Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Petermännchen, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Petermännchen: Größe, Gift, Lebensraum und Stich

Das Große Petermännchen (Trachinus draco), englisch Greater weever, ist ein giftiger Küstenfisch von üblicherweise 25 cm Standardlänge; als Höchstwert nennt FishBase 53 cm Gesamtlänge und 1,9 kg. Es gräbt sich tagsüber im Sand ein, trägt Giftstacheln an der ersten Rückenflosse und einen giftigen Dorn am Kiemendeckel und lebt im Ostatlantik von Norwegen bis Marokko, an Madeira und den Kanaren, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. In deutschen Meeresgewässern gilt es nach der Roten Liste von 2025 als ungefährdet, aber selten. Diese Seite behandelt das Große Petermännchen; die Unterschiede zum Kleinen Petermännchen (Echiichthys vipera) zeigt eine eigene Tabelle. Der Steckbrief nennt Größe, Gift, Verbreitung, Strandsaison und Erste Hilfe jeweils mit Quelle.

Petermännchen-Steckbrief: Größe, Gift, Verbreitung und Gefährdung auf einen Blick

Das Große Petermännchen ist üblicherweise 25 cm lang, wird höchstens 53 cm lang und lebt auf Sand-, Schlamm- und Kiesböden in 1 bis 150 m Tiefe. Die Werte stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein (LASG) und einer italienischen Studie aus der südlichen Adria; die Quellen stehen am Ende der Seite. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Großes Petermännchen (Trachinus draco)
Wissen­schaft­licher Name Trachinus draco Linnaeus, 1758
Weitere Namen Gewöhnliches Petermännchen; englisch Greater weever (FishBase). Petermännchen heißen nach dem LASG auch Weberfisch, Drachenfisch, Höllenfisch, Viperqueise oder Fjärsing.
Familie Petermännchen (Trachinidae; FishBase: „Weeverfishes“)
Länge üblich 25 cm Standardlänge (SL), Höchstwert 53 cm Gesamtlänge (TL) (FishBase); das LASG nennt für Petermännchen allgemein 15 bis 40 cm, ohne Art und Messart
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 1,9 kg (FishBase); ein übliches Gewicht nennt FishBase nicht
Alter kein Höchstalter bei FishBase; in der südlichen Adria waren 1- bis 4-jährige Tiere im Mittel 13,9 bis 22,4 cm lang (Marano et al. 2001, Italien)
Geschlechts­reife FishBase: 12 cm (ohne Angabe der Messart); südliche Adria: reife Männchen ab 21 cm, reife Weibchen ab 20 cm Gesamtlänge (Marano et al. 2001, Italien)
Laichzeit Sommer: Juni und August (FishBase), Juli bis August (LASG); die Eier treiben frei im Wasser und sind etwa 1 mm groß (FishBase)
Lebensraum Meer, am Boden; Sand-, Schlamm- und Kiesboden, 1 bis 150 m, meist 1 bis 30 m (FishBase); tagsüber eingegraben
Verbreitung Ostatlantik von Norwegen bis Marokko, Madeira, Kanaren, Mittelmeer, Schwarzes Meer (FishBase)
Nahrung kleine Wirbellose und Fische, vor allem nachts (FishBase)
Raub- oder Friedfisch Grenzfall Raubfisch (Salzwasser)
Gift Giftdrüsen an den Stacheln der ersten Rückenflosse und ein giftiger Dorn am Kiemendeckel (LASG); FishBase: giftig („venomous“)
Gefährdung Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: ungefährdet, Bestand selten, kurzfristig deutliche Zunahme; IUCN weltweit: Least Concern (bewertet 2014)

Was ist der Unterschied zwischen Großem und Kleinem Petermännchen?

Das Große Petermännchen (Trachinus draco) und das Kleine Petermännchen (Echiichthys vipera) sind zwei Arten derselben Familie; das Große wird deutlich größer und hat kleine Stacheln vor den Augen, das Kleine nicht. Beide sind giftig. Das Große Petermännchen heißt auch Gewöhnliches Petermännchen. Nach Duden ist „Petermännchen“ ein Neutrum (das Petermännchen, Plural die Petermännchen).

