Die Schleie (Tinca tinca) ist ein olivgrüner, dämmerungsaktiver Grundfisch mit roten Augen und einem Paar Barteln; sie wird im Mittel 20 bis 30 cm lang, kann aber bis zu 70 cm und 7,5 kg erreichen. Sie wird bis etwa 20 Jahre alt, laicht meist von Mai bis Juli in warmem, krautreichem Flachwasser und gilt in Deutschland nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle und zeigt, wie Schonzeit und Mindestmaß in den Bundesländern geregelt sind.
Schleie-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick
Die Schleie (Tinca tinca) wird im Mittel 20 bis 30 cm lang (Höchstwert 70 cm), erreicht bis zu 7,5 kg und kann etwa 20 Jahre alt werden. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische, dem Fisch-des-Jahres-Folder 2024 des Österreichischen Fischereiverbands, dem NABU und weiteren Quellen; sie sind am Ende der Seite aufgeführt.
| Merkmal | Schleie (Tinca tinca) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Tinca tinca (Linnaeus, 1758) |
| Familie | Schleien (Tincidae), Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes); ältere Quellen zählen sie zu den Karpfenfischen (Cyprinidae) |
| Weitere Namen | Schlei (FishBase führt die Schreibweise als Trivialnamen) |
| Länge | im Mittel 20 bis 30 cm; Höchstwert 70 cm Standardlänge |
| Gewicht | 200 bis 300 g nach drei Jahren; höchstes veröffentlichtes Gewicht 7,5 kg |
| Alter | bis etwa 20 Jahre (höchster Wert in FishBase) |
| Geschlechtsreife | Milchner mit 2 bis 3 Jahren, Rogner mit 3 bis 7 Jahren |
| Laichzeit | meist Mai bis Juli, ab 18 bis 20 °C Wassertemperatur |
| Merkmale | kräftiger Körper, dicke schleimige Haut, sehr kleine Schuppen, ein Paar Barteln, rote bis orange Iris |
| Lebensraum | warme, krautreiche Stillgewässer und sehr langsam fließende Gewässer mit weichem Grund |
| Nahrung | Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und Würmer; gelegentlich Pflanzen |
| Raub- oder Friedfisch | kein Raubfisch (Süßwasser; geht auch ins Brackwasser der Ostsee) |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand mäßig häufig |
Wie groß wird eine Schleie? Im Mittel 20 bis 30 cm, Höchstwert 70 cm
Eine Schleie wird im Mittel 20 bis 30 cm lang; der Höchstwert liegt nach FishBase bei 70 cm Standardlänge. FishBase gibt 20 cm als übliche Länge an. Eine Fischtafel des Landratsamts Roth mit Fotos der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei beschreibt dagegen 35 bis 60 cm. Schleien wachsen langsam: Nach dem NABU erreichen sie im Durchschnitt erst nach drei Jahren 20 bis 30 cm.
Wie lang kann eine Schleie maximal werden?
Eine Schleie kann maximal etwa 70 cm lang werden. Diesen Wert nennen FishBase (70 cm Standardlänge) und der NABU, der „bis zu 70 Zentimeter“ bei entsprechendem Nahrungsangebot angibt. FishBase führt zusätzlich eine Einzelangabe von 84 cm Gesamtlänge. Die Standardlänge misst bis zum Ende der Wirbelsäule, die Gesamtlänge bis zur Schwanzspitze; derselbe Fisch ist nach der Gesamtlänge also länger. Als belastbare Obergrenze gelten 70 cm.
Wie schwer wird eine Schleie? 200 bis 300 g nach drei Jahren, bis 7,5 kg
Eine Schleie wiegt nach etwa drei Jahren 200 bis 300 g, die schwersten Tiere erreichen 7,5 kg. Die 7,5 kg nennen FishBase als höchstes veröffentlichtes Gewicht und der NABU für Fische bis 70 cm; FishBase listet außerdem Einzelfunde von 6,9 kg (Kiesgrube in Frankreich), 7,3 kg (See in Herefordshire, Großbritannien, 1992) und 7,5 kg (Großbritannien). Die Fischtafel des Landratsamts Roth nennt 1 bis 5 kg für Fische von 35 bis 60 cm.
