Der Gründling (Gobio gobio) ist ein kleiner, schwarmbildender Grundfisch aus der Verwandtschaft der Karpfenfische und wird meist 10 bis 15 cm lang; als Höchstwert nennen die Quellen 20 bis 21 cm. Er trägt am unterständigen Maul ein Paar kurzer Barteln, kann etwa 8 Jahre alt werden, bevorzugt Sand- und Kiesgrund in Bächen, Flüssen und Seen und gilt in Deutschland nach der Roten Liste von 2023 als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter und Lebensraum mit Quelle, trennt den Gründling von Grundel und Barbe und zeigt, was die Bundesländer zu ihm regeln.
Gründling-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Lebensraum auf einen Blick
Der Gründling (Gobio gobio) wird meist 10 bis 15 cm lang, wiegt höchstens etwa 220 g und kann bis zu 8 Jahre alt werden. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands (Rote-Liste-Zentrum), dem Fischatlas des Kantons Luzern, dem Datenblatt der HELCOM, einer Tafel des Landratsamts Roth und dem Lexikon der Biologie; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.
| Merkmal | Gründling (Gobio gobio) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Gobio gobio (Linnaeus, 1758) |
| Familie | Karpfenartige (Cypriniformes); FishBase führt die Gründlinge als eigene Familie (Gobionidae), das HELCOM-Datenblatt als Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Länge | meist 10 bis 15 cm (FishBase: üblich 12 cm Gesamtlänge); Höchstwert 20 bis 21 cm |
| Gewicht | höchstens etwa 220 g (FishBase) |
| Alter | bis etwa 8 Jahre |
| Geschlechtsreife | mit 1 bis 3 Jahren, bei rund 10 cm Länge (HELCOM) |
| Laichzeit | Frühsommer, in flachem Wasser über Steinen, Sand oder Pflanzen |
| Merkmale | gestreckter Körper, unterständiges Maul mit einem Paar kurzer Barteln, Fleckenmuster |
| Lebensraum | Bäche, Flüsse und Seen, meist mit Sand- oder Kiesgrund |
| Nahrung | Insektenlarven, Krebstiere, Weichtiere und Würmer vom Gewässergrund |
| Raub- oder Friedfisch | kein Raubfisch; frisst wirbellose Bodentiere |
| Süß- oder Salzwasser | Süßwasser; nur selten im Brackwasser |
| Gefährdung | Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet, Bestand häufig; weltweit nicht gefährdet (IUCN) |
Wie groß wird ein Gründling? Meist 10 bis 15 cm, Höchstwert 20 bis 21 cm
Ein Gründling wird meist 10 bis 15 cm lang. Der Kanton Luzern nennt 10 bis 15 cm, das Lexikon der Biologie „bis ca. 15 cm“, und FishBase gibt als übliche Länge 12 cm Gesamtlänge (TL) an. Eine Tafel des Landratsamts Roth mit Fotos der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei nennt dagegen 15 bis 20 cm. Als Höchstwert führen das HELCOM-Datenblatt 20 cm und FishBase 21 cm Gesamtlänge. Als Faustregel gelten 10 bis 15 cm; mehr als 20 cm sind die Ausnahme.
Wie schwer wird ein Gründling? Höchstens etwa 220 g
Ein Gründling wiegt höchstens etwa 220 g; das ist das höchste veröffentlichte Gewicht in FishBase. Werte für das Gewicht bei einer bestimmten Länge enthalten die geprüften Quellen nicht.
Wie alt wird ein Gründling? Bis etwa 8 Jahre
Ein Gründling kann bis zu 8 Jahre alt werden; diesen Höchstwert nennen FishBase (höchstes berichtetes Alter) und das HELCOM-Datenblatt übereinstimmend. Eine Umrechnung von Länge in Alter enthalten die geprüften Quellen nicht.
Wann wird der Gründling geschlechtsreif? Mit 1 bis 3 Jahren
Der Gründling wird mit 1 bis 3 Jahren geschlechtsreif, bei einer Länge von rund 10 cm; so beschreibt es das HELCOM-Datenblatt. FishBase führt für Schleswig-Holstein 2 bis 3 Jahre bei Weibchen und 2 Jahre bei Männchen auf und nennt für Fische aus Südengland Längen bei der ersten Reife ab 9,3 cm Gesamtlänge.
