Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Seehase, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Seehase (Lumpfisch): Merkmale, Größe und Lebensraum

Der Seehase (Cyclopterus lumpus), auch Lumpfisch genannt, ist ein plumper, schuppenloser Meeresfisch des Nordatlantiks, dessen Bauchflossen zu einer Saugscheibe umgebildet sind. Er wird höchstens 61 cm lang und 9,5 kg schwer; in der Ostsee bleibt er deutlich kleiner. Die Männchen bewachen das Gelege sechs bis zehn Wochen, und der gesalzene, gefärbte Rogen der Weibchen heißt nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs auch „Deutscher Kaviar aus Seehasenrogen, gefärbt“. Nach der Roten Liste der Meeresfische von 2025 gilt der Seehase in Deutschland als ungefährdet. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit, Rogen und Gefährdung mit Quelle; gemeint ist hier der Fisch, nicht die Meeresschnecke gleichen Namens.

Seehase-Steckbrief: Größe, Gewicht, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick

Der Seehase wird höchstens 61 cm lang und 9,5 kg schwer, laicht im Frühjahr in flachem Küstenwasser und gilt in Deutschland als ungefährdet. Die Werte stammen aus FishBase, der FAO-Synopse zur Art, einem Überblick im ICES Journal of Marine Science, dem Rote-Liste-Zentrum, HELCOM und der Literaturdatenbank des Thünen-Instituts; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Seehase (Cyclopterus lumpus)
Wissen­schaft­licher Name Cyclopterus lumpus Linnaeus, 1758 (FishBase, Rote-Liste-Zentrum)
Weitere Namen Lumpfisch, Meerhase (Duden); englisch lumpfish, lumpsucker (FishBase); dänisch Stenbider (HELCOM); norwegisch Rognkjeks (Fiskeridirektoratet)
Familie, Ordnung Familie Cyclopteridae; einzige Art der Gattung Cyclopterus (FAO). Ordnung: Scorpaeniformes (FAO, HELCOM) beziehungsweise Perciformes/Cottoidei (FishBase)
Länge Höchstwert 61,0 cm Gesamtlänge (TL, Männchen oder unbestimmtes Geschlecht) und 42,9 cm Standardlänge (SL, Weibchen) nach FishBase; FAO-Synopse: 60 bis 61 cm (Längenart nicht angegeben). Laichreife Weibchen im Fang vor Island meist 35 bis 50 cm. In der Ostsee deutlich kleiner
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 9,5 kg (FishBase); laichreife Weibchen im Fang vor Island meist grob 2 bis 5 kg (FAO)
Alter höchstes gemeldetes Alter 13 Jahre (FishBase); die Altersbestimmung über Otolithen ist laut ICES Journal of Marine Science nicht validiert
Geschlechts­reife Männchen mit 2 bis 3 Jahren, Weibchen mit 3 bis 4 Jahren (Nordsee, Island, Norwegische See); Ostsee 3 bis 5 Jahre; Weibchen vor Island 5 bis 8 Jahre (FishBase)
Laichzeit Frühjahr; die Männchen erreichen die Küste meist von Januar bis März, die Weibchen einige Wochen später (Kennedy et al. 2019). Für die deutsche Küste nennt keine der gelesenen Primärquellen einen Termin
Eier und Brutpflege etwa 80.000 bis 200.000 Eier je Weibchen, bei sehr großen Tieren bis 400.000; Eidurchmesser rund 2,3 mm; das Männchen bewacht das Gelege 6 bis 10 Wochen (FAO)
Lebensraum Meer; felsiger Grund und treibender Tang; 0 bis 868 m Tiefe, meist 50 bis 150 m; 3 bis 11 °C (FishBase)
Verbreitung Ostatlantik von der Barentssee, Island und Grönland bis Spanien, Westatlantik von Nunavut bis New Jersey (FishBase); auch Nordsee und Ostsee (Kennedy et al. 2019)
Nahrung Rippenquallen, Quallen, Kleinkrebse, Borstenwürmer und kleine Fische; Trophiestufe 3,9 (FishBase)
Raub- oder Friedfisch weder typischer Raub- noch Friedfisch: ein Meeresfisch, der Quallen, Krebse und kleine Fische frisst (siehe Meeresfische)
Süß- oder Salzwasser Salzwasser; die Ostsee-Tiere leben im Brackwasser (FAO)
Gefährdung Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: ungefährdet; HELCOM 2013 für die gesamte Ostsee: Vorwarnliste; IUCN weltweit: nicht bewertet (FishBase)