Wie schwer ist eine Schleie von 30 cm?
Eine Schleie von etwa 30 cm wiegt rund 300 bis 420 g. Der NABU nennt 200 bis 300 g für Fische von 20 bis 30 cm Länge; in einer Untersuchung des Instituts für Fischereitechnik und Fischqualität wogen zwei Gruppen zu je 50 Schleien mit im Mittel 31,1 cm Länge durchschnittlich 409 und 422 g. Die untersuchten Fische stammten aus Tschechien und waren vor dem Versuch acht Tage ohne Nahrung gehältert worden. Wie viel ein einzelner Fisch bei einer bestimmten Länge wiegt, hängt vom Ernährungszustand ab.
Wie alt wird eine Schleie? Bis etwa 20 Jahre
Eine Schleie kann bis zu etwa 20 Jahre alt werden; das ist der höchste Wert in der FishBase-Tabelle zu Höchstalter und -größe (Eintrag für Eurasien). Für zwei griechische Seen führt dieselbe Tabelle 10 Jahre (Pamvotis-See) und 7 Jahre (Vegoritis-See) als höchstes festgestelltes Alter. Wie alt Schleien werden, hängt also vom Gewässer ab; eine Pauschalzahl für jede Schleie gibt es nicht.
Ab wann ist die Schleie geschlechtsreif?
Die Milchner der Schleie werden nach FishBase mit 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif, Rogner mit 3 bis 7 Jahren. Milchner heißen die männlichen, Rogner die weiblichen Fische. Erst mit der Geschlechtsreife beteiligen sich die Tiere an der Fortpflanzung im Frühsommer.
Wann laicht die Schleie? Meist von Mai bis Juli
Die Schleie laicht meist von Mai bis Juli, sobald das Wasser etwa 18 bis 20 °C warm ist. Die Quellen nennen leicht abweichende Zeiträume: Die Fischtafel des Landratsamts Roth gibt Mai bis Juli an, der Fisch-des-Jahres-Folder des Österreichischen Fischereiverbands (ÖFV) April bis Juli, der Naturschutzbund Österreich Juni und Juli und FishBase je nach Breitengrad Mai bis September bei 19 bis 20 °C. Der NABU nennt als Beginn eine Wassertemperatur von 18 bis 20 °C.
Vor dem Laichen schließen sich die Schleien zu kleinen Schwärmen zusammen und suchen flache, sonnige, krautreiche Uferbereiche auf. Die Rogner legen ihre klebrigen Eier portionsweise im Abstand von mehreren Tagen an Wasserpflanzen ab; FishBase beschreibt Laichabgaben alle 1 bis 5 Tage über etwa zwei Monate. Zur Eizahl nennen die Quellen bis zu 300.000 (ÖFV), 300.000 bis 600.000 (NABU) und 120.000 bis 800.000 (FishBase). Die Eier messen 0,8 bis 1 mm; bei 20 °C schlüpfen nach FishBase innerhalb von drei Tagen 4 bis 5 mm lange Larven, die sich mit Klebdrüsen an Wasserpflanzen heften, bis der Dottersack aufgezehrt ist. Fehlen dichte Wasserpflanzen, finden Eier und Larven keinen Halt; deshalb ist die Schleie auf naturnahe Ufer mit Unterwasserpflanzen angewiesen. Welche Bundesländer für die Schleie eine Schonzeit festlegen, zeigt die Tabelle weiter unten; einen Überblick über alle Arten gibt die Seite Schonzeiten in Deutschland.
Woran erkennt man eine Schleie? Olivgrün, rote Augen, ein Paar Barteln
Eine Schleie erkennen Sie am kräftigen, seitlich abgeflachten Körper mit hohem, kurzem Schwanzstiel, an der dicken, schleimigen Haut mit sehr kleinen, eingebetteten Schuppen und an den roten bis orangefarbenen Augen. Die Färbung reicht von olivgrün über dunkelgrün bis fast schwarz, mit goldenem Glanz an den Flanken und am Bauch. Alle Flossen sind abgerundet, die Schwanzflosse ist nur leicht eingekerbt. Das kleine, endständige Maul mit dicken Lippen lässt sich beim Fressen rüsselartig vorstülpen. Die Seitenlinie trägt nach FishBase 96 bis 115 Schuppen. Männchen haben deutlich größere Bauchflossen als Weibchen (ÖFV).