Wie viele Barteln hat ein Gründling? Ein Paar
Der Gründling hat ein Paar Barteln, also zwei kurze Tastfäden am unterständigen Maul. So beschreibt es die Tafel des Landratsamts Roth („unterständiges Maul mit 2 kurzen Barteln“); das Lexikon der Biologie nennt für die Gründlinge insgesamt meist ein Paar Oberlippen-Barteln. Zur Unterscheidung von anderen europäischen Gründlingsarten nennt FishBase (nach Kottelat und Freyhof 2007) als Merkmal, dass die Bartel über den vorderen Augenrand hinausreicht, meist bis zur Augenmitte. Die Barbe, die dem Gründling ähnelt, trägt dagegen vier Barteln; der Vergleich steht weiter unten.
Woran erkennt man einen Gründling? Gestreckter Körper, Barteln, Fleckenmuster
Einen Gründling erkennt man am gestreckten, unterseits oft abgeflachten Körper, am unterständigen Maul mit dem Bartelpaar und am Fleckenmuster auf dem Körper. Das Lexikon der Biologie beschreibt die Gründlinge als bodenbewohnende Karpfenfische mit langgestrecktem Körper, und der Kanton Luzern schreibt, dass sie durch ihr Fleckenmuster gut getarnt sind und sich vom Gewässergrund nur unscharf abheben. Weitere Bestimmungsmerkmale nennt FishBase: Die Brust zwischen den Brustflossen ist unbeschuppt, und entlang der Seitenlinie sitzen meist 39 bis 42 Schuppen.
Wo lebt der Gründling? In Bächen, Flüssen und Seen mit Sand- oder Kiesgrund
Der Gründling lebt in Bächen, Flüssen und Seen, bevorzugt über Sand oder Kies. FishBase beschreibt ihn als Bewohner fast aller Fluss- und Seelebensräume mit Sandgrund, von kleinen Bergbächen bis zu großen Flüssen des Tieflands und großen Seen; schnell fließende Flüsse mit Sand- oder Kiesgrund besiedelt er ebenso wie stehende Gewässer. Der Kanton Luzern nennt ihn einen „Fisch der tiefen Lagen“, dem Gewässer mit großem Gefälle und Hochwasserspitzen nicht behagen. Anders als Groppe und Bartgrundel versteckt er sich nicht unter Steinen und Wurzelwerk. Im Brackwasser kommt er nach dem HELCOM-Datenblatt nur selten vor; man nimmt an, dass sich die Fortpflanzung auf das Süßwasser beschränkt.
Wie häufig ist der Gründling in Deutschland?
Der Gründling ist in Deutschland häufig: Die Rote Liste von 2023 beschreibt die aktuelle Bestandssituation als „häufig“. Sein Verbreitungsgebiet reicht nach dem Rote-Liste-Zentrum von Frankreich bis in die Ukraine, und Deutschland liegt im Zentrum des Areals. In Bayern gehört er nach der Roten Liste des Landesamts für Umwelt (Stand 2021) zusammen mit Bachschmerle, Flussbarsch, Rotauge und Aitel zu den fünf Arten, die auf mehr als zwei Dritteln der Landesfläche vorkommen.
Was frisst der Gründling? Wirbellose vom Gewässergrund
Der Gründling frisst vor allem wirbellose Tiere vom Gewässergrund. FishBase nennt Insektenlarven, Weichtiere und Krebstiere, die Tafel des Landratsamts Roth Insektenlarven, kleine Krebse, Würmer und Strudelwürmer, und der Kanton Luzern ergänzt pflanzliches Material. Der Gründling ist damit kein Raubfisch. Er sucht seine Nahrung am Boden; das HELCOM-Datenblatt beschreibt ihn als bodenlebenden, geselligen Fisch, der sich von wirbellosen Bodentieren ernährt. Zur Fütterung im Teich enthalten die geprüften Quellen keine Angaben.
Wann laicht der Gründling? Im Frühsommer in flachem Wasser
Der Gründling laicht im Frühsommer in flachem Wasser (HELCOM). FishBase nennt Steine, Sand oder Pflanzenmaterial als Laichuntergrund: Die Eier werden über dem Untergrund abgegeben, treiben mit der Strömung, sinken zu Boden und kleben dort fest; eine Brutpflege gibt es nicht. Larven und Jungfische halten sich am Boden auf und bevorzugen sandige, detritusreiche Bereiche mit wenig Strömung. In nährstoffarmen Bächen laicht der Gründling nach FishBase einmal im Jahr, in produktiven Gewässern mehrfach innerhalb einer Saison (Portionslaicher). Genaue Monate nennen die geprüften Quellen nicht.