Was ist ein Seehase? Ein Meeresfisch mit Saugscheibe, kein Hase

Der Seehase ist ein Meeresfisch aus der Familie Cyclopteridae und die einzige Art der Gattung Cyclopterus (FAO-Synopse; Kennedy et al. 2019). Nach Duden und DWDS ist er ein im Meer lebender Fisch mit plumpem Körper, dessen schuppenlose Haut mit Höckern und Stacheln besetzt ist. Das Wort ist maskulin: der Seehase, des Seehasen, die Seehasen. Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen kyklos („rund“) und pteron („Flosse“) zusammen (FishBase).

Warum heißt der Seehase Seehase? Die Herkunft des Namens ist ungeklärt

Warum der Fisch Seehase heißt, ist ungeklärt; so vermerkt es der Duden zur Herkunft des Wortes. Das Wort ist aus „See“ und „Hase“ zusammengesetzt (DWDS), und der Duden führt „Meerhase“ als Synonym. Weder Duden noch DWDS, FishBase oder die FAO-Synopse erklären, woher der „Hase“ im Namen kommt. Im Netz verbreitete Deutungen haben wir in keiner der gelesenen Quellen belegt gefunden und nennen sie deshalb nicht.

Wie heißt der Seehase noch? Lumpfisch, Meerhase und Lumpen

Der Seehase heißt auch Lumpfisch: Der Duden führt „Lumpfisch“ als Wort für den Seehasen, und als weiteres Synonym nennen Duden und DWDS den Meerhasen. Der NABU verwendet außerdem die umgangssprachliche Form „Lumpen“. Englisch heißt der Fisch lumpfish oder lumpsucker, dänisch Stenbider (HELCOM) und norwegisch Rognkjeks (Fiskeridirektoratet). Das Rote-Liste-Zentrum und HELCOM führen die Art unter dem deutschen Namen Seehase.

Wie groß wird ein Seehase? Höchstens 61 cm, in der Ostsee deutlich weniger

Ein Seehase wird nach FishBase höchstens 61,0 cm lang (Gesamtlänge, TL, Männchen oder unbestimmtes Geschlecht); für Weibchen nennt FishBase 42,9 cm Standardlänge (SL, ohne Schwanzflosse). Die FAO-Synopse nennt 60 bis 61 cm als Höchstlänge europäischer und amerikanischer Tiere. Die Tabelle zeigt, was die Quellen mit welcher Messung angeben.

Quelle Länge Messung und Gebiet
FishBase, Höchstwert 61,0 cm Gesamtlänge (TL), Männchen oder unbestimmtes Geschlecht
FishBase, Weibchen 42,9 cm Standardlänge (SL)
FAO-Synopse (Davenport 1985), Höchstlänge 60 bis 61 cm Längenart nicht angegeben; amerikanische und europäische Tiere
FAO-Synopse, Vermutung von Apstein (1910) bis 70 cm Weibchen; spätere Arbeiten nennen laut FAO 60 bis 61 cm
FAO-Synopse, laichreife Weibchen im Fang meist 35 bis 50 cm Stellnetzfischerei vor Island; Längenart nicht angegeben
FAO-Synopse nach Bagge (1964), Weibchen mit 5 Jahren rund 17 cm Ostsee; zum Vergleich Nordsee 45 cm, Island 39 cm

