Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist meist rund 5 cm lang, wird im Süßwasser höchstens 8 cm und als Meeresform bis zu 11 cm groß. Er trägt drei aufstellbare Rückenstacheln und Knochenplatten statt Schuppen, kommt in nahezu allen Gewässern Deutschlands vor und gilt nach der Roten Liste als ungefährdet. Die Männchen bauen im Frühjahr ein Nest und übernehmen die Brutpflege allein. 2018 war der Stichling Fisch des Jahres. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle, beantwortet die häufigsten Fragen und zeigt, wie die Bundesländer den Dreistachligen Stichling in ihren Fischereiverordnungen behandeln.
Stichling-Steckbrief: Größe, Alter, Laichzeit und Lebensraum auf einen Blick
Der Dreistachlige Stichling wird meist rund 5 cm lang, im Süßwasser höchstens 8 cm und im Meer bis zu 11 cm, erreicht je nach Quelle ein Höchstalter von 3 Jahren (Schutzstation Wattenmeer) bis 8 Jahren (FishBase, DAFV) und laicht im Frühjahr. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, der Broschüre zum Fisch des Jahres 2018 und weiteren Quellen, die am Ende der Seite aufgeführt sind.
| Merkmal | Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Gasterosteus aculeatus Linnaeus, 1758 |
| Familie | Stichlinge (Gasterosteidae), Ordnung Barschartige (Perciformes) |
| Weitere Namen | Großer Stichling, Rotzbarsch |
| Länge | üblich rund 5 cm; im Süßwasser bis 8 cm, als Meeresform bis 11 cm |
| Alter | Höchstalter je nach Quelle bis zu 3 Jahre (Schutzstation Wattenmeer) oder bis zu 8 Jahre (FishBase, DAFV) |
| Laichzeit | Frühjahr; die Männchen besetzen etwa von April bis Juni ihre Reviere |
| Fortpflanzung | Das Männchen baut ein Nest aus Pflanzenmaterial und betreut Gelege und Brut allein |
| Lebensraum | pflanzenreiche Zonen stehender und fließender Gewässer, Entwässerungsgräben, küstennahes Brack- und Salzwasser |
| Süß- oder Salzwasser | beides; es gibt Wanderformen, die zwischen Meer und Süßwasser ziehen, und Populationen, die dauerhaft im Süßwasser leben |
| Nahrung | Kleinkrebse, Würmer, Insektenlarven, Fischlaich und Fischbrut |
| Raub- oder Friedfisch | Kleinräuber |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand mäßig häufig, deutliche Zunahme |
| Fisch des Jahres | 2018 |
Stichling in vier Antworten: Speisefisch, Stacheln, Teich und Größe
Die vier häufigsten Fragen zum Stichling lassen sich kurz beantworten; die Abschnitte darunter nennen jeweils die Quellen.
| Frage | Kurzantwort |
|---|---|
| Ist der Stichling ein Speisefisch? | Nein, nicht im üblichen Sinn: FishBase nennt nur eine geringe kommerzielle Nutzung, in Skandinavien für Fischmehl und Öl. |
| Können Stichlinge stechen? | Ja, die Stacheln sind spitz und werden bei Bedrohung aufgestellt; für den Menschen gilt der Stichling nach FishBase als harmlos. |
| Kann man Stichlinge im Teich halten? | Eine belegte Haltungsempfehlung haben wir nicht gefunden; der Stichling frisst Fischlaich und Fischbrut, und die Männchen verteidigen zur Laichzeit ihr Revier. |
| Wie groß wird ein Stichling? | Meist rund 5 cm, im Süßwasser höchstens 8 cm, als Meeresform bis zu 11 cm. |
Wie groß wird ein Stichling? Meist 5 cm, im Süßwasser bis 8 cm, im Meer bis 11 cm
Ein Stichling wird meist rund 5 cm lang; im Süßwasser erreicht er höchstens 8 cm, im Salzwasser bis zu 11 cm. FishBase nennt 5,1 cm als übliche Länge, die DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2018 eine durchschnittliche Länge von 5 cm. Die Tabelle stellt die Eckwerte nebeneinander.
| Eckwert | Länge | Quelle |
|---|---|---|
| Übliche Länge | rund 5 cm (5,1 cm bzw. durchschnittlich 5 cm) | FishBase, DAFV |
| Größte Länge im Süßwasser | 8 cm | FishBase |
| Größte Länge im Salzwasser (Meeresform) | 11 cm | FishBase, DAFV |
Ein belegtes Durchschnittsgewicht haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden; die Tabelle enthält deshalb nur Längen.
