„Sea Bass“ heißt auf Deutsch Wolfsbarsch: Der Europäische Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax), auch Seebarsch genannt, ist ein Raubfisch der Küstenmeere und wird üblicherweise rund 50 cm lang; als Höchstwerte nennt FishBase 103 cm Gesamtlänge und 12 kg. Er gehört zur Familie Moronidae, nicht zu den Echten Barschen (Percidae), zu denen der Flussbarsch zählt. In deutschen Meeresgewässern gilt er nach der Roten Liste von 2025 als selten, aber ungefährdet; weltweit stammten 2023 rund 98 Prozent der Wolfsbarsche aus Aquakultur. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit, Lebensraum, Zähne, Geschmack und Gefährdung mit Quelle.
Wolfsbarsch-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick
Der Wolfsbarsch ist üblicherweise rund 50 cm und höchstens 103 cm lang und kann nach FishBase bis zu 30 Jahre alt werden. Die Werte stammen aus FishBase, der FAO, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES), dem Thünen-Institut, der EU-Marktbeobachtung EUMOFA und dem Fisch-Informationszentrum (FIZ); die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.
| Merkmal | Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Dicentrarchus labrax (Linnaeus, 1758) |
| Weitere Namen | Seebarsch, Gemeiner Wolfsbarsch; englisch European seabass, Sea bass; italienisch Branzino; französisch Bar commun, Loup de mer |
| Familie | Moronidae (FishBase: „Temperate basses“) |
| Länge | üblich 50 cm Gesamtlänge (FishBase), im Durchschnitt 30 bis 70 cm (FIZ); Höchstwert 103 cm Gesamtlänge (FishBase) |
| Gewicht | höchstes veröffentlichtes Gewicht 12 kg (FishBase); typisch 1 bis 3 kg, Ausnahmen über 10 kg (FIZ) |
| Alter | höchstes berichtetes Alter 30 Jahre (FishBase) |
| Geschlechtsreife | im Mittelmeer mit 2 bis 4 Jahren, im Atlantik Männchen mit 4 bis 7, Weibchen mit 5 bis 8 Jahren (FishBase) |
| Laichzeit | einmal im Jahr: im Mittelmeer Dezember bis März, im Atlantik bis Juni (FAO); die Eier treiben frei im Wasser |
| Lebensraum | Küstengewässer, Flussmündungen und Lagunen, 10 bis 100 m Tiefe (FishBase); geht ins Brackwasser und gelegentlich in Flüsse |
| Verbreitung | Nordostatlantik von Marokko bis Norwegen einschließlich der Britischen Inseln, Mittelmeer, südliches Schwarzes Meer; in der Ostsee nur vereinzelte Nachweise (FishBase) |
| Nahrung | Garnelen, Krabben, Weichtiere und Fische; Jungfische fressen Wirbellose, mit dem Alter zunehmend Fische |
| Raub- oder Friedfisch | Raubfisch (Salzwasser, geht ins Brackwasser) |
| Gefährdung | Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: ungefährdet, Bestand selten, kurzfristig deutliche Zunahme; IUCN weltweit: Near Threatened |
Was heißt „Sea Bass“ auf Deutsch? Wolfsbarsch oder Seebarsch
„Sea Bass“ heißt auf Deutsch Wolfsbarsch; Seebarsch ist ein gleichbedeutender zweiter Name. FishBase führt „Wolfsbarsch“ als offiziellen Handelsnamen für Deutschland und nennt daneben „Seebarsch“, „Gemeiner Wolfsbarsch“ und „Meerbarsch“; als englische Namen stehen dort „European seabass“ (der FAO-Name) und „Sea bass“ (Großbritannien und USA). In Italien heißt der Fisch Branzino, in Frankreich Bar commun oder Loup de mer.
Der englische Begriff „sea bass“ ist allerdings kein eindeutiger Artname: Der Black Seabass (Centropristis striata) gehört nach FishBase zur Familie Serranidae, nicht zu den Moronidae. Eindeutig ist nur der wissenschaftliche Name Dicentrarchus labrax.
