Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Scholle, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Scholle: Größe, Merkmale, Lebensraum und Steckbrief

Die Scholle (Pleuronectes platessa), auch Goldbutt genannt, ist ein rechtsäugiger Plattfisch, der auf Sand- und Schlickböden der Nordsee und in salzreichen Teilen der Ostsee lebt, meist in 10 bis 50 m Tiefe. Sie wird üblicherweise 40 cm lang, selten über 50 cm, und erreicht höchstens 100 bis 120 cm. Auf der braunen Augenseite trägt sie orangerote Flecken. Nach der Roten Liste der Meeresfische gilt sie in Deutschland als ungefährdet und sehr häufig. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle, erklärt den Unterschied zur Flunder und zeigt, welche Bundesländer Schonzeit und Mindestmaß für die Scholle regeln.

Scholle-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick

Die Scholle ist üblicherweise 40 cm und höchstens 100 bis 120 cm lang, wiegt höchstens 7 kg und kann nach FishBase bis zu 50 Jahre alt werden. Die Werte stammen aus FishBase, dem Faktenblatt des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES, Dänemark), der Broschüre des Deutschen Angelfischerverbands (DAFV), der Schutzstation Wattenmeer und dem Rote-Liste-Zentrum; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Wo sie voneinander abweichen, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Scholle (Pleuronectes platessa)
Wissen­schaft­licher Name Pleuronectes platessa (Linnaeus, 1758)
Familie Schollen (Pleuronectidae)
Sprachen englisch European plaice, dänisch Rødspætte, niederländisch Schol
Länge üblich 40 cm (Gesamtlänge, FishBase), selten über 50 cm (DAFV); Höchstwert 100 cm Standardlänge (FishBase) bis 120 cm Gesamtlänge (DAFV)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 7 kg (FishBase)
Alter höchstes berichtetes Alter 50 Jahre (FishBase); in der heutigen Nordsee wird kaum eine Scholle älter als 5 Jahre (Schutzstation Wattenmeer)
Geschlechts­reife Männchen mit 2 bis 3 Jahren, Weibchen mit 4 bis 5 Jahren (ICES); mittlere Länge bei Geschlechts­reife 32,7 cm, Spanne 24 bis 42 cm (FishBase)
Laichzeit Winter und Frühjahr; Höhepunkt je nach Gebiet von Anfang Januar bis Mitte Februar (ICES), im Wattenmeer-Bestand im März (Schutzstation Wattenmeer)
Lebensraum Sand- und Schlickböden im Meer, in Flussmündungen und im Brackwasser; 0 bis 200 m Tiefe, meist 10 bis 50 m; 2 bis 15 °C (FishBase)
Nahrung Borstenwürmer, dünnschalige Muscheln, kleine Krebse und Garnelen
Raub- oder Friedfisch Bodenfisch, der überwiegend Wirbellose frisst; weder typischer Raub- noch Friedfisch (siehe Meeresfische)
Süß- oder Salzwasser Meeresfisch; Brackwasser und Flussmündungen; nach DAFV niemals im Süßwasser, nach FishBase nur selten
Gefährdung Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: ungefährdet; Bestands­situation sehr häufig, langfristiger Trend stabil, kurzfristiger Trend deutliche Zunahme; IUCN: nicht gefährdet (Least Concern, 2022)

Was ist eine Scholle?

Die Scholle ist ein Plattfisch aus der Familie der Schollen (Pleuronectidae). Wie alle Plattfische hat sie einen seitlich abgeflachten Körper mit beiden Augen auf einer Seite und lebt am Meeresboden. Die Larven sehen zunächst wie normale Fische aus; erst später wandert das linke Auge auf die rechte Körperseite, und die jungen Schollen legen sich auf die linke Seite (Schutzstation Wattenmeer). Das Wort „Scholle“ steht im Deutschen zugleich für ein Stück Erde oder Eis; der Fischname geht auf mittelniederdeutsch „scholle“ zurück, nach der flachen Form des Fisches (Duden).