Wie alt wird ein Stichling? Bis zu 8 Jahre als Höchstwert
Ein Stichling kann bis zu 8 Jahre alt werden; diesen Höchstwert nennen FishBase und die DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2018. Die Schutzstation Wattenmeer nennt dagegen bis zu 3 Jahre. Beide Angaben sind Obergrenzen, keine Durchschnittswerte; eine belegte typische Lebenserwartung haben wir nicht gefunden. Nach FishBase sterben Wanderformen nach dem Laichen meist erschöpft, während Stichlinge im Süßwasser mehrere Laichzyklen innerhalb eines Jahres oder über mehrere Jahre durchlaufen können.
Woran erkennt man einen Dreistachligen Stichling? Drei Stacheln und Knochenplatten
Einen Dreistachligen Stichling erkennt man an den drei freistehenden, aufstellbaren Stacheln vor der Rückenflosse und an den Knochenplatten an den Flanken, die bei ihm die Schuppen ersetzen. Die DAFV-Broschüre beschreibt die Platten als dachziegelartig überlappend. FishBase nennt drei bis vier scharfe, freie Stacheln vor der Rückenflosse und eine Bauchflosse, die zu einem scharfen Stachel mit kleinem Strahl zurückgebildet ist. Gewöhnlich ist der Fisch silbrig mit schwarzbrauner Marmorierung, im Süßwasser oft bräunlich oder grünlich gefärbt.
Wie stark die Flanken beplattet sind, hängt von der Form ab: Bei der vollständig beplatteten Form (forma trachurus) sitzen 29 bis 35 Knochenplatten zwischen Kiemendeckel und Schwanzstiel, bei der gering beplatteten Form (forma leiurus) nur vier bis zehn. In einigen isolierten Süßwasserpopulationen Nordosteuropas können die Platten im hinteren Rumpfbereich fehlen, schreibt FishBase.
Wie sieht das Hochzeitskleid des Stichlings aus?
Das Hochzeitskleid tragen nur fortpflanzungsbereite Männchen: Der Bauch färbt sich zur Laichzeit orangerot, der Rücken und die Iris werden türkis. So beschreibt es die DAFV-Broschüre; FishBase nennt für laichbereite Männchen einen bläulichen bis grünlichen Körper mit blauen oder grünen Augen und rot oder orange gefärbter Brust. Weibchen und nicht laichbereite Männchen bleiben schlicht gefärbt.
Können Stichlinge stechen?
Ja, die Stacheln des Stichlings sind spitz, und das Tier stellt sie bei Bedrohung auf. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) schreibt in der gemeinsamen Pressemitteilung zum Fisch des Jahres 2018, dass der Stichling mit den zu drei Stacheln zusammengewachsenen Flossenstrahlen der Rückenflosse Feinde abwehren kann und dass man beim Anfassen sofort spürt, woher der Stichling seinen Namen hat. Eine Gefahr für Menschen ist er nicht: FishBase stuft ihn als „harmless“ ein, also als harmlos.
Dreistachliger oder Neunstachliger Stichling: Wie unterscheiden Sie beide?
Der Dreistachlige und der Neunstachlige Stichling (Pungitius pungitius) unterscheiden sich am sichersten an der Zahl der Stacheln vor der Rückenflosse: 3 bis 4 beim Dreistachligen, nach FishBase 6 bis 12 beim Neunstachligen. Der Neunstachlige heißt in einigen Landesverordnungen auch Zwergstichling. Die Größe taugt nicht zur Unterscheidung, denn die Längen überschneiden sich.
