Der Döbel (Squalius cephalus), in Bayern und Österreich Aitel genannt, ist ein Karpfenfisch der Fließgewässer und wird meist 30 bis 40 cm lang; als Höchstwerte nennen die Quellen etwa 60 bis über 70 cm und nach FishBase bis 8 kg. Er kann bis zu 22 Jahre alt werden, laicht von April bis Juni auf kiesigem Grund und gilt in Deutschland nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet. Er ist ein Allesfresser, große Exemplare fressen aber vorwiegend Fische; damit ist er ein Grenzfall zwischen Friedfisch und Raubfisch. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Merkmale, Lebensraum und Geschmack mit Quelle, zeigt den Unterschied zu Aland und Hasel und erklärt, wie Schonzeit und Mindestmaß in den 16 Bundesländern geregelt sind.
Döbel-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick
Der Döbel (Squalius cephalus) wird meist 30 bis 40 cm lang (Höchstwert etwa 60 cm Standardlänge), wiegt nach FishBase höchstens 8 kg, kann bis zu 22 Jahre alt werden und laicht von April bis Juni. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, dem Land Kärnten, dem Fischereiverband Vorarlberg und weiteren Quellen, die am Ende der Seite aufgeführt sind.
| Merkmal | Döbel (Squalius cephalus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Squalius cephalus (Linnaeus, 1758); älteres Synonym Leuciscus cephalus, das manche Verordnungen noch verwenden |
| Weitere Namen | Aitel, Alet, Rohrkarpfen; mundartlich Eitl |
| Familie | Weißfische (Leuciscidae; in älteren Quellen zu den Karpfenfischen, Cyprinidae, gezählt); Ordnung Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Länge | üblich 30 cm Gesamtlänge (FishBase), nach Kärnten und Vorarlberg meist 30 bis 40 cm; Höchstwert 60 cm Standardlänge (FishBase), vereinzelt über 70 cm (Kärnten) |
| Gewicht | höchstens 8 kg (höchstes veröffentlichtes Gewicht, FishBase) |
| Alter | bis 22 Jahre (höchstes gemeldetes Alter, FishBase) |
| Geschlechtsreife | in Schleswig-Holstein untersuchte Männchen nach 3, Weibchen nach 4 Jahren; mittlere Länge bei Geschlechtsreife 25 cm (FishBase) |
| Laichzeit | April bis Juni, auf Kies in schneller Strömung |
| Lebensraum | Bäche und Flüsse von der unteren Forellen- bis zur Barbenregion; auch Seen und Staue |
| Nahrung | Allesfresser: Kleintiere, Insektenlarven, Pflanzen, Fischlaich; große Tiere vorwiegend Fische |
| Raub- oder Friedfisch | Grenzfall: Mischköstler mit trophischer Stufe 2,7 (FishBase), große Tiere fressen vorwiegend Fische |
| Süß- oder Salzwasser | Süßwasserfisch, der auch im Brackwasser vorkommt |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand häufig; weltweit nicht gefährdet (IUCN) |
Wie heißt der Döbel noch? Aitel, Alet und Rohrkarpfen
In Bayern und Österreich heißt der Döbel Aitel; daneben sind Alet und Rohrkarpfen als Namen für denselben Fisch belegt. Der NÖ Landesfischereiverband führt „Aitel (Squalius cephalus)“ mit den Namen Döbel, Rohrkarpfen und Alet, der Fischereiverband Vorarlberg nennt „Aitel, Alet“ als andere Bezeichnungen, und die bayerische Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz (AVBayFiG) schreibt „Aitel/Döbel“. FishBase verzeichnet Aitel für Österreich und Deutschland. In bairischen Mundarten heißt der Fisch außerdem Eitl; das Bayerische Wörterbuch belegt auch die Schreibung „Eitel“. Der wissenschaftliche Name lautet Squalius cephalus; ältere Verordnungen führen den Döbel noch als Leuciscus cephalus.
