Das Moderlieschen (Leucaspius delineatus) ist ein kleiner Schwarmfisch, der meist nur 6 bis 8 cm lang wird und nahe der Wasseroberfläche lebt. Es wird gewöhnlich 2 bis 3 Jahre alt, laicht im Frühjahr und Frühsommer an Pflanzenstängeln und gilt in Deutschland nach der Roten Liste als ungefährdet; in den meisten Bundesländern, die es in ihrer Fischereiverordnung nennen, ist es trotzdem ganzjährig geschont oder darf gar nicht gefangen werden. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit, Lebensraum und Schutzstatus mit Quelle, klärt, ob sich das Moderlieschen für den Gartenteich eignet, und zeigt die Regeln aller 16 Bundesländer.
Moderlieschen-Steckbrief: Größe, Alter, Laichzeit und Lebensraum auf einen Blick
Das Moderlieschen wird meist 6 bis 8 cm lang, gewöhnlich 2 bis 3 Jahre alt und laicht je nach Quelle zwischen April und Juli. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische (Freyhof et al. 2023), Fischereiverbänden und weiteren Quellen, die am Ende der Seite aufgeführt sind.
| Merkmal | Moderlieschen (Leucaspius delineatus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Leucaspius delineatus (Heckel, 1843) |
| Familie | Leuciscidae (FishBase); Fischereiverbände führen die Art meist noch bei den Karpfenfischen (Cyprinidae) |
| Weitere Namen | Zwerglaube (Fischereiverband Vorarlberg); englisch Sunbleak (Canal & River Trust) |
| Länge | meist 6 bis 8 cm; Höchstwerte je nach Quelle 9 bis 12 cm |
| Gewicht | rechnerisch rund 2 g bei 6 cm und rund 7 g bei 9 cm Gesamtlänge (aus FishBase-Parametern berechnet, nicht gewogen) |
| Alter | meist 2 bis 3 Jahre, bis zu 5 Jahre belegt |
| Geschlechtsreife | nach etwa einem Jahr |
| Laichzeit | je nach Quelle April bis Juli; in allen Angaben liegt der Mai in der Laichzeit |
| Lebensraum | stehende und langsam fließende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs, auch Altwasser, Gräben und kleine Tümpel |
| Nahrung | Plankton, Anflugnahrung (Insekten) und Insektenlarven |
| Süß- oder Salzwasser | Süßwasserfisch (FishBase führt auch Brackwasser) |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand mäßig häufig, langfristig mäßiger Rückgang |
Wie groß wird ein Moderlieschen? Meist 6 bis 8 cm, höchstens 9 bis 12 cm
Ein Moderlieschen wird meist 6 bis 8 cm lang. Der Oö. Landesfischereiverband nennt durchschnittliche Längen von 6 bis 8 cm und selten bis 10 cm, FishBase 6 cm Gesamtlänge als übliche Länge. Die Obergrenze liegt je nach Quelle bei 9 cm Standardlänge, also ohne Schwanzflosse gemessen (FishBase, nach Kottelat und Freyhof 2007), und bei 12 cm (Bernisch Kantonaler Fischerei-Verband). Nach Angaben des Verbands gehört das Moderlieschen zusammen mit dem Bitterling zu den kleinsten Süßwasserfischen Europas.
Wie schwer ist ein Moderlieschen?
Ein Moderlieschen wiegt nur wenige Gramm. Aus der Längen-Gewichts-Beziehung von FishBase (Gewicht = a × Längeb; Mittelwerte aus Studien in Belgien und Griechenland: a = 0,0074, b = 3,12) ergeben sich rechnerisch rund 2 g bei 6 cm und rund 7 g bei 9 cm Gesamtlänge. Gewogene Einzelwerte aus deutschen Gewässern nennen die geprüften Quellen nicht.
