Die Flunder (Platichthys flesus) ist ein Plattfisch der Nord- und Ostsee, der meist 20 bis 30 cm lang wird und nur selten mehr als 1 kg wiegt. Sie lebt auf Sand- und Schlickböden der Küste und im Brackwasser, wandert als Jungfisch auch in Flüsse ein und laicht von Februar bis Mai im Salzwasser. In Deutschland gilt sie nach der Roten Liste der Meeresfische als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Lebensraum mit Quelle, erklärt den Unterschied zur Scholle und zeigt, wie Schonzeit und Mindestmaß in allen 16 Bundesländern geregelt sind.
Flunder-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter und Laichzeit auf einen Blick
Die Flunder wird meist 20 bis 30 cm lang, wiegt nur selten mehr als 1 kg und erreicht ein Höchstalter von 15 bis 20 Jahren. Die Werte stammen aus FishBase, der Broschüre des Deutschen Angelfischerverbands (DAFV) zum Fisch des Jahres 2017 und der Roten Liste der Meeresfische; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.
| Merkmal | Flunder (Platichthys flesus) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Platichthys flesus (Linnaeus, 1758) |
| Familie | Schollen (Pleuronectidae) |
| Länge | meist 20 bis 30 cm; Höchstwert 60 cm (FishBase), 65 cm (DAFV-Bestimmungstabelle) |
| Gewicht | selten über 1 kg, im Durchschnitt etwa 300 g; vereinzelt bis 3 kg (höchstes veröffentlichtes Gewicht 2,9 kg) |
| Alter | durchschnittlich 8 bis 15 Jahre; Höchstalter 15 Jahre (FishBase) bis 20 Jahre (DAFV) |
| Geschlechtsreife | im 3. oder 4. Lebensjahr |
| Laichzeit | Februar bis Mai, im Salzwasser (DAFV-Broschüre) |
| Lebensraum | Sand- und Schlickböden der Küste, Brackwasser, Flussmündungen; steigt in Flüsse auf |
| Nahrung | vor allem Bodentiere wie Würmer, Schnecken, Muscheln und kleine Krebse; auch kleine Fische |
| Süß- oder Salzwasser | Meeresfisch, der als Jungfisch in Flüsse einwandert (katadrom); Fortpflanzung nur im Salzwasser |
| Gefährdung | Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: ungefährdet; Bestand häufig, Trend stabil |
Was ist eine Flunder?
Die Flunder ist ein Plattfisch aus der Familie der Schollen (Pleuronectidae). Wie alle Plattfische hat sie einen seitlich abgeflachten, asymmetrischen Körper mit beiden Augen auf einer Seite; sie lebt am Meeresboden und gräbt sich tagsüber in Sand oder Schlick ein, sodass nur die Augen herausschauen. Zoologisch ist die Flunder kein Butt, obwohl sie oft so genannt wird. Der Name geht auf mittelniederdeutsch „vlundere“ zurück, eigentlich „flacher Fisch“ (Duden).
Platt wie eine Flunder: Woher kommt die Redewendung?
„Platt wie eine Flunder“ bedeutet umgangssprachlich, sehr überrascht oder verblüfft zu sein; die zweite, wörtliche Bedeutung ist „flachgedrückt“. Der Duden beschreibt die Wendung als Wortspiel mit „platt“ im Sinne von „flach“, denn Flundern sind Plattfische mit stark abgeflachtem Körper. Das Wort „platt“ geht über das Vulgärlatein auf das griechische „platys“ (weit, eben) zurück.
Wie groß wird eine Flunder? Meist 20 bis 30 cm
Eine Flunder wird meist 20 bis 30 cm lang; 45 bis 50 cm überschreitet sie nach der DAFV-Broschüre normalerweise nicht. Als Höchstwert nennt FishBase 60 cm Gesamtlänge, die Bestimmungstabelle der DAFV-Broschüre 65 cm bei „selten über 40 cm“. FishBase führt außerdem 50 cm als übliche Länge, während die DAFV-Broschüre und das Fisch-des-Jahres-Porträt 20 bis 30 cm als Durchschnitt angeben; die Quellen weichen hier also voneinander ab.
