurückgesetzt. Wegen der kleinen Zahl von Anglern (16 Personen mit 61 Angeltagen) wurden die Nordseedaten nicht hochgerechnet. FishBase führt die Art als Sportfisch („gamefish“). Montage, Köder und Rute behandelt dieser Steckbrief nicht. Wer an der dänischen Küste angeln möchte, findet die Voraussetzungen unter Angelschein für Dänemark.
Schonzeit und Mindestmaß für Makrele: nur in Schleswig-Holstein geregelt, und nur für die Nordsee
Von den Landesfischereiverordnungen der 16 Bundesländer nennt nur die Küstenfischereiverordnung von Schleswig-Holstein die Makrele, und zwar für die Nordsee mit einem Mindestmaß ohne Schonzeit.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | nicht aufgeführt | – | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | nicht aufgeführt | – | – |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | 30 cm | Küstengewässer (KüFVO Anlage 1) – Nordsee |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
Eine von 16 Landesfischereiverordnungen führt die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
Die Tabelle bildet nur die Landesverordnungen ab; Regeln des EU-Rechts sind darin nicht enthalten. Mehr zu Schleswig-Holstein unter Schonzeiten in Schleswig-Holstein, allgemeine Informationen zur Erlaubnis unter Angelschein.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseite, Nahrungs- und Fortpflanzungsdaten von Makrele und Stöcker), dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums zur Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025), der Bestandsbewertung des ICES für die Makrele im Nordostatlantik von 2026 (Stock Assessment Graphs), dem Artendatenblatt der ICES-Projektreihe FishMap, dem Fischlexikon des Fisch-Informationszentrums (FIZ, Eintrag von 2025 und ältere Ausgabe), den Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2014, 2023 und 2025, der Zeitschrift für Fischerei (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023, Thünen-Institut), dem Artenblatt des Naturhistorischen Museums Aarhus (Dänemark), dem Atlas der dänischen Meeresfische (Carl 2019, Statens Naturhistoriske Museum, Dänemark) und dem Meeresthesaurus des Bundesamts für Naturschutz. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Hornhecht: Steckbrief
- Hering: Steckbrief
- Wolfsbarsch: Steckbrief
- Meeresfische im Überblick
- Raubfische im Überblick
- Schonzeiten in Schleswig-Holstein
- Alle Fischarten im Überblick
Häufige Fragen
Wie groß ist die größte Makrele?
Als Höchstwerte nennen die Quellen 60 bis 66 cm Länge und 3,4 kg Gewicht: FishBase führt 60 cm Gabellänge und 3,4 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht, das ICES-Datenblatt 66 cm. Üblich sind 30 bis 50 cm (FishBase, FIZ). Eine einzelne Rekordangabe mit Fangort und Datum nennen die geprüften Quellen nicht.
Ist Makrele ein Raubfisch?
Die Makrele ist ein Grenzfall: Das FIZ nennt sie einen schnellen Raubfisch aus dem offenen Meer, sie frisst aber nicht nur Fische, sondern auch Zooplankton. FishBase nennt Zooplankton und kleine Fische als Nahrung und gibt die Trophiestufe mit 3,6 an. Deshalb führt unsere Raubfisch-Übersicht sie als Grenzfall.
Wie gesund ist die Makrele?
Nach dem FIZ ist die Makrele eine hervorragende Quelle für Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Vitamin B12. Das BfR nennt für Makrele einen mittleren Quecksilbergehalt von 0,060 mg/kg (Daten 2017 bis 2020); bei Frauen im gebärfähigen Alter schöpfen drei Portionen à 150 g pro Woche rund 32 Prozent der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge für Methylquecksilber aus. Wie bei allen eiweißreichen Lebensmitteln kann Histamin entstehen, wenn der Fisch nicht ausreichend gekühlt wird.
Wie oft darf man Makrele essen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät nach der Wiedergabe des BfR zu ein- bis zweimal Fisch pro Woche; eine eigene Mengenangabe nur für Makrele nennen die gelesenen Quellen nicht. Beim Quecksilber liegt die Makrele nach der BfR-Schätzung von 2023 weit unter der tolerierbaren Wochenmenge: Eine Portion à 150 g pro Woche schöpft für eine Frau im gebärfähigen Alter (65 kg) 11 Prozent aus, bei hohen Gehalten 17 Prozent.