Der Seehase der Ostsee bleibt klein: Fünfjährige Weibchen waren dort nur rund 17 cm lang, in der Nordsee dagegen 45 cm und vor Island 39 cm (Bagge 1964 und Thorsteinsson, nach der FAO-Synopse). Die Ostsee-Tiere sind nach der FAO-Synopse weniger als halb so lang wie ihre Verwandten aus der Nordsee; die kleinsten Seehasen leben laut der Synopse in salzarmen Meeren wie Ostsee und Hudson Bay. Männchen bleiben nach der FAO-Synopse deutlich kleiner als Weibchen; FishBase führt den 61-cm-Höchstwert dagegen unter „Männchen oder unbestimmtes Geschlecht“. Ein echter Widerspruch muss das nicht sein, weil diese Kategorie auch Tiere ohne bestimmtes Geschlecht umfasst.

Wie schwer wird ein Seehase? Höchstens 9,5 kg, im Fang meist 2 bis 5 kg

Das höchste veröffentlichte Gewicht eines Seehasen beträgt 9,5 kg (FishBase). Die meisten laichreifen Weibchen, die vor Island mit Stellnetzen gefangen werden, sind 35 bis 50 cm lang und wiegen grob 2 bis 5 kg (FAO-Synopse). Zur Laichzeit kann der Rogen bis zu einem Drittel des Körpergewichts ausmachen (FAO-Synopse nach Fulton 1891 und Thorsteinsson 1983).

Wie alt wird ein Seehase und wann ist er geschlechtsreif?

Das höchste gemeldete Alter beträgt 13 Jahre (FishBase); die FAO-Synopse nennt vereinzelt Weibchen von 12 bis 14 Jahren (Thorsteinsson 1981 und 1983). Sicher ist das nicht: Nach dem ICES-Beitrag von 2019 sind Alter und Lebenserwartung in den meisten Regionen unsicher, weil die Altersbestimmung über Otolithen nicht validiert ist. In Grönland waren die ältesten untersuchten Tiere erst 5 Jahre alt, was nach Kennedy et al. (2019) auf ein einmaliges Laichen im Leben hindeuten könnte.

Geschlechtsreif werden Männchen in Nordsee, vor Island und in der Norwegischen See nach FishBase mit 2 bis 3 Jahren, Weibchen mit 3 bis 4 Jahren; für die Ostsee nennt FishBase 3 bis 5 Jahre, für Weibchen vor Island 5 bis 8 Jahre. Die FAO-Synopse beschreibt, dass Männchen in der Nordsee ein bis zwei Jahre früher reifen als Weibchen.

Woran erkennt man einen Seehasen? Plumper Körper, Höcker und Saugscheibe

Einen Seehasen erkennt man am plumpen, schuppenlosen Körper mit Höckerreihen und an der Saugscheibe am Bauch. Die erste Rückenflosse ist von dicker Haut überzogen und bildet einen hohen Kamm mit eingebetteten Stacheln; an jeder Körperseite verlaufen drei Reihen großer, flacher Knochenhöcker (FishBase). Die Saugscheibe besteht aus den umgebildeten Bauchflossen (FishBase) und misst etwa ein Fünftel bis ein Sechstel der Körperlänge; bei Männchen ist sie im Verhältnis größer. Sie ist schon beim Schlupf vorhanden, und die Larven heften sich damit an Tang oder Steine (FAO-Synopse).

Zur Laichzeit färben sich die Männchen an der Unterseite rötlich bis rot, die Weibchen sind blaugrün (FishBase, FAO-Synopse); der NABU beschreibt das Laichkleid der Männchen als leuchtend orange. Außerhalb der Laichzeit verblassen beide Geschlechter. Tiere aus kalten oder salzarmen Meeren wie der Ostsee haben nach der FAO-Synopse weniger oder gar keine Hauthöcker, und die Höcker sind weniger scharf.