Wie alt werden Moderlieschen? Meist 2 bis 3 Jahre
Moderlieschen werden meist nur 2 bis 3 Jahre alt, einzelne Tiere erreichen bis zu 5 Jahre. So fasst es die CABI-Datenbank nach Beyer (2008) zusammen, die der U.S. Fish and Wildlife Service zitiert; der Canal & River Trust nennt ebenfalls bis zu 5 Jahre. FishBase führt dagegen nur 2 Jahre als höchstes berichtetes Alter (nach Muus und Dahlström 1968). Als übliche Lebensdauer können Sie daher 2 bis 3 Jahre ansetzen und 5 Jahre als Obergrenze.
Wann wird das Moderlieschen geschlechtsreif?
Das Moderlieschen wird bereits nach etwa einem Jahr geschlechtsreif. FishBase führt für eine Untersuchung aus Schleswig-Holstein ein Alter von 1 Jahr bei Geschlechtsreife an, der Fischereiverband Vorarlberg nennt ebenfalls ein Jahr; nach CABI haben die Tiere dann eine Standardlänge von etwa 4 cm.
Wie vermehren sich Moderlieschen? Laichzeit von April bis Juli, das Männchen bewacht die Eier
Das Moderlieschen laicht im Frühjahr und Frühsommer, je nach Quelle zwischen April und Juli; in allen geprüften Angaben liegt der Mai in der Laichzeit. Der Oö. Landesfischereiverband nennt April und Mai, der Fischereiverband Vorarlberg Mai und Juni, der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband Mai bis Juli, und CABI gibt April bis Juli bei 15 bis 20 °C Wassertemperatur an.
Die Weibchen heften die klebrigen Eier mit einer Legeröhre in Bändern an Pflanzenstängel im flachen Wasser; der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband beschreibt spiralförmige Bänder, der Oö. Landesfischereiverband ringförmige. Ein Weibchen legt in einer Saison mehrere Portionen ab. Das Männchen reinigt die Laichplätze und bewacht die Eier, versorgt sie durch Anstoßen der Pflanze mit frischem Wasser und überzieht sie nach FishBase mit einem antibakteriellen Sekret. Nach CABI schlüpfen die Larven bei 22 °C nach etwa vier Tagen.
Wo lebt das Moderlieschen? In pflanzenreichen, stehenden und langsam fließenden Gewässern
Das Moderlieschen lebt gesellig in stehenden oder schwach fließenden Gewässern mit dichtem Pflanzenbewuchs und hält sich gern an der Oberfläche auf (Oö. Landesfischereiverband). FishBase nennt Altwasser und Gewässer, die nur bei Hochwasser mit Flüssen verbunden sind, außerdem Teiche, Steppenseen, Kanäle sowie Torf- und Lehmgruben in 0 bis 1 m Tiefe; nach dem Fischereiverein Roding kommt es sogar in kleinen Tümpeln und Gräben vor. Im Winter lösen sich die Schwärme auf, und die Tiere halten sich in tieferem Wasser auf (FishBase).
Das Verbreitungsgebiet reicht nach FishBase vom Niederrhein und Norddeutschland ostwärts bis zum südlichen Ostseeraum und in die Einzugsgebiete von Schwarzem und Kaspischem Meer; ursprünglich fehlt die Art in Italien, Großbritannien und Skandinavien, abgesehen vom äußersten Süden Schwedens. Die Rote Liste führt sie in Deutschland als einheimisch. Ihre stark klebrigen Eier werden nach dem Fischereiverband Vorarlberg leicht im Gefieder von Wasservögeln in andere Gewässer verschleppt.
Was fressen Moderlieschen? Und wer frisst Moderlieschen?
Moderlieschen fressen vor allem Plankton und Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen. FishBase nennt pflanzliches und tierisches Plankton sowie Anflugnahrung, der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband Algen, Kleinkrebse und Anfluginsekten. Junge Moderlieschen fressen zunächst Plankton (Rädertierchen und Krebstiere); ab einem Alter von 10 bis 15 Tagen kommen nach CABI Larven von Zuckmücken und Eintagsfliegen hinzu. Im Laborversuch fraßen Moderlieschen auch die Eier und kleinen Kaulquappen des Grasfroschs (Leu et al. 2009).
Wer frisst Moderlieschen?