Hat die Schleie Barteln?
Ja, die Schleie hat Barteln: ein Paar, je eine kurze Bartel an jedem Mundwinkel. Nach dem ÖFV dienen sie als Tast- und Geschmacksorgane. Der Karpfen hat zum Vergleich zwei Paar Barteln, die Karausche gar keine (beides nach FishBase).
Woher hat die Schleie ihren Namen?
Der Name Schleie geht nach dem ÖFV auf ein spätmittelhochdeutsches Wort zurück und spielt vermutlich auf die schleimige, glitschige Haut an. Den wissenschaftlichen Doppelnamen Tinca tinca verdankt die Art Carl von Linné, der sie 1758 zunächst als Cyprinus tinca den Karpfenfischen zuordnete. Die eigene Familie Tincidae führten Richard Mayden und Wei-Jen Chen 2009 ein; FishBase folgt dieser Einteilung.
Schleie, Karpfen oder Karausche: Woran unterscheiden Sie die drei?
Die Schleie unterscheidet sich von Karpfen und Karausche vor allem durch ihre Barteln und ihre winzigen Schuppen: Sie hat ein Paar Barteln, der Karpfen zwei Paar, die Karausche keine. Die Tabelle fasst die Merkmale nach FishBase zusammen. Wie Sie auf den Karpfen angeln, erklärt der Leitfaden Karpfen angeln.
| Merkmal | Schleie (Tinca tinca) | Karpfen (Cyprinus carpio) | Karausche (Carassius carassius) |
|---|---|---|---|
| Barteln | ein Paar (je eine am Mundwinkel) | zwei Paar (4 Barteln) | keine |
| Schuppen | sehr klein, tief eingebettet; 96 bis 115 an der Seitenlinie | groß und dick | 31 bis 36 an der Seitenlinie |
| Weichstrahlen der Rückenflosse | 8 bis 9 | 17 bis 23 | 13 bis 22 |
| Färbung | olivgrün, teils fast schwarz, goldene Reflexe am Bauch | grau bis bronzefarben | goldgrün glänzend |
Wo lebt die Schleie? In warmen, krautreichen Stillgewässern mit weichem Grund
Die Schleie lebt in warmen, flachen, dicht bewachsenen Stillgewässern und in sehr langsam fließenden Gewässern mit weichem, schlammigem Grund. FishBase nennt flache, dicht bewachsene Seen und Altwasser; erwachsene Tiere bewohnen warme Seen und Tümpel mit Wasserpflanzen und Schlammboden. Der Naturschutzbund Österreich beschreibt Flussauen, Teiche, Seen und Auengewässer mit dichten Beständen von Tauchblattpflanzen. Die Schleie verträgt Sauerstoffmangel gut (FishBase), nach dem NABU auch saures Wasser. Im Norden geht sie ins Brackwasser der Ostsee, im Alpenraum steigt sie nach dem NABU bis auf 1.600 m Höhe. FishBase gibt als Temperaturbereich 4 bis 24 °C an.
Verbreitet ist die Art nach FishBase in großen Teilen Europas und Asiens: Sie fehlt natürlicherweise nur in Irland, im Norden Skandinaviens (nördlich von 61°30′ N), im östlichen Adriaraum sowie im Westen und Süden Griechenlands, wo sie eingeführt wurde. Nach dem ÖFV deuten genetische Untersuchungen darauf hin, dass sich die Schleie nach der letzten Kaltzeit vor etwa 11.700 Jahren aus drei Rückzugsgebieten ausgebreitet hat; durch Besatz ist ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet schwer abzugrenzen.
Wann ist die Schleie aktiv? In der Dämmerung und nachts
Die Schleie ist dämmerungs- und nachtaktiv: Sie beginnt ihre Aktivität nach dem Naturschutzbund Österreich meist erst bei Einsetzen der Dämmerung und ruht tagsüber an geschützten Stellen. Im Winter hält sie Winterruhe in Grundnähe, nach FishBase oft in den Schlamm eingegraben. Bei Hitze fährt sie den Stoffwechsel herunter: Nach dem NABU stellt sie bei über 28 °C die Nahrungsaufnahme ein, der Naturschutzbund Österreich nennt einen „Wärmeschlaf“ bei über 30 °C.