| Merkmal | Dreistachliger Stichling | Neunstachliger Stichling |
|---|---|---|
| Stacheln vor der Rückenflosse | 3 bis 4 | 6 bis 12 |
| Flanken | Knochenplatten, bei der vollständig beplatteten Form 29 bis 35, bei der gering beplatteten Form 4 bis 10 | ohne Platten; nur am Schwanzstiel bildet eine Plattenreihe einen Kiel |
| Länge | üblich 5,1 cm, höchstens 11 cm | üblich 6,5 cm, höchstens 9 cm |
| Lebensraum | stehende und fließende Gewässer, Gräben, küstennahes Brack- und Salzwasser | flache, bewachsene Bereiche von Seen, Teichen und Stillwasserzonen träger Bäche; Meeresbestände nahe der Küste |
| Männchen zur Laichzeit | Bauch orangerot, Rücken und Iris türkis | Bauch besonders dunkel bis schwarz (Färbung je nach Population variabel) |
| Rote Liste Deutschland 2023 | ungefährdet; Bestand mäßig häufig, deutliche Zunahme | ungefährdet; Bestand selten, stabil |
Für den Angelalltag ist die Unterscheidung wichtig, weil die Länder beide Arten verschieden behandeln: In mehreren Bundesländern ist der Neunstachlige Stichling ganzjährig geschont oder geschützt, darunter Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen; in Bayern gilt das für die Flussgebiete von Elbe, Rhein und Weser. Welche Regeln für den Dreistachligen gelten, zeigt die Tabelle weiter unten.
Wo lebt der Stichling? In nahezu allen heimischen Gewässern
Der Dreistachlige Stichling lebt in nahezu allen heimischen Gewässern und ist in Deutschland fast flächendeckend verbreitet. Er besiedelt stehende wie fließende Gewässer und das küstennahe Brack- und Meerwasser, sogar Entwässerungsgräben der stark veränderten Kulturlandschaft, in denen kaum eine andere Fischart überlebt (Pressemitteilung von DAFV, VDST und BfN, 2018). Bevorzugt hält er sich in pflanzenreichen Gewässerzonen mit sandigem oder schlammigem Grund auf; außerhalb der Laichzeit sucht er laut DAFV eher tiefere Gewässerregionen. Im Bodensee gibt es zudem Populationen, die im Freiwasser leben.
Ist der Stichling ein Süßwasser- oder ein Salzwasserfisch?
Der Stichling ist beides: Er lebt im Süß- wie im Salzwasser. FishBase führt ihn als marine, Süß- und Brackwasserart mit anadromen Wanderformen; viele Populationen bleiben aber dauerhaft im Süß- oder Brackwasser, im Meer hält er sich nur küstennah auf. Nach der DAFV-Broschüre hat sich der Stichling nach der letzten Eiszeit aus dem Salzwasser ins Süßwasser ausgebreitet. Die Jungfische ziehen laut FishBase im Juli und August entweder ins Meer oder in tiefere, größere Gewässer.
Wanderformen sind auf durchgängige Gewässer angewiesen: Der DAFV schreibt, dass die Wanderform trachurus vor allem im norddeutschen Tiefland wegen Querverbauungen ihre Lebensräume nicht mehr erreicht und dort regional Bestandsrückgänge zeigt.
Wann laicht der Stichling und wie baut er sein Nest? Im Frühjahr, Brutpflege durch das Männchen
Der Stichling laicht im Frühjahr, und das Männchen baut ein Nest, in dem es die Eier allein bewacht. Der DAFV beschreibt, dass die Männchen mit der Erwärmung des Wassers im ufernahen Flachwasser Brutreviere suchen und gegen Artgenossen verteidigen. Das Fischatlas-Blatt des Kantons Luzern nennt April bis Juni für die Revierbesetzung; eine einheitliche Monatsspanne für ganz Deutschland haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. FishBase weist darauf hin, dass Stichlinge im Süßwasser mehrere Laichzyklen innerhalb eines Jahres durchlaufen können.
Wie baut der Stichling sein Nest?
Das Männchen trägt Pflanzenmaterial zusammen und verklebt es zu einem walzenförmigen Nest. Als Klebstoff dient nach FishBase Spiggin, ein in der Niere gebildetes Protein; der Fischatlas des Kantons Luzern beschreibt das Nest als faustgroß und am Boden liegend. Ist das Nest fertig, lockt das Männchen ein laichbereites Weibchen mit einem Zickzack-Tanz an. Das Weibchen schwimmt hinein und legt nach dem DAFV rund 100 Eier ab, FishBase nennt bis zu einigen Hundert. Danach folgt das Männchen und befruchtet die Eier.
Wie lange bewacht das Männchen die Brut?
Das Männchen bewacht und belüftet Gelege und Jungfische allein, bis einige Tage nach dem Schlupf. Laut FishBase schlüpfen die Jungen nach 7 bis 8 Tagen; das Weibchen verlässt das Revier nach dem Ablaichen. Das Männchen kann nacheinander mehrere Weibchen anlocken; Weibchen können ihre Eier in mehreren Nestern ablegen (FishBase). Dieses Balz- und Brutverhalten gilt nach dem DAFV als Lehrbuchbeispiel für komplexes angeborenes Verhalten.
