Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Quappe, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Quappe (Rutte): Größe, Merkmale, Laichzeit und Gefährdung

Die Quappe (Lota lota), auch Rutte genannt, ist nach der Stiftung Wasserlauf NRW und dem LAVES die einzige heimische Süßwasserart unter den Dorschartigen. Sie wird meist 30 bis 60 cm lang, ist überwiegend nachtaktiv und laicht im Winter bei Wassertemperaturen unter 4 bis 6 °C. Nach der Roten Liste von 2023 gilt sie in Deutschland als stark gefährdet; Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland schonen sie ganzjährig, Sachsen in den meisten Gewässern. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit, Lebensraum und Gefährdung mit Quelle, zeigt den Unterschied zu Aalmutter und Aal und führt Schonzeit und Mindestmaß in allen 16 Bundesländern auf.

Quappen-Steckbrief: Größe, Alter, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick

Die Quappe (Lota lota) wird meist 30 bis 60 cm lang, kann bis zu 20 Jahre alt werden, laicht meist von Dezember bis Februar und gilt in Deutschland als stark gefährdet. Die Werte stammen aus FishBase, dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums zur Roten Liste 2023, den Vollzugshinweisen des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), einer Broschüre der Stiftung Wasserlauf NRW und weiteren Quellen, die am Ende der Seite aufgeführt sind.

Merkmal Quappe (Lota lota)
Wissen­schaft­licher Name Lota lota (Linnaeus, 1758)
Ordnung und Familie Dorschartige (Gadiformes); Familie Lotidae, bei FishBase „Hakes and burbots“
Weitere Namen Rutte, Aalrutte, Aalraupe, Aalquappe, Trüsche
Länge meist 30 bis 60 cm (LAVES, Lexikon der Biologie); Stiftung Wasserlauf NRW: in der Regel bis 50 cm, in Ausnahmen über 70 cm; FishBase: üblich 40 cm, höchstens 152 cm (jeweils Gesamtlänge)
Gewicht FishBase: höchstes veröffentlichtes Gewicht 34 kg; eine belegte Angabe für heimische Quappen liegt nicht vor
Alter bis zu 20 Jahre (FishBase, höchstes gemeldetes Alter)
Geschlechts­reife meist im 3. oder 4. Lebensjahr bei 25 bis 40 cm (LAVES); FishBase für Mitteleuropa: Männchen mit 2, Weibchen mit 3 Jahren
Laichzeit Dezember bis Februar bei meist unter 4 °C (LAVES); FishBase: November bis März bei unter 6 °C
Lebensraum kühle bis sommerwarme Flüsse und tiefe, kühle Seen; Bewohner der Gewässersohle, tagsüber versteckt
Nahrung Jungfische Wirbellose, erwachsene Tiere zunehmend Fische
Raub- oder Friedfisch Raubfisch (Duden: „großer Raubfisch“)
Süß- oder Salzwasser Süßwasserfisch; FishBase führt auch Brackwasser, LAVES nennt Gebiete der Nord- und Ostsee mit geringem Salzgehalt
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: stark gefährdet (Kategorie 2), zuvor Vorwarnliste; Bestands­situation selten; weltweit nach FishBase ungefährdet (Least Concern, bewertet am 28. Mai 2022)

Ist die Quappe dasselbe wie die Rutte? Ja, beide Namen bezeichnen denselben Fisch

Quappe und Rutte sind zwei Namen für denselben Fisch, Lota lota. Das Lexikon der Biologie nennt für die Art die Namen Quappe, Aalquappe, Aalraupe, Aalrutte, Rutte und Trüsche. FishBase verzeichnet für Deutschland Quappe, Rutte, Aalraupe, Aalrutte und Trüsche, für Österreich dieselben fünf Namen und für die Schweiz als deutschen Namen die Trüsche. Die bayerische Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz führt die Art als „Rutte/Quappe/Trüsche“. Nach dem Duden heißt es „die Quappe, der Quappe“ und „die Rutte, der Rutte“.

