Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Stint, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Stint: Merkmale, Größe, Saison und Lebensraum

Der Stint (Osmerus eperlanus, englisch European smelt) ist ein kleiner, schlanker Wanderfisch der Küstenmeere und Flussmündungen, der frisch gefangen nach Gurke riecht. Üblich sind rund 16,5 cm Gesamtlänge; beim Stint der Tideelbe liegt die rechnerische Höchstlänge bei etwa 23 cm Standardlänge (gemessen ohne Schwanzflosse). Im Spätwinter zieht er zum Laichen in die Flüsse, in der Tideelbe lag die Laichzeit in den Jahren 2021 bis 2025 zwischen Mitte Februar und Mitte März. Nach der Roten Liste von 2023 gilt der Stint in Deutschland als stark gefährdet, und sein Bestand in der Tideelbe ging zwischen 2009/10 und 2021/22 um 92 Prozent zurück. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Saison, Geruch und Gefährdung mit Quelle; gemeint ist hier der Fisch, nicht das norddeutsche Wort für einen Jungen.

Stint-Steckbrief: Größe, Alter, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick

Der Stint ist üblicherweise rund 16,5 cm lang (Gesamtlänge), laicht je nach Wassertemperatur zwischen Februar und Mai und gilt in Deutschland als stark gefährdet. Die Werte stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Thünen-Institut, der Hamburger Stintstudie der Umweltbehörde (BUKEA) und Fachliteratur; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Stint (Osmerus eperlanus)
Wissen­schaft­licher Name Osmerus eperlanus (Linnaeus, 1758)
Weitere Namen englisch European smelt (FishBase); Elbstint für die Tideelbe-Population (Hamburger Stintstudie); Binnenstint für die Form der Seen (Fischereiverordnungen)
Familie, Ordnung Osmeridae, Osmeriformes (FishBase)
Länge üblich 16,5 cm Gesamtlänge (TL, FishBase); Höchstwert 45,0 cm TL (FishBase), nach der Hamburger Stintstudie „bis zu 30 cm“; Elbstint 2021 bis 2025 rechnerisch bis 23,3 cm Standardlänge (SL)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 178 g (FishBase)
Alter Höchstalter 7 Jahre (Hamburger Stintstudie, nach Literatur) bis 10 Jahre (FishBase)
Geschlechts­reife mit 1 bis 2 Jahren in Süßwasserpopulationen, mit 3 bis 4 Jahren in Brackwasserpopulationen (FishBase)
Laichzeit Februar bis Mai, je nach Wassertemperatur (FishBase); Tideelbe 2021 bis 2025: Mitte Februar bis Mitte März (Hamburger Stintstudie)
Eier 8.000 bis 50.000 gelbe Eier von 0,6 bis 0,9 mm, am Boden haftend; Schlupf nach 3 bis 5 Wochen (FishBase)
Lebensraum Küstenmeer, Flussmündungen, Brackwasser und große Seen; im Meer in 2 bis 25 m Tiefe, in der Regel bis 50 m; zum Laichen in Flüssen (anadrom)
Verbreitung Nordatlantik vom Weißen Meer bis Westfrankreich, einschließlich Ostsee, südlicher Nordsee und Britischen Inseln (FishBase)
Nahrung Garnelen und kleine Krebse, größere Tiere auch kleine Fische (FishBase); erwachsene Elbstinte nach der Hamburger Stintstudie meist Fische, zum Teil Artgenossen
Raub- oder Friedfisch Grenzfall: Larven und Jungfische fressen Kleinkrebse, ältere Tiere zunehmend Fisch (siehe Raubfische)
Süß- oder Salzwasser beides: Wanderfisch, der im Meer lebt und zum Laichen in die Flüsse zieht
Gefährdung Rote Liste Süßwasserfische Deutschland 2023: stark gefährdet; IUCN weltweit: Least Concern (bewertet am 3. Oktober 2022, nach FishBase)

Was ist ein Stint? Fisch, Wort und englischer Name

Der Stint ist ein kleiner Fisch aus der Familie Osmeridae in der Ordnung Osmeriformes (FishBase); sein englischer Name ist European smelt. Im Duden heißt er „zu den Lachsen gehörender Fisch“; die Systematik in FishBase führt ihn dagegen als eigene Familie Osmeridae, nicht als Lachsfisch (Salmonidae).

