Der Aland (Leuciscus idus), auch Nerfling oder Orfe genannt, ist ein silbriger Karpfenfisch, der meist 30 bis 50 cm lang wird; als Höchstwerte nennen die Quellen 60 bis 85 cm und etwa 4 kg. Er lebt in größeren Flüssen und Seen bis ins Brackwasser, laicht je nach Quelle zwischen März und Juni und gilt in Deutschland nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet. Der Aland ist ein Grenzfall zwischen Friedfisch und Raubfisch: Junge Tiere fressen Plankton, große Tiere nach FishBase vor allem Fische. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Merkmale und Laichzeit mit Quelle, zeigt, woran Sie den Aland vom Döbel unterscheiden, und erklärt, wie Schonzeit und Mindestmaß in den 16 Bundesländern geregelt sind.
Aland-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick
Der Aland (Leuciscus idus) wird meist 30 bis 50 cm lang, wiegt höchstens etwa 4 kg und laicht im Frühjahr, je nach Quelle zwischen März und Juni. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, einer Laichstudie aus Mecklenburg-Vorpommern und den Artbeschreibungen von Landesämtern und Fischereiverbänden; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.
| Merkmal | Aland (Leuciscus idus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Leuciscus idus (Linnaeus, 1758) |
| Weitere Namen | Nerfling, Orfe; in Österreich auch Seider und Gängling; rötliche Zuchtform: Goldorfe |
| Familie | Weißfische (Leuciscidae; in älteren Quellen zu den Karpfenfischen, Cyprinidae, gezählt); Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Länge | üblich 30 bis 50 cm; Höchstwert je nach Quelle 60 bis 85 cm (FishBase: 85 cm Standardlänge) |
| Gewicht | bis etwa 4 kg (FishBase und LFV Salzburg) |
| Alter | höchstes gemeldetes Alter 29 Jahre (FishBase) |
| Geschlechtsreife | im 3. bis 4. Lebensjahr (LFV Salzburg); 5 bis 6 Jahre in den Daten aus Schleswig-Holstein (FishBase) |
| Laichzeit | je nach Quelle März bis Mai oder April bis Juni; Laichbeginn in einer Studie bei etwa 9 °C |
| Lebensraum | Unterläufe mittlerer und großer Flüsse (Barben- und Brassenregion) sowie Seen; auch Brackwasser |
| Nahrung | Jungfische Plankton; später Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Insektenlarven und kleine Fische; große Tiere vor allem Fische |
| Raub- oder Friedfisch | Grenzfall: Weißfisch, bei dem größere Tiere nach FishBase hauptsächlich Fische fressen |
| Süß- oder Salzwasser | Süßwasserfisch, der ins Brackwasser geht |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand mäßig häufig, kurzfristiger Trend stabil |
Wie heißt der Aland noch? Nerfling, Orfe und Goldorfe
Aland, Nerfling und Orfe sind drei Namen für denselben Fisch, Leuciscus idus; im Deutschen heißt es der Aland, der Nerfling und die Orfe. FishBase führt unter den Trivialnamen unter anderem Aland, Nerfling und Orfe auf, der NÖ Landesfischereiverband nennt für Österreich zusätzlich Seider und Gängling. Die Goldorfe ist keine eigene Art, sondern eine rötlich bis orange gefärbte Zuchtform des Alands. Nach dem hessischen Artgutachten für die Lahn wird sie in größerem Umfang als anspruchsloser Zierfisch gezüchtet; der Landesfischereiverband Bayern führt sie als orangefarbene Varietät.
Wie groß wird ein Aland? Meist 30 bis 50 cm, höchstens 60 bis 85 cm
Ein Aland wird meist 30 bis 50 cm lang; als größten Wert nennen die Quellen 60 bis 85 cm. FishBase gibt als übliche Länge 30 cm Gesamtlänge (TL) an und als größten Wert 85 cm Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse gemessen), die Landesfischereiverbände nennen 30 bis 50 beziehungsweise 30 bis 40 cm als übliche Länge. Die Tabelle stellt die Angaben nebeneinander.
| Quelle | Übliche Länge | Größte Länge |
|---|---|---|
| FishBase (nach Kottelat und Freyhof, 2007) | 30 cm (TL) | 85 cm (SL) |
| Landesfischereiverband Bayern, Fischlexikon | 30 bis 50 cm | nicht genannt |
| Landesfischereiverband Salzburg | 30 bis 40 cm | 60 cm |
| NÖ Landesfischereiverband | nicht genannt | bis 80 cm |
| Anglerverband Niedersachsen | nicht genannt | bis 60 cm |
| Hessen, Artgutachten Lahn (2008) | nicht genannt | maximal 60 cm |
Die meisten Landesquellen nennen also 60 cm als Obergrenze; 80 und 85 cm sind die höchsten Werte der Literatur.