Merkmal Großes Petermännchen Kleines Petermännchen Quelle
Wissen­schaft­licher Name Trachinus draco Echiichthys vipera FishBase, Rote-Liste-Zentrum
Länge üblich 25 cm (SL), höchstens 53 cm (TL) üblich 10 cm (TL), höchstens 27,7 cm (TL) FishBase
Höchstgewicht 1,9 kg 166 g FishBase
Stacheln vor den Augen 2 bis 3 kleine Stacheln vor jedem Auge keine FishBase
Färbung oben grünlich mit gelblich-weißen, schrägen Streifen Rücken graubraun, Flanken silbrig-weiß FishBase
Tiefe 1 bis 150 m, meist 1 bis 30 m 3 bis 50 m (der Biologietext bei FishBase nennt im Winter bis rund 150 m) FishBase
Verbreitung Norwegen bis Marokko, Madeira, Kanaren, Mittelmeer, Schwarzes Meer Nordsee bis Mittelmeer, Marokko, Madeira; Kanaren gemeldet FishBase
Vorkommen nach dem LASG Norwegen, Dänemark und westliche Ostsee näher an den Küsten, südliche Nordsee bis Skagerrak LASG Schleswig-Holstein
Rote Liste Deutschland 2025 ungefährdet, selten (Nordsee: sehr selten) ungefährdet, mäßig häufig Rote-Liste-Zentrum
IUCN weltweit Least Concern (2014) nicht bewertet FishBase

Nach FishBase gilt das Kleine Petermännchen als gefährlichstes europäisches Petermännchen, wegen seines Gifts und weil es oft sehr nah am Strand vorkommt. Welche der beiden Arten in Deutschland häufiger sticht, geben die geprüften Quellen nicht an.

Wie groß wird ein Petermännchen? Üblich 25 cm, höchstens 53 cm

Ein Großes Petermännchen ist üblicherweise 25 cm lang und wird höchstens 53 cm lang; FishBase gibt den üblichen Wert als Standardlänge (ohne Schwanzflosse) an, den Höchstwert als Gesamtlänge (mit Schwanzflosse). Das LASG beziffert „die Petermännchen“ ohne Artangabe auf 15 bis 40 cm; die Spannen widersprechen sich nicht, weil beide verschiedene Größenbereiche und Messarten beschreiben.

Wie schwer wird ein Petermännchen?

Das höchste veröffentlichte Gewicht des Großen Petermännchens liegt bei 1,9 kg (FishBase). Ein übliches Gewicht nennen die geprüften Quellen nicht. Das Kleine Petermännchen wiegt höchstens 166 g (FishBase).

Wie alt wird ein Petermännchen und wann ist es geschlechtsreif?

FishBase hat für die Art kein Höchstalter hinterlegt. Eine italienische Studie aus der südlichen Adria (Marano, Martino und Ungaro 2001) bestimmte das Alter an Gehörsteinen von 56 Tieren: Ein-, Zwei-, Drei- und Vierjährige waren im Mittel 13,9, 17,5, 18,7 und 22,4 cm lang; größere Tiere über 25 cm wurden wegen zu geringer Zahl nicht ausgewertet. Reife Männchen traten ab 21 cm Gesamtlänge auf, reife Weibchen ab 20 cm; Tiere über drei Jahre halten die Autoren für mögliche Laicher. FishBase nennt dagegen eine Länge bei Geschlechtsreife von 12 cm, ohne Messart. Die beiden Werte stammen aus verschiedenen Untersuchungen und lassen sich nicht in Einklang bringen.

Wie gefährlich ist ein Petermännchen? Wo sitzt das Gift?