Das Wort ist maskulin (der Stint, Plural die Stinte). Es stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutete wohl „Kurzer, Gestutzter“ (Duden); in Norddeutschland ist „Stint“ außerdem ein Wort für einen Jungen. Der Gattungsname Osmerus leitet sich vom griechischen osme ab (FishBase: „odorous“) und bezieht sich auf den Gurkengeruch.

Woran erkennt man einen Stint? Schlanker Körper, spitzer Kopf, silberner Streifen

Einen Stint erkennt man am langen, schlanken Körper, dem spitzen Kopf und dem Silberstreifen auf den Flanken. Der Rücken ist hell olivgrün, der Bauch cremeweiß (FishBase). Der Oberkiefer reicht bis zum Hinterrand des Auges, der Unterkiefer steht etwas vor; im Unterkiefer sitzen größere Zähne als im Oberkiefer, dazu kräftige Zähne auf der Zunge. Die Rückenflosse hat 9 bis 12 Weichstrahlen, die Afterflosse 12 bis 16, Stachelstrahlen fehlen; die Seitenlinie ist unvollständig und nur nahe dem Kopf ausgebildet (FishBase).

Wie groß wird ein Stint? Üblich 16,5 cm, in der Elbe rechnerisch bis etwa 23 cm

Ein Stint ist üblicherweise rund 16,5 cm lang (Gesamtlänge, TL), und der Elbstint erreicht nach der Hamburger Stintstudie rechnerisch höchstens etwa 23 cm Standardlänge (SL). Die Zahlen sind nur vergleichbar, wenn die Längenart stimmt: Die Gesamtlänge liegt nach Lillelund (1961) 18,3 Prozent über der Standardlänge. Die Tabelle zeigt, was die Quellen mit welcher Messung angeben.

Quelle Länge Messung
FishBase, übliche Länge 16,5 cm Gesamtlänge (TL)
FishBase, Höchstwert 45,0 cm Gesamtlänge (TL)
Hamburger Stintstudie (Literaturangabe) bis zu 30 cm Längenart nicht angegeben
Hamburger Stintstudie, Elbstint 2021 bis 2025 rechnerische Höchstlänge 23,28 cm Standardlänge (SL)
Wichmann (2017), in der Hamburger Stintstudie zitiert, Elbstint 238,75 mm Standardlänge (SL)
Eick (2015), in der Hamburger Stintstudie zitiert 214,53 mm Gesamtlänge (TL)
Thünen (2025), in der Hamburger Stintstudie zitiert, Elbe und Weser zusammen 249,5 mm Längenart nicht angegeben

Im ersten Lebensjahr bleiben Stinte unter 10 cm (Hamburger Stintstudie). Binnenpopulationen in Seen erreichen geringere Längen als die wandernden Tiere (Hamburger Stintstudie). Das höchste veröffentlichte Gewicht beträgt 178 g (FishBase). Warum FishBase 45 cm und die Hamburger Stintstudie 30 cm als Obergrenze nennen, lässt sich aus den gelesenen Quellen nicht klären; die Hamburger Studie bezieht sich auf die norddeutschen Ästuare.

Wie alt wird ein Stint und wann ist er geschlechtsreif?

Ein Stint wird nach den gelesenen Quellen höchstens 7 bis 10 Jahre alt: Die Hamburger Stintstudie nennt bis zu 7 Jahre, FishBase 10 Jahre. Geschlechtsreif wird er nach FishBase mit 1 bis 2 Jahren in Süßwasserpopulationen und mit 3 bis 4 Jahren in Brackwasserpopulationen.