Moderlieschen sind Beute vieler Raubfische und einiger Wasserinsekten. In der Fressfeind-Liste von FishBase stehen für Deutschland unter anderem Hecht, Zander, Flussbarsch (Barsch), Kaulbarsch, Aal, Quappe, Rapfen, Karpfen, Schleie, Bachforelle, Regenbogenforelle und Bachsaibling; dazu kommen Gelbrandkäfer (Gattung Dytiscus) und Libellen der Gattung Lestes.
Moderlieschen im Gartenteich: Sind sie winterhart und gut für den Teich?
Moderlieschen sind winterhart: Sie sind in Deutschland heimisch und überstehen den Winter im Freiland. FishBase nennt für die Art eine Temperaturspanne von 2 bis 32 °C und beschreibt, dass sich die Schwärme im Winter in tieferem Wasser aufhalten. Ob das Moderlieschen gut für den Teich ist, hängt vom Amphibienbestand ab, denn es frisst Laich und Larven: Im Laborversuch von Leu und Kollegen (2009) starben alle Eier und kleinen Kaulquappen des Grasfroschs, und die Autoren folgern, dass die oft in Gartenteiche eingesetzte Art Amphibienbeständen zumindest potenziell schaden kann. Das Praxishandbuch Biodiversität der Stadt Bern nennt Moderlieschen und Bitterlinge ausdrücklich unter den Fischen, die Amphibienlarven und -eier fressen, und bittet darum, in Gartenweihern zugunsten von Amphibien, Libellen und Käfern auf Fische zu verzichten. Moderlieschen leben gesellig in Schwärmen; FishBase nennt für die Haltung mindestens 10 Tiere (eine Angabe für Aquarien).
Kann man Moderlieschen essen?
Als Speisefisch spielt das Moderlieschen keine Rolle: FishBase führt die Art unter Fischerei als „of no interest“, also ohne Interesse. Hinzu kommt, dass sie in den meisten Ländern, die sie in ihrer Fischereiverordnung aufführen, ganzjährig geschont ist oder nicht gefangen werden darf. Die Regeln je Bundesland stehen im Abschnitt „Schonzeit und Mindestmaß“ weiter unten.
Sind Moderlieschen geschützt? Rote Liste: ungefährdet
In Deutschland gilt das Moderlieschen nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet; die aktuelle Bestandssituation ist „mäßig häufig“, der kurzfristige Bestandstrend stabil, der langfristige ein mäßiger Rückgang. In der vorherigen Roten Liste stand die Art noch auf der Vorwarnliste, die Einstufung hat sich also verbessert. Die IUCN führt das Moderlieschen weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 13. April 2022).
Ob Sie ein Moderlieschen fangen dürfen, regelt dennoch das Fischereirecht der Länder: Elf Landesverordnungen führen die Art auf, die meisten mit ganzjähriger Schonung oder einem Fangverbot. In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung, die den Schutzstatus wild lebender Arten festlegt, steht das Moderlieschen nicht. Lokal gefährdet ist es durch den Verlust von Altarmen und Auegewässern (Fischereiverein Roding) und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten (FishBase).