Wo lebt der Seehase? Im Nordatlantik, in Nord- und Ostsee, meist in 50 bis 150 m Tiefe

Der Seehase lebt im Nordatlantik: im Ostatlantik von der Barentssee, Island und Grönland bis Spanien, im Westatlantik von Nunavut bis New Jersey (FishBase); er kommt außerdem in Nordsee und Ostsee vor (Kennedy et al. 2019). FishBase nennt eine Tiefe von 0 bis 868 m, meist 50 bis 150 m, und Wassertemperaturen von 3 bis 11 °C. Er hält sich auf felsigem Grund oder zwischen treibendem Tang auf. Das Rote-Liste-Zentrum stuft ihn in den deutschen Meeresgewässern als mäßig häufig ein.

Die FAO-Synopse beschreibt erwachsene Seehasen dagegen überwiegend als Tiere des freien Wassers in den oberen 50 bis 60 m, oft über sehr tiefem Wasser; im Winter vor der Laichzeit wechseln sie allmählich zum Leben am Grund. Beide Angaben beschreiben unterschiedliche Lebensphasen und Gebiete. Markierte Tiere kehren an dieselben Laichplätze zurück: Alle Fische, die nach einem Jahr wiedergefangen wurden, stammten vom ursprünglichen Markierungsort (Schopka 1974, nach der FAO-Synopse).

Kommt der Seehase in der Ostsee vor?

Ja, der Seehase kommt in der Ostsee vor, doch die Quellen sind uneins, ob er sich in der westlichen Ostsee fortpflanzt. HELCOM (2013) schreibt, die Art sei in der gesamten Ostsee verbreitet und pflanze sich dort fort. Planktonuntersuchungen des Instituts für Ostseefischerei Rostock in der westlichen Ostsee (ICES-Gebiete 22 und 24, Jahre 2000 bis 2002) ordnen den Seehasen dagegen den „Gast“-Arten ohne selbständige lokale Laichpopulation zu, deren Brut aus benachbarten Bereichen eindriften kann; er trat dort nur in einem der drei Jahre auf (Klenz 2003). Das Rote-Liste-Zentrum sieht in den ausgewerteten Daten zur deutschen Ostsee keinen Hinweis auf eine Gefährdung.

Wie pflanzt sich der Seehase fort? Das Männchen bewacht das Gelege sechs bis zehn Wochen

Das Männchen des Seehasen bewacht die abgelegten Eier sechs bis zehn Wochen lang (FAO-Synopse). Die Männchen erreichen die Küste meist von Januar bis März, die Weibchen einige Wochen später (Davenport 1985, zitiert in Kennedy et al. 2019). Das Weibchen legt die Eier als große, klebrige Ballen in flachem Küstenwasser auf steinigem Grund ab, meist unterhalb der Niedrigwasserlinie (FAO-Synopse, FishBase). Es laicht zwei- bis viermal im Abstand von 8 bis 14 Tagen (Ehrenbaum 1904, nach der FAO-Synopse); einzelne Ballen enthielten 38.600 und 52.700 Eier (Zhitenev 1970, nach der FAO-Synopse).

Insgesamt trägt ein Weibchen nach der FAO-Synopse etwa 80.000 bis 200.000 Eier, bei den größten Tieren bis zu 400.000; die Eier messen rund 2,3 mm. FishBase listet für die Ostsee 100.000 bis 350.000 Eier und für die Westküste Grönlands 51.025 bis 208.441. Das Männchen fächelt dem Gelege in den ersten Stunden kräftig Wasser zu, kann die Ballen mehrerer Weibchen bewachen und frisst während der Brutpflege nach übereinstimmender Auffassung nicht (FAO-Synopse).

Wann laicht der Seehase?

Der Seehase laicht im Frühjahr, doch einen Termin für die deutsche Küste nennt keine der gelesenen Primärquellen. Die Tabelle zeigt, was die Quellen für welches Gebiet angeben.