In der Tideelbe bestand der Laicherbestand 2021 bis 2025 aus vier Altersgruppen. Den größten Anteil hatten die Altersgruppe 2 mit 43,6 bis 65,2 Prozent und die Altersgruppe 3 mit 28,1 bis 49,4 Prozent; die Altersgruppe 1 war mit 4,5 bis 12,5 Prozent beteiligt, die Altersgruppe 4 mit 0,8 bis 2,5 Prozent. Weil nur zwei Altersgruppen dominieren, ist der Bestand nach der Hamburger Stintstudie anfällig für Einbrüche.

Wann ist Stint-Saison? In der Elbe Mitte Februar bis Mitte März

Die Stint-Saison folgt der Laichwanderung: In der Tideelbe lag die Laichzeit in den Jahren 2021 bis 2025 zwischen Mitte Februar und Mitte März (Hamburger Stintstudie). Einen festen Kalendertag gibt es nicht, denn die Wassertemperatur bestimmt den Beginn. Die Tabelle zeigt, was die einzelnen Quellen für welches Gebiet angeben.

Quelle Gebiet Angabe
Hamburger Stintstudie 2021 bis 2025 (BUKEA, Abschlussbericht 2026) Tideelbe bei und oberhalb von Hamburg Laichzeit Mitte Februar bis Mitte März; erste Befischung der Laichsaison im Februar (2022, 2024, 2025) oder Anfang März (2021, 2023)
Lillelund (1961), in der Hamburger Stintstudie zitiert Elbe Laichzeit im Zeitraum Mitte März bis Mitte April, je nach Temperatur innerhalb dieses Monats schwankend
FishBase Art insgesamt Februar bis Mai, abhängig von der Wassertemperatur
Thünen-Institut Flüsse der Deutschen Bucht im Frühjahr in großen Schwärmen die Flussmündungen hinauf zum Laichen; ohne Datum

Die Hamburger Stintstudie schließt aus dem Vergleich mit Lillelund (1961), dass der Laichbeginn heute um bis zu 4 bis 5 Wochen früher liegt als damals. Wie stark die Temperatur wirkt, zeigt 2021: Im Februar lag die Wassertemperatur im Tagesmittel um 0 °C, und vergleichbare Eimengen wurden erst später gefunden als 2022 und 2023, als das Tagesmittel um 5,0 beziehungsweise 3,7 Grad höher lag. Für Weser, Ems und die Zuflüsse der Ostsee haben wir keine Primärquelle mit Datumsangaben gefunden; die Tabelle nennt sie deshalb nicht.

Wo lebt der Stint und wohin wandert er zum Laichen?

Der Stint lebt im Küstenmeer, in Flussmündungen und in großen Seen und wandert zum Laichen in die Flüsse hinauf (FishBase, Thünen-Institut). Das Thünen-Institut beschreibt ihn als Schlüsselart der Ästuare der großen deutschen Flüsse und des flachen Küstenwassers der Nordsee; ob die Tiere zum Laichen in ihren Geburtsfluss zurückkehren, ist nach dem Thünen-Institut noch unbekannt.

Wo laicht der Stint in der Elbe?

Der Stint laicht in der Elbe vor allem oberhalb der Stelle, an der sich der Fluss bei Hamburg in Norder- und Süderelbe teilt, und im oberen Teil der Süderelbe. Das Hauptschlupf- und Aufwuchsgebiet der Larven liegt flussabwärts davon, zwischen Elbkilometer 630 und 650 (Hamburger Stintstudie). Das 1959 errichtete Wehr Geesthacht begrenzt die Laichwanderung flussaufwärts; vorher zog der Stint nach Duncker und Ladiges (1960) bis Lauenburg (Hamburger Stintstudie).

Wie laichen Stinte, und wie entwickeln sich die Eier?

Stinte laichen auf sandigem oder kiesigem Grund, bevorzugt in schnell fließendem Wasser. Ein Weibchen legt 8.000 bis 50.000 gelbe Eier von 0,6 bis 0,9 mm Durchmesser, die am Boden haften; nach 3 bis 5 Wochen schlüpfen die Larven, die in die Mündungszone abdriften (FishBase).