Was frisst ein Stichling? Kleinkrebse, Würmer, Insektenlarven und Fischlaich
Der Stichling frisst vor allem Kleinkrebse, Würmer und Insektenlarven, dazu Fischlaich und Fischbrut. Der DAFV nennt ihn „räuberisch lebend“, das BfN einen Laichräuber. FishBase ergänzt erwachsene Wasserinsekten, ins Wasser gefallene Insekten und kleine Fische; der Stichling frisst demnach auch seine eigene Brut und Eier. Er selbst ist Beute: Raubfische, Vögel und Fischotter fressen Stichlinge und ihre Gelege.
Ist der Stichling ein Speisefisch?
Der Stichling ist kein Speisefisch im üblichen Sinn: FishBase führt für ihn nur eine geringe kommerzielle Nutzung, gelegentlich in Skandinavien, wo er zu Fischmehl und Öl verarbeitet wird. Quellen zu Geschmack oder Küche haben wir nicht gefunden. Am Bodensee wurde im November 2024 erprobt, den hohen Stichlingsbestand mit einem Schleppnetz zu verringern; die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nennt den Versuch praktikabel und selektiv, hält eine weitere Planung für die Berufsfischerei aber wegen des vermutlich drastisch gesunkenen Bestands derzeit nicht für sinnvoll.
Kann man Stichlinge im Teich halten?
Eine belegte Haltungsempfehlung für den Gartenteich haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Aus der Biologie folgt, was dabei zu bedenken ist: Der Stichling frisst Fischlaich und Fischbrut, auch von anderen Arten (DAFV, BfN, FishBase), und die Männchen verteidigen zur Laichzeit ihr Revier gegen Artgenossen (DAFV, FishBase). Der DAFV weist außerdem darauf hin, dass sich Stichlinge durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit in einigen Gewässern massenhaft vermehren.
Wer Stichlinge aus einem Gewässer entnehmen möchte, sollte vorher die Regeln des Bundeslandes prüfen: Im Saarland ist der Dreistachlige Stichling nach der Landesfischereiordnung ganzjährig geschützt; die Tabelle weiter unten zeigt die übrigen Länder.
Ist der Stichling gefährdet? Rote Liste: ungefährdet
Der Dreistachlige Stichling gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, sein Bestand ist mäßig häufig. Das Rote-Liste-Zentrum nennt sowohl für den langfristigen als auch für den kurzfristigen Bestandstrend eine deutliche Zunahme; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN führt den Stichling weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 30. Mai 2022).
Regional ist das Bild uneinheitlich: Der DAFV schreibt, dass die Wanderform trachurus im norddeutschen Tiefland wegen Querbauwerken Bestandsrückgänge zeigt, während es andernorts zu Massenaufkommen kommt, etwa im Bodensee. Dort wird der hohe Stichlingsbestand nach der LfL unter anderem für den Rückgang des Felchenertrags verantwortlich gemacht; die genauen Gründe für die Massenentwicklung sind nach dem BfN wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.
Schonzeit und Mindestmaß für Stichling in allen 16 Bundesländern
Vier Landesfischereiverordnungen nennen den Dreistachligen Stichling: In Bayern (nur Elbe-, Rhein- und Weser-Gebiet), Berlin und Schleswig-Holstein (Binnengewässer) steht er ohne Schonzeit und Mindestmaß in der Liste, im Saarland ist er ganzjährig geschützt, ausgenommen geschlossene Privatgewässer der Fischzucht; die übrigen Länder führen ihn nicht auf. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | nur Flussgebiete Elbe, Rhein, Weser (nicht Donau) |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | § 5 LFO (ganzjährig geschützt; Ausnahme: geschlossene Privatgewässer, die ausschließlich der Fischzucht dienen) |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
4 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Saarland: Landesfischereiordnung (LFO) §§ 2, 4, 5 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
Die Regeln im Detail finden Sie bei Bayern, Berlin, Saarland und Schleswig-Holstein; einen Überblick über alle Länder bietet die Seite Schonzeiten in Deutschland. Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Gasterosteus aculeatus und Pungitius pungitius), den Artensteckbriefen des Rote-Liste-Zentrums nach der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al.), dem Folder des Deutschen Angelfischerverbands zum Fisch des Jahres 2018, der gemeinsamen Pressemitteilung von DAFV, Verband Deutscher Sporttaucher und Bundesamt für Naturschutz vom 22. Februar 2018, dem Fischatlas des Kantons Luzern, der Schutzstation Wattenmeer und einem Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Die Namen „Großer Stichling“ und „Rotzbarsch“ stehen in der Namensliste von FishBase und in der Wikipedia. Die Angaben zu Schonbestimmungen beruhen auf den Landesfischereiverordnungen, die der Tabelle zugrunde liegen. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa beim Höchstalter, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
- Angelschein
- Moderlieschen: Steckbrief
- Barsch: Steckbrief
- Hecht: Steckbrief
- Fische im Überblick
Häufige Fragen
Ist der Stichling ein Speisefisch?
