Friedfische sind Fische, die als erwachsene Tiere keine anderen Fische jagen, sondern vor allem Plankton, Pflanzen, Insektenlarven, Würmer, Schnecken und Kleinkrebse fressen. Typische Friedfische in Deutschland sind Karpfen, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder und Barbe. Die Tabelle nennt 23 Arten mit Größe, Lebensraum und Hauptnahrung: 14 eindeutige Friedfische und 9 Grenzfälle.
Was sind Friedfische?
Als Friedfisch bezeichnet man Fischarten, die keine anderen Fische jagen. Sie fressen am Gewässerboden Insektenlarven, Schnecken und Würmer, filtern Plankton aus dem Wasser oder weiden Algen und Pflanzen ab. Zu den Friedfischen zählen die meisten Weißfische, etwa Rotauge, Brasse, Güster, Rotfeder, Ukelei und Barbe, dazu Karpfen und Schleie; ihre Nahrung beschreibt FishBase für jede Art einzeln. Für die Einstufung zählt auf dieser Seite die Hauptnahrung der erwachsenen Tiere nach FishBase: Frisst eine Art überwiegend Fische, ist sie ein Raubfisch; frisst sie überwiegend Wirbellose, Plankton und Pflanzen, ist sie ein Friedfisch. Arten dazwischen führt die Seite als Grenzfälle.
Welche Fische gehören zu den Friedfischen? Alle Arten im Überblick
Zu den Friedfischen gehören in Deutschland vor allem die Weißfische wie Rotauge, Brasse, Güster, Rotfeder, Ukelei und Gründling sowie Karpfen, Schleie und Karausche. Die Tabelle führt 23 Arten auf, zuerst die 14 eindeutigen Friedfische nach Bedeutung beim Angeln, danach die 9 Grenzfälle. Die Längen sind Höchstwerte („bis zu“) und keine typischen Längen.
| Art | Bis zu (Länge) | Lebensraum | Hauptnahrung | Einstufung |
|---|---|---|---|---|
| Karpfen (Schuppen-, Spiegel-, Zeil- und Lederkarpfen) | 129 cm (TL) | warme, langsam fließende und stehende Gewässer, Tieflandflüsse, große bewachsene Seen | Bodentiere und Pflanzen | Friedfisch |
| Schleie | 70 cm (SL) | warme, krautreiche Stillgewässer und sehr langsam fließende Gewässer mit weichem Grund | Detritus, Bodentiere, Pflanzen; erwachsene Tiere oft vor allem Weichtiere | Friedfisch |
| Brasse | 82 cm (TL) | langsam fließende Flüsse, Altwasser, nährstoffreiche Seen mit weichem Grund; auch Brackwasser | Zuckmückenlarven, Kleinkrebse, Weichtiere, Pflanzen | Friedfisch; große Tiere fressen auch kleine Fische |
| Rotauge | 50,2 cm (TL) | stehende und langsam fließende Gewässer, Altwasser, Stauseen; auch Brackwasser | bodenlebende Wirbellose, Zooplankton, Pflanzen, Detritus | Friedfisch |
| Rotfeder | 45 bis 61,7 cm (FishBase: 61,7 cm TL) | stehende und langsam fließende Gewässer mit Pflanzenbewuchs; auch Brackwasser | Plankton, Anflugnahrung (Insekten), Pflanzen | Friedfisch |
| Barbe | 90 bis 120 cm (FishBase: 120 cm TL) | klare, sauerstoffreiche Flüsse mit starker Strömung und Kiesgrund | Kleinkrebse, Insektenlarven, Weichtiere; auch kleine Fische | Friedfisch; nimmt auch kleine Fische |
| Karausche | 50 bis 64 cm (FishBase: 64 cm TL) | sommerwarme, verkrautete Stillgewässer und Altwasser mit schlammigem Grund | Plankton, Bodentiere, Pflanzen, Detritus | Friedfisch |
| Güster | 45,5 cm (TL) | Seen, Stauseen, Kanäle und langsam fließende große Flüsse; auch Brackwasser | bodenlebende Wirbellose | Friedfisch |