Quelle Gebiet Angabe
Kennedy et al. 2019 (ICES Journal of Marine Science) Nordatlantik allgemein Männchen erreichen die Küste meist von Januar bis März, Weibchen einige Wochen später
Kennedy et al. 2019 Fangsaison Rogenfischerei Island meist März bis August; Grönland meist April bis Mai; Norwegen meist April bis Juni; Kanada meist Mai bis Juli
FAO-Synopse (Davenport 1985) Island die meisten Fische wurden in der Laichzeit von April bis Juli markiert

Was frisst der Seehase? Rippenquallen, Quallen, Kleinkrebse und kleine Fische

Der Seehase frisst Rippenquallen, Quallen, Kleinkrebse, Borstenwürmer und kleine Fische (FishBase); die Trophiestufe liegt bei 3,9. Die FAO-Synopse zitiert die Magenuntersuchung von Apstein (1910, 101 Tiere aus Nord- und Ostsee): Die meisten bestimmbaren Beutetiere waren Schwebegarnelen oder Rippenquallen, in einem Fisch fanden sich 27 junge Sandaale. Junge Seehasen fressen Ruderfußkrebse (Harpacticoida), die an Tang leben (FAO-Synopse).

Zur Laichzeit gefangene Seehasen haben meist keinen Mageninhalt: Nach der FAO-Synopse fressen beide Geschlechter vor und während der Laichzeit offenbar nicht, und die Fänge zeigen dann kaum mehr als klare Darmflüssigkeit. Auch in Apsteins Untersuchung waren 69 der 101 Mägen leer.

Ist der Seehase ein Speisefisch? Ja, aber vor allem der Rogen wird verwertet

Ja, der Seehase ist ein Speisefisch, wirtschaftlich zählt aber vor allem der Rogen. FishBase führt ihn als Fisch, der in nordischen Ländern frisch oder geräuchert verkauft wird; das Fleisch der Männchen ist am meisten gefragt, der Rogen ergibt einen billigen Kaviar. Die Fischerei zielt auf die Weibchen und landet fast überall nur den Rogen an: Der Rumpf hat wenig kommerziellen Wert und wird meist auf See verworfen, in Island ist die Anlandung seit 2012 Pflicht (Kennedy et al. 2019). Daneben gibt es dort eine kleine Fischerei auf Männchen mit 30 bis 70 Tonnen im Jahr (2002 bis 2016).

Früher wurde der Fisch selbst stärker gegessen: Das Fleisch der Männchen ist fettreicher und wasserärmer als das der Weibchen, und etwa 40 Prozent des Frischgewichts waren verwertbares Fleisch (Cox 1920, nach der FAO-Synopse). In Dänemark wurde er 1985 noch frisch im Handel verkauft. Fischer von Helgoland fingen Seehasen bei Niedrigwasser mit Haken an Stangen und lieferten zwischen 1905 und 1908 rund 14.000 kg an Häfen des deutschen Festlands (Cox 1920, nach der FAO-Synopse). Eine Beschreibung des Geschmacks liefern die gelesenen Quellen nicht; sie bleibt Erfahrungssache.

Kann man einen Seehasen essen?

Ja, man kann einen Seehasen essen: FishBase führt ihn für Menschen als ungefährlich, und keine der gelesenen Quellen erwähnt Gift. Gegessen werden in Nordeuropa das Fleisch der Männchen und der Rogen. Zur Zubereitung haben wir keine Fachquelle gelesen; diese Angaben stehen deshalb nicht hier.

Was ist Deutscher Kaviar? Gesalzener, meist schwarz gefärbter Seehasenrogen

Deutscher Kaviar ist gesalzener, meist schwarz gefärbter Rogen des Seehasen. Nach den Leitsätzen für Fisch und Fischerzeugnisse (Deutsches Lebensmittelbuch, Neufassung vom 14. Januar 2021, Nr. 2.3.3.4.1) wird gefärbter Seehasenrogen auch als „Deutscher Kaviar aus Seehasenrogen, gefärbt“ bezeichnet. Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) schreibt, vom Seehasen gewonnener Fischrogen dürfe als Deutscher Kaviar bezeichnet werden.