Wie groß und schwer wird ein Wolfsbarsch? Üblich 50 cm, höchstens 103 cm
Ein Wolfsbarsch ist üblicherweise rund 50 cm und höchstens 103 cm lang; als höchstes veröffentlichtes Gewicht nennt FishBase 12 kg. Beide Längenwerte sind Gesamtlängen (TL, mit Schwanzflosse gemessen). Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) nennt als Durchschnitt 30 bis 70 cm und für große Wildfänge bis 1 m, als typisches Gewicht 1 bis 3 kg und als Ausnahmen mehr als 10 kg. Die Quellen widersprechen sich also nicht, sie beschreiben nur verschiedene Größenbereiche: üblich, groß und Höchstwert.
Wie groß war der größte Wolfsbarsch?
Der größte belegte Wolfsbarsch war nach FishBase 103 cm lang, das höchste veröffentlichte Gewicht liegt bei 12 kg. Eine einzelne Rekordangabe mit Fangort, Datum und Fänger nennen die geprüften Quellen nicht; 103 cm und 12 kg sind Höchstwerte der Art, kein Angelrekord.
Wie groß ist ein Wolfsbarsch im Handel?
Im Handel ist ein Wolfsbarsch meist ein Zuchtfisch von etwa 400 bis 500 g: Die FAO nennt 400 bis 500 g als kommerzielle Größe und gibt für die intensive Haltung 400 bis 450 g nach 18 bis 24 Monaten an. Eine Länge dazu nennen die geprüften Quellen nicht.
Wie alt wird ein Wolfsbarsch und wann ist er geschlechtsreif?
Ein Wolfsbarsch kann nach FishBase bis zu 30 Jahre alt werden; das ist das höchste berichtete Alter, weitere Quellen mit einem Höchstalter haben wir nicht gefunden. Geschlechtsreif wird er im Mittelmeer meist mit 2 bis 4 Jahren, im Atlantik etwas später: Männchen mit 4 bis 7 Jahren, Weibchen mit 5 bis 8 Jahren (FishBase). Die Länge bei der ersten Geschlechtsreife liegt im Mittel bei 36,1 cm, mit einer Spanne von 23 bis 46 cm; FishBase gibt dafür keine Längenart an.
Woran erkennt man einen Wolfsbarsch? Zwei getrennte Rückenflossen und silbriger Körper
Einen Wolfsbarsch erkennt man am gestreckten, silbrigen Körper mit zwei getrennten Rückenflossen und kleinen Schuppen. Die FAO beschreibt ihn mit diesen Merkmalen:
- Körper und Farbe: gestreckt; Rücken silbergrau bis bläulich, Flanken silbrig, der Bauch manchmal gelblich getönt.
- Rückenflossen: zwei getrennte Flossen, die erste mit 8 bis 10 Stacheln, die zweite mit 1 Stachel und 12 oder 13 Weichstrahlen. Die Afterflosse hat 3 Stacheln und 10 bis 12 Weichstrahlen.
- Kiemendeckel: zwei flache Dornen; der Vorkiemendeckel trägt am unteren Rand große, nach vorn gerichtete Dornen; am Rand des Kiemendeckels sitzt ein diffuser Fleck.
- Schuppen und Seitenlinie: kleine Schuppen; die Seitenlinie ist vollständig und hat 62 bis 74 Schuppen, meist 70.
- Jungfische und Erwachsene: Jungfische tragen einige dunkle Flecken auf dem Rücken, erwachsene Wolfsbarsche sind nie gefleckt.
Das FIZ nennt zusätzlich einen markanten, leicht überstehenden Unterkiefer. Der Fleck am Kiemendeckel allein ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal: Auch die Dorade trägt dort einen Fleck, nach FishBase groß und dunkel.