Wie schwer wird ein Aland? Höchstens etwa 4 kg
Ein Aland wird höchstens etwa 4 kg schwer: FishBase nennt 4,0 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht, der Landesfischereiverband Salzburg ebenfalls 4 kg. Höhere Angaben bis 6 kg, die gelegentlich zu lesen sind, finden wir in keiner der geprüften Quellen. Nach dem Längen-Gewichts-Modell von FishBase (Gewicht in g = 0,00589 × Länge in cm hoch 3,15, Länge als Gesamtlänge) erreicht ein Aland die 4 kg bei etwa 71 cm. Das sind Modellwerte, keine Wägungen; das tatsächliche Gewicht hängt vom Ernährungszustand ab.
| Länge (TL) | Rechnerisches Gewicht |
|---|---|
| 30 cm | rund 0,3 kg |
| 40 cm | rund 0,7 kg |
| 50 cm | rund 1,3 kg |
| 60 cm | rund 2,4 kg |
| 70 cm | rund 3,8 kg |
Wie alt wird ein Aland und wann ist er geschlechtsreif?
FishBase nennt 29 Jahre als höchstes gemeldetes Alter des Alands; ein typisches Alter freilebender Alande in Deutschland geben die geprüften Quellen nicht an. Geschlechtsreif wird der Aland nach dem Landesfischereiverband Salzburg im 3. bis 4. Lebensjahr. FishBase verzeichnet für Schleswig-Holstein dagegen 5 bis 6 Jahre. Beide Angaben stehen hier nebeneinander, weil die Quellen nicht übereinstimmen.
Wie sieht ein Aland aus? Hochrückig, silbrig, mit kleinem Maul und rötlichen Flossen
Einen Aland erkennen Sie am etwas hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper, am kleinen, endständigen Maul, an den vergleichsweise kleinen Schuppen und an den rötlichen Flossen. Der Landesfischereiverband Bayern beschreibt einen kleinen Kopf, eine schmale, leicht nach oben gerichtete Maulspalte und meist eine goldgelbe Iris; der Körper ist silbrig, der Rücken grünlichgrau bis bläulichgrau. Brust-, Bauch- und Afterflosse sind rötlich, Rücken- und Schwanzflosse nach dem NÖ Landesfischereiverband graublau, die Schwanzflosse ist tief gegabelt.
In der Seitenlinie sitzen nach dem Freistaat Sachsen 55 bis 60 Schuppen, nach FishBase 56 bis 58 (plus 3 auf der Schwanzflosse); auf den Schuppen fehlt die regelmäßige dunkle Netzzeichnung. Der Hinterrand der Afterflosse ist nach innen gebogen (Sachsen, Anglerverband Niedersachsen); das hessische Artgutachten nennt ihn deutlich eingebuchtet, der NÖ Landesfischereiverband gerade bis leicht eingebuchtet. Zur Laichzeit zeigen beide Geschlechter einen Messingglanz an den Flanken, die Milchner einen Laichausschlag.
Ist der Aland ein Raubfisch? Ein Grenzfall: große Tiere fressen vor allem Fische
Der Aland ist kein klassischer Raubfisch, sondern ein Grenzfall zwischen Friedfisch und Raubfisch: FishBase schreibt, dass größere Tiere hauptsächlich Fische fressen, während Landesfischereiverbände neben kleinen Fischen vor allem Würmer, Kleinkrebse, Schnecken und Insektenlarven nennen. Jungfische ernähren sich von Plankton. Wir führen den Aland deshalb sowohl bei den Raubfischen als auch bei den Friedfischen. Als ausgesprochener Raubfisch unter den Weißfischen gilt dagegen der Rapfen.
Wo lebt der Aland? In großen Flüssen, Seen und im Brackwasser
Der Aland lebt in den Unterläufen mittlerer und großer Fließgewässer, der Barben- und Brassenregion, sowie in Seen und geht auch ins Brackwasser. FishBase nennt große Tieflandflüsse und nährstoffreiche Seen und führt die Art als Süßwasser- und Brackwasserfisch; der Anglerverband Niedersachsen beschreibt ihn als typisch für Flüsse, die ins Meer münden, etwa Weser und Elbe, und zählt den Dümmer zu den besten Alandgewässern des Landes. In Europa kommt er nach FishBase in den Einzugsgebieten von Ostsee, Nordsee, Schwarzem Meer und nördlichem Kaspischen Meer vor, im Einzugsgebiet des Atlantiks südwärts bis zur Seine und zur unteren Loire; in Skandinavien nördlich von 69° Nord fehlt er.
