Die Brasse (Abramis brama), auch Brachse oder Blei genannt, ist ein hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Süßwasserfisch aus der Ordnung der Karpfenartigen und wird meist 30 bis 50 cm lang; als Höchstwert nennt FishBase 82 cm. Sie kann 6 bis 7 kg schwer werden, laicht von April bis Juni (regional bis in den Juli) und gilt in Deutschland nach der Roten Liste als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit, Lebensraum und Merkmale mit Quelle, zeigt den Unterschied zum Güster und führt auf, welche Bundesländer die Brasse in ihrer Fischereiverordnung nennen.
Brasse-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick
Die Brasse wird meist 30 bis 50 cm lang, höchstens 82 cm, kann 6 bis 7 kg wiegen und laicht von April bis Juni. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste, dem Umweltbundesamt und dem Nationalpark Donau-Auen; wo die Quellen abweichen, steht die Spanne mit Quelle in der Tabelle. Alle Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.
| Merkmal | Brasse (Abramis brama) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Abramis brama (Linnaeus, 1758) |
| Ordnung, Familie | Karpfenartige (Cypriniformes), Familie Leuciscidae (nach FishBase) |
| Weitere Namen | Brachse, Blei, Brassen, am Bodensee auch Bresen |
| Länge | meist 30–50 cm (Nationalpark Donau-Auen); Höchstwert 82 cm Gesamtlänge (FishBase) |
| Gewicht | bis 6 kg (FishBase) bzw. bis 7 kg (Nationalpark Donau-Auen) |
| Alter | etwa 16 Jahre unter idealen Bedingungen (Nationalpark Donau-Auen); höchstes gemeldetes Alter 23 Jahre (FishBase) |
| Geschlechtsreife | nach 3 bis 4 Jahren (Umweltbundesamt) |
| Laichzeit | April bis Juni (Umweltbundesamt); regional bis Juli |
| Lebensraum | langsam fließende Flüsse, Altwasser, nährstoffreiche Seen mit weichem Grund; auch Brackwasser |
| Nahrung | vor allem bodenlebende Tiere (Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmer, Wasserasseln), auch Pflanzen; große Tiere gelegentlich kleine Fische |
| Raub- oder Friedfisch | Friedfisch, Schwarmfisch am Gewässerboden |
| Süß- oder Salzwasser | Süßwasser, geht ins Brackwasser |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand häufig |
Wie groß wird eine Brasse? Meist 30 bis 50 cm, höchstens 82 cm
Eine Brasse wird meist 30 bis 50 cm lang; diese Spanne nennt der Nationalpark Donau-Auen. FishBase gibt als Höchstwert 82 cm Gesamtlänge an und führt als übliche Länge 25 cm, also deutlich weniger. Die Länge hängt vom Gewässer ab: Nach dem Umweltbundesamt wachsen Brassen nicht überall gleich schnell und sind bei gleichem Alter unterschiedlich groß. Im Nationalpark Donau-Auen entwickeln sich die größten Exemplare in der Donau selbst.
Wie schwer wird eine Brasse?
Eine Brasse kann 6 bis 7 kg schwer werden: FishBase nennt 6,0 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht, der Nationalpark Donau-Auen bis zu 7 kg. Im Mittel wogen die Brassen, die die Umweltprobenbank des Umweltbundesamts in den letzten zehn Jahren beprobt hat, 1,5 kg bei 50 cm Länge. Dieser Mittelwert gilt nicht für den Bestand, denn die Probenfische werden gezielt nach Größe (40 bis 60 cm) und Alter (8 bis 12 Jahre) ausgewählt.
Wie alt wird eine Brasse? Etwa 16 bis 23 Jahre
Eine Brasse kann etwa 16 bis 23 Jahre alt werden: Der Nationalpark Donau-Auen nennt unter idealen Bedingungen etwa 16 Jahre, FishBase als höchstes gemeldetes Alter 23 Jahre. Geschlechtsreif werden Brassen nach Angaben des Umweltbundesamts mit drei bis vier Jahren, und nur wenige Tiere erreichen dieses Alter.
Eine feste Zuordnung wie „50 cm gleich so viele Jahre“ gibt es nicht, weil das Wachstum vom Gewässer abhängt. Als Anhaltspunkt: Die Umweltprobenbank beprobt gezielt Brassen von 8 bis 12 Jahren, die 40 bis 60 cm lang sind. Das Alter bestimmt sie an Schuppen und Kiemendeckeln.