Beim Wort „Quappe“ lohnt ein Blick auf die Bedeutung: Der Duden führt neben der Aalquappe auch die Larve eines Lurchs, besonders die Kaulquappe, unter demselben Stichwort. Dieser Steckbrief behandelt den Fisch.

Ist die Quappe ein Dorsch? Sie gehört zu den Dorschartigen, lebt aber im Süßwasser

Die Quappe ist mit dem Dorsch verwandt, aber kein Dorsch: Sie gehört wie er zu den Dorschartigen und ist die einzige heimische Süßwasserart dieser Gruppe. Das belegen mehrere Quellen: Nach der Stiftung Wasserlauf NRW zählt sie „als einzige Art unserer Süßwasserfische zu den dorschartigen Fischen“, das LAVES schreibt: „Die Quappe ist der einzige Vertreter aus der Familie der Dorschartigen im Süßwasser.“ Das Lexikon der Biologie nennt sie den einzigen Süßwasserdorschfisch. Der Duden beschreibt die Rutte als großen, im Süßwasser lebenden Raubfisch aus der Gruppe der Dorschfische. FishBase formuliert enger: Die Quappe sei das einzige Mitglied der Familie Lotidae, das im Süßwasser lebt. Den Meeresfisch Dorsch stellen wir im Steckbrief Dorsch vor.

Wie groß wird eine Quappe? Meist 30 bis 60 cm

Eine Quappe wird meist 30 bis 60 cm lang; diesen Wert nennen das LAVES und das Lexikon der Biologie. Die Stiftung Wasserlauf NRW schreibt, die Quappe werde „in der Regel bis 50 cm lang, in Ausnahmen bis über 70 cm“. FishBase nennt 40 cm als übliche Länge und 152 cm als Höchstwert, jeweils als Gesamtlänge. Diesen Höchstwert belegt FishBase mit einem Werk über die Süßwasserfische Alaskas (Morrow 1980) und nicht mit einer europäischen Messung; FishBase vermerkt zudem, dass Populationen aus Ostsibirien und Nordamerika nach einer Angabe zu einer eigenen Art (Lota maculosa) gehören. Eine belegte Höchstlänge für deutsche Gewässer haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden.

Quelle Länge Gewicht
LAVES Niedersachsen (Stand November 2011) durchschnittlich 30 bis 60 cm, in Ausnahmen größer keine Angabe
Lexikon der Biologie meist 30 bis 60 cm keine Angabe
Stiftung Wasserlauf NRW (2023) in der Regel bis 50 cm, in Ausnahmen über 70 cm keine Angabe
FishBase, übliche Länge 40 cm Gesamtlänge keine Angabe
FishBase, Höchstwerte 152 cm Gesamtlänge (Morrow 1980, Alaska) höchstes veröffentlichtes Gewicht 34 kg (Morrow 1980, Alaska)

Wie schwer wird eine Quappe?

Die geprüften Quellen nennen nur einen Höchstwert: FishBase gibt 34 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht an und stützt sich dabei auf das genannte Alaska-Werk. Eine belegte Gewichtsangabe für Quappen aus deutschen Gewässern haben wir nicht gefunden.

Wie alt wird eine Quappe und wann ist sie geschlechtsreif?

Eine Quappe kann bis zu 20 Jahre alt werden; FishBase nennt 20 Jahre als höchstes gemeldetes Alter und belegt es mit Muus und Dahlström (1968). Geschlechtsreif wird sie nach dem LAVES meist im 3. oder 4. Lebensjahr bei einer Größe von 25 bis 40 cm. FishBase nennt für Mitteleuropa einen früheren Zeitpunkt: Männchen reifen mit 2 Jahren, Weibchen mit 3 Jahren (nach Kottelat und Freyhof 2007). Quappen produzieren nach dem LAVES 350.000 bis 750.000 Eier je Kilogramm Körpergewicht, die höchste Eizahl aller einheimischen Süßwasserfische.