Der Stichling ist kein Speisefisch im üblichen Sinn. FishBase führt für ihn nur eine geringe kommerzielle Nutzung, gelegentlich in Skandinavien, wo er zu Fischmehl und Öl verarbeitet wird. Quellen zu Geschmack oder Küche haben wir nicht gefunden.
Können Stichlinge stechen?
Ja, die Stacheln des Stichlings sind spitz, und er stellt sie bei Bedrohung auf. Nach der gemeinsamen Pressemitteilung von DAFV, VDST und Bundesamt für Naturschutz spürt man beim Anfassen sofort, woher er seinen Namen hat. Für den Menschen gilt der Stichling nach FishBase als harmlos.
Kann man Stichlinge im Teich halten?
Eine belegte Haltungsempfehlung für den Gartenteich haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Der Stichling frisst Fischlaich und Fischbrut, auch von anderen Arten, und die Männchen verteidigen zur Laichzeit ihr Revier gegen Artgenossen. In einigen Gewässern vermehrt er sich nach dem DAFV massenhaft.
Wie groß wird ein Stichling?
Ein Stichling wird meist rund 5 cm lang. Im Süßwasser erreicht er nach FishBase höchstens 8 cm, als Meeresform bis zu 11 cm (FishBase, DAFV).
Wie alt wird ein Stichling?
Ein Stichling kann nach FishBase und DAFV bis zu 8 Jahre alt werden; die Schutzstation Wattenmeer nennt bis zu 3 Jahre. Beides sind Höchstwerte, eine belegte typische Lebenserwartung haben wir nicht gefunden.
Was ist der Unterschied zwischen Dreistachligem und Neunstachligem Stichling?
Der Dreistachlige Stichling hat 3 bis 4 Stacheln vor der Rückenflosse und Knochenplatten an den Flanken, der Neunstachlige (Zwergstichling) nach FishBase 6 bis 12 Stacheln und Flanken ohne Platten. In mehreren Bundesländern ist der Neunstachlige ganzjährig geschont.
Quellen
- FishBase: Gasterosteus aculeatus Linnaeus, 1758 (Three-spined stickleback), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Pungitius pungitius (Linnaeus, 1758) (Ninespine stickleback), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Gasterosteus aculeatus (Dreistachliger Stichling), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Pungitius pungitius (Neunstachliger Stichling), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Deutscher Angelfischerverband (DAFV): Fisch des Jahres 2018 – Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus), Folder (abgerufen am 06.10.2026)
- DAFV, Verband Deutscher Sporttaucher und Bundesamt für Naturschutz: Gemeinsame Pressemitteilung „Kleiner Fisch ganz groß“ zum Fisch des Jahres 2018, 22. Februar 2018 (Kopie auf vfg-nrw.de) (abgerufen am 06.10.2026)
- Kanton Luzern, Dienststelle Landwirtschaft und Wald: Fischatlas, Dreistachliger Stichling (Gasterosteus gymnurus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Schutzstation Wattenmeer: Tier des Monats Mai – Der Stichling (abgerufen am 06.10.2026)
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Fischerei: Erprobung der Schleppnetzfischerei auf Stichlinge im Bodensee-Obersee (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Common names of Gasterosteus aculeatus (deutsche Namen u. a. Großer Stichling, Rotzbarsch) (abgerufen am 06.10.2026)
- Wikipedia: Dreistachliger Stichling (für die Namen Großer Stichling und Rotzbarsch) (abgerufen am 06.10.2026)