Hat der Wolfsbarsch Zähne? Ja, am Pflugscharbein im Gaumen
Ja, der Wolfsbarsch hat Zähne: Nach FishBase und FAO sitzen sie am Pflugscharbein (Vomer), dem Knochen im Dach der Mundhöhle, und bilden dort nur im vorderen Bereich ein sichelförmiges Band. Für Menschen gilt die Art nach FishBase als ungefährlich („harmless“). Zähne an Kiefern oder Zunge nennen diese beiden Quellen nicht; dazu haben wir keine belegte Angabe gefunden.
Wo lebt der Wolfsbarsch? Küstenmeere vom Nordostatlantik bis zum Schwarzen Meer
Der Wolfsbarsch lebt im Nordostatlantik von Marokko bis Norwegen einschließlich der Britischen Inseln, im Mittelmeer und im südlichen Schwarzen Meer (FishBase). Er hält sich in Küstengewässern bis etwa 100 m Tiefe auf, häufiger im flachen Wasser, und kommt in Flussmündungen, Lagunen und gelegentlich in Flüssen vor. Im Sommer zieht er in Küstengewässer und Flussmündungen, bei kaltem Wetter wandert er vom Ufer weg ins tiefere Wasser ab und hält sich im Norden des Verbreitungsgebiets im Winter dort auf (FishBase). Er verträgt nach der FAO Wassertemperaturen von 5 bis 28 °C und Salzgehalte von 3 Promille bis zum vollen Meerwasser; FishBase gibt als Vorkommensbereich 8 bis 24 °C an. Jungfische bilden Schwärme, erwachsene Tiere sind weniger gesellig (FishBase); das FIZ nennt ihn dämmerungs- und nachtaktiv.
Gibt es Wolfsbarsch in der Nordsee und in der Ostsee?
Ja, in der Nordsee wird der Wolfsbarsch häufiger, in der Ostsee ist er nur ein vereinzelter Gast. Die Rote Liste der marinen Fische von 2025 stuft seine Bestandssituation in den deutschen Meeresgewässern als „selten“ ein, den kurzfristigen Bestandstrend aber als „deutliche Zunahme“; die Autoren halten es für möglich, dass der Klimawandel die Zunahme begünstigt. Aus dem niedersächsischen Wattenmeer gibt es vereinzelt Jungfischnachweise, und informellen Berichten zufolge werden ausgewachsene Wolfsbarsche bei den niedersächsischen Wattenmeerinseln vermehrt geangelt. Jungfischnachweise und Angelfänge könnten nach der Roten Liste auf eine sich selbst erhaltende Population im nordfriesischen Wattenmeer bei Sylt und Amrum hinweisen (Thiel et al. 2025). Für die Ostsee nennt FishBase nur vereinzelte Nachweise.
Wann laicht der Wolfsbarsch? Je nach Region von Dezember bis Juni
Der Wolfsbarsch laicht einmal im Jahr: im Mittelmeer im Winter von Dezember bis März, in atlantischen Beständen bis Juni (FAO). Die Tabelle zeigt, was die Quellen für welches Gebiet angeben.
| Quelle | Gebiet | Angabe |
|---|---|---|
| FAO (Bagni 2009) | Mittelmeer und Atlantik | eine Laichzeit pro Jahr: im Mittelmeer Dezember bis März, in atlantischen Beständen bis Juni |
| FishBase | allgemein | einmal im Jahr, meist im Winter |
| FIZ Fischlexikon | allgemein | Winter bis Frühjahr, je nach Region zwischen Januar und März |
| Rote-Liste-Zentrum (Thiel et al. 2025) | deutsche Meeresgewässer | keine Laichzeitangabe; Jungfischnachweise im niedersächsischen Wattenmeer |
Eine belegte Laichzeit für die deutsche Nordsee haben wir nicht gefunden. Die Eier treiben frei im Wasser und sind nach FishBase 1,1 bis 1,5 mm groß (FAO: 1,02 bis 1,39 mm); die Embryonen entwickeln sich bei 13 bis 14 °C in etwa drei Tagen, die Larven sind beim Schlupf rund 3 mm lang.