Die Wortgeschichte zeigt, wie eng der Döbel sprachlich mit dem Aland verbunden ist: Nach dem Bayerischen Wörterbuch ist „Aitel“ durch i-Vokalisierung aus „Ältel“ entstanden, einer Weiterbildung zu „Aland“. Mundartlich bezeichnet Aitel dort teils auch andere Karpfenfische. Wie Sie Döbel, Aland und Hasel heute sicher auseinanderhalten, zeigt der Abschnitt weiter unten.
Wie groß wird ein Döbel? Meist 30 bis 40 cm, höchstens etwa 60 cm
Ein Döbel wird meist 30 bis 40 cm lang. FishBase nennt 30 cm Gesamtlänge als übliche Länge und 60 cm Standardlänge als größten Wert; das Land Kärnten schreibt „zumeist um die 40 cm“, der Fischereiverband Vorarlberg „30 bis 40 cm“. Größere Fische sind selten: Vorarlberg gibt „selten bis 70 cm“ an, Kärnten kennt vereinzelt Längen über 70 cm, der NÖ Landesfischereiverband nennt „bis 60 cm“. Als Obergrenze der Art können Sie also etwa 60 bis 70 cm ansetzen. Die Standardlänge wird ohne Schwanzflosse gemessen, die Gesamtlänge bis zur Schwanzspitze; ein Döbel von 60 cm Standardlänge ist in Gesamtlänge deshalb länger.
Ab welcher Größe und welchem Alter ist ein Döbel geschlechtsreif?
Als mittlere Länge bei Geschlechtsreife nennt FishBase 25 cm; die Spanne der ausgewerteten Studien reicht von 7 bis 30 cm. Beim Alter sind die deutschen Daten eindeutig: In Schleswig-Holstein waren untersuchte Männchen mit 3 Jahren und Weibchen mit 4 Jahren geschlechtsreif (FishBase, Tabelle der Reifestudien). In Studien aus anderen Ländern liegt das mittlere Alter bei der Reife zwischen 1,5 und 6 Jahren; wie früh ein Döbel reift, hängt also vom Gewässer ab.
Wie schwer ist ein Döbel bei 30, 40, 50 und 60 cm?
Ein Döbel von 40 cm Gesamtlänge wiegt rechnerisch etwa 750 g, einer von 50 cm rund 1,5 kg. Das sind Modellwerte aus der FishBase-Längen-Gewichts-Beziehung für die Art (Gewicht in g = 0,00724 × Länge in cm hoch 3,13), keine Wägungen; der Ernährungszustand verschiebt das tatsächliche Gewicht. Das höchste veröffentlichte Gewicht von 8 kg ist ein Einzelwert ohne zugehörige Längenangabe und als Obergrenze zu lesen.
| Gesamtlänge | Rechnerisches Gewicht (Modell) |
|---|---|
| 30 cm | etwa 300 g |
| 40 cm | etwa 750 g |
| 50 cm | etwa 1,5 kg |
| 60 cm | etwa 2,7 kg |
Woran erkennt man einen Döbel? Merkmale auf einen Blick
Einen Döbel erkennen Sie am gestreckten, fast drehrunden Körper, dem breiten Kopf mit großem, endständigem Maul, den großen Schuppen mit dunklem Rand, die ein Netzmuster bilden, und an der nach außen gewölbten Afterflosse. Diese Merkmale nennen der NÖ Landesfischereiverband, das Land Kärnten und der Fischereiverband Vorarlberg übereinstimmend; die Maulspalte reicht nach dem NÖ Landesfischereiverband fast bis unter die Augen.
Die Färbung ist graugrün (Kärnten). Rücken- und Schwanzflosse sind dunkelgrau, die Brustflossen etwas heller, Bauch- und Afterflossen orange bis rot (FishBase; nach dem NÖ Landesfischereiverband leicht rötlich). FishBase nennt zusätzlich einen deutlich abgesetzten Übergang im Rückenprofil zwischen Kopf und Rumpf. Entlang der Seitenlinie sitzen nach FishBase 40 bis 45 Schuppen und 2 bis 3 weitere am Schwanzstiel; der Freistaat Sachsen gibt 44 bis 46 an.
Kann sich der Döbel mit anderen Fischen kreuzen?