Leben Gründlinge im Schwarm? Ja, und sie können quietschen
Gründlinge leben in Schwärmen und sind nach FishBase normalerweise tagaktiv: Werden sie gestört, besonders von Fressfeinden, verlagern sie ihre Aktivität in Zeiten mit wenig Licht. Außerdem können Gründlinge quietschende Laute erzeugen, mit denen sich die Tiere nach FishBase verständigen; die Lautäußerungen hängen von Aktivität und Temperatur ab, nicht von der Laichzeit. Der Kanton Luzern beschreibt, dass die Fische in Fließgewässern in kleineren Trupps unterwegs sind und an Seeufern mitunter beachtliche Schwärme bilden, aber stets in Bodennähe.
Kann man Gründlinge im Gartenteich halten?
Gründlinge werden gehandelt: FishBase führt die Art unter den Aquarienfischen im Handel. Als Schwarmfisch am Gewässergrund bevorzugen sie nach den geprüften Quellen Sand- oder Kiesgrund. FishBase beschreibt für die Art ein gemäßigtes Klima mit 2 bis 18 °C, einen pH-Wert von 7,0 bis 7,5 und eine Härte von 10 bis 20 °dH. Eine Besatzzahl für den Teich nennen die geprüften Quellen nicht.
Ist der Gründling gefährdet oder geschützt? Rote Liste: ungefährdet
Der Gründling gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet; weltweit führt ihn die IUCN als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet 2023, laut FishBase). Das Rote-Liste-Zentrum nennt aber einen mäßigen langfristigen Rückgang und eine mäßige kurzfristige Abnahme des Bestands. Deutschland trägt für die Art eine hohe Verantwortung: Der Gründling hat nach dem Rote-Liste-Zentrum ein kleines Verbreitungsgebiet von Frankreich bis in die Ukraine, und der Anteil der deutschen Populationen wird auf mehr als ein Zehntel und höchstens ein Drittel der Weltpopulation geschätzt. Das Zentrum stuft ihn als einheimisch ein (Indigene oder Archäobiota).
Ungefährdet heißt nicht, dass das Fischereirecht der Länder ihn ignoriert: Vier Länder nennen den Gründling ausdrücklich in ihren Fischereiverordnungen, wie der nächste Abschnitt zeigt. Der Stromgründling und der Steingressling, zwei ähnliche Arten, stehen dagegen im Anhang II der FFH-Richtlinie (Bundesamt für Naturschutz); für den Gründling nennen die geprüften Quellen keinen solchen Status.
Schonzeit und Mindestmaß für Gründling in allen 16 Bundesländern
Ob und wie ein Bundesland den Gründling regelt, steht in seiner Fischereiverordnung: Bayern, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein nennen die Art, in den zwölf übrigen Ländern führt die Verordnung sie nicht auf. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | LFischO Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) |
| Brandenburg | ganzjährig geschont | kein Mindestmaß | BbgFischO Anlage (zu § 2 Abs. 1) |
| Bremen | nicht aufgeführt | – | – |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | nicht aufgeführt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | nicht aufgeführt | – | – |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | nicht aufgeführt | – | – |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein | 01.04.–30.06. | kein Mindestmaß | Binnengewässer (BiFVO Anlage 1) |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
4 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Bayern: AVBayFiG, Anlage (zu den §§ 11, 14, 22, 27 und 32) – Schonzeiten, Schonmaße und räumlicher Geltungsbereich (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Brandenburg: Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO), Anlage (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein; eine Übersicht über die Regeln aller Länder bietet Schonzeiten in Deutschland.
Gründling oder Grundel: Was ist der Unterschied?
Der Gründling ist keine Grundel: Er gehört zu den Karpfenartigen, die Grundeln zu den Grundelartigen. Die Namen sind leicht zu verwechseln, und beide Gattungsnamen (Gobio, Neogobius) gehen auf das lateinische gobius zurück, das FishBase mit „gudgeon“, also Gründling, übersetzt. Im Kanton Luzern heißt der Gründling örtlich sogar „Grundeli“. Die Tabelle stellt ihn der Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) gegenüber; mehr zu dieser Art steht im Steckbrief Schwarzmundgrundel und andere Grundeln.