Wann laicht die Brasse? April bis Juni
Die Brasse laicht von April bis Juni, wenn die Wassertemperatur etwa 15 °C erreicht (Umweltbundesamt). Der Nationalpark Donau-Auen nennt April bis Juli, der Forstdienst der Autonomen Provinz Bozen Mai bis Juli je nach Wasserwärme; der Beginn hängt also von Region und Witterung ab. Der Ablauf im Überblick:
- Laichplatz: flache, pflanzenreiche Uferstellen, etwa in Altarmen und Zuflüssen; die Brassen kommen dafür in großen Schwärmen
- Männchen: tragen zur Laichzeit einen grobkörnigen Laichausschlag, den das Umweltbundesamt Laichschleier nennt
- Eier: Die Weibchen legen bis zu 300.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen, Steinen oder Wurzeln ab
- Schlupf: Die Larven schlüpfen nach drei bis sechs Tagen
- Jungfische: wachsen in Altarmen und Zuflüssen auf und wechseln mit etwa zwei Jahren in die Hauptgewässer wie Rhein, Elbe oder Donau
Zur Laichzeit verlieren Brassen nach dem Nationalpark Donau-Auen jede Scheu und sind beim Paarungsspiel leicht zu beobachten. Ob in Ihrem Bundesland eine gesetzliche Schonzeit gilt, zeigt die Übersicht Schonzeiten in Deutschland.
Woran erkennt man eine Brasse? Hoher Rücken, Rüsselmaul, lange Afterflosse
Eine Brasse erkennen Sie am hohen, seitlich stark abgeflachten Körper, am unterständigen, rüsselartig vorstülpbaren Maul und an der langen Afterflosse. Im Einzelnen:
- Körper: seitlich sehr stark abgeflacht und außergewöhnlich hochrückig (Nationalpark Donau-Auen)
- Maul: unterständig und als Rüssel vorstülpbar (FishBase)
- Färbung: bleigrau oder bleiblau mit metallisch glänzenden Seiten (Nationalpark Donau-Auen); bei erwachsenen Tieren dunklere Flossen, die Basis der paarigen Flossen ist farblos oder grau (FishBase)
- Afterflosse: weit ausgezogen, ihre Basis ist doppelt so lang wie die der Rückenflosse (FishBase)
- Seitenlinie: 51 bis 60 Schuppen (FishBase)
Wie heißt die Brasse noch? Brachse, Blei und Brassen
Die Brasse heißt auch Brachse, Blei oder Brassen, am Bodensee außerdem Bresen; welcher Name üblich ist, hängt von der Region ab. Die Fischereiverordnungen verwenden drei verschiedene Bezeichnungen: Bayern führt die Art als „Brachse“, Berlin als „Blei“ und Schleswig-Holstein als „Brassen“; die Rote Liste nennt sie ebenfalls „Blei“. Wegen ihres flachen, hohen Körpers tragen Brassen unter Anglern gelegentlich den spöttischen Spitznamen „Klodeckel“.
Wo lebt die Brasse? Langsam fließende Flüsse und nährstoffreiche Seen
Die Brasse lebt in sehr langsam fließenden Flüssen, vor allem in deren Unterläufen, und in nährstoffreichen Seen mit schlammigem Grund. Nach ihr ist die Brachsenregion benannt, der Abschnitt sehr langsam fließender Flüsse. FishBase nennt als häufigste Lebensräume Altwasser, die unteren Abschnitte langsam fließender Flüsse, Brackwassermündungen und warme, flache Seen. Der Nationalpark Donau-Auen führt außerdem Kanäle, Flusshäfen, Talsperren, Parkteiche und Baggerseen auf; dort lebt die Brasse in kleinen Schwärmen bodennah im Uferbereich.
Wie häufig sie ist, hängt vom Nährstoffgehalt ab. Der Verein Bodenseefisch beschreibt, dass die großen Brassenschwärme im Bodensee heute nicht mehr so massenhaft auftreten wie im nährstoffreichen See der 1970er- und 1980er-Jahre.
Was frisst die Brasse? Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmer und Wasserasseln
Die Brasse frisst vor allem Tiere vom Gewässerboden: Larven von Zuckmücken, Schlammröhrenwürmer und Wasserasseln sind nach dem Nationalpark Donau-Auen ihre Hauptnahrung. Bei der Nahrungssuche durchwühlt sie den Schlamm bis in 10 cm Tiefe. FishBase nennt außerdem kleine Krebse, Weichtiere und Pflanzen; große Tiere fressen auch kleine Fische, Jungfische leben von Zooplankton.
Brasse oder Güster: Woran unterscheidet man sie?