Ja, der Döbel bildet nach FishBase häufig fruchtbare Hybriden mit dem Ukelei (Alburnus alburnus). Ein Fisch, der nicht eindeutig zu einer der Arten passt, kann also ein Mischling sein; die Merkmale in der Tabelle unten gelten für artreine Tiere.
Ist der Döbel ein Raubfisch? Grenzfall: Allesfresser, große Tiere fressen vor allem Fische
Der Döbel ist kein reiner Raubfisch und kein reiner Friedfisch: Er frisst Tiere und Pflanzen, große Tiere ernähren sich nach FishBase aber vorwiegend von Fischen. FishBase gibt seine trophische Stufe mit 2,7 (± 0,1) an, berechnet aus Mageninhaltsstudien, und beschreibt ihn als Art, die sich von einer großen Bandbreite an Wasser- und Landtieren sowie Pflanzenmaterial ernährt. Wegen dieser Doppelrolle führt dieses Portal den Döbel in beiden Listen: unter den Raubfischen und unter den Friedfischen.
Was frisst der Döbel?
Der Döbel frisst ein breites Spektrum: wirbellose Kleintiere, Insektenlarven, Anflugnahrung, Pflanzenteile, Fischlaich, Frösche und kleine Fische. Nach dem Land Kärnten leben junge Döbel von Insektenlarven und Anflugnahrung, erwachsene jagen Fischchen und Frösche, selten Kleinsäuger. Der Fischereiverband Vorarlberg nennt wirbellose Kleintiere, Wasserpflanzen, Fischlaich und kleine Fische. Dass Fischlaich auf dem Speiseplan steht, schließt Kärnten daraus, dass am Wörthersee beim Laichzug der Lauben in den Reifnitzbach Döbel in großer Zahl folgen.
Wo lebt der Döbel? In Bächen und Flüssen von der unteren Forellen- bis zur Barbenregion
Der Döbel lebt vor allem in Fließgewässern der unteren Forellen-, Äschen- und Barbenregion und gilt als sehr anpassungsfähig. Der Freistaat Sachsen nennt Seen und Brackwasser als seltenere Lebensräume, Kärnten dagegen Bäche, Flüsse, Seen, Flussstaue und selbst Entwässerungsgräben und nennt ihn Leitart der Barbenregion. Nach FishBase ist er am häufigsten in kleinen Flüssen und großen Bächen der Barbenregion mit Stromschnellen und Kolken, kommt aber auch an langsam fließenden Tieflandflüssen, in sehr kleinen Gebirgsbächen und in großen Seen vor; aus Seen wandert er zum Laichen in zufließende Bäche. Erwachsene Tiere sind Einzelgänger, Jungfische bilden Gruppen.
Wann laicht der Döbel? Von April bis Juni auf Kies
Der Döbel laicht von April bis Juni, bevorzugt in der Strömung über Kies. Das Land Kärnten und der Fischereiverband Vorarlberg nennen übereinstimmend diese drei Monate; der NÖ Landesfischereiverband bezeichnet ihn als „Sommerlaicher“ und nennt keine Monate. Nach FishBase laicht der Döbel in schnell fließendem Wasser über Kiesgrund, selten zwischen Wasserpflanzen. Die Weibchen laichen mehrmals pro Saison und mit mehreren Männchen: Die Männchen sammeln sich am Laichplatz und folgen laichreifen Weibchen unter heftigem Wasserspritzen in flache Kiesbänke. Die klebrigen, blassgelben Eier haften an Kies, Steinen und Pflanzen (Vorarlberg: an Steinen und Wurzeln); die Männchen tragen zur Laichzeit einen Laichausschlag.
Ist der Döbel ein guter Speisefisch und wie schmeckt er?
Der Döbel ist essbar, gilt aber nicht als guter Speisefisch: Sein Fleisch ist sehr grätenreich, und FishBase bewertet es als „poor quality“, also als von geringer Qualität. Das Land Kärnten nennt den Aitel wirtschaftlich eher unbedeutend, „eher Beifang als Zielfisch“, mit grätenreichem Fleisch, das sich zum Beispiel faschiert zu Fischlaibchen verarbeiten lässt. Das Bayerische Wörterbuch zitiert aus einer Beschreibung der Fischerei in der Oberpfalz „Fleisch: grätig und weich“ und nennt Fischwürste und Pfanzeln als Verwendung; ein mundartlicher Beleg aus Prien hält fest, der Fisch sei „wegen der Gräten schlecht verkäuflich“.