| Nase | 50 bis 60 cm (FishBase: 50 cm TL) | schnell strömende Flüsse mit Kiessohle | Aufwuchsalgen (Kieselalgen) und Detritus | Friedfisch |
| Ukelei | 25 bis 30 cm (FishBase: 30 cm SL) | Seen sowie mittlere und große Flüsse; Schwärme dicht unter der Oberfläche | Plankton (Krebse, Insekten), Anflugnahrung | Friedfisch |
| Gründling | 21 cm (TL) | Flüsse und Seen mit Sandgrund | Insektenlarven, Weichtiere, Krebse | Friedfisch |
| Moderlieschen | 9 bis 12 cm (FishBase: 9 cm SL) | stehende und langsam fließende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs | Phyto- und Zooplankton, Anflugnahrung | Friedfisch |
| Schneider | 18,5 cm (TL) | Bäche und Flüsse im Vorland mit sauerstoffreichem, schnell fließendem Wasser | Insektenlarven, tote Insekten, Krebse, Kieselalgen | Friedfisch |
| Graskarpfen | 150 cm (TL) | Seen, Teiche und Altwasser großer Flüsse; große, langsam fließende oder stehende Gewässer mit Pflanzen | höhere Wasserpflanzen; auch Detritus und Insekten | Friedfisch (Pflanzenfresser; stammt aus Ostasien, in Europa nur durch Besatz) |
| Äsche | 50 bis 60 cm, nach DAFV selten bis 70 cm (FishBase: 60 cm TL) | kühle, klare, schnell fließende Flüsse mit Kiesgrund | Insekten, Nymphen, Würmer, Krebse | Grenzfall: Lachsfisch, der vor allem Insekten frisst |
| Döbel | 60 cm (SL) | kleine Flüsse und große Bäche der Barbenregion; auch langsame Tieflandflüsse und große Seen | Allesfresser; große Tiere vor allem Fische | Grenzfall: steht auch bei den Raubfischen |
| Aland | 85 cm (SL) | große Tieflandflüsse und nährstoffreiche Seen | Allesfresser; große Tiere vor allem Fische | Grenzfall: steht auch bei den Raubfischen |
| Groppe | 18 cm (TL) | kaltes, klares, schnell fließendes Wasser kleiner Bäche bis mittlerer Flüsse | Insekten und Krebse vom Gewässergrund | Grenzfall: Kleinfisch und Bodenfresser |
| Dreistachliger Stichling | 11 cm (TL; Meeresform, im Süßwasser bis 8 cm) | pflanzenreiche Zonen stehender und fließender Gewässer, Gräben, küstennahes Brack- und Salzwasser | Würmer, Krebse, Insektenlarven, Insekten, kleine Fische | Grenzfall: steht auch bei den Meeresfischen |
| Schlammpeitzger | 30 cm (TL) | Unterläufe langsam fließender Flüsse, stille Tümpel mit Sandgrund | Insektenlarven, kleine Weichtiere | Grenzfall: nachtaktiver Kleinfisch, selten mit der Angel gefangen |
| Ziege (Sichling) | 60 cm (TL) | Unterläufe großer Flüsse und östliche Ostsee | Zooplankton, an Land lebende Wirbellose, kleine Fische | Grenzfall |
| Schwarzmundgrundel | 35 cm (TL) | flache Brackgewässer, auch Süßwasser: Lagunen, Seen, große Flüsse, Häfen | Wirbellose, vor allem Weichtiere; auch kleine Fische | Grenzfall: steht auch bei den Meeresfischen |
| Sonnenbarsch | 40 cm (TL) | bewachsene Seen und Teiche, ruhige Stellen von Bächen und kleinen Flüssen | kleine Fische und andere Wirbeltiere, Fischlaich; in Europa vor allem Wirbellose | Grenzfall: steht auch bei den Raubfischen |
TL ist die Totallänge, SL die Standardlänge ohne Schwanzflosse. Die Längen und Nahrungsangaben stammen aus FishBase, abgerufen am 6. Oktober 2026. Wo der Steckbrief einer Art mehrere Quellen gegenüberstellt, steht die Spanne der Quellen und dahinter der FishBase-Wert. Die Karpfenformen sind Beschuppungstypen einer einzigen Art, wie die Übersicht Karpfenarten zeigt.