Am sichersten unterscheiden Sie Brasse und Güster am Maul, an den Flossenansätzen und an der Größe. Nach FishBase hat die Brasse ein unterständiges, rüsselartig vorstülpbares Maul, 51 bis 60 Schuppen an der Seitenlinie und eine farblose oder graue Basis der paarigen Flossen. Beim Güster (Blicca bjoerkna) lässt sich das Maul nicht rüsselartig vorstülpen, die Seitenlinie zählt 43 bis 46 Schuppen (plus 2 bis 3; die sächsische Fischereibehörde nennt 45 bis 50), und die Basis der paarigen Flossen ist orange oder rötlich. Außerdem bleibt der Güster mit höchstens 45,5 cm Gesamtlänge deutlich kleiner als die Brasse mit bis zu 82 cm. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Porträt Güster.
Brassen kreuzen sich nach FishBase häufig mit Rotaugen (Rotauge); die Mischlinge sind fruchtbar. Wer unsicher ist, bestimmt den Fisch deshalb anhand mehrerer Merkmale und nicht nur eines einzelnen.
Ist die Brasse ein guter Speisefisch?
Die Brasse ist essbar, wegen ihrer vielen Gräten aber wenig beliebt; geräuchert wird sie dagegen geschätzt. Der Verein Bodenseefisch schreibt, wegen der Gräten sei die Brasse als Speisefisch nicht sonderlich beliebt, ein frisch geräucherter Brachsen sei geschmacklich aber kaum zu übertreffen. FishBase urteilt nüchterner: Das Fleisch sei grätenreich, fade und weich. Geschmack ist hier also Ansichtssache.
Gut verwerten lässt sich die Brasse, wenn das Fleisch von den Gräten getrennt wird: Es bildet nach Bodenseefisch eine gute Grundlage für Fischküchle, Klöße oder Pasteten. Nach FishBase wird sie frisch oder tiefgekühlt vermarktet und gedämpft, gegrillt, gebraten oder gebacken gegessen.
Warum untersucht das Umweltbundesamt Brassen?
Das Umweltbundesamt sammelt und archiviert über die Umweltprobenbank regelmäßig Brassen, um zu zeigen, wie stark Seen und Flüsse mit Schadstoffen belastet sind. Die Fische stammen aus Rhein (mit Saar), Elbe (mit Saale und Mulde) und Donau sowie aus dem Stechlinsee und dem Belauer See; die ältesten Brassenproben sind über 30 Jahre alt. Nach den Daten des Umweltbundesamts gehen die Konzentrationen vieler Schadstoffe in Brassenfilets zurück. Die Quecksilbergehalte liegen aber weiterhin über der EU-Umweltqualitätsnorm zum Schutz von Fischfressern wie Ottern und Fischadlern, während die Höchstwerte für Lebensmittel heute nur noch in wenigen Fischen überschritten werden.
Ist die Brasse gefährdet? Rote Liste: ungefährdet
Die Brasse gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, ihr Bestand ist häufig. Die Rote Liste verzeichnet bei einem langfristig stabilen Trend allerdings einen kurzfristigen Rückgang unbekannten Ausmaßes; die Länder im Kernbereich der Verbreitung bestätigen diesen negativen kurzfristigen Trend. Die Kategorie ist gegenüber der Roten Liste von 2009 unverändert. Die IUCN führt die Art weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 5. Dezember 2023).
Welche Brassenarten gibt es? Brasse, Zope, Zobel und Meerbrassen
Im Süßwasser gilt nur die Brasse (Abramis brama) als Brasse im engeren Sinn: Die Rote Liste von 2023 führt unter der Gattung Abramis nur sie. Ähnlich benannte Fische sind eigene Arten:
- Zope (Ballerus ballerus): Rote Liste 2023 „gefährdet“, in Deutschland sehr selten
- Zobel (Ballerus sapa): Rote Liste 2023 „stark gefährdet“, in Deutschland sehr selten
- Güster (Blicca bjoerkna): Rote Liste 2023 „ungefährdet“; siehe das Porträt Güster
- Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris): Meeresfisch aus der Familie der Sparidae (Meerbrassen), verbreitet im Ostatlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, höchstens 45 cm lang; nach FishBase als Speisefisch wirtschaftlich bedeutend
Zope und Zobel sind in Landesverordnungen teils unter Schutz gestellt: Bayern führt beide mit ganzjähriger Schonzeit, und mehrere weitere Länder nennen die Zope mit Schonzeit, teils noch unter dem älteren Namen „Abramis ballerus“. Wer eine Zope nicht sicher von einer Brasse unterscheiden kann, setzt den Fisch im Zweifel schonend zurück. Die Regeln der einzelnen Länder finden Sie in der Übersicht Schonzeiten in Deutschland.
Ist eine Brasse ein Karpfen?