Wie ein Döbel schmeckt, lässt sich nicht messen, und eine amtliche Geschmacksangabe gibt es nicht; die genannten Quellen beschreiben das Fleisch übereinstimmend als weich und grätig, nicht als besonders aromatisch. Zu den Nährwerten nennt FishBase als Schätzwerte aus Nährstoffstudien rund 18,8 Prozent Eiweiß und 0,63 g Omega-3-Fettsäuren je 100 g Fleisch. Ob Sie einen gefangenen Döbel mitnehmen dürfen, regelt das jeweilige Bundesland; die Tabelle weiter unten zeigt die Mindestmaße.
Ist der Döbel gefährdet? Rote Liste: ungefährdet
Der Döbel gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, sein Bestand ist häufig. Das Rote-Liste-Zentrum nennt einen mäßigen langfristigen Rückgang; der kurzfristige Bestandstrend ist stabil. Die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN führt den Döbel weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 29. Mai 2022); in Österreich und in Kärnten gilt er ebenfalls als nicht gefährdet.
Schonzeit und Mindestmaß für Döbel in allen 16 Bundesländern
Fünf der 16 Landesfischereiverordnungen führen den Döbel auf: Berlin, Bremen und Thüringen legen ein Mindestmaß fest, Bayern und Schleswig-Holstein nennen ihn ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß, und keines der fünf Länder setzt eine Schonzeit fest. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | keine Schonzeit | 30 cm | LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | keine Schonzeit | 30 cm | Binnengewässer · § 3 Abs. 2 |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | keine Schonzeit | 20 cm | – |
5 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Bremen: Bremische Binnenfischereiverordnung vom 30. September 2011 (Brem.GBl. 2011, S. 410), §§ 2–4 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Thüringen: Ausführungsverordnung zum Thüringer Fischereigesetz (ThürFischAVO) vom 11. August 2020, § 1 Abs. 1 (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein, die Regeln für weitere Arten unter Schonzeiten in Deutschland.
Was ist der Unterschied zwischen Döbel, Aland und Hasel?
Am schnellsten unterscheiden Sie Döbel, Aland und Hasel an der Afterflosse: Beim Döbel ist ihr Rand nach außen gewölbt, bei Aland und Hasel nach innen gebogen. Danach entscheiden Körperform, Schuppen und Maul: Der Döbel ist drehrund mit großen, dunkel umrandeten Schuppen und großem Maul, der Aland hoch und schmal mit deutlich kleineren Schuppen, der Hasel schlank und silbrig mit unterständigem Maul. Der NÖ Landesfischereiverband nennt die Afterflosse das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber Hasel und Aland (dort „Nerfling“), die vor allem als Jungfische leicht mit dem Döbel verwechselt werden.
| Merkmal | Döbel (Squalius cephalus) | Aland (Leuciscus idus) | Hasel (Leuciscus leuciscus) |
|---|---|---|---|
| Afterflosse | Rand nach außen gewölbt (konvex) | Rand nach innen gebogen (konkav) | Rand nach innen gebogen (konkav) |
| Körperform | gestreckt, drehrund | relativ hoch und schmal | schlank |
| Maul | endständig, groß | endständig, klein | unterständig |
| Schuppen | groß, dunkel umrandet, Netzmuster | deutlich kleiner, ohne regelmäßiges Netzmuster; silbern bis leicht goldig | silbern |
| Schuppen in der Seitenlinie | 40 bis 45 plus 2 bis 3 (FishBase); 44 bis 46 (Sachsen) | 56 bis 58 plus 3 (FishBase); 55 bis 60 (Sachsen) | 48 bis 54 (Sachsen); nach FishBase meist 47 bis 52 |
| Flossenfarbe | Bauch- und Afterflosse orange bis rot | rötlich | durchsichtig bis blass gelb |
| Größe | üblich 30 cm, höchstens 60 cm (Standardlänge) | üblich 30 cm, höchstens 85 cm (Standardlänge) | üblich 15 cm, höchstens 40 cm (Gesamtlänge) |
| Lebensraum | Fließgewässer der unteren Forellen- bis Barbenregion | große Tieflandflüsse und nährstoffreiche Seen (FishBase); mittlere bis große Seen und Flussläufe (Sachsen) | klare, sauerstoffreiche Flüsse und Bäche der Äschen- und Barbenregion |
| Rote Liste Deutschland 2023 | ungefährdet, häufig | ungefährdet, mäßig häufig | ungefährdet, häufig |
Rötliche Flossen haben Döbel und Aland gleichermaßen; sie helfen deshalb nur gegenüber dem Hasel. Die Schuppenzahl trennt Döbel und Aland sicher, Döbel und Hasel dagegen nicht: Die Spannen der Quellen überschneiden sich.