Ein Petermännchen ist giftig, aber der Stich ist nach dem LASG in der Regel nicht lebensbedrohlich. Die Giftdrüsen sitzen an den Knochenstrahlen („Stacheln“) der vorderen Rückenflosse; dazu kommt ein giftiger Dorn am Kiemendeckel. Das Gift, auch Dracotoxin oder Drachengift genannt, verursacht oft starke Schmerzen, die sich auf benachbarte Körperregionen ausbreiten können.

Was passiert, wenn man von einem Petermännchen gestochen wird?

Nach einem Stich treten starke Schmerzen sowie Schwellung, Rötung, Blasenbildung oder Taubheit an der Stichstelle auf (LASG). Systemische Wirkungen wie Kreislaufkollaps, Übelkeit und Erbrechen sowie EKG-Veränderungen sind selten. Ohne weitere Behandlung können Schmerzen und Schwellung über Wochen und Monate anhalten. In Ausnahmefällen kommt es zu allergischen Reaktionen bis zum allergischen Schock; dann besteht Lebensgefahr (LASG).

Wie kommt es zu einem Stich?

Das LASG beschreibt unangenehme Begegnungen an den norddeutschen Küsten als sehr selten. Weil Petermännchen in der Färbung oft dem Boden angepasst sind und sich im Sand oder Schlamm eingraben, sind sie für Badende schwer zu erkennen; bei Gefahr stellen sie die Rückenstacheln auf und greifen nach dem LASG unter Umständen auch aktiv an. Kontakt entsteht beim Baden, Schnorcheln, Tauchen und Waten im flachen Wasser sowie beim Angeln oder Netzfischen, wenn man den Fisch ohne Handschuhe greift. Das LASG empfiehlt Badeschuhe beim Waten im flachen Wasser, etwa beim Wattwandern.

Ist das Petermännchen das giftigste Tier Europas?

Dass das Petermännchen das giftigste Tier Europas sei, lässt sich aus den geprüften Quellen nicht belegen: Keine von ihnen nennt eine solche Rangfolge. Das LASG bezeichnet das Petermännchen als den einzigen in den norddeutschen Gewässern heimischen Giftfisch und stuft die Stiche in der Regel als nicht lebensbedrohlich ein.

Was tun bei einem Petermännchen-Stich? Erste Hilfe in vier Schritten

Nach einem Stich empfiehlt das LASG Schleswig-Holstein, die Wunde zu reinigen und zu desinfizieren, die Stelle etwa 2 Minuten zu erwärmen, sofort danach zu kühlen und anschließend eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Die Schritte geben das Informationsblatt wieder, welches das LASG gemeinsam mit dem Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) erstellt hat (3. Auflage, Juli 2025); sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch den Anruf bei einem Giftinformationszentrum.

  1. Wunde reinigen und desinfizieren, gegebenenfalls den Stachel entfernen. Eine Staubinde darf auf keinen Fall angelegt werden (LASG).
  2. Die Stichstelle etwa 2 Minuten lang erwärmen. Das Gift besteht überwiegend aus hitzeempfindlichen Eiweißen; die Erwärmung soll sie zerstören. Als Wärmequellen nennt das LASG unter anderem aktivierbare Wärmekissen („hot packs“), Thermostifte und einen Fön.
  3. Sofort danach kühlen, zum Beispiel mit Eis oder einem Kühlkissen. Diese „Temperatur-Schock-Methode“ geht auf de Haro zurück; nach den bisherigen Erfahrungen sind die meisten Patienten innerhalb weniger Minuten bis 2 Stunden beschwerdefrei (LASG).
  4. Ärztin oder Arzt aufsuchen, zur weiteren Behandlung und gegebenenfalls zur Tetanusprophylaxe (LASG).

Wen rufe ich bei einem Petermännchen-Stich an? Giftnotruf und Notruf 112

Bei akuten Vergiftungen sollten Sie nach dem LASG immer eine Informationszentrale für Vergiftungen anrufen. Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das GIZ-Nord in Göttingen zuständig: Telefon 0551 19240, rund um die Uhr erreichbar. Bei Kreislaufkollaps oder Anzeichen eines allergischen Schocks, den das LASG als lebensgefährlich beschreibt, gilt der Euro-Notruf 112; er ist in der gesamten EU kostenfrei, und die Anrufe gehen an die Leitstelle vor Ort (Bundesregierung).