Nein, die Brasse ist kein Karpfen (Cyprinus carpio), aber mit ihm verwandt: Beide gehören zur Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes). FishBase stellt die Brasse in die Familie Leuciscidae. Wie Sie einen Karpfen fangen, steht im Ratgeber Karpfen angeln.
Hat die Brasse eine Schonzeit oder ein Mindestmaß? Alle 16 Bundesländer im Überblick
Nur drei der 16 Landesfischereiverordnungen nennen die Brasse ausdrücklich, und zwar jeweils ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß: Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein. Die übrigen Länder führen die Art nicht auf; die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
3 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), den Seiten des Umweltbundesamts zur Umweltprobenbank, dem Nationalpark Donau-Auen, dem Forstdienst der Autonomen Provinz Bozen, dem Verein Bodenseefisch, der Artenkunde der sächsischen Fischereibehörde und der bayerischen Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Güster: Steckbrief und Unterschied zur Brasse
- Rotauge: Steckbrief
- Karpfen angeln: Ratgeber
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
- Angelschein: Voraussetzungen und Prüfung
Häufige Fragen
Was ist eine Brasse?
Die Brasse (Abramis brama), auch Brachse oder Blei genannt, ist ein hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Süßwasserfisch aus der Ordnung der Karpfenartigen. Sie lebt in langsam fließenden Flüssen und nährstoffreichen Seen mit schlammigem Grund und wird meist 30 bis 50 cm lang (Nationalpark Donau-Auen); FishBase nennt 82 cm als Höchstwert.
Ist eine Brasse ein Karpfen?
Nein, die Brasse ist kein Karpfen (Cyprinus carpio), aber mit ihm verwandt: Beide gehören zur Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes). FishBase stellt die Brasse in die Familie Leuciscidae.
Wie groß wird eine Brasse?
Eine Brasse wird meist 30 bis 50 cm lang (Nationalpark Donau-Auen). FishBase nennt als Höchstwert 82 cm Gesamtlänge und als höchstes veröffentlichtes Gewicht 6 kg; der Nationalpark Donau-Auen spricht von bis zu 7 kg.
Ist die Brasse ein guter Speisefisch?
Die Brasse ist essbar, wegen ihrer vielen Gräten aber wenig beliebt; geräuchert wird sie geschätzt. Der Verein Bodenseefisch hält einen frisch geräucherten Brachsen geschmacklich für kaum zu übertreffen, FishBase nennt das Fleisch dagegen grätenreich, fade und weich. Das von den Gräten getrennte Fleisch eignet sich für Fischküchle, Klöße und Pasteten.
Hat die Brasse eine Schonzeit oder ein Mindestmaß?
Nur Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein nennen die Brasse ausdrücklich in ihrer Fischereiverordnung, und zwar jeweils ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß. Die übrigen 13 Länder führen die Art nicht auf; die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln enthalten. Die Übersicht Schonzeiten in Deutschland (/schonzeiten/) zeigt die Länder im Vergleich.
Welche Arten von Brassen gibt es? Ist die Zweibindenbrasse essbar?
Im Süßwasser gilt nur die Brasse (Abramis brama) als Brasse im engeren Sinn; Zope und Zobel sind eigene, in Deutschland sehr seltene Arten. Die Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris) ist dagegen ein Meeresfisch aus der Familie der Meerbrassen (Sparidae) und nach FishBase als Speisefisch wirtschaftlich bedeutend.
Quellen
- FishBase: Abramis brama (Linnaeus, 1758) – Freshwater bream, Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- Freyhof, J. et al. (2023): Rote Liste und Gesamtartenliste der sich im Süßwasser reproduzierenden Fische und Neunaugen Deutschlands. Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6), Rote-Liste-Zentrum/BfN (abgerufen am 05.10.2026)
- Umweltbundesamt: Brassen – die Trendmacher (Umweltprobenbank) (abgerufen am 05.10.2026)
- Nationalpark Donau-Auen: Brachse, Blei (Abramis brama) (abgerufen am 05.10.2026)
- Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Forstdienst: Brachse, Blei – Abramis brama (abgerufen am 05.10.2026)
- Verein Bodenseefisch: Brachsen (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Blicca bjoerkna (Linnaeus, 1758) – White bream, Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- Freistaat Sachsen, Fischerei: Artenkunde, verwechselbare Fischarten: Blei – Güster – Zope (PDF, Dateidatum 8.3.2023) (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Diplodus vulgaris – Common two-banded seabream, Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- Bayerische Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz (AVBayFiG), Anlage (Schonzeiten, Schonmaße), Stand 01.06.2025 (abgerufen am 05.10.2026)
- kultur-online.net (artCore): Essbare Klodeckel (zum Spitznamen „Klodeckel“) (abgerufen am 05.10.2026)