| Merkmal | Gründling (Gobio gobio) | Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) |
|---|---|---|
| Verwandtschaft | Karpfenartige (Cypriniformes) | Grundelartige (Gobiiformes), Familie Grundeln (Gobiidae) |
| Kennzeichen | unterständiges Maul mit einem Paar Barteln; Fleckenmuster | großer schwarzer Fleck hinten auf der ersten Rückenflosse; Bauchflossen zu einer Saugscheibe verwachsen |
| Rückenflossenstrahlen (insgesamt) | 2 bis 3 Hartstrahlen, 5 bis 7 Weichstrahlen | 7 bis 8 Hartstrahlen, 12 bis 17 Weichstrahlen (zwei Rückenflossen) |
| Länge | meist 10 bis 15 cm; höchstens 21 cm Gesamtlänge (FishBase) | höchstens 35 cm Gesamtlänge (FishBase) |
| Brutpflege | keine; Eier kleben am Untergrund | Männchen bewachen die Eier bis zum Schlupf |
| Herkunft | einheimisch | Schwarzes Meer, Asowsches Meer und Kaspisches Becken; nach Einschleppung wurden in mehreren Ländern nachteilige ökologische Folgen gemeldet |
| Lebensraum | Süßwasser, selten Brackwasser | Meer-, Brack- und Süßwasser |
Die Werte der Tabelle stammen für den Gründling aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Lexikon der Biologie und der Roth-Tafel, für die Schwarzmundgrundel aus FishBase.
Gründling oder Barbe: Woran erkennt man den Unterschied?
Gründling und Barbe unterscheiden sich vor allem in Größe und Zahl der Barteln: Der Gründling hat ein Paar Barteln und wird meist 10 bis 15 cm lang, die Barbe trägt vier Barteln und wird meist 30 bis 70 cm lang. Beide sind Karpfenfische, die am Gewässergrund nach Nahrung suchen. Weil die Länge nur bei ausgewachsenen Tieren trennt, entscheidet bei kleinen Fischen die Zahl der Barteln. Ausführlich beschreibt die Barbe der Steckbrief Barbe: Größe, Merkmale, Laichzeit und Lebensraum.
| Merkmal | Gründling (Gobio gobio) | Barbe (Barbus barbus) |
|---|---|---|
| Barteln | ein Paar (zwei kurze Barteln) | vier (zwei Paare) |
| Länge | meist 10 bis 15 cm (FishBase: üblich 12 cm); höchstens 21 cm Gesamtlänge (FishBase) | meist 30 bis 70 cm |
| Gewicht | höchstens etwa 220 g | bis etwa 8 bis 12 kg |
| Alter | bis etwa 8 Jahre | bis etwa 15 Jahre |
| Lebensraum | Bäche, Flüsse und Seen mit Sand- oder Kiesgrund | klare, schnell fließende Flüsse mit Kiesgrund, nur gelegentlich Seen |
| Rote Liste Deutschland 2023 | ungefährdet | Vorwarnliste |
Ist der Gründling eine einzige Art? Stromgründling, Steingressling und Donau-Gründling
Nein, in Deutschland gibt es neben dem Gründling weitere gründlingsartige Fische, und einige davon sind FFH-Arten: Nach dem Bundesamt für Naturschutz kommen neben dem Gründling auch der Stromgründling (Romanogobio belingi, Elbe und Oder, eingeschleppt auch im Rhein) und der Donau-Stromgründling (Romanogobio vladykovi) vor; beide stehen im Anhang II der FFH-Richtlinie. Der Steingressling (Romanogobio uranoscopus) lebt im Donaugebiet, steht in der Roten Liste Deutschlands in Kategorie 1 („Vom Aussterben bedroht“) und gilt nach dem BfN als verschollen; im Jahr 2009 wurden im Lech wieder vier erwachsene Tiere gefangen. Der Steingressling hat nach dem Lexikon der Biologie längere Barteln und sehr hoch stehende Augen. Die Länderverordnungen behandeln den Stromgründling teilweise als eigene Art; die Tabelle oben gilt nur für den Gründling (Gobio gobio).
Gibt es mehrere Gründlingsarten der Gattung Gobio?
Ob der Gründling (Gobio gobio) eine einzige Art ist, ist nicht endgültig geklärt. Das HELCOM-Datenblatt weist darauf hin, dass der Gründling ein Artenkomplex sein könnte, und FishBase vermerkt, dass die Bestände der Iberischen Halbinsel zu Gobio lozanoi gehören und die des Kaspischen Beckens eine eigene Art sein könnten. In Bayern belegen nach dem Landesamt für Umwelt genetische Untersuchungen zwei klar unterscheidbare Linien, die möglicherweise zwei Gründlingsarten entsprechen; der Donau-Gründling (Gobio obtusirostris) ist dort wegen der unklaren Einordnung und der sehr schwierigen Bestimmung im Feld in der Kategorie „Daten unzureichend“ geführt. Das Rote-Liste-Zentrum nennt Gobio obtusirostris als Namen aus der vorherigen Roten Liste.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Gründling und Schwarzmundgrundel), dem Artensteckbrief zum Gründling im Rote-Liste-Zentrum nach Freyhof et al. (2023), den Artenporträts des Bundesamts für Naturschutz, der Roten Liste Bayern des Landesamts für Umwelt (Stand 2021), dem Fischatlas des Kantons Luzern, dem Datenblatt „Species Information Sheet: Gobio gobio“ der HELCOM (2013), der Tafel 4 des Landratsamts Roth (Stand 2003) und dem Lexikon der Biologie von Spektrum (1999). Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.