Wie unterscheidet sich die Größe je nach Gewässer?
Die Größe der Flunder hängt deutlich vom Gewässer ab. Nach der DAFV-Broschüre überschreiten noch nicht geschlechtsreife Flundern im Süßwasser kaum 28 bis 30 cm. In der südlichen Ostsee sind Flundern mit acht Jahren durchschnittlich etwa 35 cm lang, aus dem Raum Helgoland wurden Längen bis 45 cm berichtet.
Wie schwer wird eine Flunder? Selten über 1 kg
Eine Flunder wiegt nur selten mehr als 1 kg; als Durchschnitt nennt der DAFV etwa 300 g. Vereinzelt werden bis 3 kg erreicht, FishBase nennt 2,9 kg als höchstes veröffentlichtes Gewicht. Ausnahmefische bis 50 cm Länge wiegen nach dem Fisch-des-Jahres-Porträt des DAFV zwei bis drei Kilogramm.
Wie alt wird eine Flunder?
Eine Flunder wird im Durchschnitt 8 bis 15 Jahre alt, in Einzelfällen bis zu 20 Jahre. Die DAFV-Broschüre gibt als erreichbares Höchstalter 15 bis 20 Jahre an, FishBase nennt 15 Jahre als höchstes berichtetes Alter. Beide Quellen stimmen bei 15 Jahren überein; darüber hinaus nennt nur der DAFV bis zu 20 Jahre.
Ab wann ist die Flunder geschlechtsreif?
Die Flunder wird im dritten oder vierten Lebensjahr geschlechtsreif. Das gibt die DAFV-Broschüre an. FishBase nennt eine mittlere Länge bei Geschlechtsreife von 22,4 cm (Spanne 14 bis 30 cm). Die Milchner, also die männlichen Fische, treten die Laichwanderung oft schon in etwas jüngerem Alter an als die Rogner, die meist mit etwa vier Jahren ins Meer zurückziehen.
Wo lebt die Flunder? Küsten, Brackwasser und Flussmündungen
Die Flunder lebt auf sandigen und schlickigen Böden der Küstengewässer, im Brackwasser und in Flussmündungen. Sie kommt in der gesamten Nord- und Ostsee vor; in der Ostsee fehlt sie nur im nördlichen Bottnischen und im östlichen Finnischen Meerbusen (DAFV). Nach FishBase reicht ihr Verbreitungsgebiet vom Weißen Meer bis ins Mittelmeer und ins Schwarze Meer, in Tiefen von 1 bis 100 m.
Im Meer bewohnt sie in großen Schwärmen die sandigen Küstenbereiche der Gezeitenzone, aber auch Tiefen von 20 bis 50 m. Tagsüber liegt sie eingegraben im Boden, mit Beginn der Dunkelheit wird sie aktiv. Im Spätsommer weichen Flundern dem sich erwärmenden Flachwasser in tiefere Bereiche aus, im Winter halten sich die erwachsenen Tiere in tieferem, wärmerem und salzhaltigerem Wasser auf (DAFV).
Gibt es in der Ostsee zwei Flunderarten?
Ja, nach neuerer Systematik: Die Rote Liste der Meeresfische führt neben der Flunder (Platichthys flesus) die Baltische Flunder (Platichthys solemdali), die nur in der Ostsee vorkommt. Sie wurde 2018 beschrieben und erst nach der vorherigen Roten Liste von Platichthys flesus abgespalten. FishBase nennt für sie eine Länge bis etwa 27 cm und eine Laichzeit von April bis Juni in Küstennähe. Ob beide Arten in der deutschen Ostsee gemeinsam vorkommen, ist laut Roter Liste noch nicht gezielt untersucht; die Baltische Flunder steht dort in der Kategorie „Daten unzureichend“. Die DAFV-Broschüre von 2017 entstand vor dieser Aufteilung und spricht nur von zwei Laichergruppen der Flunder in der Ostsee.