Wie erkennen Sie einen Döbel in drei Schritten?
- Afterflosse prüfen: Ist der Rand nach außen gewölbt, haben Sie einen Döbel. Ist er nach innen gebogen, kommen nur Aland oder Hasel infrage.
- Körperform und Maul prüfen: Ein hoher, schmaler Körper mit kleinem Maul spricht für den Aland, ein schlanker, silbriger Körper mit unterständigem Maul für den Hasel; der Döbel hat ein großes, endständiges Maul.
- Schuppen prüfen: Große, dunkel umrandete Schuppen mit Netzmuster hat der Döbel; der Aland trägt deutlich kleinere Schuppen ohne regelmäßige Netzzeichnung.
Warum lohnt sich die Unterscheidung? Aland und Hasel sind in einigen Ländern geschützt
Die Verwechslung kann Folgen haben, weil Aland und Hasel in mehreren Ländern strenger geregelt sind als der Döbel, für den keines der fünf Länder mit Eintrag eine Schonzeit festsetzt. Beim Hasel gilt in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen eine Schonzeit, in Hamburg und Schleswig-Holstein ist er ganzjährig geschützt. Beim Aland gelten Schonzeiten in Baden-Württemberg und Bayern, in Rheinland-Pfalz und Thüringen ist er ganzjährig geschützt. Im Zweifel ist Zurücksetzen die sichere Wahl.
Und der Rapfen?
Der Rapfen sieht dem Döbel ähnlich, ist aber leicht zu unterscheiden: Er hat nach FishBase 64 bis 76 deutlich kleinere Schuppen in der Seitenlinie, ein oberständiges Maul mit vorstehendem Unterkiefer (der Oberkiefer reicht über den Vorderrand des Auges hinaus) und einen beschuppten Kiel zwischen Bauch- und Afterflosse. Den Vergleich mit allen Merkmalen finden Sie im Steckbrief zum Rapfen.
Döbel angeln: Methoden und Köder
Auf Döbel angeln Sie nach dem NÖ Landesfischereiverband mit Spinnangel, Grundangel oder Fliegenrute; der Verband nennt außerdem reife Kirschen als Köder. Das Land Kärnten beschreibt den Aitel als wenig scheu: Er steht oft dort, wo Enten gefüttert werden. Vor dem ersten Wurf brauchen Sie einen Angelschein und die Erlaubnis für das Gewässer; weitere Fischarten finden Sie in der Übersicht der Fischarten.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Steckbrief, Reifestudien und Namensliste zum Döbel, dazu die Steckbriefe von Aland, Hasel und Rapfen), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum), der Prüfungsunterlage „Artenkunde: verwechselbare Fischarten“ des Freistaats Sachsen, dem NÖ Landesfischereiverband, dem Fischereiverband für das Land Vorarlberg, dem Kärntner Informationssystem (Amt der Kärntner Landesregierung) und dem Bayerischen Wörterbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Angaben zu den Schonbestimmungen stammen aus den Landesverordnungen, die auf den verlinkten Länderseiten dokumentiert sind. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Höchstlänge, Laichzeit und Schuppenzahl, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Aland: Steckbrief
- Rapfen: Steckbrief
- Barbe: Steckbrief
- Friedfische: Liste aller Arten
- Raubfische: Liste aller Arten
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
Häufige Fragen
Ist der Döbel ein guter Speisefisch?
