Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Güster, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Güster (Fisch): Merkmale, Größe und Unterschied zur Brasse

Der Güster (Blicca bjoerkna), regional auch Blicke oder Halbbrachsen genannt, ist ein silbriger, hochrückiger Weißfisch aus der Verwandtschaft der Karpfen. Er wird üblicherweise 20 bis 25 cm lang und erreicht höchstens 45,5 cm und etwa 1 kg. Häufig wird er mit der Brasse verwechselt; von ihr unterscheiden ihn rötliche Flossenansätze, ein größeres Auge und weniger Schuppen entlang der Seitenlinie (45 bis 50 statt mindestens 51). Der Güster laicht von Mai bis Juli und gilt in Deutschland nach der Roten Liste als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Merkmale, Lebensraum und Laichzeit mit Quelle, stellt Güster und Brasse in einer Tabelle gegenüber und zeigt, welche Bundesländer die Art in ihrer Fischereiverordnung nennen.

Güster-Steckbrief: Größe, Gewicht, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick

Der Güster wird üblicherweise 20 bis 25 cm lang, erreicht höchstens 45,5 cm Gesamtlänge und etwa 1 kg Gewicht und laicht von Mai bis Juli. Die Werte stammen aus FishBase, dem Lexikon der Biologie, der Roten Liste und zwei Fachstudien; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Güster (Blicca bjoerkna)
Wissen­schaft­licher Name Blicca bjoerkna (Linnaeus, 1758)
Weitere Namen Blicke, Halbbrachsen; englisch White bream
Verwandtschaft Karpfenartige (Cypriniformes), Familie Leuciscidae
Länge üblich 20 bis 25 cm; Höchstwert 45,5 cm (Gesamtlänge)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 1,0 kg
Alter Höchstalter in den geprüften Quellen nicht angegeben; in einer türkischen Studie bis 6 Jahre
Geschlechts­reife Weibchen mit etwa 4 Jahren, Männchen meist ein Jahr früher
Laichzeit Mai bis Juli
Lebensraum Seen, Stauseen, Kanäle und langsam fließende große Flüsse; auch Brackwasser
Nahrung vor allem wirbellose Tiere vom Gewässerboden; überwiegend nachtaktiv
Raub- oder Friedfisch Friedfisch (Süßwasser, geht ins Brackwasser)
Gefährdung Rote Liste Deutschland 2023: ungefährdet; Bestand mäßig häufig

Was ist ein Güster? Ein Süßwasserfisch, nicht die Gemeinde

Der Güster ist ein Süßwasserfisch: Der Duden beschreibt ihn als in Seen und größeren Flüssen heimischen Karpfenfisch mit hohem, graugrünem Rücken, hellen, silberglänzenden Seiten, stumpfem Maul und großen Augen. Das Lexikon der Biologie führt ihn als Weißfisch und nennt als weitere Namen Blicke und Halbbrachsen. Mit „Güster“ kann außerdem die Gemeinde Güster im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein gemeint sein; diese Seite handelt nur vom Fisch.

Der Duden führt das Wort als Maskulinum („der Güster“, Plural „die Güster“).

Wie groß wird ein Güster? Üblich 20 bis 25 cm, höchstens 45,5 cm

Ein Güster wird üblicherweise 20 bis 25 cm lang und erreicht höchstens 45,5 cm Gesamtlänge. FishBase nennt 20 cm als übliche Länge und 45,5 cm als größten Wert, das Lexikon der Biologie spricht von einem 25 cm langen Fisch. Das höchste veröffentlichte Gewicht beträgt nach FishBase 1,0 kg.

Zum Vergleich eine Messreihe vom Ladik-See in der Türkei: Die 434 untersuchten Güster waren 11,5 bis 24,3 cm lang (Gabellänge). Der Güster bleibt damit deutlich kleiner als die Brasse, die nach FishBase bis zu 82 cm lang und 6 kg schwer werden kann.

Güster oder Brasse: Woran erkennt man den Unterschied?

Der Güster unterscheidet sich von der Brasse vor allem durch rötliche Ansätze der Brust- und Bauchflossen, ein größeres Auge und weniger Schuppen entlang der Seitenlinie (45 bis 50 gegenüber mindestens 51). Beide Fische sind hochrückig und seitlich stark abgeflacht, deshalb werden sie so oft verwechselt. Die folgende Tabelle stellt die Merkmale gegenüber; die Werte stammen aus der Artenkunde der sächsischen Fischereibehörde und aus FishBase. Alles Weitere zur Brasse steht im Steckbrief der Brasse.