Schonzeit und Mindestmaß für Moderlieschen in allen 16 Bundesländern
Elf Landesfischereiverordnungen führen das Moderlieschen auf, die meisten mit ganzjähriger Schonung oder einem Fangverbot; Hessen und Bayern weichen davon ab, und in den Tabellen von fünf Ländern fehlt die Art. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | nur Flussgebiete Elbe, Rhein, Weser (nicht Donau) |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) |
| Brandenburg | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1) |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | § 6 Abs. 1 Artenschutz: „dürfen nicht gezielt befischt und getötet werden“; Beifang nach § 6 Abs. 2 sofort zurücksetzen. |
| Hessen | 01.05.–30.06. | kein Mindestmaß | § 2 Abs. 1. Kein Entnahmemaß („-“). |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | § 1 LFischVO (ganzjährige Schonzeit) |
| Rheinland-Pfalz | ganzjährig: Fangverbot | kein Mindestmaß | § 20 Abs. 2 LFischO (Fangverbot) |
| Saarland | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | § 5 LFO (ganzjährig geschützt; Ausnahme: geschlossene Privatgewässer, die ausschließlich der Fischzucht dienen) |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | ganzjährig: Fangverbot | kein Mindestmaß | Fangverbot nach § 2 Abs. 1 (ganzjährig, nicht nur Schonzeit) |
| Schleswig-Holstein | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | – |
11 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Brandenburg: Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO), Anlage (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Hamburg: Verordnung zur Durchführung des Hamburgischen Fischerei- und Angelgesetzes (HmbFAnGDVO) vom 4. Juni 2019, § 6, § 7 und Anlage 1, § 8 und Anlage 2 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Hessen: Hessische Fischereiverordnung (HFischV) vom 14. April 2023, § 1 (Fang- und Entnahmeverbote) und § 2 Abs. 1 (Schonzeiten und Entnahmemaße) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Nordrhein-Westfalen: Landesfischereiverordnung (LFischVO) §§ 1, 1a, 2, 3 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Rheinland-Pfalz: Landesfischereiordnung (LFischO, juris: FischGDV RP) §§ 17–20 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Saarland: Landesfischereiordnung (LFO) §§ 2, 4, 5 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Sachsen-Anhalt: Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt (FischO LSA) vom 11. Januar 1994, §§ 2 (Fangverbote), 3 (Schonzeiten), 4 (Mindestmaße) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Thüringen: Ausführungsverordnung zum Thüringer Fischereigesetz (ThürFischAVO) vom 11. August 2020, § 1 Abs. 1 (gelesen am 4. Oktober 2026)
Eine Übersicht über alle Fischarten finden Sie unter Schonzeiten in Deutschland; allgemeine Informationen zur Erlaubnis stehen unter Angelschein.
Moderlieschen oder Ukelei: Woran erkennen Sie den Unterschied?
Das Moderlieschen unterscheidet sich vom Ukelei (auch Laube genannt) vor allem durch die Größe, die kurze Seitenlinie und die beschuppte Bauchkante. Der Fischereiverband Vorarlberg vermerkt, dass das Moderlieschen gern mit der Laube verwechselt wird; der Oö. Landesfischereiverband stellt beide Arten gegenüber. Das Maul ist bei beiden oberständig und taugt daher nicht zur Unterscheidung.
| Merkmal | Moderlieschen | Ukelei (Laube) |
|---|---|---|
| Länge | meist 6 bis 8 cm | üblich etwa 15 cm (FishBase), 10 bis 20 cm (Fischereiverein Roding) |
| Seitenlinie | sehr kurz und unvollständig, höchstens etwa 12 Schuppen | verläuft vom Kopf bis zum Schwanz |
| Bauchkante zwischen Bauch- und Afterflosse | gekielt und von Schuppen bedeckt | nicht beschuppt |
| Unterkiefer | verdickt | keine Angabe in den geprüften Quellen |
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Steckbrief, Fressfeind-Liste, Längen-Gewichts-Beziehung und Reifedaten), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), dem Oö. Landesfischereiverband, dem Bernisch Kantonalen Fischerei-Verband, dem Fischereiverband für das Land Vorarlberg, dem Fischereiverein Roding, dem Ecological Risk Screening Summary des U.S. Fish and Wildlife Service (mit Zitaten aus CABI), dem Canal & River Trust, Leu et al. (2009) in Amphibia-Reptilia, dem Praxishandbuch Biodiversität der Stadt Bern, der Bundesartenschutzverordnung und den Landesfischereiverordnungen, aus denen die Tabelle gebaut ist. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Höchstlänge, Alter und Laichzeit, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
- Ukelei: Steckbrief
- Rotfeder: Steckbrief
- Stichling: Steckbrief
- Alle Fischarten im Überblick
Häufige Fragen
Sind Moderlieschen winterhart?
Ja, Moderlieschen sind winterhart: Sie sind in Deutschland heimisch und überstehen den Winter im Freiland. FishBase nennt für die Art eine Temperaturspanne von 2 bis 32 °C und beschreibt, dass sich die Schwärme im Winter in tieferem Wasser aufhalten.
