Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Wels, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Wels (Waller): Größe, Gewicht, Merkmale, Lebensraum

Der Wels (Silurus glanis), auch Waller genannt, ist der größte einheimische Süßwasserfisch: Er wird bis zu rund 3 m lang und bis zu 150 kg schwer, wobei FishBase als höchste belegte Werte 2,73 m und 130 kg nennt. Ein Wels kann etwa 80 Jahre alt werden, laicht in Deutschland im Juni und Juli bei Wassertemperaturen über 18 °C und gilt nach der Roten Liste als ungefährdet. Er ist Fisch des Jahres 2026, ausgerufen vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Bundesamt für Naturschutz und der Gesellschaft für Ichthyologie. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle und zeigt, in welchen Bundesländern Schonzeit oder Mindestmaß für den Wels geregelt sind.

Wels-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick

Der Wels (Silurus glanis) wird bis zu etwa 3 m lang und bis zu 150 kg schwer, kann rund 80 Jahre alt werden und laicht im Juni und Juli. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, der DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2026 und weiteren Quellen, die am Ende der Seite aufgeführt sind.

Merkmal Wels (Silurus glanis)
Wissen­schaft­licher Name Silurus glanis Linnaeus, 1758
Familie Echte Welse (Siluridae)
Weitere Namen Waller, Europäischer Wels
Länge Höchstwert 2,73 m (FishBase), nach DAFV bis zu 3 m; längster dokumentierter Fang 2,92 m
Gewicht Höchstwerte 130 bis 150 kg; IGFA-Weltrekord 134,97 kg
Alter bis zu etwa 80 Jahre (DAFV: 80 bis 100 Jahre)
Geschlechts­reife nach etwa 2 bis 4 Jahren, bei 1 bis 2 kg Gewicht
Laichzeit Juni und Juli, bei über 18 °C Wassertemperatur
Lebensraum Stillgewässer und langsam strömende Flüsse, die im Sommer über 20 °C warm werden; auch Brackwasser
Nahrung überwiegend Fische, dazu Krebse, Frösche, Wasservögel und kleine Säugetiere
Raub- oder Friedfisch Raubfisch, vor allem nacht- und dämmerungsaktiv
Süß- oder Salzwasser Süßwasserfisch, der ins Brackwasser geht
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestands­situation selten, Bestandstrend deutliche Zunahme

Sind Wels und Waller dasselbe? Ja, beide Namen bezeichnen denselben Fisch

Wels und Waller sind zwei Namen für denselben Fisch, den Europäischen Wels (Silurus glanis). Die DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2026 schreibt „der Wels, auch Waller genannt“; ein österreichischer Autor in der Broschüre vermerkt, dass der Wels im Westen Österreichs besser als Waller bekannt ist. Auf Deutsch heißt der Waller also schlicht Wels. Daneben gab es regional viele weitere Namen wie Weller, Wölz oder Schaden. Dieser Steckbrief behandelt den Fisch, nicht die Stadt Wels in Oberösterreich.

Wie groß wird ein Wels? Bis zu rund 3 m

Ein Wels wird bis zu rund 3 m lang: Die DAFV nennt als Obergrenze „bis zu 3 m“, FishBase als belegtes Maximum 2,73 m Gesamtlänge, der Kanton Basel-Stadt bis zu 250 cm. Der längste dokumentierte Fang war 2,92 m lang. Welse wachsen schnell: Nach der DAFV-Broschüre können sie schon am Ende des ersten Sommers 50 cm lang und 500 g schwer sein. Geschlechtsreif sind sie nach FishBase ab einer Länge von etwa 87,5 cm (Spanne 86 bis 108 cm).

Wie groß ist der größte Waller der Welt?

Der schwerste anerkannte Wels der Welt wog 134,97 kg: Attila Zsedely fing ihn am 11. März 2010 im Po in Italien, die International Game Fish Association (IGFA) führt ihn als All-Tackle-Weltrekord. Der längste dokumentierte Wels war nach der DAFV-Broschüre 2,92 m lang; polnische Angler fingen ihn im Rybnitz-Stausee und setzten ihn zurück, ohne ihn zu wiegen; die Meldungen darüber erschienen im Oktober 2025. Als Gewichtsrekord kann er deshalb nicht gelten. Ältere Angaben von 5 m Länge und 306 kg beruhen nach FishBase auf Verwechslungen und Messfehlern.