Was ist der Unterschied zwischen Friedfischen und Raubfischen?
Friedfische fressen überwiegend Plankton, Pflanzen und wirbellose Kleintiere, Raubfische überwiegend Fische; maßgeblich ist die Hauptnahrung der erwachsenen Tiere. Typische Raubfische sind Hecht, Zander, Flussbarsch und Wels, deren erwachsene Tiere nach FishBase vor allem Fische fressen. Auch die Fangmethode unterscheidet sich: Das Land Brandenburg nennt in seiner Broschüre zum Friedfischangeln Köder wie Teig, Getreide, Wurm und Made als Merkmale der Friedfischangel, Köderfische und Kunstköder wie Blinker, Spinner und Twister als Merkmale der Raubfischangel.
| Merkmal | Friedfische | Raubfische | Quelle |
|---|---|---|---|
| Hauptnahrung der erwachsenen Tiere | Plankton, Pflanzen, Insektenlarven, Schnecken, Würmer, Krebse | überwiegend andere Fische | FishBase (Artseiten) |
| Beispiele | Karpfen, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder, Barbe | Hecht, Zander, Flussbarsch, Wels | FishBase (Artseiten) |
| Köder an der Angel | Teig, Getreide, Wurm, Made | Köderfische, andere Wirbeltierköder, Blinker, Spinner, Twister | Land Brandenburg (Friedfischangeln ohne Fischereischein, 6. Auflage 2026) |
Welche Arten zu den Raubfischen zählen, steht auf der Seite Raubfische; Arten wie Döbel und Aland erscheinen auf beiden Seiten.
Ist die Forelle ein Friedfisch?
Nein, die Forelle ist kein Friedfisch, sondern gilt als Raubfisch. FishBase nennt als Nahrung erwachsener Forellen (Salmo trutta) Weichtiere, Krebse und kleine Fische, für die Regenbogenforelle Wirbellose und kleine Fische, im Meer auch Fische und Kopffüßer. Köder und Montagen für Bach- und Regenbogenforellen beschreibt der Ratgeber Forelle angeln.
Ist jeder Weißfisch ein Friedfisch?
Nein, der Rapfen ist ein Weißfisch, der Fische jagt. FishBase bezeichnet ihn als einen der seltenen Karpfenfische, die Fischfresser sind: Jungfische und erwachsene Tiere fressen überwiegend Fische, vor allem Ukelei und Stint, außerdem kleine Wasservögel. Er wird bis zu 120 cm lang (TL). Der Landesfischereiverband Bayern nennt als Nahrung „Kleintiere, später Fische und gelegentlich auch Frösche, Mäuse und kleine Vögel“. Er steht deshalb auf der Seite Raubfische.
Welche Grenzfälle gibt es zwischen Friedfisch und Raubfisch?
Grenzfälle sind Arten, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen: weil sie als große Tiere Fische jagen, neben Wirbellosen auch Fische fressen, in der Angelpraxis keiner Gruppe zugerechnet werden oder weil Quellen sich widersprechen. Diese Seite führt neun davon. Döbel, Aland und Sonnenbarsch stehen zusätzlich auf der Seite Raubfische, Stichling und Schwarzmundgrundel auf der Seite Meeresfische, die Äsche mit einem Hinweis bei den Raubfischen. Nur bei den Raubfischen stehen der Flussbarsch, dessen Jungfische nach FishBase Plankton und Bodentiere fressen, größere Tiere ab etwa 12 cm Standardlänge aber oft Fische, und der Aal, der dort als Grenzfall steht, weil er als Fleischfresser praktisch die gesamte Tierwelt des Wassers frisst.
Ist die Äsche ein Friedfisch?