Merkmal Güster Brasse
Färbung silbrig, glänzend bleigrau bis silbergrau; alte Tiere bronzefarben
Auge Augendurchmesser größer als die Maullänge Augendurchmesser kleiner als die Maullänge
Flossenfarbe paarige Flossen (Brust- und Bauchflossen) an der Basis rötlich unpaarige Flossen dunkelgrau; Basis der paarigen Flossen nach FishBase farblos oder grau
Brustflossen reichen nicht bis zu den Bauchflossen reichen bis zum Ansatz der Bauchflossen
Schuppen an der Seitenlinie 45 bis 50 51 bis 56 (FishBase: 51 bis 60)
Strahlen der Afterflosse 3 Hartstrahlen, 19 bis 23 Weichstrahlen 3 Hartstrahlen, 23 bis 28 Weichstrahlen (FishBase: 23 bis 30)
Größe üblich 20 cm, höchstens 45,5 cm, bis 1 kg üblich 25 cm, höchstens 82 cm, bis 6 kg

Das Lexikon der Biologie nennt dieselben Kennzeichen: rötliche Brustflossen, größere Augen und größere Schuppen. Bestimmen Sie den Fisch am besten nach mehreren Merkmalen gleichzeitig, denn bei den Strahlen der Afterflosse berühren sich die Bereiche (beide Arten haben Werte um 23), und junge Brassen haben nach FishBase noch hellere Flossen als erwachsene.

Wo lebt der Güster? In Seen und langsam fließenden Flüssen

Der Güster lebt in stehenden Gewässern wie Seen und Stauseen sowie in Kanälen und Flüssen mit ruhigem Wasser. Nach FishBase bevorzugt er flache, warme Tieflandseen und die langsam fließenden Unterläufe großer Flüsse, wo er auf sandigem Grund oft sehr häufig ist; er lebt gesellig, und die Larven wachsen in Stillgewässern auf. Die sächsische Fischereibehörde beschreibt als Lebensraum langsam fließende große Gewässer der Brachsenregion und Stillgewässer mit vielfältigem Untergrund und nennt auch Brackwasser.

Natürlicherweise kommt der Güster nach FishBase in den Einzugsgebieten von Nordsee, Ostsee, Schwarzem und Kaspischem Meer vor. Er fehlt von Natur aus auf der Iberischen Halbinsel, in Italien und in Großbritannien (außer im Südosten).

Was frisst der Güster?

Der Güster frisst vor allem wirbellose Tiere vom Gewässerboden. FishBase nennt benthische Wirbellose als Nahrung und beschreibt den Güster als überwiegend nachtaktiv. Wegen dieser Ernährung zählt er zu den Friedfischen.

Wann laicht der Güster? Von Mai bis Juli

Der Güster laicht nach FishBase von Mai bis Juli. In zwei Untersuchungen lag die Laichzeit im Juni (Øyeren-See, Norwegen) beziehungsweise zwischen Mai und Juni (Ladik-See, Türkei). Er laicht in Ufernähe auf untergetauchten Pflanzen, Wurzeln oder auch auf flachem Kiesgrund; die Eier sind klebrig.

Ein Weibchen laicht mit mehreren Männchen (Polyandrie). Die Männchen zeigen dabei Balzverhalten: Nach FishBase signalisieren zitternde und spritzende Bewegungen die Abgabe von Eiern und Samen auf den Pflanzen.

Wie alt wird ein Güster, und wann wird er geschlechtsreif?

Ein Höchstalter für den Güster nennen die geprüften Quellen nicht; in einer Untersuchung am Ladik-See in der Türkei waren die Fische ein bis sechs Jahre alt, am häufigsten drei Jahre. Weibchen werden nach einer Studie am Øyeren-See in Norwegen mit vier Jahren geschlechtsreif, die meisten Männchen ein Jahr früher. Nach der Reife wachsen die Männchen langsamer als die Weibchen und leben kürzer.

FishBase schätzt das Alter bei Geschlechtsreife modellbasiert auf 3 bis 4 Jahre. Die Spanne passt zu den Messungen aus Norwegen.

Ist der Güster gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Der Güster gilt in Deutschland nach der Roten Liste der Süßwasserfische von 2023 als ungefährdet, die aktuelle Bestandssituation ist „mäßig häufig“. Das Rote-Liste-Zentrum nennt einen mäßigen langfristigen Rückgang und einen stabilen kurzfristigen Trend; die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert. Die IUCN führt den Güster weltweit als nicht gefährdet (Least Concern, bewertet am 27. Mai 2022).