Ist der Wels der größte Süßwasserfisch Europas?

Der Wels ist der größte einheimische Süßwasserfisch; Stör und Hausen werden noch größer, sind aber Wanderfische, die nur zum Laichen aus dem Meer in die Flüsse aufsteigen. So ordnet es der österreichische Fischereifachmann Helmut Belanyecz in der DAFV-Broschüre ein. Die DAFV selbst spricht vom „größten heimischen reinen Süßwasserfisch“.

Wie schwer wird ein Wels? Höchstwerte von 130 bis 150 kg

Ein Wels kann etwa 130 bis 150 kg schwer werden: FishBase nennt 130 kg als höchstes belegtes Gewicht, die DAFV-Pressemeldung zum Fisch des Jahres und der Kanton Basel-Stadt sprechen von bis zu 150 kg, der IGFA-Weltrekord liegt bei 134,97 kg. Die Tabelle stellt die belegten Eckwerte nebeneinander.

Eckwert Länge und Gewicht Quelle
Ende des ersten Sommers 50 cm, 500 g DAFV-Broschüre
Geschlechts­reife 1 bis 2 kg; Länge etwa 87,5 cm (86 bis 108 cm) DAFV-Broschüre, FishBase
Laichfische in der Aquakultur 4 bis 12 kg, 75 bis 125 cm, 4 bis 8 Jahre alt Hochleithner in der DAFV-Broschüre
Als kapital geltender Wels ab etwa 80 kg („in unseren Breiten“) Belanyecz in der DAFV-Broschüre
Höchstes belegtes Gewicht 130 kg; Länge bis 2,73 m FishBase
IGFA-Weltrekord 134,97 kg IGFA
Obergrenze der Art bis zu 150 kg; Länge bis 250 cm (Basel-Stadt) bzw. 3 m (DAFV) DAFV, Kanton Basel-Stadt
Längster dokumentierter Fang 2,92 m, nicht gewogen DAFV-Broschüre

Eine geprüfte Längen-Gewichts-Tabelle für deutsche Gewässer haben wir in den Quellen nicht gefunden; die Werte oben sind Einzelangaben, keine Wachstumskurve.

Wie alt wird ein Wels? Bis zu etwa 80 Jahre

Ein Wels kann bis zu etwa 80 Jahre alt werden; diesen Höchstwert nennen FishBase (nach Kottelat und Freyhof, 2007) und der Kanton Basel-Stadt, die DAFV-Broschüre spricht von 80 bis 100 Jahren. Das sind Höchstwerte der Art, keine Durchschnittswerte: Eine belegte typische Lebenserwartung freilebender Welse in Deutschland haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden.

Wann wird der Wels geschlechtsreif?

Der Wels wird bei einem Gewicht von ein bis zwei Kilogramm geschlechtsreif, im Durchschnitt nach drei bis vier Lebensjahren, manchmal schon im zweiten. Das schreibt die DAFV-Broschüre; FishBase nennt 2 bis 3 Jahre und eine Länge von etwa 87,5 cm.

Wann laicht der Wels? Im Juni und Juli, bei mehr als 18 °C

Der Wels laicht nach der DAFV-Broschüre im Juni und Juli, sobald die Wassertemperatur über 18 °C liegt. Oft löst ein Luftdruckabfall, etwa vor einem Gewitter, das Ablaichen aus. Das Männchen baut ufernah ein Nest oder zumindest eine Laichgrube und bewacht das Gelege gegen Störungen. Die Eier sind klebrig, die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach 2 bis 5 Tagen und ernähren sich zunächst von wirbellosen Kleintieren.

Andere Quellen nennen ein abweichendes Zeitfenster: Der US Fish and Wildlife Service fasst für die Art April bis Juni bei 18 bis 22 °C zusammen, in nördlichen Breiten über dem 41. Breitengrad bis September. Gemeinsamer Nenner ist die Temperatur: Gelaicht wird erst, wenn das Wasser mindestens 18 °C warm ist. Welche Regeln die Länder für den Wels festgelegt haben, zeigt die Tabelle weiter unten.