Wie wird die Scholle noch genannt? Goldbutt

Die Scholle heißt auch Goldbutt: Beide Namen führt FishBase als deutsche Handelsnamen, und die Schutzstation Wattenmeer erklärt „Goldbutt“ mit den orangefarbenen Tupfen der Augenseite. Als ältere Bezeichnung nennt FishBase außerdem „Schullen“ aus dem 17. Jahrhundert. Englisch heißt der Fisch European plaice, dänisch Rødspætte, niederländisch Schol. Zoologisch gehört die Scholle nicht zu den Butten, sondern zur Familie der Schollen und Flundern (DAFV).

Wo lebt die Scholle? Lebensraum in Nordsee und Ostsee

Die Scholle lebt am Boden von Nordsee und Ostsee, vor allem auf Sand- und Schlickgrund in 10 bis 50 m Tiefe; Jungfische wachsen im flachen Küstenwasser und im Wattenmeer auf. Die drei Punkte fassen Verbreitung, Tiefe und Untergrund sowie Lebensweise zusammen.

  • Geografische Verbreitung: Die Scholle kommt im Nordostatlantik vor, nach ICES von Island und dem Weißen Meer entlang der europäischen Küste nach Süden, vereinzelt auch vor Grönland. Die Südgrenze ist umstritten: ICES und die Schutzstation Wattenmeer nennen das westliche Mittelmeer, FishBase hält Meldungen von dort für Verwechslungen mit der Flunder. In Deutschland lebt sie in der Nordsee, wo das Wattenmeer die wichtigste Kinderstube ist (ICES), und in salzreichen Zonen der Ostsee (Schutzstation Wattenmeer).
  • Wassertiefe und Untergrund: FishBase nennt 0 bis 200 m Tiefe, meist 10 bis 50 m, und eine Temperatur von 2 bis 15 °C. Erwachsene leben auf gemischten Böden, und zwar umso tiefer, je älter sie sind; kleine Tiere findet man nach FishBase oft im flachen Wasser an Badestränden. Die Vorliebe für sandigen Untergrund bleibt nach ICES ein Leben lang bestehen, ältere Tiere gehen auch auf gröberen Sand.
  • Lebensweise im Habitat: Die Scholle liegt flach im Sand vergraben auf der Lauer oder schwimmt dicht über dem Boden. Nach FishBase hält sie sich im Flachwasser tagsüber eingegraben auf und ist nachts aktiv. Sie wandert zwischen Laich- und Fressgebieten, bis zu 30 km am Tag (Schutzstation Wattenmeer), und kehrt nach den Markierungsversuchen des ICES zu denselben Gebieten zurück.

Gibt es Schollen in der Nordsee und in der Ostsee?

Ja, die Scholle ist in der Nordsee die häufigste und robusteste Plattfischart (Schutzstation Wattenmeer) und kommt auch in der Ostsee vor. Die Rote Liste der Meeresfische stuft ihre Bestandssituation in den deutschen Meeresgewässern als sehr häufig ein. Die ICES-Bestandsbewertungen unterscheiden zwei Gebiete: Nordsee mit Skagerrak sowie Kattegat, Belte, Sund und Ostsee. Beide Bestände stehen im Abschnitt zur Gefährdung weiter unten.

Gibt es Schollen im Süßwasser?

Nein, die Scholle ist ein Meeresfisch: Nach der DAFV-Broschüre kommt sie niemals im Süßwasser vor, FishBase nennt Vorstöße in Flussmündungen und ins Süßwasser selten. Sie braucht einen höheren Salzgehalt als die Flunder, wandert aber durchaus in Flussmündungen ein (Schutzstation Wattenmeer). Der einzige Plattfisch, der auch im Süßwasser vorkommt, ist laut DAFV die Flunder; ein Plattfisch aus einem Fluss ist daher in aller Regel eine Flunder, keine Scholle.

Wie groß wird eine Scholle? Meist 40 cm, höchstens 100 bis 120 cm

Eine Scholle ist üblicherweise 40 cm lang (Gesamtlänge, FishBase) und wird nach der DAFV-Broschüre selten länger als 50 cm. Als Höchstwert nennt FishBase 100 cm Standardlänge, das ICES-Faktenblatt ebenfalls 100 cm, die DAFV-Bestimmungstabelle 120 cm Gesamtlänge. Die Werte beruhen auf unterschiedlichen Messweisen: Die Standardlänge wird ohne Schwanzflosse gemessen, die Gesamtlänge mit. Weibchen wachsen schneller und werden länger als Männchen (ICES).

