Karpfen fängt man am besten mit Boilies von 14 bis 24 mm oder Mais an einer Haarmontage, die am Futterplatz in stehenden oder langsam fließenden Gewässern liegt. Die beste Zeit ist von Mai bis Oktober: Bei Wassertemperaturen über etwa 12 °C fressen Karpfen aktiv, unter etwa 8 °C kaum noch. Eine Karpfenrute von 3,60 m Länge, ein großer Kescher und eine Abhakmatte gehören zur Grundausrüstung.
Welcher Köder für Karpfen? Die 5 wichtigsten Köder
Zum Karpfenangeln eignen sich fünf Köder: Boilies, Mais, Tigernüsse, Teig und Tauwürmer. Boilies und Mais sind die am häufigsten eingesetzten Köder, weil sie in fast jedem Gewässer funktionieren und sich einfach anbieten lassen. Die Tabelle zeigt Größe bzw. Menge, Jahreszeit und Gewässer je Köder.
| Köder | Größe/Menge | Jahreszeit | Gewässer |
|---|---|---|---|
| Boilie | 14–24 mm | Mai bis Oktober | Seen, Baggerseen, Flüsse mit wenig Strömung |
| Mais | 1–3 Körner am Haar | Frühjahr bis Herbst | Seen, Teiche, Kanäle |
| Tigernuss (vorher eingeweicht und gekocht) | 1–2 Nüsse am Haar | Sommer und Herbst | Seen und Baggerseen |
| Teig | Kugel von 15–20 mm | Frühjahr bis Herbst | Teiche, kleinere Seen |
| Tauwurm | 1–2 Würmer | Frühjahr und Herbst | Seen, Teiche, Kanäle |
Im kalten Wasser fressen Karpfen wenig. Dann genügen kleine Köder wie einzelne Maiskörner oder kleine Boilies in geringer Menge; größere Futtermengen werden nicht mehr verwertet.
Welche Montage für Karpfen?
Für Karpfen eignen sich vier Montagen: die Haarmontage, die Festbleimontage, die Freilaufmontage und die Method-Feeder-Montage. Alle vier arbeiten mit dem Haar, an dem der Köder hängt, und unterscheiden sich darin, wie der Karpfen den Haken aufnimmt.
Wie funktioniert die Haarmontage?
Bei der Haarmontage hängt der Köder nicht direkt am Haken, sondern an einem kurzen Haar, das hinter dem Haken befestigt ist. Der Köder sitzt etwa 1 bis 2 cm hinter dem Haken. Saugt der Karpfen den Köder ein, bleibt der Haken frei und hakt sich beim Ausstoßen im Maul. Die üblichen Hakengrößen liegen zwischen 4 und 8.
Wann nimmt man die Festbleimontage?
Bei der Festbleimontage sitzt das Blei fest auf der Schnur, sodass der Karpfen beim Aufnehmen des Köders gegen das Gewicht zieht und sich selbst hakt. Die Montage eignet sich für Gewässer mit festem oder sandigem Grund und für Anfänger, weil der Haken auch ohne schnellen Anhieb sitzt.
Wann nimmt man die Freilaufmontage?
Bei der Freilaufmontage gleitet die Schnur frei durch das Blei. Ein vorsichtiger Karpfen spürt so beim Aufnehmen des Köders keinen Widerstand. Die Montage eignet sich für misstrauische Fische, die bei Widerstand den Köder sofort wieder ausspucken.
Wie funktioniert die Method-Feeder-Montage?
Beim Method Feeder wird Futterteig um einen Futterkorb gepresst, der Köder steckt im Teig. Futter und Köder liegen so auf engem Raum am Grund. Die Montage eignet sich besonders für Teiche und kleinere bis mittelgroße Seen.
Welche Ausrüstung braucht man zum Karpfenangeln?
Zum Karpfenangeln brauchen Sie eine Rute von 3,60 m Länge mit einer Testkurve von 2,75 bis 3,50 lb, eine Rolle mit Freilaufbremse, eine monofile Hauptschnur von 0,28 bis 0,35 mm und Bissanzeiger. Die Ausrüstung im Überblick:
- Kescher: Karpfenkescher ab 42 Zoll (rund 107 cm) Schenkellänge
- Abhakmatte: schützt Fisch und Schleimhaut beim Lösen des Hakens
- Hakenlöser oder Lösezange
- Rutenhalter oder Rod Pod für den Bissanzeiger
Karpfen werden groß und kräftig, daher sollten Kescher und Abhakmatte vor dem ersten Wurf bereitliegen.