Woran erkennt man einen Wels? Merkmale auf einen Blick

Einen Wels erkennt man am schuppenlosen, schleimigen Körper, am breiten, flachen Kopf mit großem Maul, an den sechs Barteln und an der sehr langen Afterflosse, die fast bis zur Schwanzflosse reicht. FishBase nennt als Unterscheidungsmerkmal gegenüber allen anderen Süßwasserfischen Europas zwei Paar Kinnbarteln und 83 bis 91 Afterflossenstrahlen. Die Oberseite ist dunkelgrünlich, bräunlich oder fast schwarz mit leichter Marmorierung, zum Bauch hin wird die Färbung heller; immer wieder kommen Albinoformen vor. Der Kopf macht etwa 20 Prozent der Körperlänge aus, die kleine Rückenflosse sitzt am Ende des ersten Körperdrittels, eine Fettflosse fehlt.

Hat der Wels Schuppen?

Nein, der Wels hat keine Schuppen: Sein Körper ist nackt und von einer dicken Schleimschicht überzogen. Außerdem besitzt der Wels nach der DAFV-Broschüre ein elektrorezeptives System aus kleinen ampullären Organen, das möglicherweise auch dem Aufspüren von Beute dient.

Hat der Wels Zähne und Barteln?

Ja, der Wels hat viele kleine, nach hinten gebogene Bürstenzähnchen in den Kiefern, die einmal gepackte Beute am Entkommen hindern; Fangzähne besitzt er nicht. Am Oberkiefer sitzen zwei lange Barteln, an der Unterseite des Kopfes zwei Paar kürzere, insgesamt also sechs. Mit diesen empfindlichen Tastorganen orientiert sich der Wels im trüben Wasser; die kleinen Augen sind weniger wichtig, denn er verlässt sich vor allem auf Tast- und Geruchssinn.

Wo lebt der Wels? In warmen, stehenden und langsam fließenden Gewässern

Der Wels lebt in Stillgewässern und in langsam strömenden Flüssen, die im Sommer über 20 °C warm werden. FishBase nennt große und mittelgroße Tieflandflüsse, Altwasser und bewachsene Seen in 0 bis 30 m Tiefe. Tagsüber liegt er am Gewässerboden, versteckt zwischen Altholz oder in tiefen Gumpen. Unter 7 °C stellen Welse nach der DAFV die Nahrungsaufnahme ein und fallen in eine Winterruhe. An Wasserqualität und Sauerstoffgehalt stellt er keine großen Ansprüche: Er kommt mit Sauerstoffkonzentrationen von nur 3 mg/l aus.

Lebt der Wels im Süß- oder im Salzwasser?

Der Wels ist ein Süßwasserfisch, der in Flussmündungen auch ins Brackwasser geht. Nach der DAFV-Broschüre toleriert er Salzgehalte von bis zu 15 ‰ und kommt deshalb auch in der Ostsee, im Kaspischen und im Schwarzen Meer vor; FishBase führt ihn als Süß- und Brackwasserart. Ein reiner Meeresfisch ist er nicht.

Ist der Wels in Deutschland heimisch?

Ja, aber ursprünglich nur in Teilen Deutschlands. Schon 1847 nannte der Angelbuchautor Hermann von Ehrenkreutz Elbe, Oder und Donau als Welsgewässer, den Rhein dagegen ausdrücklich nicht (zitiert in der DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2026). Seitdem hat sich der Wels stark ausgebreitet: durch Kanalbauten wie den Main-Donau-Kanal und durch gezielten, oft illegalen Besatz. Als wärmeliebende Art profitiert er laut DAFV zudem vom Klimawandel.

Was frisst der Wels?

Der Wels frisst überwiegend Fische, nimmt aber auch Insekten, Würmer, Krebse, Schnecken und Frösche auf; größere Exemplare erbeuten gelegentlich kleine Wasservögel oder Säugetiere. Meistens sind es die im Gewässer häufigen Weißfische wie Rotaugen oder Karpfen. Eine Untersuchung an 2.253 Welsen aus dem Einzugsgebiet der Donau fand Rotaugen und andere Weißfische als Basis der Ernährung; nach Mihálik machen Fische nur etwa 70 Prozent der Nahrung aus (beides zitiert in der DAFV-Broschüre). Kleine Säugetiere wie Ratten, Mäuse und junge Bisams nehmen einen größeren Anteil ein als beim Hecht oder Zander.

Der Wels jagt vor allem nachts. Er nimmt Beute über Geruchs- und Tastsinn sowie über Geräusche wahr und saugt sie durch plötzliches Öffnen der Maulspalte ein, wobei mehrere Liter Wasser einströmen. Eine Besonderheit beschreibt die DAFV-Broschüre für den Fluss Tarn in Südfrankreich: Dort katapultieren sich Welse ans Ufer, um Tauben zu fressen, die zum Trinken ans Wasser kommen.