Ist die Schleie ein Raubfisch? Nein, sie frisst Bodentiere
Die Schleie ist kein Raubfisch: Sie durchwühlt mit dem vorgestülpten Maul den Gewässergrund nach Insektenlarven, Muscheln, Schnecken und Würmern und frisst gelegentlich Wasserpflanzen und Algenaufwuchs. So beschreiben es der Naturschutzbund Österreich und der ÖFV. Nach FishBase fressen erwachsene Schleien oft vor allem Weichtiere. In der FishBase-Nahrungsliste betreffen 32 von 36 Einträgen wirbellose Tiere wie Insekten, Krebstiere, Weichtiere und Würmer; hinzu kommen je ein Eintrag für Detritus, Pflanzen und Sonstiges sowie ein Eintrag für unbestimmte Knochenfische aus Australien.
Die frisch geschlüpften Larven jagen zuerst winzige Planktontiere und gehen bald zur Bodennahrung über (ÖFV). Treten Schleie und Karpfen in direkte Nahrungskonkurrenz, ist die Schleie dem aktiveren Karpfen nach dem ÖFV meist unterlegen.
Ist die Schleie gefährdet? Rote Liste Deutschland: ungefährdet
Die Schleie gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet; ihre Bestandssituation wird als mäßig häufig eingestuft. Das Rote-Liste-Zentrum nennt einen mäßigen langfristigen Rückgang, kurzfristig dagegen eine deutliche Zunahme. Die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN führt die Art weltweit als nicht gefährdet (Least Concern).
In Österreich ist das Bild anders: Die dortige Rote Liste von 2007 führt die Schleie wegen starker Bestandsrückgänge als gefährdet; Österreichs Auen entlang der größeren Flüsse sind auf weniger als 15 Prozent ihrer einstigen Ausdehnung geschrumpft (ÖFV). Nach dem Naturschutzbund Österreich nimmt der Bestand auch ab, wenn zu viele Welse im Gewässer sind. Für Deutschland nennt der NABU den Ausbau von Fließgewässern, den Rückgang der Wasserpflanzen und die Überdüngung als Gefahren. Zum Fisch des Jahres wurde die Schleie 2007 (Verband Deutscher Sportfischer und Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz) und 2024 (Österreichischer Fischereiverband) gewählt.
Ist die Schleie ein guter Speisefisch? Weißes Fleisch, aber viele Gräten
Die Schleie gilt als guter Speisefisch: FishBase schreibt, ihr Fleisch werde hoch geschätzt, und die Fischtafel des Landratsamts Roth nennt weißes Fleisch, das trotz vieler Gräten geschätzt wird. Nach dem ÖFV war sie einst ein überaus geschätzter Speisefisch, ist heute aber auf den Fischmärkten sehr selten; die langsam wachsende Art wird bestenfalls als Nebenfisch in extensiv bewirtschafteten Teichen gezogen. FishBase schätzt den Proteingehalt aus Nährstoffstudien auf 18,7 g je 100 g (Spanne 16,8 bis 20,5 g).
Wie schmeckt Schleie?
Das Fleisch der Schleie ist weiß und wird in der Literatur hoch geschätzt. Eine Geschmacksbeschreibung geben die geprüften Quellen nicht, deshalb nennt dieser Steckbrief keine.
Wie isst man Schleie?
Schleie wird nach FishBase frisch oder tiefgefroren verwertet und gebraten, gegrillt oder im Ofen gebacken gegessen. Die Gräten sind das größte Hindernis: Die Fischtafel des Landratsamts Roth weist ausdrücklich auf ihre Vielzahl hin. Wenn Sie eine selbst gefangene Schleie mitnehmen möchten, prüfen Sie vorher Schonzeit und Mindestmaß Ihres Bundeslandes in der folgenden Tabelle.