Warum riecht der Stint nach Gurke?

Der Stint riecht nach Gurke, weil frisch gefangene Tiere einen Geruchsstoff tragen, der auch in Gurken vorkommt (Svanberg, Jäppinen und Bonow 2019). FishBase führt „smells like cucumber“ als Merkmal der Art, und der Gattungsname Osmerus bezieht sich auf diesen Geruch. Nach der schwedischen Fachstudie gehen die Meinungen darüber auseinander: Manche empfinden den Geruch als angenehm, andere als abstoßend. Welcher Stoff genau verantwortlich ist, nennen die gelesenen Quellen nicht.

Was frisst der Stint?

Der Stint frisst als Jungtier Kleinkrebse und als größeres Tier zunehmend Fisch. FishBase nennt Garnelen und kleine Krebse, bei größeren Tieren auch kleine Fische. In der Tideelbe frisst er vor allem den Ruderfußkrebs Eurytemora affinis und die Schwebegarnele Neomysis integer (Thiel 2019). Stintlarven fressen als erste Nahrung Nauplien; später kommen Schwebegarnelen, Flohkrebse und Fischlarven hinzu. Erwachsene Elbstinte ernähren sich nach der Hamburger Stintstudie meist von Fischen, zum Teil von Artgenossen (Kannibalismus vor allem an Larven und Jungfischen).

Wie schmeckt Stint, und wird er gegessen?

Ja, der Stint ist ein Speisefisch: FishBase führt ihn als Speisefisch, der auch geräuchert wird, daneben als Köder und für Fischöl. Das Thünen-Institut bezeichnet ihn als wirtschaftlich bedeutenden Wanderfisch von Elbe und Weser. Nach der Fachliteratur wird er in Deutschland im Frühjahr gegessen (Svanberg, Jäppinen und Bonow 2019).

Zum Geschmack schreibt die schwedische Studie, er erinnere viele an Veilchen; der Geruch polarisiere. In Schweden wird er meist gebraten und mit Kartoffeln gegessen, daneben eingelegt oder getrocknet. Zur deutschen Zubereitung, etwa ob Gräten und Schwanz mitgegessen werden, haben wir keine Fachquelle gelesen; diese Angaben stehen deshalb nicht hier.

Welche Rolle spielt der Stint als Futterfisch?

Der Stint ist in der Tideelbe die wichtigste Beute des Zanders: Er hat dort einen Anteil von 34,31 Prozent am Nahrungsindex IRI (Index of Relative Importance; Theilen 2025, in der Hamburger Stintstudie zitiert). Beim Kaulbarsch sind es 6,5 Prozent. Der Stint ist die häufigste Fischart der Tideelbe unterhalb Hamburgs und „eine der wichtigsten Schlüsselarten im Nahrungsnetz“; er ist wichtige Nahrung für Zander, Aal, Meerforelle, Finte und Schnäpel (Thiel, Universität Hamburg, 2019). Die Flussseeschwalbe füttert ihren Nachwuchs überwiegend mit Stint (Hamburger Stintstudie).

Ist der Stint gefährdet? Rote Liste: stark gefährdet

Der Stint gilt in der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 als stark gefährdet (Kategorie 2). Die aktuelle Bestandssituation ist „selten“, der langfristige Trend ein „starker Rückgang“, der kurzfristige eine „starke Abnahme“. In der Liste von 2009 stand die Art noch auf der Vorwarnliste; das Rote-Liste-Zentrum vermerkt eine aktuelle Verschlechterung der Einstufung (Freyhof et al. 2023). Die Bestandssituation wird von den sehr großen Küstenpopulationen bestimmt; Fachleute aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehen von einem starken Rückgang aus (Scholle und Schuchardt 2019), und auch viele kleine Populationen der norddeutschen Seen zeigen negative Trends. Die IUCN führt die Art weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 3. Oktober 2022, nach FishBase).

Wie hat sich der Stintbestand in der Elbe entwickelt?