Das höchste veröffentlichte Gewicht beträgt 7 kg (FishBase). Die Schutzstation Wattenmeer schreibt, Schollen hätten früher 50 Jahre alt, 7 kg schwer und fast 1 m lang werden können.

Wie alt werden Schollen? Bis zu 50 Jahre

Eine Scholle kann bis zu 50 Jahre alt werden; das ist das höchste berichtete Alter in FishBase. Heute erreichen Schollen dieses Alter kaum noch: Nach der Schutzstation Wattenmeer, deren Blatt „Tier des Monats“ kein Datum trägt, wird heute kaum eine Nordseescholle älter als 5 Jahre, ehe sie im Netz endet. Geschlechtsreif werden Männchen nach ICES mit zwei bis drei Jahren, Weibchen mit vier bis fünf Jahren; Schollen aus nördlichen Gebieten werden später und bei größerer Länge reif als solche aus dem Süden.

Woran erkennt man eine Scholle? Glatte Haut und orangerote Flecken

Eine Scholle erkennt man an der glatten Haut der Augenseite, an den orangeroten Flecken auf braunem Grund und an der Reihe fühlbarer Knochenhöcker zwischen Auge und Seitenlinie. Nach FishBase ist die Haut glatt mit kleinen Schuppen, die Oberseite braun oder grünbraun mit unregelmäßig verteilten leuchtend roten oder orangefarbenen Flecken, die Unterseite weiß. Die DAFV-Broschüre zählt vier bis sieben deutlich fühlbare Höcker vor den Augen bis zum Beginn der Seitenlinie.

Weitere Merkmale sind der ovale Körper, die nur schwach über der Brustflosse gebogene Seitenlinie und die Flossenstrahlen: Die Rückenflosse hat 65 bis 79 Strahlen, die Afterflosse 48 bis 59, Stachelstrahlen fehlen (FishBase). Entlang der Seitenlinie sitzen 88 bis 115 Schuppen (DAFV). Wie die übrigen Mitglieder der Schollenfamilie hat sie auf beiden Körperseiten eine gut ausgebildete Seitenlinie, was sie von den Seezungen unterscheidet (ICES).

Ist die Scholle rechts- oder linksäugig?

Die Scholle ist rechtsäugig: Legt man sie mit der Kiemenspalte nach unten auf eine flache Unterlage, schauen Augen und Kopf nach rechts. So beschreibt die DAFV-Broschüre die Schollenfamilie und nennt die Scholle in ihrer Bestimmungsübersicht rechtsäugig; ICES nennt die Lage der Augen auf der rechten Körperseite als allgemeines Merkmal der Familie. Als alleiniges Erkennungsmerkmal gegenüber der Flunder taugt das nicht, denn auch die Flunder ist meist rechtsäugig.

Scholle oder Flunder: Was ist der Unterschied?

Der sicherste Unterschied ist die Haut: Die Scholle ist auf der Augenseite glatt und hat vier bis sieben fühlbare Knochenhöcker zwischen Auge und Seitenlinie, die Flunder ist durch Dornen entlang der Flossenbasen und der Seitenlinie rau. Außerdem sind die orangeroten Flecken der Scholle meist deutlich abgegrenzt, bei der Flunder eher undeutlich. Die Tabelle stellt die Merkmale nach der DAFV-Broschüre, FishBase und der Schutzstation Wattenmeer gegenüber.

Merkmal Scholle (Pleuronectes platessa) Flunder (Platichthys flesus)
Haut der Augenseite glatt, mit kleinen Schuppen; keine Dornen entlang der Flossenbasen rau: Dornen entlang der Flossenbasen und im vorderen Teil der Seitenlinie
Knochenhöcker 4 bis 7 deutlich fühlbare Höcker zwischen Auge und Beginn der Seitenlinie nicht das Merkmal der Flunder; hier zählen die Dornen
Rote Flecken orangerote Flecken meist deutlich abgegrenzt orangefarbene Punkte meist undeutlich, bräunlich
Flossenstrahlen Rücken 65 bis 79, After 48 bis 59 Rücken 52 bis 67, After 36 bis 46
Schuppen in der Seitenlinie 88 bis 115 etwa 80
Augenseite rechtsäugig meist rechtsäugig, ein erheblicher Teil linksäugig (DAFV: 20 bis 30 Prozent)
Länge bis 120 cm, selten über 50 cm (Gesamtlänge, DAFV) bis 65 cm, selten über 40 cm (Gesamtlänge, DAFV)
Süßwasser nach DAFV niemals, nach FishBase selten; braucht höheren Salzgehalt als die Flunder geht als Jungfisch in Flüsse