Wann laicht die Quappe? Im Winter, meist von Dezember bis Februar

Die Quappe laicht im Winter bei sehr niedrigen Wassertemperaturen. Das LAVES nennt Dezember bis Februar bei meist unter 4 °C, FishBase (nach Kottelat und Freyhof 2007) November bis März bei unter 6 °C, die Stiftung Wasserlauf NRW Laichtemperaturen unter 5 °C. Gemeinsamer Nenner ist die kälteste Zeit des Jahres.

In vielen Fließgewässern wandern Quappen zum Laichen stromaufwärts, meist zwischen September und November, wenn das Wasser auf 10 bis 12 °C abkühlt; für die Elbe waren früher Strecken von mehr als 100 km belegt (LAVES). Gelaicht wird in der Regel nachts: Kleine Laichgruppen bilden nach dem LAVES verflochtene Knäuel, die am Gewässerboden entlangschwimmen; FishBase beschreibt Gruppen von bis zu 20 Tieren, die einen Ball von etwa 60 cm Durchmesser formen. Nach dem Ablaichen kehren die erwachsenen Tiere zumeist zwischen März und Mai in ihre Sommerquartiere zurück. Die Eier entwickeln sich je nach Wassertemperatur 30 bis 75 Tage (LAVES); FishBase nennt 40 bis 70 Tage.

Woran erkennt man eine Quappe? An der einzelnen Kinnbartel und den zwei Rückenflossen

Eine Quappe erkennen Sie an der einzelnen Bartel in der Mitte des Unterkiefers und an den Bauchflossen, die vor den Brustflossen ansetzen. Nach FishBase unterscheiden diese beiden Merkmale sie von allen anderen Süßwasserfischen Europas. Die erste Rückenflosse ist kurz, die zweite mindestens sechsmal so lang wie die erste; zweite Rückenflosse und Afterflosse gehen in die abgerundete Schwanzflosse über. Der Körper ist langgestreckt und im Querschnitt rund, die Färbung gelb bis hellbraun oder braun mit einem dunkelbraunen bis schwarzen Muster auf Körper, Kopf und Flossen (FishBase); die Stiftung Wasserlauf NRW spricht von gelbbrauner Marmorierung. Am Kopf sitzen nach dem Lexikon der Biologie zwei Stummel an den Nasenöffnungen.

Quappe, Aalmutter oder Aal: Wie unterscheide ich sie?

Am sichersten unterscheiden Sie die Quappe vom Aal an den Bauchflossen, die dem Aal fehlen, und von der Aalmutter am Lebensraum und an der Fortpflanzung: Die Quappe laicht im Süßwasser, die Aalmutter lebt im Meer und bringt lebende Junge zur Welt. Die Tabelle stellt die Angaben aus FishBase und dem Lexikon der Biologie nebeneinander.

Merkmal Quappe (Lota lota) Aalmutter (Zoarces viviparus) Aal (Anguilla anguilla)
Lebensraum Süßwasser, auch Brackwasser Meer und Brackwasser, 0 bis 40 m Tiefe Süß-, Brack- und Salzwasser; wandert zum Laichen ins Meer
Höchstlänge (Gesamtlänge, FishBase) 152 cm (Beleg aus Alaska); heimisch meist 30 bis 60 cm 52 cm 133 cm (Weibchen)
Bauchflossen vorhanden, vor den Brustflossen angesetzt oft stark reduziert, kehlständig (Lexikon der Biologie) fehlen
Rückenflossen zwei, die zweite sehr lang und in die Schwanzflosse übergehend ähnelt im Flossenbau dem Aal (Lexikon der Biologie) ein durchgehender Flossensaum von der Rückenmitte über den Schwanz bis zum After, mindestens 500 Strahlen
Kinnbartel eine, in der Mitte des Unterkiefers in den geprüften Quellen nicht genannt in den geprüften Quellen nicht genannt
Fortpflanzung Eier, im Winter lebendgebärend, 30 bis 400 Junge Laichgebiet in der Sargassosee
Ordnung Dorschartige Barschartige Aalartige (Anguilliformes)

Ist die Aalmutter eine Quappe?