Der Stintbestand der Tideelbe ging zwischen 2009/10 und 2021/22 um 92 Prozent zurück (Theilen et al. 2025, in der Hamburger Stintstudie zitiert). Bis in die 1970er Jahre war der Stint in Elbe, Weser und Ems sehr häufig; nach einem Einbruch in den 1980er Jahren durch schlechte Wasserqualität erholte er sich ab Mitte der 1990er Jahre und nimmt seit Jahren wieder stark ab (Thünen-Institut).

In der Hamburger Stintstudie stieg die Bestandsdichte im Untersuchungsgebiet von 2021 auf 2022 geringfügig, sank bis 2024 auf ein Minimum und nahm 2025 massiv zu; der Bericht führt die Jahrgangsstärke maßgeblich auf das Zusammenwirken von Gewässerform und Oberwasserabfluss zurück. Die Universität Hamburg nennt den Stint zusammen mit Finte, Flunder und Kaulbarsch unter den Arten, die in der Elbmündung besonders stark abnahmen (Mitteilung zur Studie von Theilen et al. 2025). Die Umweltbehörde BUKEA meldete am 1. Juli 2026, die Ursachen seien verstanden; Ansatzpunkte seien bessere Lebensbedingungen für Eier, Larven und Jungfische sowie wiederhergestellte Flachwasserzonen.

Stint, Binnenstint oder Stintdorsch: Was ist gemeint?

Gemeint ist hier der Stint (Osmerus eperlanus); der Binnenstint ist seine Form in Seen, der Stintdorsch eine andere Art.

Was ist der Binnenstint?

Der Binnenstint ist die Form des Stints, die dauerhaft in Seen lebt; im Westen seines Verbreitungsgebiets wandert der Stint dagegen vom Meer in die Flüsse, im Osten leben Seenpopulationen (FishBase). Solche Populationen bleiben kleiner (Hamburger Stintstudie), und viele kleine Bestände in den norddeutschen Seen nehmen ab (Rote-Liste-Zentrum). Die Fischereiverordnungen benennen die Formen unterschiedlich: Berlin und Schleswig-Holstein führen Stint und Binnenstint getrennt, Mecklenburg-Vorpommern nennt den Binnenstint, Brandenburg den Stint.

Ist der Stintdorsch ein Stint?

Nein, der Stintdorsch (Trisopterus esmarkii) ist eine eigene Meeresfischart und gilt in der Roten Liste der marinen Fische von 2025 als ungefährdet. In den deutschen Nordseegewässern kommt er nur am Rand seines Verbreitungsgebiets vor und lebt gewöhnlich in deutlich tieferen Bereichen (Thiel et al. 2025). Der Name führt leicht in die Irre.

Schonzeit und Mindestmaß für Stint in allen 16 Bundesländern

Vier Bundesländer führen den Stint oder seine Binnenform, den Binnenstint, in ihrer Fischereiverordnung namentlich auf: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein; in den Verordnungen der übrigen zwölf Länder, darunter Hamburg und Niedersachsen an der Elbe, steht er nicht.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern nicht aufgeführt – –
Baden-Württemberg nicht aufgeführt – –
Berlin (Flussstint) 01.02.–30.04. kein Mindestmaß LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1); kein Mindestmaß; die Binnenform (Binnenstint) steht in Anlage 2 ohne Schonbestimmungen
Berlin (Binnenstint) keine Schonzeit kein Mindestmaß LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten; Binnenform des Stints – der Flussstint hat Schonzeit (Anlage 1)
Brandenburg ganzjährig geschont kein Mindestmaß BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1)
Bremen nicht aufgeführt – –
Hamburg nicht aufgeführt – –
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern 01.03.–30.04. kein Mindestmaß Binnengewässer · BiFVO § 5 Schonzeit. Kein Mindestmaß in § 4. Binnenform des Stints.
Niedersachsen nicht aufgeführt – –
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz nicht aufgeführt – –
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen nicht aufgeführt – –
Sachsen-Anhalt nicht aufgeführt – –
Schleswig-Holstein (Binnenstint) keine Schonzeit kein Mindestmaß Binnenform des Stints
Schleswig-Holstein (Stint) keine Schonzeit kein Mindestmaß –
Thüringen nicht aufgeführt – –