Sind Moderlieschen geschützt?
In Deutschland gilt das Moderlieschen nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet und steht nicht in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Das Fischereirecht der Länder regelt trotzdem, ob Sie es fangen dürfen: Elf Landesverordnungen führen die Art auf, die meisten mit ganzjähriger Schonung oder einem Fangverbot. Die Tabelle „Schonzeit und Mindestmaß“ zeigt alle 16 Länder.
Wie lange leben Moderlieschen?
Moderlieschen werden meist 2 bis 3 Jahre alt, einzelne Tiere erreichen bis zu 5 Jahre (CABI nach Beyer 2008; Canal & River Trust). FishBase nennt 2 Jahre als höchstes berichtetes Alter.
Was fressen Moderlieschen?
Moderlieschen fressen vor allem pflanzliches und tierisches Plankton sowie Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen; Jungfische nehmen ab einem Alter von 10 bis 15 Tagen auch Larven von Zuckmücken und Eintagsfliegen auf. Im Laborversuch fraßen sie außerdem Eier und kleine Kaulquappen des Grasfroschs.
Sind Moderlieschen gut für den Teich?
Das hängt vom Amphibienbestand ab. Im Laborversuch von Leu et al. (2009) starben alle Eier und kleinen Kaulquappen des Grasfroschs, wenn Moderlieschen im Becken waren. Das Praxishandbuch Biodiversität der Stadt Bern nennt Moderlieschen unter den Fischen, die Amphibienlarven und -eier fressen, und empfiehlt, in Gartenweihern zugunsten von Amphibien auf Fische zu verzichten.
Wer frisst Moderlieschen?
Moderlieschen sind Beute vieler Raubfische. In der Fressfeind-Liste von FishBase stehen für Deutschland unter anderem Hecht, Zander, Flussbarsch, Kaulbarsch, Aal, Quappe, Rapfen, Karpfen, Schleie, Bachforelle, Regenbogenforelle und Bachsaibling sowie Gelbrandkäfer und Libellen der Gattung Lestes.
Quellen
- FishBase: Leucaspius delineatus (Heckel, 1843) (Belica), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Organisms preying on Leucaspius delineatus (Predators) (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Length-Weight Parameters for Leucaspius delineatus (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Maturity studies for Leucaspius delineatus (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Alburnus alburnus (Linnaeus, 1758) (Bleak), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Leucaspius delineatus (Moderlieschen), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Oö. Landesfischereiverband: Moderlieschen, Leucaspius delineatus (Fischarten) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bernisch Kantonaler Fischerei-Verband (BKFV): Moderlieschen (Fisch- und Krebsarten) (abgerufen am 06.10.2026)
- Fischereiverband für das Land Vorarlberg: Moderlieschen (Fischarten) (abgerufen am 06.10.2026)
- Fischereiverein Roding e.V.: Fischlexikon, Moderlieschen (abgerufen am 06.10.2026)
- Fischereiverein Roding e.V.: Fischlexikon, Laube (Ukelei) (abgerufen am 06.10.2026)
- U.S. Fish and Wildlife Service: Belica (Leucaspius delineatus) Ecological Risk Screening Summary, Web Version 3/11/2022 (mit Zitaten aus CABI 2019 und FishBase) (abgerufen am 06.10.2026)
- Canal & River Trust: Sunbleak or motherless minnow (abgerufen am 06.10.2026)
- Leu, T., Lüscher, B., Zumbach, S., Schmidt, B. R. (2009): Small fish (Leucaspius delineatus) that are often released into garden ponds and amphibian breeding sites prey on eggs and tadpoles of the common frog (Rana temporaria). Amphibia-Reptilia 30 (2): 290-293 (Abstract) (abgerufen am 06.10.2026)
- Stadt Bern: Berner Praxishandbuch Biodiversität, Kapitel „Teich, Tümpel und Sumpfbeet“ (Abschnitt Fische) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Anlage 1: Schutzstatus wild lebender Tier- und Pflanzenarten (abgerufen am 06.10.2026)