Ja, nach ihrer Nahrung ist die Äsche ein Friedfisch, obwohl sie zu den Lachsfischen gehört: FishBase nennt Insekten, Nymphen, kleine Würmer und Krebse als Hauptnahrung. Sie steht hier unter den Grenzfällen, weil die meisten Lachsfische wie die Forellen als Raubfische gelten, und deshalb mit einem Hinweis auch bei den Raubfischen. Schonzeit und Mindestmaß regelt jedes Bundesland; die Werte für die Art zeigt die Seite Schonzeit Äsche.
Ist der Döbel ein Friedfisch oder ein Raubfisch?
Der Döbel ist ein Allesfresser und ein Grenzfall: FishBase schreibt, er fresse eine große Bandbreite an Wasser- und Landtieren sowie Pflanzen, große Tiere aber überwiegend Fische. Der Landesfischereiverband Bayern beschreibt den Aitel (Döbel) ähnlich: „in der Jugend überwiegend wirbellose Kleintiere und pflanzliche Kost, später auch Fische, Krebse und Amphibien“. Er steht deshalb auf beiden Seiten.
Ist der Aland ein Friedfisch oder ein Raubfisch?
Der Aland ist ein Grenzfall, weil die Quellen sich unterscheiden: FishBase nennt als Nahrung Wasser- und Landtiere sowie Pflanzen und schreibt, dass größere Tiere hauptsächlich Fische fressen. Der Landesfischereiverband Bayern nennt für den Nerfling (Aland) nach dem Plankton der Jugend „Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Insektenlarven und kleine Fische“. Er steht deshalb auf beiden Seiten.
Ist die Groppe ein Friedfisch?
Nicht im klassischen Sinn: Die Groppe frisst überwiegend Wirbellose wie ein Friedfisch, ist aber ein kleiner Grundfisch, der gelegentlich auch Fischlaich und Fischbrut frisst, und steht deshalb als Grenzfall hier. FishBase nennt kleine Wirbellose vom Gewässergrund, vor allem Insekten und Krebse, und hält fest, dass Fischeier und Fischlarven entgegen älterer Literatur keine häufige Nahrung sind.
Ist der Stichling ein Friedfisch?
Der Dreistachlige Stichling ist ein Grenzfall, weil er neben Würmern, Krebsen und Insekten auch kleine Fische frisst; FishBase nennt zusätzlich eigene Brut und Eier. Er lebt im Süßwasser wie im Meer und steht deshalb auch auf der Seite Meeresfische.
Ist der Schlammpeitzger ein Friedfisch?
Der Nahrung nach ist der Schlammpeitzger ein Friedfisch: FishBase nennt Insektenlarven und kleine Weichtiere. Als Grenzfall steht er hier, weil er als nachtaktiver, tagsüber im Boden vergrabener Kleinfisch in keiner gängigen Angelkategorie vorkommt; FishBase vermerkt, dass er nur selten mit der Angel gefangen wird.
Ist die Ziege ein Friedfisch?
Die Ziege (Sichling) ist ein Grenzfall, weil erwachsene Tiere nach FishBase neben Zooplankton und an Land lebenden Wirbellosen auch kleine Fische fressen. Sie lebt in den Unterläufen großer Flüsse und in der östlichen Ostsee.
Ist die Schwarzmundgrundel ein Friedfisch?
Die Schwarzmundgrundel ist ein Grenzfall, weil sie neben Wirbellosen, vor allem Weichtieren, auch kleine Fische frisst. Nach FishBase bevorzugt sie flaches Brackwasser, kommt aber auch im Süßwasser vor; sie steht deshalb auch auf der Seite Meeresfische.
Ist der Sonnenbarsch ein Friedfisch?
Der Sonnenbarsch ist ein Grenzfall, weil FishBase kleine Fische und andere Wirbeltiere sowie Fischlaich als Nahrung nennt, in europäischen Gewässern aber eine große Bandbreite an Wirbellosen. Ein vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) veröffentlichtes Management- und Maßnahmenblatt zum Sonnenbarsch (Entwurf, Stand Februar 2021) beschreibt bei hohen Beständen Fraß an Laich, Jungfischen, Amphibienlarven und Insektenlarven. Er steht deshalb auch auf der Seite Raubfische.