Schonzeit und Mindestmaß für Schleie in allen 16 Bundesländern
Schonzeit und Mindestmaß für die Schleie legt jedes Bundesland selbst fest; 14 der 16 Landesverordnungen nennen die Art, Bremen und Niedersachsen nicht. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | 01.05.–30.06. | 26 cm | – |
| Baden-Württemberg (allgemein) | 15.05.–30.06. | 25 cm | LFischVO § 1 Abs. 1 |
| Baden-Württemberg (Bodensee-Obersee einschl. Überlinger See) | keine Schonzeit | 20 cm | BodFischVO § 16 Abs. 1; Schonzeiten beginnen/enden jeweils 12.00 Uhr (§ 16 Abs. 2) |
| Berlin | keine Schonzeit | 25 cm | LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) |
| Brandenburg | keine Schonzeit | 25 cm | BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1) |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | keine Schonzeit | 25–45 cm (Entnahmefenster) | Anlage 1 (zu § 7 Abs. 1); Tageshöchstfangmenge: keine (gilt nur für Angler in den Freien Gewässern). |
| Hessen | 01.05.–30.06. | 25–45 cm (Entnahmefenster) | § 2 Abs. 1 |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Schonzeit | 25 cm | Binnengewässer · BiFVO § 4 (Mindestmaß) |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | keine Schonzeit | 25 cm | § 3 LFischVO |
| Rheinland-Pfalz | keine Schonzeit | 25 cm | § 17 |
| Saarland | keine Schonzeit | 25 cm | § 2 |
| Sachsen | keine Schonzeit | 25 cm | – |
| Sachsen-Anhalt | keine Schonzeit | 25 cm | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | 25 cm | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | keine Schonzeit | 25 cm | – |
14 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Baden-Württemberg: Landesfischereiverordnung (LFischVO) § 1 – Schonzeiten und Mindestmaße; Bodensee: Bodenseefischereiverordnung (BodFischVO) § 16 und Unterseefischereiordnung § 25 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Brandenburg: Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO), Anlage (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Hamburg: Verordnung zur Durchführung des Hamburgischen Fischerei- und Angelgesetzes (HmbFAnGDVO) vom 4. Juni 2019, § 6, § 7 und Anlage 1, § 8 und Anlage 2 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Hessen: Hessische Fischereiverordnung (HFischV) vom 14. April 2023, § 1 (Fang- und Entnahmeverbote) und § 2 Abs. 1 (Schonzeiten und Entnahmemaße) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Mecklenburg-Vorpommern: Binnenfischereiverordnung (BiFVO M-V) vom 15. August 2005, §§ 3–5 und Küstenfischereiverordnung (KüFVO M-V) vom 28. November 2006, §§ 3–5 und § 9 Abs. 4 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Nordrhein-Westfalen: Landesfischereiverordnung (LFischVO) §§ 1, 1a, 2, 3 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Rheinland-Pfalz: Landesfischereiordnung (LFischO, juris: FischGDV RP) §§ 17–20 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Saarland: Landesfischereiordnung (LFO) §§ 2, 4, 5 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Sachsen: Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) vom 22. April 2022, Anlage (zu § 2 Absatz 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Sachsen-Anhalt: Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt (FischO LSA) vom 11. Januar 1994, §§ 2 (Fangverbote), 3 (Schonzeiten), 4 (Mindestmaße) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Thüringen: Ausführungsverordnung zum Thüringer Fischereigesetz (ThürFischAVO) vom 11. August 2020, § 1 Abs. 1 (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.
Schleie angeln: Welcher Köder und welche Tageszeit?
Köder für die Schleie gehören an den Gewässergrund, vor allem in der Dämmerung und nachts, denn dann sucht sie ihre Nahrung. Sie frisst nach dem ÖFV und dem Naturschutzbund Österreich Insektenlarven, Würmer, Schnecken und Muscheln vom Gewässergrund; naheliegend sind deshalb Köder, die diese Bodentiere nachbilden oder darstellen. Der ÖFV vermerkt außerdem, dass sie in ihren Fressgewohnheiten dem Karpfen ähnelt. Das Angeln auf den verwandten Karpfen erklärt der Leitfaden Karpfen angeln. Teichwirtschaften setzen die Schleie nach der Fischtafel des Landratsamts Roth als wichtigen Beifisch ein; eine Übersicht zu Gewässern finden Sie unter Angelteiche.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Artsteckbrief, Tabelle zu Höchstalter und -größe, Fortpflanzung, Nahrungsliste, Trivialnamen sowie die Artsteckbriefe von Karpfen und Karausche), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), dem Fisch-des-Jahres-Folder 2024 des Österreichischen Fischereiverbands, dem Steckbrief „Natur des Jahres 2024“ des Naturschutzbunds Österreich, dem NABU-Steckbrief zur Schleie, einer Fischtafel des Landratsamts Roth (mit Fotos der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei) und einer Untersuchung von Karl, Meyer und Münkner (2001) zur Eislagerung von Schleien. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
- Karpfen angeln
- Wels: Steckbrief
- Brasse: Steckbrief
- Alle Fischarten im Überblick
Häufige Fragen
Ist Schleie ein guter Speisefisch?