Nein, die Aalmutter ist keine Quappe. Nach FishBase gehört die Aalmutter zu den Barschartigen (Zoarcoidei) und zur Familie Zoarcidae. Das Lexikon der Biologie ordnete die Aalmuttern früher den Dorschfischen zu, vermerkt aber ausdrücklich, dass sie „nach neuerer Systematik“ den Barschartigen zugerechnet werden. Mit dem Aal ist die Aalmutter ebenfalls nicht verwandt; sie ähnelt ihm nur im Flossenbau. Mehr dazu im Steckbrief Aalmutter; den Aal stellt der Steckbrief Aal vor.

Wo lebt die Quappe? Wo gibt es Quappen in Deutschland?

In Deutschland leben Quappen vor allem in den großen Flüssen und ihren Auen sowie in tiefen, kühlen Seen. Das LAVES beschreibt als Hauptvorkommen die Stromachsen der großen Flüsse und nennt als bedeutendes Seevorkommen den Bodensee. Die Stiftung Wasserlauf NRW führt selbsttragende Bestände in Seen an, etwa im Bodensee, in einigen Voralpenseen und in glazialen Seen der nord- und ostdeutschen Länder; in Nordrhein-Westfalen hat nach ihrer Darstellung bis heute nur eine Population überlebt, die der Lippe. In Niedersachsen beschränkt sich die flächendeckende Besiedlung nach dem LAVES im Wesentlichen auf Elbe, Weser, Aller und Leine mit den zugehörigen Stromtalgewässern.

In Fließgewässern besiedelt die Quappe nach dem LAVES nahezu alle Abschnitte von der Forellenregion bis zur Kaulbarsch-Flunder-Region und kommt auch im Brackwasser von Nord- und Ostsee mit geringem Salzgehalt vor. Sie lebt an der Gewässersohle und braucht Verstecke wie Auskolkungen, unterspülte Ufer, Steine, Wurzeln, Totholz oder dichte Pflanzenbestände. Die Sauerstoffsättigung sollte nicht unter 40 Prozent liegen. Als erwachsener Fisch braucht sie nach der Stiftung Wasserlauf NRW vor allem kühle, tiefere Gewässerzonen; FishBase nennt für die Art 4 bis 18 °C und Wassertiefen von 1 bis 700 m.

Wo kommt die Quappe weltweit vor?

Die Quappe kommt zirkumarktisch im Süßwasser vor, also rund um den Nordpol. FishBase nennt für Europa ein Gebiet von der Loire in Frankreich ostwärts bis zu den Einzugsgebieten von Weißem Meer, Barentssee und Nordpolarmeer, in Sibirien ostwärts bis zur Lena und in Nordamerika von Kanada und Alaska bis in den Norden der USA. In England ist sie nach FishBase inzwischen verschwunden.

Was frisst die Quappe? Als Jungfisch Wirbellose, später überwiegend Fische

Junge Quappen fressen zunächst tierisches Plankton, kleine Krebstiere wie Asseln und Flohkrebse, Würmer, Insektenlarven und Weichtiere; mit zunehmendem Alter spielen Fische eine immer größere Rolle (LAVES). FishBase beschreibt das Gleiche: Kleinere Tiere fressen Insektenlarven, Krebse und Weichtiere, größere bevorzugen Fische. Die Quappe sucht ihre Nahrung nach dem LAVES überwiegend in der Dämmerung und nachts. Im Herbst und Winter frisst sie besonders intensiv, im Sommer dagegen kaum; am aktivsten ist sie bei Wassertemperaturen unter 4 °C.

Ist die Quappe ein Raubfisch?