Die übrigen Giftinformationszentren führt das GIZ-Nord auf seiner Seite „Weitere GIZ“ auf, die Angaben dort sind „ohne Gewähr“:

Zuständig für Giftinformationszentrum Notruf
Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein GIZ-Nord, Göttingen 0551 19240
Berlin, Brandenburg Giftnotruf der Charité, Berlin 030 19240
Nordrhein-Westfalen Informationszentrale gegen Vergiftungen, Bonn 0228 19240
Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen Gemeinsames Giftinformationszentrum Erfurt 0361 730 730
Baden-Württemberg Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg 0761 19240
Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland Giftinformationszentrum Mainz 06131 19240
Bayern Giftnotruf München 089 19240
Österreich Vergiftungsinformationszentrale, Wien +43 1 406 43 43
Schweiz Tox Info Suisse, Zürich 145 (aus der Schweiz), sonst +41 44 251 51 51

Wo lebt das Petermännchen? Ostatlantik, Mittelmeer und Kanaren

Das Große Petermännchen lebt im Ostatlantik von Norwegen bis Marokko, an Madeira und den Kanaren sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (FishBase). Es hält sich am Boden auf Sand-, Schlamm- oder Kiesgrund auf, meist in 1 bis 30 m Tiefe und höchstens bis 150 m. Das FishBase-Verbreitungsgebiet reicht von 66° bis 27° nördlicher Breite.

Gibt es Petermännchen in Nord- und Ostsee?

Ja, aber in deutschen Gewässern nur selten. Die Rote Liste der marinen Fische von 2025 stuft die aktuelle Bestandssituation des Großen Petermännchens in den deutschen Meeresgewässern als „selten“ ein, in der Nordsee allein als „sehr selten“. Der Bestand im Kattegat, der bis in das deutsche Ostseegebiet ausstrahlt, ist größer als der in der Nordsee; für die gesamte Ostsee stuft die HELCOM (2013) das Große Petermännchen als ungefährdet ein (Thiel et al. 2025). Das LASG nennt Norwegen, Dänemark und die westliche Ostsee als Küsten, an denen das Große Petermännchen anzutreffen ist.

Gibt es Petermännchen auf den Kanaren?

Ja, nach FishBase kommt das Große Petermännchen bei den Kanarischen Inseln vor. Für das Kleine Petermännchen führt FishBase die Kanaren als gemeldetes Vorkommen. Einzelne Inseln oder Strände nennt FishBase nicht.

Gibt es Petermännchen in der Adria und vor Sardinien?

Ja, in der Adria: Eine italienische Untersuchung (Marano, Martino und Ungaro 2001) fing das Große Petermännchen bei Grundschleppnetz-Erhebungen von 1998 bis 2000 in der südlichen Adria in 26 bis 140 m Tiefe; die Autoren bezeichnen die Art im Mittelmeer als sehr häufig. Eine eigene Fundortangabe für Sardinien haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden; Sardinien liegt im Mittelmeer, für das FishBase die Art verzeichnet.

Wann sind Petermännchen am Strand? Im Frühjahr und Sommer

Petermännchen liegen im Frühjahr und Sommer tagsüber im lockeren Sand, meist ragen nur noch die nach oben gerichteten Augen heraus; zur Laichzeit suchen sie flache, sandige Gewässer auf, im Winter ziehen sie sich in tiefere Gewässer zurück (LASG). Die Laichzeit nennt das LASG Juli bis August, FishBase Juni und August. Nachts schwimmen die Tiere frei umher, sogar im freien Wasser (FishBase). Wo die meisten Tiere vorkommen, lässt sich aus den geprüften Quellen nicht sagen; sie nennen für Deutschland keine Fundorte.