Echter Kaviar ist nach den Leitsätzen Rogen verschiedener Störarten. Kaviar aus dem Rogen anderer Fische wird mit der Fischart und einem Hinweis auf die Färbung bezeichnet, etwa „Kaviar aus Lodderogen, gefärbt“. Das Korn des Seehasen- und Lodderogens misst 2 bis 2,5 mm und ist meist schwarz gefärbt; der Kaviar soll zartschalig, nicht zäh, kleinkörnig und fest sein (Leitsätze).

Ein Beitrag von 1997 aus dem Institut für Biochemie und Technologie (Rehbein, Informationen für die Fischwirtschaft, heute in der Literaturdatenbank des Thünen-Instituts) beschreibt „Deutschen Caviar“ noch als aus Rogen von Seehase oder Lodde hergestellt; beide lassen sich über ihre Proteinmuster unterscheiden. Die Leitsätze von 2021 nennen für gefärbten Lodderogen dagegen „Kaviar aus Lodderogen, gefärbt“ und nur für Seehasenrogen zusätzlich „Deutscher Kaviar aus Seehasenrogen, gefärbt“.

Woher stammt der Rogen für Kaviarersatz?

Der Rogen stammt aus Fischereien im Nordatlantik, vor allem vor Grönland und Island: Die weltweiten Rogen-Anlandungen lagen zwischen 1977 und 2016 bei etwa 2.000 bis 8.000 Tonnen, und seit 2013 stammen mehr als 94 Prozent aus Grönland und Island (Kennedy et al. 2019). Die Fischerei zielt auf die Weibchen, und in den meisten Ländern wird nur der Rogen angelandet. In Norwegen macht der Rogen etwa 15 Prozent des Lebendgewichts aus (FAO-Synopse).

Wird der Seehase als Putzerfisch in Lachsfarmen eingesetzt? Ja, vor allem in Norwegen

Ja, junge Seehasen werden in der Lachsaufzucht als Putzerfische gegen Lachsläuse eingesetzt (Kennedy et al. 2019, ICES Journal of Marine Science). Die norwegische Fischereidirektion (Fiskeridirektoratet) führt Rognkjeks, den Seehasen, neben verschiedenen Lippfischarten als Putzerfisch (norwegisch rensefisk) gegen Lachsläuse. Nach ihrer Statistik setzten norwegische Lachs- und Regenbogenforellenfarmen 2024 rund 10,0 Millionen Seehasen ein, alle aus Zucht; den Höchststand der Jahre 2015 bis 2024 gab es 2019 mit rund 43,0 Millionen.

Jahr Eingesetzte Seehasen insgesamt (Tausend Tiere) davon aus Wildfang (Tausend Tiere)
2015 10.325 0
2016 16.201 0
2017 29.723 0
2018 31.130 1.460
2019 42.978 260
2020 34.347 2.073
2021 27.655 235
2022 17.650 9
2023 15.236 0
2024 9.962 0

Die Zahlen stammen aus der amtlichen Statistik der norwegischen Fischereidirektion zum Einsatz von Putzerfischen in Merden mit Lachs und Regenbogenforelle (Stand der Tabelle: 28. Mai 2025). Zur Herkunft der Elterntiere schrieben die ICES-Autoren 2018, der Lebenszyklus sei noch nicht geschlossen und die Produktion beruhe auf wild gefangenen Elterntieren; die Entnahme sei im Vergleich zur Rogenfischerei gering, doch bestehe die Sorge, dass die stark gestiegene Produktion den Wildbestand beeinträchtigen könnte. Ob das heute noch gilt, haben wir nicht geprüft. Mehr zum Fisch, den die Läuse befallen, steht im Steckbrief zum Atlantischen Lachs.