In der warmen Jahreszeit hält sich der Aland nach dem NÖ Landesfischereiverband meist nahe der Oberfläche in lebhafter Strömung auf, an Buhnenköpfen und Wehren, zwischen Kraut- und Kiesbänken und an flachen, sandigen Uferstellen; im Winter zieht er sich in tiefere, ruhige Zonen zurück.
Ist der Aland ein Süß- oder Salzwasserfisch?
Der Aland ist ein Süßwasserfisch, der ins Brackwasser geht. FishBase führt ihn unter „Freshwater; brackish“, und nach dem Anglerverband Niedersachsen kommt er für einen Süßwasserfisch erstaunlich gut mit erhöhten Salzkonzentrationen zurecht. Ein reiner Meeresfisch ist er nicht.
Was frisst der Aland?
Der Aland frisst als Jungfisch tierisches und pflanzliches Plankton und später Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Insektenlarven und kleine Fische. Das schreibt der Landesfischereiverband Bayern; der Anglerverband Niedersachsen nennt tierisches Plankton, später Kleintiere und Fische. FishBase führt verschiedene Wasser- und Landtiere sowie Pflanzenmaterial auf und vermerkt, dass größere Tiere hauptsächlich Fische fressen. Der Landesfischereiverband Salzburg nennt dagegen nur wirbellose Wassertiere. Die Quellen gewichten die Fische also unterschiedlich; das passt zur Einordnung als Grenzfall zwischen Raub- und Friedfisch.
Wann laicht der Aland? Je nach Quelle von März bis Juni
Der Aland laicht im Frühjahr: Der Landesfischereiverband Bayern nennt März bis Mai, der Anglerverband Niedersachsen und der Landesfischereiverband Salzburg nennen April bis Juni. Als Auslöser nennt eine Studie aus Mecklenburg-Vorpommern eine Wassertemperatur von etwa 9 °C: Katrin Paul (2004) beobachtete den Laichbeginn in der Kösterbeck, einem 20 km langen Bach südlich von Rostock, bei dieser Temperatur. Das ist eine Beobachtung an einem Gewässer und kein Grenzwert für ganz Deutschland.
Zum Laichen wandert der Aland flussaufwärts, nach dem hessischen Artgutachten in Schwärmen bis zu 100 km (nach Steinmann et al., 1937), in Zuflüsse der Barben- und Äschenregion an sandige oder kiesige Uferstellen. Er laicht rheophil, also in der Strömung, und heftet die klebrigen Eier an Steine, Kies oder Wasserpflanzen. Nach FishBase laicht ein Weibchen nur einmal pro Saison, und zwar mit mehreren Männchen. Die Larven schlüpfen nach dem Landesfischereiverband Salzburg nach 19 bis 20 Tagen; Paul (2004) gibt für die Entwicklung vom befruchteten Ei bis zum Schlupf etwa 200 Tagesgrade (± 75) an. Tagesgrade sind die Summe der täglichen Wassertemperaturen.
Ist der Aland gefährdet? Rote Liste: ungefährdet, aber mit Warnhinweis
Der Aland gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Das Rote-Liste-Zentrum stuft den Bestand als mäßig häufig ein, den langfristigen Trend als mäßigen Rückgang und den kurzfristigen Trend als stabil. Der kurzfristige Trend ist allerdings umstritten: Acht Länder melden stabile, sechs deutlich zunehmende Bestände, Sachsen eine mäßige Abnahme, und die bundesweite Auswertung zeigt einen signifikanten Rückgang. Die Autoren wählen „stabil“ als Kompromiss und weisen darauf hin, dass tiefergehende Untersuchungen nötig sind, weil die Art möglicherweise unerkannt zurückgeht.
Als Gefährdungsursachen nennt der Landesfischereiverband Bayern Gewässerverbau, die Zerschneidung des Lebensraums durch Querbauwerke und den Verlust von Laichplätzen. Die IUCN führt den Aland weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 22. Oktober 2023).
Ist der Aland ein Speisefisch und wie schmeckt er?