Was frisst der Wolfsbarsch? Krebse, Weichtiere und Fische
Der Wolfsbarsch frisst Garnelen, Krabben, Weichtiere und Fische, und erwachsene Tiere gelten als Fischfresser. FishBase nennt als Hauptnahrung Garnelen und Weichtiere, daneben Fische; Jungfische fressen Wirbellose und nehmen mit dem Alter zunehmend Fische auf. Die FAO führt kleine Fische, Garnelen, Krabben und Tintenfische als Beute auf, das FIZ Fische, Krebstiere und Weichtiere.
Wie schmeckt Wolfsbarsch? Mild, zart und dennoch fest
Wolfsbarsch hat helles, zartes und dennoch festes Fleisch mit mildem, aromatischem Geschmack (FIZ). Das FIZ nennt als Zubereitungen den ganzen Fisch vom Grill, im Salzmantel, filetiert gebraten oder gedämpft sowie roh, etwa als Carpaccio oder Ceviche. Ein Filet vom wilden Wolfsbarsch aus dem Nordostatlantik enthält pro 100 g nach EUMOFA 96 kcal, 20,1 g Eiweiß, 1,6 g Fett und 508 mg Omega-3-Fettsäuren. Zur Zahl der Gräten und zur Haut machen die geprüften Quellen keine Angaben.
Kommt Wolfsbarsch aus Aquakultur? Rund 98 Prozent der Weltproduktion
Ja, fast alle Wolfsbarsche werden gezüchtet: Weltweit standen 2023 einer Aquakulturproduktion von 286.968 t nur 5.556 t Fang gegenüber, also stammten rund 98 Prozent aus Aquakultur (eigene Berechnung nach EUMOFA, der Marktbeobachtung der EU-Kommission). Größter Erzeuger ist die Türkei; die Aquakultur der EU erzeugte 2023 über 86.500 t, 79 Prozent davon in Griechenland und Spanien. Nach der FAO war der Wolfsbarsch der erste marine Nicht-Lachsfisch, der in Europa kommerziell gezüchtet wurde.
Der Fang ist klein und unterliegt Fangbeschränkungen: Die EU-Fänge lagen 2023 bei 4.411 t, davon 60 Prozent aus Frankreich. Die französischen Fänge gingen von 2014 bis 2018 um 37 Prozent zurück, was EUMOFA auf EU-weite und nationale Maßnahmen nach dem Rückgang des Bestands zurückführt.
Wird der Wolfsbarsch in Deutschland geangelt? Ja, in der Nordsee, aber selten gefangen
Ja, in der deutschen Nordsee nennen Angler den Wolfsbarsch unter ihren wichtigsten Zielfischen, fangen ihn aber nur selten. In der Tagebuchstudie des Thünen-Instituts zur marinen Angelfischerei (2020/21) nannten die Nordsee-Angler Wolfsbarsch, Makrele, Kliesche und Steinbutt als wichtigste Zielarten; Wolfsbarsche machten nur 1 Prozent des Gesamtfangs aus, und rund 65 Prozent der gefangenen Wolfsbarsche wurden zurückgesetzt. Wegen der kleinen Zahl von Anglern (16 Personen mit 61 Angeltagen) wurden die Daten nicht hochgerechnet (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023). Weitere Meeresfische finden Sie unter Meeresfische im Überblick, Raubfische unter Raubfische.
Ist der Wolfsbarsch gefährdet? Rote Liste: ungefährdet, IUCN weltweit: Near Threatened
Der Wolfsbarsch gilt in der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen Deutschlands von 2025 als ungefährdet; weltweit führt ihn die IUCN dagegen als „Near Threatened“. Das Rote-Liste-Zentrum nennt die aktuelle Bestandssituation „selten“, den langfristigen Bestandstrend „Daten ungenügend“ und den kurzfristigen „deutliche Zunahme“; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert (Thiel et al. 2025). Die IUCN-Bewertung vom 3. März 2022 lautet nach FishBase „Near Threatened“, eine Vorstufe zur Gefährdung. Beides widerspricht sich nicht: Die Rote Liste Deutschlands bewertet nur die Bestände in den deutschen Meeresgewässern, die IUCN die Art im gesamten Verbreitungsgebiet.