Fahren Sie mit dem Finger über die Flossenbasen und die Seitenlinie: Rau deutet auf eine Flunder, glatt auf eine Scholle. Im Zweifel zählt die Kombination aus Hauttest, Höckerreihe und Flossenstrahlen, denn beide Arten sind meist rechtsäugig, ähneln sich im Umriss, und die Flunder trägt oft verstreute orangefarbene bis rostrote Punkte, die laut DAFV leicht zur Verwechslung mit der Scholle führen. Wo Flundern und Schollen gemeinsam laichen, treten zudem Bastarde auf, die Merkmale beider Arten tragen, etwa eine etwas glattere Haut und undeutliche rote Flecken; die Schutzstation Wattenmeer nennt sie „Blendlinge“. Die Seite zur Flunder beschreibt diese Art ausführlich.

Woran unterscheidet man die Scholle von Kliesche, Seezunge und Steinbutt?

Die Kliesche erkennt man an der Seitenlinie, die über der Brustflosse einen halbkreisförmigen Bogen macht, und an den rauen Schuppen der Augenseite; die Scholle hat glatte Schuppen und eine nur leicht gebogene Seitenlinie. Die Seezunge ist rechtsäugig wie die Scholle, aber langgestreckt und sohlenförmig, mit runder Schnauze und kleinem, unterständigem Maul (DAFV). Der Steinbutt ist ausnahmslos linksäugig, hat eine schuppenlose Augenseite mit großen Knochenhöckern und einen fast kreisrunden Körper. Zur Seezunge gibt es ein eigenes Porträt: Seezunge.

Was frisst die Scholle? Würmer, Muscheln und Garnelen

Die Scholle frisst vor allem Borstenwürmer und dünnschalige Muscheln, dazu Garnelen und andere kleine Krebse. Die Schutzstation Wattenmeer nennt Garnelen, Borstenwürmer und dünnschalige Muscheln, FishBase dünnschalige Muscheln und Borstenwürmer. Nach ICES gehören bei größeren Schollen außerdem Muschelsiphonen, Schwanzenden von Wattwürmern und in manchen Gebieten Schlangensterne zur Nahrung. Die Beute saugt sie mit dem ruckartig vorschnellenden Maul ein (Schutzstation Wattenmeer).

Junge Schollen im Watt fressen bevorzugt die Atemröhren von Muscheln und die Schwanzenden von Wattwürmern (Schutzstation Wattenmeer); die Larven ernähren sich zunächst von Plankton, etwa Appendikularien und Ruderfußkrebsen (ICES). Wann die Scholle frisst, wird unterschiedlich beschrieben: ICES nennt sie einen typischen Tagfresser, FishBase und die Schutzstation Wattenmeer berichten von nächtlicher Jagd im flachen Wasser. Während der Laichzeit fressen erwachsene Schollen nach ICES nicht.

Wann laicht die Scholle? Im Winter, Höhepunkt Januar bis März

Die Scholle laicht im Winter und Frühjahr; ICES nennt als Höhepunkt je nach Gebiet Anfang Januar (östlicher Ärmelkanal) bis Mitte Februar (Deutsche Bucht und Flamborough Head), die Schutzstation Wattenmeer für die Wattenmeerschollen den März. FishBase gibt an, dass erwachsene Schollen bei etwa 6 °C Wassertemperatur laichen. Gelaicht wird auf See, in den tieferen Teilen der südlichen Nordsee und vor der britischen Ostküste von Flamborough Head bis zum Moray Firth (ICES).