Ist der Wels gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Der Wels gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die aktuelle Bestandssituation stufen die Autoren als „selten“ ein, der lang- und der kurzfristige Bestandstrend zeigen eine deutliche Zunahme. Dass der Wels 2009 als „mäßig häufig“ und heute als „selten“ eingestuft wird, beruht nach dem Rote-Liste-Zentrum nur auf einer geänderten Einschätzung der Fachleute wegen eines besseren Kenntnisstands, nicht auf einer realen Veränderung der Bestände. Die IUCN führt ihn weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 29. Mai 2022).

Außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets kann der Wels heimische Lebensgemeinschaften beeinträchtigen. Die DAFV nennt als Beispiel Wanderfische wie Meerneunaugen, Lachse, Meerforellen und Maifische, die sich an Wehren, Querbauwerken und Fischtreppen sammeln und dort leicht zu erbeuten sind.

Ist ein Wels gefährlich für Menschen?

Ein Wels ist für Menschen im Allgemeinen nicht gefährlich; belegt sind nur Bisse in der Laichzeit, wenn ein Männchen sein Nest verteidigt. Nach der DAFV-Broschüre gehen die berichteten Angriffe wahrscheinlich auf das Bewachen des Geleges zurück: Kommt ein Badender dem Nest zu nahe, vertreibt das Männchen ihn durch Bisse. Ende Juni 2025 wurden am Großen Brombachsee in Bayern fünf Badende von einem etwa 2 m langen Wels (geschätzt 90 kg) gebissen, am 3. Juli 2025 folgte ein weiterer Biss im Kleinen Brombachsee (Tagungsheft der Gesellschaft für Ichthyologie). Die rauen Zähne können dabei die Haut aufschürfen.

Kann ein Wels einen Menschen unter Wasser ziehen?

Dafür gibt es keinen Beleg. Die IGFA schreibt in ihrer Artbeschreibung, dass Geschichten von Welsen, die Hunde oder sogar Kinder angreifen und ertränken, auf Hörensagen beruhen, nicht auf Beobachtung. Ein Autor der DAFV-Broschüre schreibt zu den Schauergeschichten aus Rumänien und Bulgarien, in denen Welse Schwimmer an der Ferse packen und in die Tiefe ziehen: Dokumente fehlen. Solche Erzählungen sind alt: Schon Conrad Gessner berichtete 1558 in seinem Fischbuch von Menschenresten, die in einem Welsmagen gefunden worden sein sollen.

Kann ein Wels einen Hund fressen?

Belegt ist das nicht. Die IGFA stuft Berichte über ertränkte Hunde als Hörensagen ein; die DAFV-Broschüre nennt als Säugetierbeute Ratten, Mäuse und junge Bisams und zitiert Brehm (1892), der nach älteren Forschern von einem Pudel im Magen eines Welses berichtet. Die Hauptnahrung sind Fische.

Ist der Wels ein guter Speisefisch?

Der Wels ist ein beliebter Speisefisch, vor allem kleinere Exemplare, und sein Fleisch ist grätenarm. Das schreibt die DAFV-Broschüre; Alexander Wever beschreibt in derselben Broschüre das Filet als grätenfrei und die Verarbeitung als ziemlich einfach, bei einer Filetausbeute von 45 bis 50 Prozent. Die IGFA vermerkt, dass sehr große Exemplare zu fettig sein können. Schlamm- oder Muffgeschmack ist nach Wever ein Problem vieler Süßwasserfische aus Teichwirtschaften und Binnenfischereien, das sich durch Hälterung in klarem Wasser spürbar verringern lässt.

Wels gehört in Deutschland nicht zu den Alltagsfischen: Eine Internetrecherche, die die DAFV-Broschüre wiedergibt, fand fast alle Restaurants mit Waller auf der Speisekarte in Franken und im übrigen Bayern. Wer einen Wels selbst fängt, sollte vorher klären, ob er ihn mitnehmen darf oder sogar muss; das regeln Land und Gewässer, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Schonzeit und Mindestmaß für Wels in allen 16 Bundesländern