Ja, die Quappe gilt als Raubfisch. Der Duden führt die Rutte als großen Raubfisch, die Stiftung Wasserlauf NRW bezeichnet sie als teilweise räuberisch, und FishBase gibt für die Art eine Trophiestufe von 3,8 an, berechnet aus Nahrungsuntersuchungen. Weitere Arten dieser Gruppe stellt die Seite Raubfische vor.

Ist die Quappe gefährdet? Rote Liste: stark gefährdet

Die Quappe gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als stark gefährdet (Kategorie 2); in der vorherigen Roten Liste stand sie noch auf der Vorwarnliste. Das Rote-Liste-Zentrum stuft die aktuelle Bestandssituation als „selten“ ein, den langfristigen Bestandstrend als starken Rückgang und den kurzfristigen als mäßige Abnahme. Deutschland trägt für die Art allgemeine Verantwortlichkeit. Weltweit führt die IUCN die Quappe laut FishBase als ungefährdet (Least Concern, bewertet am 28. Mai 2022).

Die Herabstufung hat eine Vorgeschichte: Nach dem Rote-Liste-Zentrum nahmen die Bestände 2009 noch überwiegend zu, weil die Quappe auf die bessere Wasserqualität reagiert hatte; aus Sachsen und Bayern wird das weiterhin berichtet. Inzwischen hat sich der Trend in den meisten Bundesländern mit den größten Vorkommen umgekehrt.

Warum geht die Quappe zurück?

Die Gründe sind nach dem Rote-Liste-Zentrum nicht vollständig geklärt. Die Fachleute diskutieren Wärmeeinleitungen und fehlende Beschattung, die das Wasser im Sommer und in der winterlichen Laichzeit erwärmen, außerdem das Trockenfallen einzelner Flussabschnitte in Süddeutschland infolge des Klimawandels. Das LAVES nennt als frühere und fortwirkende Ursachen die Gewässerverschmutzung in der Mitte des 20. Jahrhunderts, den Gewässerausbau und den Wegfall langer Frühjahrsüberschwemmungen, auf die die Larven angewiesen sind, sowie Querbauwerke, die den Weg zu den Laichplätzen versperren. Die Stiftung Wasserlauf NRW fasst es für Europa als technischen Gewässerausbau, beeinträchtigte Wasserqualität und Klimawandel zusammen.

Gibt es Schutzprojekte für die Quappe?

Ja, im Rheingebiet läuft ein Wiederansiedlungsprojekt. Die Stiftung Wasserlauf NRW setzt im Projekt „Die Quappe im Rheingebiet“ (2021 bis 2027, gefördert vom Bundesamt für Naturschutz im Bundesprogramm Biologische Vielfalt) jährlich mehrere Millionen Larven im März und April sowie mehrere Zehntausend vorgestreckte Jungquappen im Mai und Juni aus. Die Tiere stammen aus einem Erhaltungszuchtprogramm des Ruhrverbands mit Eltern aus der Lippe.

Ist die Quappe ein guter Speisefisch? Das Fleisch gilt als schmackhaft

Das Fleisch der Quappe gilt als schmackhaft, aber etwas trocken: So fasst es FishBase nach Billard (1997, Frankreich) zusammen. Die Stiftung Wasserlauf NRW schreibt, die Quappe sei früher als sehr wohlschmeckender Speisefisch bekannt gewesen. Die Leber wird nach FishBase in Europa geräuchert oder als Konserve verkauft, und nach dem Lexikon der Biologie ist die Art vor allem in Sibirien ein wichtiger Speisefisch. Eine belegte Beschreibung des Geschmacks nach der Zubereitung haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden.