Lebt die Flunder im Süßwasser oder im Salzwasser?
Die Flunder ist ein Meeresfisch, der als Jungfisch in Flüsse einwandert und dort im Süßwasser lebt; zum Laichen muss sie ins Salzwasser zurück. Fachleute nennen das katadrom, wie beim Aal. Nach der DAFV-Broschüre wandert sie als Jungfisch in die Flussmündungen ein und steigt im Sommer gesellig die Flüsse weiter hinauf, um sich von Bodentieren zu ernähren. FishBase vermerkt, dass sie häufig ins Süßwasser geht.
Fortpflanzen kann sie sich nur im Salzwasser: Die Eier brauchen nach der DAFV-Broschüre einen Salzgehalt von mindestens etwa 10 Promille, sonst sinken sie zu Boden und sterben ab. Selbst Seen nahe der Ostsee wie der Schmachter See auf Rügen und der Gothensee auf Usedom beherbergen Flundern im reinen Süßwasser, ihre Fortpflanzung hängt aber von der Abwanderung in die Ostsee ab.
Wie weit steigt die Flunder in Flüsse auf?
Früher stieg die Flunder mehrere hundert Kilometer in die Flüsse auf, heute enden die Aufstiege meist an der ersten Querverbauung. Historische Berichte, die die DAFV-Broschüre zusammenfasst, nennen Aufstiege in der Elbe bis oberhalb von Magdeburg, in der Weser bis Hameln, in der Ems bis Lingen und über den Rhein bis in die Mosel bei Trier. Weil die Flunder Hindernisse nicht überspringen kann, sind schon Wehre und Staustufen geringer Höhe oft unüberwindlich. In der Tideelbe im Hamburger Hafen und an der Weser in Bremen werden Flundern im Herbst und Winter regelmäßig geangelt.
Wann laicht die Flunder? Februar bis Mai
Die Flunder laicht im Frühjahr, nach der DAFV-Broschüre von Februar bis Mai; die Pressemitteilung des DAFV zum Fisch des Jahres 2017 nennt den weiteren Zeitraum Januar bis Juni. Gelaicht wird immer im Meer, bei den im Süßwasser aufgewachsenen Tieren erst nach der Rückwanderung. In der Nordsee laichen Flundern vielfach in 20 bis 40 m Wassertiefe, in der westlichen Ostsee in tieferen Bereichen von 40 bis 100 m. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) wertet für die Ostsee Gebiete ab 30 m Tiefe als mögliche Laichgebiete und solche mit einem Salzgehalt von mehr als 10 Promille als besonders wahrscheinlich.
Ein Rogner legt nach der DAFV-Broschüre rund 400.000 bis 2.000.000 Eier mit etwa 1 mm Durchmesser. Die Larven schlüpfen fünf bis elf Tage nach der Eiablage und messen dann 2 bis 3 mm. Mit 7 bis 10 mm Länge verwandeln sie sich in Plattfische, und ein Auge wandert auf die spätere Oberseite. Die Flunder der südlichen Ostsee hat freischwebende Eier, die sich in tieferem Wasser entwickeln; Laichgebiete sind das Arkona- und das Bornholmbecken sowie die Stolper Rinne. Die gesetzlichen Schonzeiten der Länder stehen im Abschnitt zu Schonzeit und Mindestmaß weiter unten.
Was frisst die Flunder?
Die Flunder frisst vor allem Bodentiere: Würmer, Schnecken, Muscheln und kleine Krebse, dazu gelegentlich kleine Fische wie Tobiasfische und kleine Heringe. Junge Flundern ernähren sich zunächst ausschließlich von Plankton, Jungfische unter einem Jahr nach FishBase von Plankton und Insektenlarven. Im Süßwasser stehen laut DAFV Zuckmücken- und andere Insektenlarven auf dem Speiseplan.