Wie schmeckt Makrele?
Das FIZ beschreibt den Geschmack der Makrele als kräftig, würzig und saftig durch den hohen Fettgehalt. Als Zubereitungsarten nennt es Räuchern (in Deutschland sehr beliebt), Grillen oder Braten, ganz oder als Filet, sowie Einlegen in Marinade und Konserven. Das Museum Aarhus (Dänemark) weist darauf hin, dass sich die Makrele schlecht hält, weil das Fett schnell ranzig wird.
Was ist der Unterschied zwischen Makrele und Stöcker?
Der Stöcker (Bastardmakrele, Trachurus trachurus) ist keine Makrele, sondern gehört zu den Carangidae, die Makrele zu den Scombridae (FishBase). Der Stöcker trägt gekielte Schilde entlang der Seitenlinie, hat keine Flössel und dicht beieinanderstehende Rückenflossen; die Makrele hat Flössel, weit getrennte Rückenflossen und dunkle Querstreifen auf dem Rücken (Atlas der dänischen Meeresfische, Museum Aarhus). Die dänische Quelle hält eine Namensverwechslung für wahrscheinlicher als eine tatsächliche Verwechslung der Arten.
Quellen
- FishBase: Scomber scombrus Linnaeus, 1758 (Atlantic mackerel), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Scomber scombrus, Diet Composition (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Scomber scombrus, Reproduction Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Trachurus trachurus Linnaeus, 1758 (Atlantic horse mackerel), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Scomber scombrus (Atlantische Makrele), nach Thiel et al. (2025), Rote Liste und Gesamtartenliste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands, Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (9) (abgerufen am 06.10.2026)
- ICES (Internationaler Rat für Meeresforschung): Stock Assessment Graphs, mac.27.nea, Bewertung 2026 (Assessment Key 25875), Zusammenfassungstabelle (abgerufen am 06.10.2026)
- ICES (Internationaler Rat für Meeresforschung): Stock Assessment Graphs, mac.27.nea, Bewertung 2026 (Assessment Key 25875), Referenzwerte (abgerufen am 06.10.2026)
- ICES-FishMap: Species factsheet, Mackerel (Scomber scombrus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Fisch-Informationszentrum (FIZ): Fischlexikon, Makrele (Scomber scombrus), Eintrag 2025 (abgerufen am 06.10.2026)
- Fisch-Informationszentrum (FIZ): Fischlexikon, Makrele, ältere Ausgabe (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)
- BfR: Stellungnahme Nr. 047/2023 vom 11. Oktober 2023, Fischverzehr in Schwangerschaft und Stillzeit: Einige Fischarten weisen hohe Methylquecksilber-Gehalte auf (abgerufen am 06.10.2026)
- BfR: Information Nr. 030/2014 vom 8. August 2014, An Krankheitsausbrüchen beteiligte Lebensmittel in Deutschland im Jahr 2013 (abgerufen am 06.10.2026)
- BfR: FAQ vom 18. August 2025, Akute Lebensmittelvergiftungen: Was sind mögliche Ursachen, und wie lassen sie sich vermeiden? (abgerufen am 06.10.2026)
- Lewin, W.-C., Weltersbach, M. S., Strehlow, H. V. (2023): Eine Charakterisierung der marinen Angelfischerei in Deutschland. Zeitschrift für Fischerei 3: Artikel 13 (Thünen-Institut für Ostseefischerei) (abgerufen am 06.10.2026)
- Naturhistorisk Museum Aarhus (Dänemark): Naturlex Fisk, Makrel (Scomber scombrus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Carl, H. (2019): Atlas over danske saltvandsfisk, Hestemakrel (Trachurus trachurus). Statens Naturhistoriske Museum, Kopenhagen (Dänemark) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): MeerThes, Eintrag Bastardmakrele (Trachurus trachurus, Stöcker) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): MeerThes, Eintrag Atlantische Makrele (Scomber scombrus) (abgerufen am 06.10.2026)