Ist der Güster ein Speisefisch?

Der Güster spielt als Speisefisch kaum eine Rolle: Das Lexikon der Biologie nennt ihn „grätenreich“, und nach FishBase hat er für Angler und Verbraucher nur geringes Interesse. Berufsfischer schätzen ihn wegen seiner geringen Größe und der Konkurrenz zu begehrteren Arten ebenfalls wenig; FishBase führt für den Güster nur eine geringe kommerzielle Nutzung und gelegentliche Verwendung als Köderfisch auf.

Schonzeit und Mindestmaß für Güster in allen 16 Bundesländern

Schonzeit und Mindestmaß für den Güster legt jedes Bundesland selbst fest, und nur vier der 16 Länder nennen die Art namentlich in ihrer Fischereiverordnung; die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.

Bundesland Schonzeit Mindest-/Entnahmemaß Hinweis
Bayern keine Schonzeit kein Mindestmaß –
Baden-Württemberg nicht aufgeführt – –
Berlin keine Schonzeit kein Mindestmaß LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten
Brandenburg nicht aufgeführt – –
Bremen nicht aufgeführt – –
Hamburg nicht aufgeführt – –
Hessen nicht aufgeführt – –
Mecklenburg-Vorpommern nicht aufgeführt – –
Niedersachsen nicht aufgeführt – –
Nordrhein-Westfalen nicht aufgeführt – –
Rheinland-Pfalz keine Schonzeit 15 cm § 17
Saarland nicht aufgeführt – –
Sachsen nicht aufgeführt – –
Sachsen-Anhalt nicht aufgeführt – –
Schleswig-Holstein keine Schonzeit kein Mindestmaß Binnengewässer (BiFVO Anlage 1)
Thüringen nicht aufgeführt – –

4 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.

Rechtsgrundlagen und Prüfdatum

Beachten Sie zusätzlich die Auflagen Ihrer Angelkarte. Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein, die Regeln für andere Fischarten unter Schonzeiten in Deutschland.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Güster und Brasse), der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 (Freyhof et al., Rote-Liste-Zentrum/BfN), der Artenkunde „Verwechselbare Fischarten“ der sächsischen Fischereibehörde, dem Lexikon der Biologie, dem Duden, den Fachstudien von Hansen (1980, Øyeren-See) und Yılmaz et al. (2015, Ladik-See) sowie der Webseite der Gemeinde Güster. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Ist der Güster ein Speisefisch?

Der Güster spielt als Speisefisch kaum eine Rolle. Das Lexikon der Biologie nennt ihn „grätenreich“, und nach FishBase hat er für Angler und Verbraucher nur geringes Interesse; Berufsfischer nutzen ihn kaum.

Wie unterscheide ich Güster und Brasse?

Der Güster hat rötliche Ansätze der Brust- und Bauchflossen, ein größeres Auge und 45 bis 50 Schuppen entlang der Seitenlinie. Die Brasse hat keine roten Flossenansätze, ein kleineres Auge und mindestens 51 Schuppen. Außerdem reichen die Brustflossen der Brasse bis zum Ansatz der Bauchflossen, beim Güster nicht (Quelle: sächsische Fischereibehörde, FishBase).

Wie groß wird ein Güster?

Ein Güster wird üblicherweise 20 bis 25 cm lang und erreicht höchstens 45,5 cm Gesamtlänge. Das höchste veröffentlichte Gewicht liegt nach FishBase bei 1,0 kg.

Was ist ein Güster: ein Fisch oder ein Ort?

Beides. Der Güster ist ein Süßwasserfisch aus der Verwandtschaft der Karpfen (Blicca bjoerkna). Außerdem heißt eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein Güster. Diese Seite handelt vom Fisch.

Hat der Güster eine Schonzeit?

Schonzeit und Mindestmaß legt jedes Bundesland selbst fest, und nur vier der 16 Länder nennen den Güster namentlich in ihrer Fischereiverordnung. Die Tabelle im Artikel zeigt alle 16 Länder im Vergleich; andere Fischarten zeigt die Übersicht Schonzeiten in Deutschland (/schonzeiten/).

Ist der Güster gefährdet?

Nein. Nach der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 gilt der Güster als ungefährdet, der Bestand ist mäßig häufig. Die IUCN führt ihn weltweit als nicht gefährdet (Least Concern).

Quellen