Ja, die Schleie gilt als guter Speisefisch. FishBase schreibt, ihr Fleisch werde hoch geschätzt; eine Fischtafel des Landratsamts Roth nennt weißes Fleisch, das trotz vieler Gräten geschätzt wird. Nach dem Österreichischen Fischereiverband ist sie auf den Fischmärkten heute sehr selten.
Wie isst man Schleie?
Schleie wird nach FishBase frisch oder tiefgefroren verwertet und gebraten, gegrillt oder im Ofen gebacken gegessen. Wegen der vielen Gräten lohnt sich sorgfältiges Zerlegen. Ob Sie eine selbst gefangene Schleie mitnehmen dürfen, regeln Schonzeit und Mindestmaß Ihres Bundeslandes.
Ist Schleie ein Raubfisch?
Nein, die Schleie ist kein Raubfisch. Sie sucht am Gewässergrund nach Insektenlarven, Muscheln, Schnecken und Würmern und frisst gelegentlich Wasserpflanzen und Algenaufwuchs. Unter den 36 Einträgen der FishBase-Nahrungsliste betreffen 32 wirbellose Tiere.
Welcher Köder für Schleie?
Die Schleie frisst Insektenlarven, Würmer, Schnecken und Muscheln vom Gewässergrund und ist in der Dämmerung und nachts aktiv. Naheliegend sind deshalb Köder am Grund, die diese Bodentiere nachbilden oder darstellen. Das Angeln auf den ähnlich fressenden Karpfen erklärt der Leitfaden Karpfen angeln (/fische/karpfen-angeln/).
Hat die Schleie Barteln?
Ja, die Schleie hat ein Paar kurzer Barteln, je eine an jedem Mundwinkel. Sie dienen als Tast- und Geschmacksorgane. Der Karpfen hat zwei Paar Barteln, die Karausche keine.
Wie groß wird eine Schleie?
Eine Schleie wird im Mittel 20 bis 30 cm lang. Der Höchstwert liegt nach FishBase bei 70 cm Standardlänge, das höchste veröffentlichte Gewicht bei 7,5 kg. Nach drei Jahren wiegt eine Schleie nach dem NABU etwa 200 bis 300 g.
Quellen
- FishBase: Tinca tinca (Linnaeus, 1758) (Tench), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Population characteristics (Höchstalter und -größe) (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Reproduction summary (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Food items (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Common names (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Nutrients (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Carassius carassius (Crucian carp), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Cyprinus carpio (Common carp), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Tinca tinca (Schleie), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 05.10.2026)
- Österreichischer Fischereiverband: Die Schleie, Fisch des Jahres 2024 (Folder, Autor: Manuel Hinterhofer) (abgerufen am 05.10.2026)
- Naturschutzbund Österreich: 2024 Schleie (Tinca tinca), Natur des Jahres (abgerufen am 05.10.2026)
- NABU: Die Schleie (Fisch des Jahres 2007) (abgerufen am 05.10.2026)
- Landratsamt Roth, Subportal Rothsee: Fischtafel 7 Karpfen/Schleie (Fotos: Bayerische Landesanstalt für Fischerei) (abgerufen am 05.10.2026)
- Karl, H.; Meyer, C.; Münkner, W. (2001): Vergleichende Eislagerung von ausgenommenen und unausgenommenen Schleien. Informationen für die Fischwirtschaft aus der Fischereiforschung 48 (3): 139-143 (abgerufen am 05.10.2026)