Der Aland ist essbar, FishBase wertet sein Fleisch aber als nicht schmackhaft („not tasty“) und führt die Art zugleich in der Fischerei und als Sportfisch. Wie ein Fisch schmeckt, bleibt Geschmackssache; zu Gräten, Zubereitung und Verbreitung als Speisefisch machen die von uns geprüften Landesquellen keine Angaben. Als Schätzwerte aus Nährstoffstudien nennt FishBase rund 19,5 Prozent Eiweiß (Spanne 17,9 bis 21,2) und 0,66 g Omega-3-Fettsäuren je 100 g. Ob Sie einen Aland mitnehmen dürfen, regelt das jeweilige Bundesland: In einzelnen Ländern darf er ganz oder zeitweise nicht entnommen werden; die Tabelle weiter unten zeigt es.
Aland oder Döbel: Woran unterscheiden Sie die beiden?
Am schnellsten unterscheiden Sie Aland und Döbel an der Afterflosse: Beim Aland ist ihr Rand nach innen gebogen, beim Döbel nach außen gewölbt. Danach entscheiden Körperform, Schuppen und Maul: Der Aland ist höher und schmaler, trägt deutlich kleinere Schuppen und hat ein kleines, endständiges Maul; der Döbel ist annähernd drehrund, hat größere, dunkel umrandete Schuppen mit Netzmuster und ein großes Maul (Freistaat Sachsen). Die Merkmale im direkten Vergleich finden Sie auf der Seite zum Döbel. Junge Alande werden auch mit dem Rotauge und der Rotfeder verwechselt; beide haben deutlich größere Schuppen, und eine „Rotfeder“ von 60 cm Länge ist nach dem Anglerverband Niedersachsen mit großer Wahrscheinlichkeit ein Aland.
Schonzeit und Mindestmaß für Aland in allen 16 Bundesländern
Zehn der 16 Landesfischereiverordnungen nennen den Aland; in Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt steht er nicht in den Tabellen. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | 01.03.–30.04. | 30 cm | – |
| Baden-Württemberg | 01.04.–31.05. | 25 cm | LFischVO § 1 Abs. 1 |
| Berlin | keine Schonzeit | 30 cm | LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) |
| Brandenburg | keine Schonzeit | 30 cm | BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1); im Gesetz als „Aland (Leuciscus idus)“ = Nerfling |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Schonzeit | 25 cm | Binnengewässer · BiFVO § 4 (Mindestmaß) |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | keine Schonzeit | 25 cm | § 3 LFischVO |
| Rheinland-Pfalz | ganzjährig: Fangverbot | kein Mindestmaß | § 20 Abs. 2 LFischO (Fangverbot) |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | keine Schonzeit | 20 cm | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | – |
10 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Baden-Württemberg: Landesfischereiverordnung (LFischVO) § 1 – Schonzeiten und Mindestmaße; Bodensee: Bodenseefischereiverordnung (BodFischVO) § 16 und Unterseefischereiordnung § 25 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Brandenburg: Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO), Anlage (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Mecklenburg-Vorpommern: Binnenfischereiverordnung (BiFVO M-V) vom 15. August 2005, §§ 3–5 und Küstenfischereiverordnung (KüFVO M-V) vom 28. November 2006, §§ 3–5 und § 9 Abs. 4 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Nordrhein-Westfalen: Landesfischereiverordnung (LFischVO) §§ 1, 1a, 2, 3 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Rheinland-Pfalz: Landesfischereiordnung (LFischO, juris: FischGDV RP) §§ 17–20 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Sachsen: Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) vom 22. April 2022, Anlage (zu § 2 Absatz 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Thüringen: Ausführungsverordnung zum Thüringer Fischereigesetz (ThürFischAVO) vom 11. August 2020, § 1 Abs. 1 (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein, die Regeln für weitere Arten unter Schonzeiten in Deutschland.
Aland angeln: Welche Methoden und Standplätze passen?