Weiterlesen
- Barbe: Steckbrief
- Schwarzmundgrundel und andere Grundeln
- Groppe: Steckbrief
- Friedfische im Überblick
- Schonzeiten in Deutschland im Überblick
- Angelschein: Voraussetzungen und Regeln
Häufige Fragen
Wie groß wird ein Gründling?
Ein Gründling wird meist 10 bis 15 cm lang. Der Kanton Luzern nennt 10 bis 15 cm, FishBase als übliche Länge 12 cm Gesamtlänge. Als Höchstwert führen das HELCOM-Datenblatt 20 cm und FishBase 21 cm Gesamtlänge. Das Höchstgewicht liegt nach FishBase bei etwa 220 g.
Was fressen Gründlinge?
Gründlinge fressen vor allem wirbellose Tiere vom Gewässergrund: FishBase nennt Insektenlarven, Weichtiere und Krebstiere, eine Tafel des Landratsamts Roth zusätzlich Würmer und Strudelwürmer, der Kanton Luzern ergänzt pflanzliches Material. Der Gründling ist kein Raubfisch. Zur Fütterung im Teich enthalten die geprüften Quellen keine Angaben.
Ist der Gründling geschützt?
Der Gründling gilt nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 in Deutschland als ungefährdet, sein Bestand ist häufig. Ob und wann Sie ihn fangen oder entnehmen dürfen, regelt jedes Bundesland selbst: Bayern, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein nennen ihn in ihren Fischereiverordnungen, die zwölf übrigen Länder führen ihn nicht auf. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle 16 Länder.
Wie viele Barteln hat der Gründling?
Der Gründling hat ein Paar Barteln, also zwei kurze Barteln am unterständigen Maul (Tafel des Landratsamts Roth; Lexikon der Biologie). Nach FishBase reicht die Bartel über den vorderen Augenrand hinaus, meist bis zur Augenmitte. Die ähnliche Barbe hat dagegen vier Barteln.
Ist der Gründling eine Grundel?
Nein. Der Gründling gehört zu den Karpfenartigen, die Grundeln zu den Grundelartigen. Die Schwarzmundgrundel hat nach FishBase zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen und einen großen schwarzen Fleck hinten auf der ersten Rückenflosse, wird bis 35 cm lang und stammt aus dem Schwarzmeer-, Asowschen und Kaspischen Becken. Der Gründling ist einheimisch und meist 10 bis 15 cm lang.
Ist der Gründling ein Speisefisch?
Kaum: Der Kanton Luzern schreibt, in der Schweiz werde der Gründling nicht gegessen, in gewissen Regionen Frankreichs gelte er frittiert als Spezialität. FishBase führt ihn als in der Fischerei kommerziell genutzt. Ob Sie ihn entnehmen dürfen, regeln die Bundesländer (Tabelle auf dieser Seite).
Quellen
- FishBase: Gobio gobio (Linnaeus, 1758) (Gudgeon), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Gobio gobio, Reproduction Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Gobio gobio, Maturity Study (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Gobio gobio, Ecology Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- FishBase: Neogobius melanostomus (Pallas, 1814) (Round goby), Summary (abgerufen am 06.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Gobio gobio (Gründling), nach Freyhof et al. (2023), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (6) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Romanogobio belingi (Stromgründling) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Romanogobio vladykovi (Donau-Stromgründling) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Romanogobio uranoscopus (Steingressling) (abgerufen am 06.10.2026)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste Bayern, Fische und Rundmäuler (abgerufen am 06.10.2026)
- Kanton Luzern, Dienststelle Landwirtschaft und Wald: Fischatlas, Gründling (Gobio gobio) (abgerufen am 06.10.2026)
- HELCOM Red List Fish and Lamprey Species Expert Group (2013): Species Information Sheet Gobio gobio (abgerufen am 06.10.2026)
- Landratsamt Roth, Subportal Rothsee: Tafel 4 Laube, Bachschmerle, Gründling (Fotos: Bayerische Landesanstalt für Fischerei, Stand 2003) (abgerufen am 06.10.2026)
- Spektrum.de, Lexikon der Biologie: Gründlinge (abgerufen am 06.10.2026)