Die Eier treiben frei im Wasser und messen 1,7 bis 2,2 mm (ICES); die Larven schlüpfen nach etwa zwei Wochen (Schutzstation Wattenmeer). Das Planktonstadium aus Ei und Larve dauert drei bis vier Monate, sodass die Strömung die jungen Schollen weit vom Laichplatz forttragen kann, bis sie als 13 bis 14 mm lange Plattfische am Boden ankommen (ICES). Ein 35 cm langes Weibchen legt nach ICES 60.000 bis 100.000 Eier; die Schutzstation Wattenmeer nennt bis zu 500.000 Eier pro Weibchen. Die Wattenmeerschollen laichen vor allem an der englischen Ostküste, von dort tragen die Nordseeströmungen Eier und Larven ins Wattenmeer, wo die Jungschollen die ersten zwei Jahre verbringen (Schutzstation Wattenmeer).

Ist die Scholle ein guter Speisefisch?

Ja, die Scholle ist ein verbreiteter Speisefisch: FishBase nennt sie den für die Fischerei wichtigsten Plattfisch Europas, der frisch und tiefgekühlt angeboten und gedämpft, gebraten, gekocht oder gebacken gegessen wird. Nach der DAFV-Broschüre sind Qualität und Geschmack des Fleisches von Scholle und Flunder sehr vergleichbar, die Scholle erzielt aber einen deutlich höheren Anlandepreis; auf dem Markt werden die Filets beider Arten immer wieder vermischt. Rezepte und Nährwerte gehören nicht zu diesem Steckbrief.

Kann man Scholle angeln?

Ja, FishBase führt die Scholle als Angelfisch (gamefish). Die DAFV-Broschüre behandelt sie im Beitrag „Plattfisch am Haken: Butt, Scholle oder Flunder?“ als einen der Plattfische, die Angler sicher bestimmen sollten. Angaben zu Ködern und Angelmethoden für die Scholle enthalten die geprüften Quellen nicht. Welche Erlaubnis Sie an der Küste brauchen, steht unter Angelschein, die Regeln der Länder unter Schonzeiten in Deutschland.

Ist die Scholle gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Die Scholle ist in Deutschland nicht gefährdet: Die Rote Liste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands (Thiel et al. 2025) führt sie als ungefährdet, ihre aktuelle Bestandssituation als sehr häufig, den langfristigen Trend als stabil und den kurzfristigen Trend als deutliche Zunahme. Die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN stuft die Scholle weltweit als nicht gefährdet ein (Least Concern, bewertet am 2. Juni 2022).

Wie steht es um den Scholle-Bestand in Nordsee und Ostsee?

In der Nordsee liegt der Bestand nach der ICES-Beratung 2026 weit über dem Referenzwert MSY Btrigger. Für den Bestand in Nordsee und Skagerrak (ple.27.420, Bewertungsjahr 2026) erwartet ICES für 2028 bei Befischung nach dem MSY-Ansatz (höchstmöglicher Dauerertrag) einen Laicherbestand von rund 1,36 Millionen Tonnen. Der Referenzwert MSY Btrigger liegt bei 544.290 Tonnen, die Grenze Blim bei 391.695 Tonnen; der erwartete Bestand ist damit rund 2,5-mal so groß wie der Referenzwert.

In der Ostsee bewertet ICES die Scholle aus Kattegat, Belte, Sund und Ostsee seit der Neubewertung 2025 als einen gemeinsamen Bestand (ple.27.21-32), nachdem es zuvor zwei getrennte Bestände waren. Nach der Beratung 2026 liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Laicherbestand 2028 bei Befischung nach dem MSY-Ansatz unter der Grenze Blim liegt, bei 0 Prozent. Das sind Zahlen für die Berufsfischerei; sie sagen nichts darüber, wie viele Schollen an einer bestimmten Küstenstelle stehen.