Sechs Landesfischereiverordnungen führen den Wels auf: Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen legen ein Mindestmaß oder eine Schonzeit fest, Bayern führt ihn ausdrücklich ohne Schonbestimmung. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern keine Schonzeit kein Mindestmaß –
Baden-Württemberg nicht aufgeführt – –
Berlin keine Schonzeit 75 cm LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1)
Brandenburg nicht aufgeführt – –
Bremen nicht aufgeführt – –
Hamburg nicht aufgeführt – –
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern 01.05.–30.06. 70 cm Binnengewässer · BiFVO § 4 (Mindestmaß) und § 5 (Schonzeit)
Niedersachsen keine Schonzeit 50 cm Binnengewässer (BiFischO) · § 3 BiFischO
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz nicht aufgeführt – –
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen nicht aufgeführt – –
Sachsen-Anhalt nicht aufgeführt – –
Schleswig-Holstein (Binnengewässer) keine Schonzeit kein Mindestmaß –
Schleswig-Holstein (Küstengewässer) keine Schonzeit 70 cm –
Thüringen keine Schonzeit 50 cm –

6 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

In vielen Teilen Deutschlands gelten nach der DAFV-Broschüre zusätzlich Entnahmegebote oder Rückwurfverbote für Welse aller Größenklassen. Sie hängen von Gewässer und Bestand ab, stehen deshalb nicht in der Tabelle und finden sich in der Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins. Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Wels angeln: Was Sie vor dem Ansitz klären sollten

Der Wels ist wegen seiner Größe und Kampfkraft ein wichtiger Zielfisch der Angelfischerei, und die DAFV-Broschüre verweist auf die dafür benötigte Spezialausrüstung. Vor dem ersten Ansitz brauchen Sie den Fischereischein und die Erlaubnis für das Gewässer; was dafür gilt, steht unter Angelschein. Die Regeln der Länder, die den Wels in der Verordnung nennen, finden Sie bei Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen; einen Überblick über alle Länder bietet die Seite Schonzeiten in Deutschland.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), der Broschüre des Deutschen Angelfischerverbands zum Fisch des Jahres 2026 samt Pressemeldung von DAFV, BfN und Gesellschaft für Ichthyologie, dem Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt, der IGFA, dem Tagungsheft der Gesellschaft für Ichthyologie 2025 und einer Bewertung des US Fish and Wildlife Service. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Höchstlänge, Höchstgewicht und Laichzeit, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Sind ein Wels und ein Waller das Gleiche?

Ja, Wels und Waller sind zwei Namen für denselben Fisch, den Europäischen Wels (Silurus glanis). Die DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2026 schreibt „der Wels, auch Waller genannt“. Auf Deutsch heißt der Waller also schlicht Wels.

Wie groß kann ein Wels werden?

Ein Wels wird bis zu rund 3 m lang: Die DAFV nennt „bis zu 3 m“, FishBase als belegtes Maximum 2,73 m, der Kanton Basel-Stadt bis zu 250 cm. Das Höchstgewicht liegt bei etwa 130 bis 150 kg.

Wie groß ist der größte Waller der Welt?

Der schwerste anerkannte Wels wog 134,97 kg und wurde am 11. März 2010 von Attila Zsedely im Po in Italien gefangen (IGFA-All-Tackle-Rekord). Der längste dokumentierte Fang war nach der DAFV-Broschüre 2,92 m lang, wurde in Polen gefangen und ungewogen zurückgesetzt; die Meldungen erschienen im Oktober 2025.

Ist ein Wels gefährlich für den Menschen?

Im Allgemeinen nein; belegt sind nur Bisse in der Laichzeit, wenn ein Männchen sein Nest bewacht, etwa Ende Juni 2025 am Großen Brombachsee in Bayern. Dass ein Wels einen Menschen unter Wasser zieht, ist nicht belegt: Die IGFA stuft solche Geschichten als Hörensagen ein.

Ist der Wels ein guter Speisefisch?

Der Wels ist ein beliebter Speisefisch, vor allem kleinere Exemplare, und sein Fleisch ist grätenarm. Sehr große Fische können zu fettig sein; bei Tieren aus Teichen lässt sich ein Schlammgeschmack durch Hälterung in klarem Wasser spürbar verringern.

Kann ein Wels einen Hund fressen?

Belegt ist das nicht. Die IGFA stuft Berichte über Hunde, die von Welsen ertränkt werden, als Hörensagen ein. Die Hauptnahrung des Welses sind Fische; dazu kommen Krebse, Frösche, Wasservögel und kleine Säugetiere wie Ratten, Mäuse und junge Bisams.

Quellen