Wie viel Wolfsbarsch empfiehlt der ICES zu entnehmen? Höchstens 5.576 t für 2027
Der ICES empfiehlt für den Bestand, zu dem die mittlere und südliche Nordsee, der Ärmelkanal, die Irische See und die Keltische See gehören, für 2027 eine Gesamtentnahme von höchstens 5.576 t; die Menge gilt für Berufs- und Freizeitfischerei zusammen, wobei das Überleben zurückgesetzter Fische angerechnet wird. Es ist eine wissenschaftliche Beratung, keine gesetzliche Fangmenge. Im zugehörigen Szenario entfallen davon 1.941 t auf angelandete Fische der Berufsfischerei und 2.593 t auf mitgenommene Fische der Freizeitfischerei; dazu kommen 796 t tote Rückwürfe der Berufsfischerei und 246 t tot zurückgesetzte Fische von Anglern. Angler setzen in diesem Szenario außerdem 4.675 t Wolfsbarsch zurück, die überleben. Es sind Modellwerte für ein Szenario, keine gemessenen Fänge.
Sind Wolfsbarsch und Dorade dasselbe? Nein, es sind zwei Familien
Nein, Wolfsbarsch und Dorade sind zwei verschiedene Arten aus zwei verschiedenen Familien: Der Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) gehört zu den Moronidae, die Dorade, auch Goldbrasse genannt (Sparus aurata), zu den Sparidae. FishBase führt „Goldbrasse“ als offiziellen Handelsnamen für Deutschland und nennt „Dorade“ und „Dorade Royal“ als weitere deutsche Namen. Die Tabelle stellt die Merkmale nebeneinander.
| Merkmal | Wolfsbarsch | Dorade (Goldbrasse) | Quelle |
|---|---|---|---|
| Familie | Moronidae | Sparidae | FishBase |
| Körperform | gestreckt | hoch und seitlich abgeflacht | FAO, dänischer Atlas, FishBase |
| Rückenflossen | zwei getrennte Flossen | eine Flosse, geteilt in einen Stachel- und einen Weichstrahlteil | FAO, dänischer Atlas |
| Kopf | diffuser Fleck am Rand des Kiemendeckels | großer dunkler Fleck am Kiemendeckel und goldenes Band zwischen den Augen | FAO, FishBase, dänischer Atlas |
| Zähne | sichelförmiges Zahnband am vorderen Pflugscharbein | 4 bis 6 kräftige Fangzähne vorn, dahinter 2 bis 4 Reihen runder oder flacher Mahlzähne | FishBase, dänischer Atlas |
| Höchstwerte | 103 cm (TL), 12 kg, 30 Jahre | 70 cm (TL), 17,2 kg, 14 Jahre | FishBase |
| Laichzeit | Mittelmeer Dezember bis März, Atlantik bis Juni | meist Oktober bis Dezember | FAO, FishBase |
Beide Arten tragen einen Fleck am Kiemendeckel; bei der Dorade ist er nach FishBase groß und dunkel, beim Wolfsbarsch nach der FAO diffus. Sicherer unterscheiden Körperform und Rückenflossen. Der Atlas der dänischen Meeresfische (Statens Naturhistoriske Museum) nennt bei der Dorade außerdem eine lange Schnauze, die zwei- bis dreimal so lang ist wie der Augendurchmesser.