Wann beißen Karpfen am besten?
Karpfen beißen am besten von Mai bis Oktober, wenn das Wasser warm genug ist. Bei Wassertemperaturen über etwa 12 °C wird ihre Nahrungsaufnahme lebhaft, unter etwa 8 °C fressen sie nur noch wenig. Die ergiebigsten Stunden sind Morgendämmerung, Abend und Nacht; im Hochsommer beißen Karpfen vor allem nachts und frühmorgens, bei Regenwetter und fallendem Luftdruck auch tagsüber.
Wie legt man einen Futterplatz für Karpfen an?
Ein Futterplatz für Karpfen entsteht, indem Sie dieselbe Stelle über mehrere Tage regelmäßig mit kleinen Mengen Mais, Boilies oder Partikeln anfüttern. Karpfen gewöhnen sich an die Stelle und suchen sie gezielt auf. Wichtig ist, lieber wenig als zu viel zu füttern: Was die Fische nicht fressen, bleibt im Gewässer liegen.
Der Köder an der Angel sollte dem Futter entsprechen. Wer mit Mais anfüttert, fischt auch Mais; wer mit Boilies anfüttert, fischt einen Boilie gleicher Größe.
Wo stehen Karpfen im Gewässer?
Karpfen stehen an Stellen mit Nahrung und Deckung: an Krautkanten, Schilfrändern, überhängenden Bäumen, Seerosenfeldern, Einläufen und flachen Bereichen, die sich in der Sonne schnell erwärmen. Im Winter ziehen sie sich in tiefere, ruhige Bereiche zurück. Blasen, die an der Oberfläche aufsteigen, und aufspringende Fische verraten ihren Standplatz.
Wie landet man einen Karpfen richtig?
Einen Karpfen landet man mit sauber eingestellter Bremse und gleichmäßigem Druck: Nach dem Anhieb wird der Fisch mit der Rute gehalten und nur so viel Schnur gegeben, wie er nimmt. Karpfen flüchten nach dem Anhieb oft in Kraut oder Hindernisse, deshalb wird er zügig vom Hindernis weggelenkt. In Ufernähe wird der Karpfen in den Kescher geführt und auf der nassen Abhakmatte vom Haken gelöst; nasse Hände und wenig Zeit außerhalb des Wassers schonen die Schleimhaut.
Was gilt bei Schonzeit und Catch & Release?
Schonzeiten und Mindestmaße für Karpfen legt jedes Bundesland selbst fest. Die aktuellen Werte finden Sie in der Übersicht Schonzeit Karpfen in allen Bundesländern.
Catch & Release, also das Zurücksetzen maßiger Fische, ist in mehreren Bundesländern verboten, darunter Schleswig-Holstein und das Saarland. Unabhängig davon gilt bundesweit das Tierschutzgesetz: Wer Fische von vornherein nur zum Zurücksetzen fängt, riskiert einen Verstoß. Zurücksetzen ist nur vorgesehen, wenn der Fisch untermaßig ist, Schonzeit hat oder die Gewässerordnung eine Entnahmeregel vorschreibt; klären Sie die Regeln Ihres Gewässers vor dem Angeln.
Häufige Fragen zum Karpfenangeln
Welcher Köder fängt im Frühjahr am besten Karpfen?
Im Frühjahr fangen kleine Boilies, einzelne Maiskörner und Tauwürmer am besten, in kleinen Mengen angeboten. Das Wasser ist noch kühl, die Karpfen fressen wenig und reagieren auf kleine Köder.
Wie lang sollte das Haar an der Haarmontage sein?
Das Haar sollte so lang sein, dass der Köder etwa 1 bis 2 cm hinter dem Haken hängt. Der Köder soll frei hängen und sich nicht am Haken verheddern.
Wie viel sollte man beim Karpfenangeln anfüttern?
Zu Beginn genügen wenige Handvoll Mais oder Boilies. Füttern Sie lieber über mehrere Tage regelmäßig nach, als an einem Tag große Mengen einzuwerfen, denn unverwertetes Futter belastet das Gewässer.