Die Flunder ist nachtaktiv. Sie geht nach Einsetzen der Dämmerung auf Beutezug, schleicht sich an und schlägt blitzschnell zu; tagsüber liegt sie meist in Sand oder Schlick eingegraben. Die Sandhäufchen der Wattwürmer zeigen, dass am Grund Futter für die Flunder wartet.
Woran erkennt man eine Flunder? Raue Haut mit Dornen
Eine Flunder erkennt man an der rauen Haut: Dornen entlang der Basis von Rücken- und Afterflosse sowie im vorderen und mittleren Teil der Seitenlinie machen die Augenseite beim Darüberstreichen spürbar rau, laut DAFV wie Schmirgelpapier. Die Augenseite ist grünlich oder bräunlich gefärbt, meist mit großen schwarzen und kleineren braunen oder gelben Flecken; vereinzelt liegen orangefarbene bis rostrote Punkte darin. Die Blindseite ist weißlich und oft dunkel bestäubt.
Weitere Merkmale sind der ovale Körper, das kleine Maul und die nur leicht gebogene Seitenlinie über der Brustflosse, die sie von der Kliesche unterscheidet. Die Rückenflosse hat 52 bis 67 Strahlen, die Afterflosse 36 bis 46; entlang der Seitenlinie sitzen etwa 80 Schuppen. Stachelstrahlen fehlen.
Ist die Flunder rechts- oder linksäugig?
Die Flunder ist meist rechtsäugig, aber ein erheblicher Teil der Tiere ist linksäugig. Die DAFV-Broschüre nennt etwa 20 bis 30 Prozent, der Nationalpark Wattenmeer 20 bis 40 Prozent; FishBase gibt an, dass die Augen bei etwa 70 Prozent der Tiere rechts liegen. Die Augenseite taugt deshalb nicht als sicheres Erkennungsmerkmal. Steinbutte sind dagegen ausnahmslos linksäugig, haben eine schuppenlose Augenseite mit großen Knochenhöckern und einen fast kreisrunden Körper.
Flunder oder Scholle: Was ist der Unterschied?
Der sicherste Unterschied ist die Haut: Die Flunder ist auf der Augenseite rau, die Scholle glatt und trägt zwischen Auge und Seitenlinie vier bis sieben fühlbare Knochenhöcker. Außerdem hat die Scholle deutlich abgegrenzte orangerote Flecken, bei der Flunder sind sie meist undeutlich. Die Tabelle stellt die Merkmale nach der DAFV-Broschüre und FishBase gegenüber.
| Merkmal | Flunder (Platichthys flesus) | Scholle (Pleuronectes platessa) |
|---|---|---|
| Haut der Augenseite | rau: Dornen entlang der Flossenbasen und im vorderen Teil der Seitenlinie | glatt, mit kleinen Schuppen; keine Dornen entlang der Flossenbasen |
| Knochenhöcker | nicht das Merkmal der Flunder; hier zählen die Dornen | 4 bis 7 deutlich fühlbare Höcker zwischen Auge und Beginn der Seitenlinie |
| Rote Flecken | orangefarbene Punkte meist undeutlich, bräunlich | orangerote Flecken meist deutlich abgegrenzt |
| Flossenstrahlen | Rücken 52 bis 67, After 36 bis 46 | Rücken 65 bis 79, After 48 bis 59 |
| Schuppen in der Seitenlinie | etwa 80 | 88 bis 115 |
| Länge | bis 65 cm, selten über 40 cm | bis 120 cm, selten über 50 cm |
| Süßwasser | geht als Jungfisch in Flüsse | nach DAFV niemals im Süßwasser; Meer und Brackwasser (FishBase) |
Beide Arten sind meist rechtsäugig und haben einen ähnlichen Körperumriss, daher kommen Verwechslungen vor. Wo Flundern und Schollen gemeinsam laichen, treten zudem Bastarde auf, die Merkmale beider Arten tragen, etwa eine etwas glattere Haut und undeutliche rote Flecken. Im Zweifel zählt die Kombination aus Hauttest, Höckerreihe und Flossenstrahlen.