Woran erkennt man ein Petermännchen? Eingegraben im Sand, mit schwarzer Rückenflosse

Ein Großes Petermännchen erkennt man am langgestreckten Körper, an den nach oben gerichteten Augen und an der ersten Rückenflosse, die schwarz ist und Giftstacheln trägt. FishBase beschreibt den Körper als langgestreckt (mehr als sechsmal so lang wie hoch), oben grünlich mit gelblich-weißen, schrägen Streifen, mit dunklen Zeichnungen auf den Schuppen und mit 2 bis 3 kleinen Stacheln vor jedem Auge. Im Ruhezustand liegt das Tier oft eingegraben, und nur Augen und Spitze der ersten Rückenflosse schauen heraus. Das LASG beschreibt die Petermännchen als schlank und schmal mit leuchtend grün-blau-braun-gelber Färbung.

Was frisst das Petermännchen? Kleine Wirbellose und Fische

Das Große Petermännchen frisst kleine Wirbellose und Fische und jagt vor allem nachts (FishBase). Wegen dieser gemischten Nahrung führt dieses Portal es als Grenzfall zwischen Raub- und Friedfisch; die Einordnung folgt der Hauptnahrung der erwachsenen Tiere nach FishBase, das die trophische Ebene mit 3,9 angibt (Näheres unter Raubfische und Meeresfische im Überblick).

Ist das Petermännchen essbar? Wie wird es zubereitet?

Ja, das Große Petermännchen ist ein Speisefisch: FishBase führt es als frisch und tiefgefroren verwertet und nennt Braten, Grillen, Kochen und Backen als Zubereitungsarten. Das LASG bezeichnet es vor allem in Frankreich als geschätzten Speisefisch. Bei der Zubereitung ist besondere Sorgfalt geboten, weil das Gift und seine Wirkung nach dem Tod des Fisches erhalten bleiben (LASG). Wie die Stacheln sicher entfernt werden, beschreibt keine der geprüften Quellen; zum Geschmack machen sie ebenfalls keine Angaben.

Wird das Petermännchen geangelt?

Das Petermännchen ist nach FishBase ein Sportfisch („gamefish“) und wird in einer kleinen kommerziellen Fischerei genutzt; in der Thünen-Tagebuchstudie zur marinen Angelfischerei in Deutschland (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023) kommt es nicht vor. Das LASG rät, beim Angeln oder Fischen Schutzhandschuhe zu tragen: Vergiftungen entstehen auch beim Netzfischen und Angeln, wenn man den Fisch ohne Handschuhe greift. Die Stacheln bleiben nach dem Tod des Fisches giftig (LASG).

Ist das Petermännchen gefährdet? Rote Liste: ungefährdet, aber selten

Das Große Petermännchen gilt in der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen Deutschlands von 2025 als ungefährdet; die aktuelle Bestandssituation ist „selten“, der langfristige Bestandstrend „stabil“, der kurzfristige „deutliche Zunahme“. In der vorherigen Roten Liste stand die Art noch in der Kategorie „Gefährdet“; das Rote-Liste-Zentrum nennt die Änderung eine aktuelle Verbesserung der Einstufung (Thiel et al. 2025). Als Gründe führt die Rote Liste bessere Daten und reale Veränderungen an: Die Präsenzen der Art stiegen von 2001 bis 2021 deutlich an. Weltweit führt die IUCN die Art seit der Bewertung vom 14. Juli 2014 als „Least Concern“ (nach FishBase).

Das Kleine Petermännchen ist nach der Roten Liste ebenfalls ungefährdet, in deutschen Gewässern aber mäßig häufig; sein langfristiger Trend ist eine deutliche Zunahme, der kurzfristige eine starke Abnahme (Rote-Liste-Zentrum).

Schonzeit und Mindestmaß für das Petermännchen in allen 16 Bundesländern

Das Petermännchen lebt im Meer, doch auch die Küstenfischereiverordnungen von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen führen es nicht auf.