Ob Sie eine Quappe mitnehmen dürfen, hängt vom Bundesland ab: In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist sie ganzjährig geschont, in Sachsen außerhalb von Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster ebenfalls, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Schonzeit und Mindestmaß für Quappe in allen 16 Bundesländern

Alle 16 Länder führen die Quappe in ihrer Fischereiverordnung auf: Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland schonen sie ganzjährig, Sachsen ebenfalls, ausgenommen Elbe, Vereinigte Mulde und Weiße Elster mit Winterschonzeit und Mindestmaß. Vier weitere Länder legen eine Winterschonzeit samt Mindestmaß fest: Baden-Württemberg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern für die Binnengewässer (in den Küstengewässern nur ein Mindestmaß) und Schleswig-Holstein für die Binnengewässer (in der Elbe und ihren Nebengewässern im Küstenbereich ganzjährig geschont). Sieben Länder legen nur ein Mindestmaß fest, Hamburg als Entnahmefenster.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern keine Schonzeit 40 cm –
Baden-Württemberg 01.11.–28.02. 30 cm LFischVO § 1 Abs. 1
Berlin keine Schonzeit 30 cm LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1)
Brandenburg keine Schonzeit 30 cm BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1)
Bremen keine Schonzeit 35 cm Binnengewässer · § 3 Abs. 2
Hamburg keine Schonzeit 30–50 cm (Entnahmefenster) Anlage 1 (zu § 7 Abs. 1); Tageshöchstfangmenge: 3 (gilt nur für Angler in den Freien Gewässern).
Hessen ganzjährig: Fangverbot kein Mindestmaß § 1 Fang- und Entnahmeverbot (ganzjährig: „Es ist verboten, Tiere folgender Arten zu fangen oder zu entnehmen“)
Mecklenburg-Vorpommern (Binnengewässer) 01.01.–15.02. 30 cm BiFVO § 4 (Mindestmaß) und § 5 (Schonzeit)
Mecklenburg-Vorpommern (Küstengewässer) keine Schonzeit 30 cm KüFVO § 4 Abs. 1 Nr. 10; § 4 Abs. 1 und § 5 gelten, „soweit nicht durch Rechtsakte der Europäischen Union strengere Vorschriften bestimmt sind“.
Niedersachsen keine Schonzeit 35 cm Binnengewässer (BiFischO) · § 3 BiFischO
Nordrhein-Westfalen ganzjährig geschont kein Mindestmaß § 1 LFischVO (ganzjährige Schonzeit)
Rheinland-Pfalz ganzjährig: Fangverbot kein Mindestmaß § 20 Abs. 2 LFischO (Fangverbot)
Saarland ganzjährig geschont kein Mindestmaß § 5 LFO (ganzjährig geschützt; Ausnahme: geschlossene Privatgewässer, die ausschließlich der Fischzucht dienen)
Sachsen (Elbe, Vereinigte Mulde, Weiße Elster) 01.01.–31.03. 30 cm –
Sachsen (übrige Gewässer) ganzjährig geschont kein Mindestmaß außerhalb von Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster ganzjährig geschont
Sachsen-Anhalt keine Schonzeit 30 cm –
Schleswig-Holstein (Binnengewässer) 01.01.–28.02. 35 cm –
Schleswig-Holstein (Küstengewässer – Elbe und Nebengewässer) ganzjährig geschont kein Mindestmaß In übrigen Küstengewässern keine Regel in Anlage 1
Thüringen 01.11.–31.03. 30 cm –

Alle 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Die Regeln der einzelnen Länder finden Sie auf deren Seiten: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Einen Überblick über alle Arten bietet die Seite Schonzeiten in Deutschland. Welche Bedingungen Ihr Erlaubnisschein zusätzlich nennt, steht in dessen Gewässerordnung; allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Quappe angeln: Was Sie vor dem Ansitz klären sollten