Wie wird die Flunder noch genannt? Butt, Elbbutt und Graubutt
Im Alltag wird die Flunder oft einfach Butt genannt, regional außerdem Graubutt, Struffbutt, Strombutt oder Wattbutt. Namen mit Flussbezug sind Elbbutt, Weserbutt, Störbutt und Eiderbutt; FishBase führt außerdem „Gemeine Flunder“ als deutschen Namen. Früher hieß sie auch Halbfisch oder Platteisen, später Raubutt wegen ihrer rauen Haut (DAFV). Wissenschaftlich heißt sie Platichthys flesus, englisch European flounder. Auch wenn der Name es nahelegt: Zoologisch gehört sie nicht zu den Butten.
Ist die Flunder gefährdet? Rote Liste: ungefährdet
Die Flunder ist in Deutschland nicht gefährdet: Die Rote Liste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands (Thiel et al. 2025) führt sie als ungefährdet, ihre aktuelle Bestandssituation als häufig, den lang- und kurzfristigen Trend als stabil. Die IUCN stuft sie weltweit als nicht gefährdet ein (Least Concern, bewertet am 25. August 2022). Auch die frühere Rote Liste (Thiel et al. 2013) sah nach der DAFV-Broschüre keine Gefährdung in der deutschen Nord- und Ostsee.
Ein Engpass bleiben die Flüsse: Der DAFV beschreibt die Flunder als nicht akut bestandsgefährdet, findet sie in Fließgewässern aber flussaufwärts nur noch bis zur ersten Querverbauung. Für die erst kürzlich abgetrennte Baltische Flunder steht in der Roten Liste „Daten unzureichend“.
Kann man Flunder essen? Ja, sie ist ein guter Speisefisch
Ja, die Flunder ist ein gut schmeckender Speisefisch mit festem, eiweißreichem Fleisch. Nach der DAFV-Broschüre enthalten 100 g Flunder rund 72 kcal, 16,5 g Eiweiß und 0,7 g Fett. Qualität und Geschmack des Fleisches sind laut DAFV sehr vergleichbar mit der Scholle, die Flunder erzielt aber einen deutlich geringeren Anlandepreis; auf dem Markt werden die Filets beider Arten immer wieder vermischt.
Die Flunder muss vor dem Zubereiten nicht gehäutet werden. Sie wird gebraten, gekocht, geräuchert oder bei geringer Hitze gegrillt, am häufigsten paniert und frittiert. Serviert wird sie mit der hellen Seite nach oben; die dunkle Haut kann man nach dem Garen abziehen. FishBase führt sie als Marktfisch, der frisch und tiefgekühlt angeboten wird.
Schonzeit und Mindestmaß für Flunder in allen 16 Bundesländern
Schonzeit und Mindestmaß für die Flunder legt jedes Bundesland selbst fest, an der Küste zusätzlich über die Küstenfischereiverordnungen; die Unterschiede sind groß, in Hessen und Rheinland-Pfalz gilt für die Flunder sogar ein ganzjähriges Fangverbot. Die Tabelle zeigt alle 16 Länder im Vergleich.