Keine der 16 Landesfischereiverordnungen nennt für diese Art eine Schonzeit oder ein Mindestmaß (geprüft am 4. Oktober 2026). Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln festlegen. Die allgemeinen Regeln Ihres Bundeslandes finden Sie auf unseren Seiten zu den Schonzeiten der 16 Bundesländer.

Die Regeln der drei Küstenländer finden Sie unter Schonzeiten in Schleswig-Holstein, Schonzeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Schonzeiten in Niedersachsen, die Übersicht für alle Länder unter Schonzeiten und Mindestmaße.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseiten und Namenslisten von Großem und Kleinem Petermännchen), den Artensteckbriefen des Rote-Liste-Zentrums und der Roten Liste und Gesamtartenliste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025, Bundesamt für Naturschutz), dem Informationsblatt „Petermännchen – Giftfische in Nord- und Ostsee“ des Landesamts für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein (LASG, 3. Auflage, Juli 2025, gemeinsam mit dem GIZ-Nord erstellt), der Website des GIZ-Nord, der Seite der Bundesregierung zum Notruf 112, einer Studie zur Biologie des Großen Petermännchens in der südlichen Adria (Marano, Martino und Ungaro 2001, Italien), der Zeitschrift für Fischerei (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023, Thünen-Institut) und dem Duden. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wie groß wird ein Petermännchen?

Das Große Petermännchen ist üblicherweise 25 cm lang (Standardlänge) und wird höchstens 53 cm lang (Gesamtlänge); das höchste veröffentlichte Gewicht liegt bei 1,9 kg (FishBase). Das Kleine Petermännchen wird höchstens 27,7 cm lang und 166 g schwer (FishBase).

Was tun bei einem Stich von einem Petermännchen?

Das Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein empfiehlt in seinem gemeinsam mit dem Giftinformationszentrum-Nord erstellten Informationsblatt: Wunde reinigen und desinfizieren (keine Staubinde anlegen), die Stelle etwa 2 Minuten erwärmen, sofort danach kühlen, dann eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, gegebenenfalls zur Tetanusprophylaxe. Bei akuten Vergiftungen soll immer ein Giftinformationszentrum angerufen werden; das GIZ-Nord ist unter 0551 19240 rund um die Uhr erreichbar.

Wann sind Petermännchen am Strand?

Im Frühjahr und Sommer: Dann liegen die Tiere tagsüber im lockeren Sand, und zur Laichzeit suchen sie flache, sandige Gewässer auf; im Winter ziehen sie sich in tiefere Gewässer zurück (LASG Schleswig-Holstein). Die Laichzeit nennt das LASG Juli bis August, FishBase Juni und August.

Gibt es Petermännchen auf den Kanaren?

Ja, nach FishBase kommt das Große Petermännchen (Trachinus draco) bei den Kanarischen Inseln und bei Madeira vor, außerdem im Mittelmeer. Für das Kleine Petermännchen (Echiichthys vipera) führt FishBase die Kanaren als gemeldetes Vorkommen.

Ist das Petermännchen das giftigste Tier Europas?

Das lässt sich aus den geprüften Quellen nicht belegen, denn keine nennt eine solche Rangfolge. Das Petermännchen ist giftig: Die Stacheln der ersten Rückenflosse und ein Dorn am Kiemendeckel tragen Giftdrüsen. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein stuft die Stiche in der Regel als nicht lebensbedrohlich ein; in Ausnahmefällen sind allergische Reaktionen bis zum Schock möglich.

Ist das Petermännchen essbar und wie bereite ich es zu?

Ja, das Große Petermännchen ist ein Speisefisch: FishBase nennt Braten, Grillen, Kochen und Backen, das LASG nennt es vor allem in Frankreich einen geschätzten Speisefisch. Das Gift bleibt nach dem Tod des Fisches erhalten, deshalb ist bei der Zubereitung besondere Sorgfalt geboten (LASG). Wie die Stacheln sicher entfernt werden, beschreiben die geprüften Quellen nicht.

Quellen