Schonzeit und Mindestmaß für Scholle in allen 16 Bundesländern

Regeln für die Scholle enthalten unter den geprüften Landesverordnungen nur die Küstenfischereiverordnungen von Schleswig-Holstein (Schonzeit für weibliche Schollen und Mindestmaß) und Mecklenburg-Vorpommern (nur Mindestmaß, keine Schonzeit); die Tabelle zeigt alle 16 Bundesländer im Vergleich, bei den übrigen steht „nicht aufgeführt“.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern nicht aufgeführt – –
Baden-Württemberg nicht aufgeführt – –
Berlin nicht aufgeführt – –
Brandenburg nicht aufgeführt – –
Bremen nicht aufgeführt – –
Hamburg nicht aufgeführt – –
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern keine Schonzeit 25 cm Küstengewässer · KüFVO § 4 Abs. 1 Nr. 11; § 4 Abs. 1 und § 5 gelten, „soweit nicht durch Rechtsakte der Europäischen Union strengere Vorschriften bestimmt sind“.
Niedersachsen nicht aufgeführt – –
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz nicht aufgeführt – –
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen nicht aufgeführt – –
Sachsen-Anhalt nicht aufgeführt – –
Schleswig-Holstein (Küstengewässer – Nordsee) 01.02.–30.04. 27 cm Schonzeit nur für weibliche Schollen
Schleswig-Holstein (Küstengewässer – Ostsee) 01.02.–30.04. 25 cm Schonzeit nur für weibliche Schollen
Thüringen nicht aufgeführt – –

2 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (internationale Fischdatenbank; Pleuronectes platessa und die Liste der deutschen Namen), dem Faktenblatt des ICES zur Scholle (Internationaler Rat für Meeresforschung, Kopenhagen, Dänemark), den ICES-Beratungen 2026 zu den Beständen ple.27.420 und ple.27.21-32, dem Datensatz der FAO-Datenbank AGRIS zum ICES-Benchmark der Schollenbestände von 2025, der Roten Liste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands (Thiel et al. 2025, Rote-Liste-Zentrum/BfN), der Broschüre des Deutschen Angelfischerverbands zum Fisch des Jahres 2017 (mit dem Bundesamt für Naturschutz), dem Tier-des-Monats-Blatt der Schutzstation Wattenmeer und dem Duden. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wo lebt die Scholle, und gibt es Schollen in der Nordsee?

Ja, die Scholle lebt in der Nordsee und ist dort die häufigste Plattfischart. Sie liegt auf Sand- und Schlickböden, meist in 10 bis 50 m Tiefe (FishBase), und kommt auch in salzreichen Zonen der Ostsee vor. Jungfische wachsen im flachen Küstenwasser auf; das Wattenmeer ist die wichtigste Kinderstube der Nordsee (ICES).

Wie groß kann eine Scholle werden?

Eine Scholle ist üblicherweise 40 cm lang und selten länger als 50 cm. Als Höchstwert nennt FishBase 100 cm Standardlänge und 7 kg Gewicht, die DAFV-Bestimmungstabelle 120 cm Gesamtlänge. Weibchen werden länger als Männchen (ICES).

Wie alt werden Schollen?

Als höchstes Alter nennt FishBase 50 Jahre. In der Praxis werden Schollen viel jünger: Nach der Schutzstation Wattenmeer wird heute kaum eine Nordseescholle älter als 5 Jahre, ehe sie im Netz endet. Männchen werden nach ICES mit 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif, Weibchen mit 4 bis 5 Jahren.

Wie wird Scholle noch genannt?

Die Scholle heißt auch Goldbutt, nach den orangefarbenen Tupfen der Augenseite (Schutzstation Wattenmeer). FishBase führt beide Namen als deutsche Handelsnamen und nennt „Schullen“ als älteren Namen aus dem 17. Jahrhundert. Englisch heißt sie European plaice, wissenschaftlich Pleuronectes platessa.

Was ist der Unterschied zwischen Scholle und Flunder?

Der sicherste Unterschied ist die Haut: Die Scholle ist auf der Augenseite glatt und hat vier bis sieben fühlbare Knochenhöcker zwischen Auge und Seitenlinie, die Flunder ist durch Dornen entlang der Flossenbasen rau. Die Scholle hat meist deutlich abgegrenzte orangerote Flecken und lebt im Meer; die Flunder geht als Jungfisch in Flüsse.

Wie angelt man am besten Scholle?

FishBase führt die Scholle als Angelfisch (gamefish), und die DAFV-Broschüre behandelt sie unter den Plattfischen, die Angler sicher bestimmen sollten. Angaben zu Ködern und Angelmethoden enthalten die geprüften Quellen nicht. Welche Erlaubnis Sie an der Küste brauchen und welche Länderregeln gelten, steht unter Angelschein und Schonzeiten.

Quellen