| Bundesland | Schonzeit | Mindest-/Entnahmemaß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bayern | nicht aufgeführt | – | – |
| Baden-Württemberg | nicht aufgeführt | – | – |
| Berlin | keine Schonzeit | kein Mindestmaß | LFischO Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) – Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten |
| Brandenburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Bremen | keine Schonzeit | 25 cm | Binnengewässer · § 3 Abs. 2 |
| Hamburg | nicht aufgeführt | – | – |
| Hessen | ganzjährig: Fangverbot | kein Mindestmaß | § 1 Fang- und Entnahmeverbot (ganzjährig: „Es ist verboten, Tiere folgender Arten zu fangen oder zu entnehmen“) |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Schonzeit | 25 cm | Küstengewässer · KüFVO § 4 Abs. 1 Nr. 3; § 4 Abs. 1 und § 5 gelten, „soweit nicht durch Rechtsakte der Europäischen Union strengere Vorschriften bestimmt sind“. |
| Niedersachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | nicht aufgeführt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | ganzjährig: Fangverbot | kein Mindestmaß | § 20 Abs. 2 LFischO (Fangverbot) |
| Saarland | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen | nicht aufgeführt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | nicht aufgeführt | – | – |
| Schleswig-Holstein (Küstengewässer – Nordsee) | 01.02.–30.04. | 25 cm | Schonzeit nur für weibliche Flundern |
| Schleswig-Holstein (Küstengewässer – Ostsee) | 01.02.–30.04. | 25 cm | Schonzeit nur für weibliche Flundern |
| Thüringen | nicht aufgeführt | – | – |
6 von 16 Landesfischereiverordnungen führen die Art auf. „Nicht aufgeführt“ heißt: Die Verordnung nennt für die Art weder Schonzeit noch Mindestmaß; allgemeine Regeln wie Schonbezirke gelten trotzdem. Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann strengere Regeln festlegen; maßgeblich ist der amtliche Verordnungstext.
Rechtsgrundlagen und Prüfdatum
- Berlin: Berliner Landesfischereiordnung (LFischO), Anlage 1 (zu § 8 Abs. 1) Schonzeiten und Mindestmaße und Anlage 2 (zu § 8 Abs. 4) Fische ohne Mindestmaße und Schonzeiten (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Bremen: Bremische Binnenfischereiverordnung vom 30. September 2011 (Brem.GBl. 2011, S. 410), §§ 2–4 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Hessen: Hessische Fischereiverordnung (HFischV) vom 14. April 2023, § 1 (Fang- und Entnahmeverbote) und § 2 Abs. 1 (Schonzeiten und Entnahmemaße) (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Mecklenburg-Vorpommern: Binnenfischereiverordnung (BiFVO M-V) vom 15. August 2005, §§ 3–5 und Küstenfischereiverordnung (KüFVO M-V) vom 28. November 2006, §§ 3–5 und § 9 Abs. 4 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Rheinland-Pfalz: Landesfischereiordnung (LFischO, juris: FischGDV RP) §§ 17–20 (gelesen am 4. Oktober 2026)
- Schleswig-Holstein: Binnenfischereiverordnung (BiFVO) vom 29. Juni 2016, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) und Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018, Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1) (gelesen am 4. Oktober 2026)
Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.
Flunder angeln: Köder und Methoden im Überblick
Flundern werden vor allem mit Wattwürmern oder Seeringelwürmern am Grund gefangen, etwa beim Brandungsangeln an Strand und Mole, vom Boot oder aktiv mit dem Buttlöffel. Nach der DAFV-Broschüre sind außerdem Garnelen, Heringsfetzen und Muschelfleisch gute Köder; Plattfische bevorzugen sandigen Untergrund. FishBase nennt Würmer und Weichtiere als ausgezeichnete Köder. Die besten Fangzeiten an der Küste und in den Unterläufen der großen Flüsse liegen laut DAFV zwischen Juli und Dezember, besonders vor der Laichzeit im Winter. Welche Regeln am jeweiligen Wasser gelten, zeigt die Übersicht der Schonzeiten in Deutschland.
Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?
Die Zahlen stammen aus FishBase (Platichthys flesus, Platichthys solemdali, Pleuronectes platessa und die Liste der deutschen Namen), der Roten Liste der Fische und Neunaugen der marinen Gewässer Deutschlands (Thiel et al. 2025, Rote-Liste-Zentrum/BfN), der Broschüre des Deutschen Angelfischerverbands zum Fisch des Jahres 2017 (mit dem Bundesamt für Naturschutz) samt Presseseite, dem Nationalpark Wattenmeer, dem Duden und dem Datensatz des ICES zu den Laichgebieten der Flunder. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied von Scholle und Flunder?