4 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Dass ein Land den Stint nicht nennt, heißt nur, dass die Verordnung keinen eigenen Eintrag für ihn enthält. Fragen Sie vor dem Angeln zusätzlich beim Gewässerbewirtschafter nach den Bedingungen Ihres Erlaubnisscheins. Die Regeln der Länder an der Elbe finden Sie unter Schonzeiten in Hamburg, Schonzeiten in Niedersachsen und Schonzeiten in Schleswig-Holstein, allgemeine Informationen zur Erlaubnis unter Angelschein. Das Angeln auf Stint behandelt dieser Steckbrief nicht.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase, dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums zur Roten Liste der Süßwasserfische (Freyhof et al. 2023) und zum Stintdorsch (Thiel et al. 2025), dem Abschlussbericht der Hamburger Stintstudie 2021 bis 2025 (Version 1.0, Stand 23. April 2026) und der Pressemitteilung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft vom 1. Juli 2026, zwei Projektseiten des Thünen-Instituts, einer Mitteilung der Universität Hamburg von 2019 und einer von 2025, der Studie von Svanberg, Jäppinen und Bonow (2019) sowie dem Duden. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Was für ein Fisch ist der Stint?

Der Stint (Osmerus eperlanus, englisch European smelt) ist ein kleiner, schlanker Wanderfisch der Küstenmeere und Flussmündungen aus der Familie Osmeridae. Üblich sind 16,5 cm Gesamtlänge (FishBase); zum Laichen zieht er im Frühjahr in die Flüsse. In Deutschland gilt er nach der Roten Liste von 2023 als stark gefährdet (Freyhof et al. 2023).

Wann ist die Stint-Saison?

Die Stint-Saison folgt der Laichwanderung. In der Tideelbe lag die Laichzeit in den Jahren 2021 bis 2025 zwischen Mitte Februar und Mitte März (Hamburger Stintstudie, BUKEA 2026); FishBase nennt für die Art insgesamt Februar bis Mai, je nach Wassertemperatur. Einen festen Kalendertag gibt es nicht: Im kalten Februar 2021 begann die Laichzeit nach der Hamburger Stintstudie vermutlich später als 2022 und 2023.

Welcher Fisch riecht nach Gurke?

Der Stint riecht frisch gefangen nach Gurke (FishBase). Nach einer schwedischen Fachstudie stammt der Geruch von demselben Stoff, der auch in Gurken vorkommt; manche Menschen empfinden ihn als angenehm, andere als abstoßend (Svanberg, Jäppinen und Bonow 2019). Der Gattungsname Osmerus bezieht sich auf diesen Geruch.

Wie schmeckt der Stint?

Der Geschmack erinnert nach einer schwedischen Fachstudie viele Menschen an Veilchen (Svanberg, Jäppinen und Bonow 2019). Der Stint ist ein Speisefisch, der auch geräuchert wird (FishBase) und in Deutschland im Frühjahr gegessen wird. Eine genauere Beschreibung des Geschmacks liefern die gelesenen Quellen nicht; sie bleibt Erfahrungssache.

Wie wird der Stint gegessen?

Nach der Fachliteratur wird der Stint gebraten, eingelegt oder getrocknet gegessen; in Schweden meist gebraten und mit Kartoffeln (Svanberg, Jäppinen und Bonow 2019), FishBase nennt außerdem die Räucherung. Zur deutschen Zubereitung, etwa ob Gräten und Schwanz mitgegessen werden, haben wir keine Fachquelle gelesen und machen deshalb keine Angabe.

Was bedeutet Stint auf Deutsch?

Stint ist der deutsche Name der Fischart Osmerus eperlanus, im Englischen European smelt. Das Wort ist maskulin (der Stint, Plural die Stinte), stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutete wohl „Kurzer, Gestutzter“; in Norddeutschland ist „Stint“ außerdem ein Wort für einen Jungen (Duden).

Quellen