Was fressen Friedfische?
Friedfische fressen Plankton, Pflanzen, Algen, Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Muscheln und Kleinkrebse. Welche Kost überwiegt, hängt von der Art ab: Rotfeder und Ukelei leben vor allem von Plankton und Insekten, die ins Wasser fallen, die Nase raspelt Algenaufwuchs von Steinen, der Graskarpfen frisst höhere Wasserpflanzen, und Karpfen, Schleie und Brasse suchen am Boden nach Zuckmückenlarven, Weichtieren und Krebsen. Das Rotauge nimmt nach FishBase bodenlebende Wirbellose, Zooplankton, Pflanzenteile und Detritus.
Was bedeutet Friedfischen? Angeln auf Friedfische mit Pose oder auf Grund
Friedfischen oder Friedfischangeln heißt, mit Köder auf Friedfische zu angeln, meist mit der Posen- oder der Grundangel. Die Friedfischhandangel besteht nach der Broschüre des Landes Brandenburg aus einer Rute mit oder ohne Rolle und einem einschenkligen Haken. Den Biss zeigen je nach Methode verschiedene Bissanzeiger an:
- Posenangeln: Eine Pose an der Schnur zeigt den Biss an.
- Grundangeln: Der Köder liegt am Gewässergrund; den Biss zeigen die Rutenspitze oder ein akustischer Bissanzeiger wie ein Glöckchen an, den das Land Brandenburg beim Grundangeln empfiehlt.
Als Köder nennt das Land Brandenburg für die Friedfischangel Teig, Getreide, Wurm und Made. Anfüttern lohnt sich nur in kleinen Mengen: Zu viel Futter hält die Fische nach der Broschüre vom Beißen ab und belastet das Gewässer. Wer gezielt auf Karpfen angeln will, findet Köder und Montagen im Ratgeber Karpfen angeln.
Gelten für Friedfische Schonzeiten und Mindestmaße?
Schonzeiten und Mindestmaße legt jedes Bundesland selbst fest, und sie gelten je Art. Für Karpfen und Äsche gibt es eigene Seiten: Schonzeit Karpfen und Schonzeit Äsche. Alle weiteren Arten zeigt die Übersicht der Schonzeiten und Mindestmaße.
Woher stammen die Angaben auf dieser Seite?
Die Längen, Lebensräume und Nahrungsangaben stammen aus FishBase (Einzelseiten der 23 Arten sowie von Salmo trutta, Regenbogenforelle, Rapfen, Flussbarsch, Aal, Hecht, Zander und Wels); die Einstufung folgt der Hauptnahrung der erwachsenen Tiere nach FishBase. Die Zitate zur Nahrung von Döbel, Aland und Rapfen stammen aus dem Fischlexikon des Landesfischereiverbands Bayern. Köder, Bissanzeiger und Anfüttern stammen aus der Broschüre „Friedfischangeln ohne Fischereischein“ des Landes Brandenburg (6. Auflage 2026), die Angaben zum Sonnenbarsch aus einem Management- und Maßnahmenblatt des HLNUG (Entwurf, Stand Februar 2021). Wo Steckbriefe einzelner Arten mehrere Quellen gegenüberstellen, steht die Spanne; der Höchstwert der Äsche nach dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) stammt aus dem Äschen-Steckbrief.
Weiterlesen
- Raubfische: Liste aller Arten in Deutschland
- Meeresfische: Liste aller Arten in Nord- und Ostsee
- Karpfen angeln: Köder und Montagen
- Schonzeiten und Mindestmaße im Überblick
- Alle Fischarten im Überblick
Häufige Fragen
Was ist ein Friedfisch?
Ein Friedfisch ist eine Fischart, die als erwachsenes Tier keine anderen Fische jagt, sondern vor allem Plankton, Pflanzen, Insektenlarven, Würmer, Schnecken und Kleinkrebse frisst. Typische Friedfische sind Karpfen, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder und Barbe.