Ist der Seehase gefährdet? Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Der Seehase gilt in der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen Deutschlands von 2025 als ungefährdet; die aktuelle Bestandssituation ist „mäßig häufig“, der langfristige Trend „stabil“, der kurzfristige eine „mäßige Abnahme“. Die Kategorie ist gegenüber der vorherigen Roten Liste unverändert (Thiel et al. 2025, Rote-Liste-Zentrum). Im Kommentar vermerkt das Rote-Liste-Zentrum, dass der Seehase im europäischen Regionalassessment der IUCN von 2015 und bei HELCOM 2013 für die gesamte Ostsee auf der Vorwarnliste (Near Threatened) stand, die ausgewerteten Daten zur deutschen Ostsee aber nicht auf eine Gefährdung hinweisen. FishBase führt die Art bei der IUCN weltweit als nicht bewertet (Version 2025-2).

Wie stark ist der Seehasenbestand in der Ostsee zurückgegangen?

Der Bestand sank in Teilen der Ostsee stark, in der gesamten Ostsee aber nur um mehr als 15 und weniger als 30 Prozent (HELCOM 2013). In der Arkonasee zeigte die Grundschleppnetz-Erhebung von 1991 bis 2010 einen Rückgang von 60 bis 70 Prozent, im Kattegat nach schwedischen Erhebungen von 1988 bis 2010 einen Rückgang von 90 Prozent; HELCOM weist darauf hin, dass dies zum Teil an sehr guten Jahren Ende der 1980er Jahre liegen könnte. In der östlichen Ostsee (Teilgebiete 25 bis 28) zeigten die Daten von 1988 bis 2010 keinen Rückgang. Als Hauptgefahr nennt HELCOM die Fischerei, gewerblich, durch Freizeitfischer und als Beifang.

Für die Bestände im Nordatlantik fasst der ICES-Beitrag von 2019 zusammen: Die Bestandsgröße liegt in Island und Norwegen über den Managementzielen; in Grönland und um Dänemark und Schweden ist die Lage weniger klar, und vor Kanada erscheint der Bestand erschöpft. Die Fischerei in Dänemark ist im Wesentlichen ungeregelt; es gibt keine Vorschriften, die sich speziell an die Fischerei auf Seehasen richten (Stand 2018).

Seehase: Fisch oder Meeresschnecke?

Gemeint ist auf dieser Seite der Fisch Cyclopterus lumpus; auch eine Meeresschnecke trägt im Deutschen den Namen Seehase. Duden und DWDS verzeichnen unter „Seehase“ nur den Fisch. Die Plattform BeachExplorer (mit dem Bundesamt für Naturschutz unter den Partnern) führt dagegen unter „Gehäuserest Seehase“ den Schalenrest der Meeresschnecke Aplysia punctata (englisch spotted sea hare), die im Atlantik und im Mittelmeer bis Mittelnorwegen und im Kattegat vorkommt. Der Fisch hat keine Schale, sondern eine Saugscheibe am Bauch und Höcker in der Haut.

Schonzeit und Mindestmaß für den Seehasen in allen 16 Bundesländern: In keiner Landesverordnung genannt

Der Seehase kommt in keiner der 16 Landesfischereiverordnungen vor, die wir im Wortlaut gelesen haben; auch die Küstenfischereiverordnungen von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen führen ihn nicht auf.

Keine der 16 Landesfischereiverordnungen nennt für diese Art eine Schonzeit oder ein Mindestmaß (geprüft am 4. Oktober 2026). Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln festlegen. Die allgemeinen Regeln Ihres Bundeslandes finden Sie auf unseren Seiten zu den Schonzeiten der 16 Bundesländer.