Auf Aland angeln Sie nach dem NÖ Landesfischereiverband mit Pose (Posenangeln), Grundangel oder Fliegenrute. Die Standplätze ergeben sich aus dem Lebensraum: In der warmen Jahreszeit stehen die Fische nahe der Oberfläche an Buhnenköpfen, Wehren, Kraut- und Kiesbänken, im Winter in tieferen, ruhigen Zonen. Vor dem ersten Ansitz brauchen Sie den Fischereischein und die Erlaubnis für das Gewässer; was dafür gilt, steht unter Angelschein. Die Regeln der Länder zeigt die Tabelle oben.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Steckbrief, Trivialnamen und Reifedaten), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), dem Freistaat Sachsen (Artenkunde verwechselbare Fischarten), dem hessischen Artgutachten für die Lahn (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie), einer Studie von Katrin Paul (2004) in den Verhandlungen der Gesellschaft für Ichthyologie sowie den Artbeschreibungen des Landesfischereiverbands Bayern, des NÖ Landesfischereiverbands, des Landesfischereiverbands Salzburg und des Anglerverbands Niedersachsen. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Höchstlänge, Laichzeit und Geschlechtsreife, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Döbel: Steckbrief
- Rapfen: Steckbrief
- Rotauge: Steckbrief
- Raubfische: Liste aller Arten
- Friedfische: Liste aller Arten
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
Häufige Fragen
Ist der Aland ein Speisefisch?
Der Aland ist essbar, FishBase wertet sein Fleisch aber als nicht schmackhaft und führt die Art in der Fischerei und als Sportfisch. Ob Sie einen Aland mitnehmen dürfen, regelt das Bundesland: In einzelnen Ländern darf er ganz oder zeitweise nicht entnommen werden.
Wie schmeckt ein Aland?
FishBase vermerkt zum Fleisch des Alands „not tasty“, also nicht schmackhaft. Zu Gräten und Zubereitung machen die geprüften Landesquellen keine Angaben; das Urteil bleibt letztlich Geschmackssache.
Ist ein Aland ein Raubfisch?
Der Aland ist ein Grenzfall zwischen Friedfisch und Raubfisch: Junge Tiere fressen Plankton, später Würmer, Kleinkrebse, Schnecken und Insektenlarven, und größere Tiere fressen nach FishBase hauptsächlich Fische. Ein ausgesprochener Raubfisch unter den Weißfischen ist dagegen der Rapfen.
Was ist der Unterschied zwischen Döbel und Aland?
Am schnellsten erkennen Sie den Unterschied an der Afterflosse: Beim Aland ist ihr Rand nach innen gebogen, beim Döbel nach außen gewölbt. Außerdem ist der Aland höher und schmaler, hat deutlich kleinere Schuppen (55 bis 60 in der Seitenlinie nach dem Freistaat Sachsen) und ein kleines, endständiges Maul; der Döbel ist annähernd drehrund, hat größere, dunkel umrandete Schuppen mit Netzmuster und ein großes Maul.
Wie heißt der Aland noch?
Der Aland (Leuciscus idus) heißt auch Nerfling und Orfe; in Österreich kommen Seider und Gängling vor. Die Goldorfe ist keine eigene Art, sondern eine rötlich bis orange gefärbte Zuchtform des Alands, die als Zierfisch gezüchtet wird.
Wie groß wird ein Aland?
Ein Aland wird meist 30 bis 50 cm lang. Als größten Wert nennen die Quellen 60 bis 85 cm: FishBase 85 cm Standardlänge, der NÖ Landesfischereiverband 80 cm, der Landesfischereiverband Salzburg, der Anglerverband Niedersachsen und das hessische Artgutachten 60 cm. Das Höchstgewicht liegt bei etwa 4 kg.
Quellen
- FishBase: Leuciscus idus (Linnaeus, 1758), Ide, Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Common names of Leuciscus idus (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Maturity studies for Leuciscus idus (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Reproduction of Leuciscus idus (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Leuciscus idus (Aland), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Freistaat Sachsen, Fischerei: Artenkunde verwechselbare Fischarten (Döbel, Hasel, Aland; Plötze, Rotfeder) (abgerufen am 06.10.2026)
- Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG): Fischökologische Untersuchung des Fließgewässersystems der Lahn, Band 2, Kap. 5.2 Aland (Institut für angewandte Ökologie, 2008) (abgerufen am 06.10.2026)
- Paul, K. (2004): Zur Embryonalentwicklung von Leuciscus idus (Linnaeus, 1758) im Freiland und im Labor. Verhandlungen der Gesellschaft für Ichthyologie 4: 65-79 (abgerufen am 06.10.2026)
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon, Nerfling (Leuciscus idus) (abgerufen am 06.10.2026)
- NÖ Landesfischereiverband: Fischarten in Niederösterreich, Nerfling (Leuciscus idus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Landesfischereiverband Salzburg: Fischer-Handbuch, Nerfling (abgerufen am 06.10.2026)
- Anglerverband Niedersachsen: Der Aland (Leuciscus idus) (abgerufen am 06.10.2026)