Klären Sie vor dem Ansitz, ob die Quappe in Ihrem Bundesland und an Ihrem Gewässer gefangen werden darf, denn in mehreren Ländern ist sie ganzjährig geschont (siehe Tabelle oben). Die Quappe ist ein nachtaktiver, langsamer Grundfisch; FishBase vermerkt, dass sie wegen dieser Lebensweise bei Sportanglern nicht sehr geschätzt wird. Ihre Aktivität nimmt nach dem LAVES im Herbst mit sinkenden Wassertemperaturen deutlich zu. Für das Angeln brauchen Sie den Fischereischein und die Erlaubnis für das Gewässer; was dafür gilt, steht unter Angelschein. Alle Fischarten im Überblick finden Sie unter Fischarten in Deutschland.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseiten zu Quappe, Aalmutter und Aal sowie die dort zitierten Quellenangaben von Kottelat und Freyhof 2007, Morrow 1980, Muus und Dahlström 1968, Billard 1997 und Cohen et al. 1990), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum), den Vollzugshinweisen des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES, Stand November 2011), einer Broschüre der Stiftung Wasserlauf NRW (2023), dem Lexikon der Biologie (Spektrum), dem Duden und der bayerischen Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Länge, Geschlechtsreife und Laichzeit, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Was ist eine Quappe?

Die Quappe (Lota lota), auch Rutte genannt, ist ein nachtaktiver Grundfisch aus der Ordnung der Dorschartigen und nach der Stiftung Wasserlauf NRW und dem LAVES Niedersachsen die einzige heimische Süßwasserart dieser Gruppe. Sie wird meist 30 bis 60 cm lang (LAVES Niedersachsen, Lexikon der Biologie) und laicht im Winter. Das Wort bezeichnet im Duden auch die Larve eines Lurchs, die Kaulquappe; gemeint ist hier der Fisch.

Ist die Quappe ein Dorsch?

Die Quappe ist mit dem Dorsch verwandt, aber kein Dorsch: Sie gehört wie er zu den Dorschartigen (Gadiformes), lebt jedoch im Süßwasser und ist hier die einzige heimische Art dieser Gruppe (Stiftung Wasserlauf NRW, LAVES Niedersachsen). FishBase formuliert enger: Sie ist das einzige Mitglied der Familie Lotidae, das im Süßwasser lebt.

Wo gibt es Quappen in Deutschland?

Quappen leben in Deutschland vor allem in den großen Flüssen und ihren Auen sowie in tiefen, kühlen Seen. Das LAVES nennt als Hauptvorkommen die Stromachsen der großen Flüsse und den Bodensee; die Stiftung Wasserlauf NRW führt zusätzlich einige Voralpenseen und glaziale Seen der nord- und ostdeutschen Länder an. In Nordrhein-Westfalen hat nach ihrer Darstellung nur die Population in der Lippe überlebt.

Wie schmeckt eine Quappe?

Das Fleisch der Quappe gilt als schmackhaft, aber etwas trocken (FishBase nach Billard 1997, Frankreich); die Stiftung Wasserlauf NRW schreibt, sie sei früher als sehr wohlschmeckender Speisefisch bekannt gewesen. Eine belegte Beschreibung des Geschmacks nach der Zubereitung haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Ob Sie eine Quappe mitnehmen dürfen, regelt das Land: In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist sie ganzjährig geschont, in Sachsen außerhalb von Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster ebenfalls.

Ist die Aalmutter eine Quappe?

Nein. Die Quappe (Lota lota) lebt im Süßwasser, legt Eier und gehört zu den Dorschartigen; die Aalmutter (Zoarces viviparus) lebt im Meer, bringt lebende Junge zur Welt und gehört nach FishBase zu den Barschartigen. Das Lexikon der Biologie ordnete die Aalmuttern früher den Dorschfischen zu, nennt aber die Zuordnung zu den Barschartigen die neuere Systematik.

Ist die Quappe gefährdet?

Ja. Nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 gilt die Quappe in Deutschland als stark gefährdet (Kategorie 2); zuvor stand sie auf der Vorwarnliste. Der langfristige Bestandstrend zeigt einen starken Rückgang, der kurzfristige eine mäßige Abnahme. Weltweit gilt die Art nach FishBase als ungefährdet (Least Concern, bewertet am 28. Mai 2022).

Quellen