Ist der Wolfsbarsch ein Barsch? Nein, er gehört zu einer anderen Familie
Nein, der Wolfsbarsch ist kein Barsch im Sinne des Flussbarschs: Er gehört zur Familie Moronidae, der Flussbarsch (Perca fluviatilis) zu den Echten Barschen (Percidae). Beide haben zwei getrennte Rückenflossen, leben aber in verschiedenen Lebensräumen.
| Merkmal | Wolfsbarsch | Flussbarsch |
|---|---|---|
| Familie | Moronidae | Echte Barsche (Percidae) |
| Lebensraum | Meer und Brackwasser, gelegentlich Flüsse | Süßwasser und Brackwasser |
| Höchstlänge | 103 cm Gesamtlänge | 60 cm (bei FishBase als Standardlänge angegeben) |
| Höchstgewicht | 12 kg | 4,8 kg |
| Höchstalter | 30 Jahre | 22 Jahre |
Schonzeit und Mindestmaß für Wolfsbarsch in allen 16 Bundesländern
Von den Landesfischereiverordnungen der 16 Bundesländer nennt nur die Küstenfischereiverordnung von Schleswig-Holstein den Wolfsbarsch, und zwar mit einem Mindestmaß ohne Schonzeit.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | nicht aufgeführt | – | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | nicht aufgeführt | – | – |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | 42 cm | Küstengewässer (KüFVO Anlage 1) |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
Eine von 16 Landesfischereiverordnungen führt die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
Welche EU-Regeln gelten 2026 für Angler auf Wolfsbarsch in der Nordsee?
In der mittleren und südlichen Nordsee (ICES-Divisionen 4b und 4c, zu 4b gehört die Deutsche Bucht) gilt 2026 für die Freizeitfischerei, auch vom Ufer aus: Vom 1. Februar bis zum 31. März ist nur „Fangen und Zurücksetzen“ mit Angel oder Handleine erlaubt. Im Januar und vom 1. April bis zum 31. Dezember dürfen höchstens drei Wolfsbarsche pro Angler und Tag behalten werden, jeder mindestens 42 cm lang; Stellnetze sind für Wolfsbarsch verboten. Rechtsgrundlage ist Artikel 10 Absatz 5 der Verordnung (EU) 2026/249; strengere nationale Regeln bleiben möglich. Die Verordnung wird jedes Jahr neu erlassen.
Die Landesregel steht in der Tabelle oben, mehr zu Schleswig-Holstein unter Schonzeiten in Schleswig-Holstein; allgemeine Informationen zur Erlaubnis unter Angelschein.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseite und Namenslisten von Wolfsbarsch, Dorade, Flussbarsch und Black Seabass), dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums zur Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025), der Beratung des ICES zum Wolfsbarsch-Bestand der Nordsee und angrenzender Gebiete von 2026, der Zeitschrift für Fischerei (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023, Thünen-Institut), dem Artenprofil der EU-Marktbeobachtung EUMOFA, dem Artenblatt der FAO (Bagni 2009), dem Fischlexikon des Fisch-Informationszentrums (FIZ, 2025) und dem Atlas der dänischen Meeresfische zur Dorade (Carl 2017, Statens Naturhistoriske Museum). Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Flussbarsch: Steckbrief
- Meeresfische im Überblick
- Raubfische im Überblick
- Schonzeiten in Schleswig-Holstein
- Alle Fischarten im Überblick
Häufige Fragen
Wie heißt der Fisch „Sea Bass“ auf Deutsch?
„Sea Bass“ heißt auf Deutsch Wolfsbarsch; Seebarsch ist ein gleichbedeutender zweiter Name. FishBase führt „Wolfsbarsch“ als offiziellen Handelsnamen für Deutschland, der wissenschaftliche Name lautet Dicentrarchus labrax. In Italien heißt der Fisch Branzino, in Frankreich Bar commun oder Loup de mer.
Wie groß kann ein Wolfsbarsch werden?
Ein Wolfsbarsch ist üblicherweise rund 50 cm lang und wird höchstens 103 cm lang (beides Gesamtlänge, FishBase). Das höchste veröffentlichte Gewicht liegt bei 12 kg. Das Fisch-Informationszentrum nennt im Durchschnitt 30 bis 70 cm und typisch 1 bis 3 kg, für große Wildfänge bis 1 m.