Der Döbel ist essbar, gilt aber nicht als guter Speisefisch: Sein Fleisch ist sehr grätenreich, und FishBase bewertet es als von geringer Qualität. Das Land Kärnten nennt den Aitel wirtschaftlich eher unbedeutend, „eher Beifang als Zielfisch“; das grätenreiche Fleisch lässt sich zum Beispiel faschiert zu Fischlaibchen verarbeiten.
Wie nennt man den Döbel noch?
In Bayern und Österreich heißt der Döbel Aitel; weitere belegte Namen sind Alet und Rohrkarpfen, mundartlich auch Eitl. Wissenschaftlich heißt er Squalius cephalus, ältere Verordnungen führen ihn noch als Leuciscus cephalus. Nach dem Bayerischen Wörterbuch geht „Aitel“ auf „Ältel“ zurück, eine Weiterbildung zu „Aland“.
Wie groß wird der Döbel?
Ein Döbel wird meist 30 bis 40 cm lang. FishBase nennt 30 cm Gesamtlänge als übliche Länge und 60 cm Standardlänge als größten Wert; Vorarlberg und Kärnten kennen vereinzelt Fische bis oder über 70 cm. Das höchste veröffentlichte Gewicht liegt nach FishBase bei 8 kg, ein 50 cm langer Döbel wiegt rechnerisch etwa 1,5 kg.
Ist der Döbel ein Raubfisch?
Der Döbel ist ein Grenzfall: Er frisst Tiere und Pflanzen, große Tiere ernähren sich nach FishBase aber vorwiegend von Fischen. FishBase gibt seine trophische Stufe mit 2,7 an, deshalb führt dieses Portal ihn sowohl unter den Raubfischen als auch unter den Friedfischen.
Was ist der Unterschied zwischen Döbel und Aland?
Am schnellsten erkennen Sie den Unterschied an der Afterflosse: Beim Döbel ist ihr Rand nach außen gewölbt, beim Aland nach innen gebogen. Außerdem ist der Döbel drehrund mit großen, dunkel umrandeten Schuppen (40 bis 46 in der Seitenlinie) und großem Maul, der Aland hoch und schmal mit deutlich kleineren Schuppen (55 bis 60) und kleinem Maul.
Hat der Döbel eine Schonzeit?
Fünf der 16 Landesfischereiverordnungen führen den Döbel auf, nämlich die von Bayern, Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und Thüringen; keine davon legt eine Schonzeit fest. Berlin, Bremen und Thüringen nennen ein Mindestmaß. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle 16 Länder, die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln enthalten.
Quellen
- FishBase: Squalius cephalus (Linnaeus, 1758) (Chub), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Maturity studies for Squalius cephalus (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Common names of Squalius cephalus (Webservice) (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leuciscus idus (Linnaeus, 1758) (Ide), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leuciscus leuciscus (Linnaeus, 1758) (Common dace), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Leuciscus aspius (Linnaeus, 1758) (Asp), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Squalius cephalus (Döbel), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Leuciscus idus (Aland), nach Freyhof et al. (2023) (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Leuciscus leuciscus (Hasel), nach Freyhof et al. (2023) (abgerufen am 06.10.2026)
- Freistaat Sachsen, fischerei.sachsen.de: Artenkunde, verwechselbare Fischarten (Döbel, Hasel, Aland) (abgerufen am 06.10.2026)
- NÖ Landesfischereiverband: Fischarten in Niederösterreich, Aitel (Squalius cephalus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Fischereiverband für das Land Vorarlberg: Döbel (Squalius cephalus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Amt der Kärntner Landesregierung, Kärntner Informationssystem: Aitel (Squalius cephalus) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bayerische Akademie der Wissenschaften: Bayerisches Wörterbuch, Artikel „Aitel“ (abgerufen am 06.10.2026)
- Freistaat Bayern: Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz (AVBayFiG), Anlage Schonzeiten und Schonmaße (abgerufen am 06.10.2026)