Der sicherste Unterschied ist die Haut: Die Flunder ist auf der Augenseite rau, weil Dornen entlang der Flossenbasen und der Seitenlinie sitzen, die Scholle ist glatt und trägt vier bis sieben fühlbare Knochenhöcker zwischen Auge und Seitenlinie. Die Scholle hat zudem deutlich abgegrenzte orangerote Flecken, bei der Flunder sind sie meist undeutlich. Die Flunder geht außerdem als Jungfisch ins Süßwasser, die Scholle nach der DAFV-Broschüre niemals.
Ist Flunder ein guter Speisefisch?
Ja, die Flunder ist ein gut schmeckender Speisefisch mit festem, eiweißreichem Fleisch. Nach der DAFV-Broschüre zum Fisch des Jahres 2017 enthalten 100 g rund 72 kcal, 16,5 g Eiweiß und 0,7 g Fett. Qualität und Geschmack sind mit der Scholle sehr vergleichbar, die Flunder erzielt aber einen deutlich geringeren Preis.
Wie wird Flunder noch genannt?
Im Alltag wird die Flunder oft einfach Butt genannt, regional außerdem Graubutt, Struffbutt, Strombutt, Wattbutt oder nach dem Fluss Elbbutt, Weserbutt, Störbutt und Eiderbutt. Früher hieß sie auch Halbfisch oder Platteisen. Zoologisch gehört sie nicht zu den Butten; der wissenschaftliche Name ist Platichthys flesus.
Kann man Flunder essen und wie wird sie zubereitet?
Ja, man kann Flunder essen. Sie muss vor dem Zubereiten nicht gehäutet werden und wird gebraten, gekocht, geräuchert oder gegrillt, am häufigsten paniert und frittiert. Serviert wird sie mit der hellen Seite nach oben; die dunkle Haut lässt sich nach dem Garen abziehen.
Wie groß wird eine Flunder?
Eine Flunder wird meist 20 bis 30 cm lang und wiegt selten mehr als 1 kg. Als Höchstwert nennt FishBase 60 cm und 2,9 kg, die DAFV-Bestimmungstabelle 65 cm. Im Süßwasser bleiben noch nicht geschlechtsreife Tiere meist unter 28 bis 30 cm.
Lebt die Flunder im Süßwasser oder im Salzwasser?
Beides: Die Flunder ist ein Meeresfisch, der als Jungfisch in Flüsse einwandert und dort im Süßwasser lebt. Laichen kann sie nur im Salzwasser, die Eier brauchen einen Salzgehalt von mindestens etwa 10 Promille. Früher stieg sie mehrere hundert Kilometer in die Flüsse auf, heute enden die Aufstiege meist an der ersten Querverbauung.
Quellen
- FishBase: Platichthys flesus (Linnaeus, 1758) (European flounder), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Platichthys flesus, Common names (deutsche Namen) (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Platichthys solemdali (Baltic flounder), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- FishBase: Pleuronectes platessa Linnaeus, 1758 (European plaice), Summary (abgerufen am 05.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Platichthys flesus (Flunder), nach Thiel et al. (2025), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (9) (abgerufen am 05.10.2026)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Platichthys solemdali (Baltische Flunder), nach Thiel et al. (2025), Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (9) (abgerufen am 05.10.2026)
- Deutscher Angelfischerverband (DAFV) mit Bundesamt für Naturschutz: Fisch des Jahres 2017 – Die Flunder (Platichthys flesus), Broschüre (abgerufen am 05.10.2026)
- DAFV: Fisch des Jahres 2017 – Flunder (Platichthys flesus), Presseseite vom 7. August 2017 (gemeinsame Pressemitteilung vom 11. November 2016) (abgerufen am 05.10.2026)
- Nationalpark Wattenmeer: Flunder (abgerufen am 05.10.2026)
- Duden: Flunder (Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft) (abgerufen am 05.10.2026)
- ICES: Potential spawning areas for European flounder (PBS EFH), Baltic Sea (abgerufen am 05.10.2026)