Dass ein Land den Seehasen nicht nennt, heißt nur, dass die Verordnung keinen eigenen Eintrag für ihn enthält. Fragen Sie vor dem Angeln zusätzlich beim Gewässerbewirtschafter nach den Bedingungen Ihres Erlaubnisscheins. Die Regeln der Küstenländer finden Sie unter Schonzeiten in Schleswig-Holstein, Schonzeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Schonzeiten in Niedersachsen, allgemeine Informationen zur Erlaubnis unter Angelschein. Das Angeln auf Seehasen behandelt dieser Steckbrief nicht.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Steckbrief, Reifedaten, Fruchtbarkeit und Trivialnamen), der FAO-Synopse zum Seehasen (Davenport 1985), dem Überblick von Kennedy et al. (2019) im ICES Journal of Marine Science, dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums zur Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025), dem Artenblatt von HELCOM (2013), zwei Beiträgen aus der Literaturdatenbank des Thünen-Instituts (Klenz 2003, Rehbein 1997), der Broschüre des Fisch-Informationszentrums (2020), den Leitsätzen für Fisch und Fischerzeugnisse im Deutschen Lebensmittelbuch (Neufassung vom 14. Januar 2021) und der Statistik der norwegischen Fischereidirektion (Fiskeridirektoratet) zu Putzerfischen. Für Namen und Beschreibungen dienten außerdem Duden, DWDS, NABU und BeachExplorer. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Ist der Seehase ein Speisefisch?

Ja, der Seehase ist ein Speisefisch, wirtschaftlich zählt aber vor allem der Rogen. FishBase führt ihn als Fisch, der in nordischen Ländern frisch oder geräuchert verkauft wird; das Fleisch der Männchen ist am meisten gefragt. Die Fischerei zielt auf die Weibchen und landet fast überall nur den Rogen an, der Rumpf wird meist auf See verworfen (Kennedy et al. 2019, ICES Journal of Marine Science).

Kann man einen Seehasen essen?

Ja, man kann einen Seehasen essen: FishBase führt ihn für Menschen als ungefährlich, und keine der gelesenen Quellen erwähnt Gift. Gegessen werden in Nordeuropa das Fleisch der Männchen und der Rogen. Zur Zubereitung und zum Geschmack haben wir keine Fachquelle gelesen und machen deshalb keine Angabe.

Warum heißt der Seehase Seehase?

Warum der Fisch Seehase heißt, ist ungeklärt; so vermerkt es der Duden zur Herkunft des Wortes. Das Wort ist aus „See“ und „Hase“ zusammengesetzt (DWDS), und der Duden führt „Meerhase“ als Synonym. Eine belegte Erklärung für den „Hasen“ im Namen haben wir in keiner der gelesenen Quellen gefunden.

Wie wird der Seehase noch genannt?

Der Seehase heißt auch Lumpfisch (Duden) und Meerhase (Duden, DWDS); der NABU verwendet außerdem die umgangssprachliche Form „Lumpen“. Englisch heißt er lumpfish oder lumpsucker, dänisch Stenbider (HELCOM) und norwegisch Rognkjeks. Der wissenschaftliche Name ist Cyclopterus lumpus.

Was ist Deutscher Kaviar?

Deutscher Kaviar ist gesalzener, meist schwarz gefärbter Rogen des Seehasen. Nach den Leitsätzen für Fisch und Fischerzeugnisse (Deutsches Lebensmittelbuch, Neufassung vom 14. Januar 2021) wird gefärbter Seehasenrogen auch als „Deutscher Kaviar aus Seehasenrogen, gefärbt“ bezeichnet; das Korn misst 2 bis 2,5 mm. Echter Kaviar ist nach den Leitsätzen Rogen verschiedener Störarten.

Wie groß wird ein Seehase?

Ein Seehase wird nach FishBase höchstens 61,0 cm lang (Gesamtlänge) und 9,5 kg schwer; die FAO-Synopse nennt 60 bis 61 cm. Laichreife Weibchen im Fang vor Island sind meist 35 bis 50 cm lang und wiegen grob 2 bis 5 kg. In der Ostsee bleibt der Seehase deutlich kleiner: Fünfjährige Weibchen waren dort nur rund 17 cm lang (Bagge 1964, nach der FAO-Synopse).

Quellen