Sind Wolfsbarsch und Dorade das Gleiche?
Nein, es sind zwei verschiedene Arten aus zwei Familien: Der Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) gehört zu den Moronidae, die Dorade oder Goldbrasse (Sparus aurata) zu den Sparidae. Der Wolfsbarsch ist gestreckt und hat zwei getrennte Rückenflossen, die Dorade ist hoch und seitlich abgeflacht und hat eine Rückenflosse (FAO, dänischer Atlas, FishBase).
Wie schmeckt Wolfsbarsch?
Wolfsbarsch hat helles Fleisch mit mildem, aromatischem Geschmack, zart und dennoch fest in der Textur (Fisch-Informationszentrum). Ein Filet vom wilden Wolfsbarsch enthält pro 100 g 96 kcal, 20,1 g Eiweiß und 1,6 g Fett (EUMOFA). Zur Zahl der Gräten und zur Haut machen die geprüften Quellen keine Angaben.
Hat der Wolfsbarsch Zähne?
Ja, der Wolfsbarsch hat Zähne am Pflugscharbein (Vomer), dem Knochen im Dach der Mundhöhle; sie bilden dort im vorderen Bereich ein sichelförmiges Band (FishBase, FAO). Für Menschen gilt die Art nach FishBase als ungefährlich.
Ist der Wolfsbarsch gefährdet?
In Deutschland gilt der Wolfsbarsch nach der Roten Liste der marinen Fische von 2025 als ungefährdet; der Bestand ist selten, der kurzfristige Trend zeigt eine deutliche Zunahme (Rote-Liste-Zentrum). Weltweit führt die IUCN die Art seit der Bewertung vom 3. März 2022 als „Near Threatened“ (nach FishBase).
Quellen
- FishBase: Dicentrarchus labrax (Linnaeus, 1758) (European seabass), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Common names of Dicentrarchus labrax (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Sparus aurata Linnaeus, 1758 (Gilthead seabream), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Common names of Sparus aurata (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Perca fluviatilis Linnaeus, 1758 (European perch), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Centropristis striata (Linnaeus, 1758) (Black seabass), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Dicentrarchus labrax (Wolfsbarsch, Seebarsch), nach Thiel et al. (2025), Rote Liste und Gesamtartenliste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands, Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (9) (abgerufen am 06.10.2026)
- Lewin, W.-C., Weltersbach, M. S., Strehlow, H. V. (2023): Eine Charakterisierung der marinen Angelfischerei in Deutschland. Zeitschrift für Fischerei 3: Artikel 13 (Thünen-Institut für Ostseefischerei) (abgerufen am 06.10.2026)
- ICES Advice and Scenarios Database: Seabass (Dicentrarchus labrax) in divisions 4.b-c, 7.a, and 7.d-h (bss.27.4bc7ad-h), Beratung 2026 für 2027 (abgerufen am 06.10.2026)
- EUMOFA (Europäische Marktbeobachtungsstelle für Fischerei und Aquakulturerzeugnisse): Species profile European seabass (abgerufen am 06.10.2026)
- FAO (2009): Dicentrarchus labrax, in: Cultured aquatic species fact sheets (Text: Bagni, M.) (abgerufen am 06.10.2026)
- Fisch-Informationszentrum (FIZ): Fischlexikon Wolfsbarsch (Stand 26.6.2025) (abgerufen am 06.10.2026)
- Carl, H. (2017): Atlas over danske saltvandsfisk, Guldbrasen (Sparus aurata). Statens Naturhistoriske Museum (abgerufen am 06.10.2026)
- Verordnung (EU) 2026/249 des Rates: Fangmöglichkeiten 2026, Artikel 10 (Maßnahmen für die Fischerei auf Wolfsbarsch) (abgerufen am 06.10.2026)