Welche Fische gehören zu den Friedfischen?
Zu den Friedfischen gehören in Deutschland unter anderem Karpfen, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder, Barbe, Karausche, Güster, Nase, Ukelei, Gründling, Moderlieschen, Schneider und Graskarpfen. Dazu kommen neun Grenzfälle wie Äsche, Döbel und Aland, die auch Fische fressen oder sich nicht eindeutig zuordnen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Friedfisch und Raubfisch?
Friedfische fressen überwiegend Plankton, Pflanzen und wirbellose Kleintiere, Raubfische überwiegend Fische; maßgeblich ist die Hauptnahrung der erwachsenen Tiere. Beispiele für Raubfische sind Hecht, Zander, Flussbarsch und Wels.
Ist die Forelle ein Friedfisch?
Nein, die Forelle gilt als Raubfisch. FishBase nennt als Nahrung erwachsener Forellen Weichtiere, Krebse und kleine Fische, bei der Regenbogenforelle Wirbellose und kleine Fische.
Was fressen Friedfische?
Friedfische fressen Plankton, Pflanzen, Algen, Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Muscheln und Kleinkrebse. Rotfeder und Ukelei leben vor allem von Plankton und Insekten, die Nase von Algenaufwuchs, der Graskarpfen von Wasserpflanzen und Karpfen, Schleie und Brasse von Bodentieren.
Was bedeutet Friedfischen?
Friedfischen oder Friedfischangeln heißt, mit Köder auf Friedfische zu angeln, meist mit Posen- oder Grundangel. Als Köder nennt das Land Brandenburg Teig, Getreide, Wurm und Made.
Ist jeder Weißfisch ein Friedfisch?
Nein, der Rapfen ist ein Weißfisch, der überwiegend Fische frisst, vor allem Ukelei und Stint. Er steht deshalb bei den Raubfischen.
Quellen
- FishBase: Rutilus rutilus, Rotauge (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Abramis brama, Brasse (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Blicca bjoerkna, Güster (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Scardinius erythrophthalmus, Rotfeder (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Alburnus alburnus, Ukelei (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leucaspius delineatus, Moderlieschen (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Alburnoides bipunctatus, Schneider (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Gobio gobio, Gründling (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Chondrostoma nasus, Nase (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Barbus barbus, Barbe (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Tinca tinca, Schleie (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Carassius carassius, Karausche (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Cyprinus carpio, Karpfen (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Ctenopharyngodon idella, Graskarpfen (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Thymallus thymallus, Äsche (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Squalius cephalus, Döbel (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leuciscus idus, Aland (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Pelecus cultratus, Ziege (Sichling) (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Cottus gobio, Groppe (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Misgurnus fossilis, Schlammpeitzger (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Gasterosteus aculeatus, Dreistachliger Stichling (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Neogobius melanostomus, Schwarzmundgrundel (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Lepomis gibbosus, Sonnenbarsch (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leuciscus aspius, Rapfen (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Salmo trutta, Forelle (Salmo trutta) (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Oncorhynchus mykiss, Regenbogenforelle (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Perca fluviatilis, Flussbarsch (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Anguilla anguilla, Europäischer Aal (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Esox lucius, Hecht (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Sander lucioperca, Zander (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Silurus glanis, Wels (abgerufen am 06.10.2026)
- Landesfischereiverband Bayern: LFV Fischlexikon, Fische bayerischer Gewässer (Nahrung von Aitel, Nerfling, Rapfen) (abgerufen am 06.10.2026)
- Deutscher Angelfischerverband (DAFV): Fisch des Jahres 2011 – Äsche (Thymallus thymallus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Land Brandenburg (MLEUV, LELF): Friedfischangeln ohne Fischereischein, 6. Auflage 2026 (abgerufen am 06.10.2026)
- HLNUG: Sonnenbarsch, Management- und Maßnahmenblatt zu VO (EU) Nr. 1143/2014 (Entwurf, Stand Februar 2021) (abgerufen am 06.10.2026)