Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Seewolf, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Steinbeißer (Seewolf): Größe, Merkmale und Lebensraum

Der Steinbeißer (Anarhichas lupus), auch Seewolf oder Katfisch genannt, ist ein Grundfisch des kalten Nordatlantiks und wird nach FishBase bis zu 150 cm lang (Gesamtlänge) und bis zu 23,6 kg schwer; norwegische Meeresforscher nennen als Höchstwerte 125 cm und 20 kg. Mit großen Fangzähnen und massiven Mahlzähnen knackt er Muscheln, Krebse und Seeigel. Nicht verwechseln: Der Süßwasser-Steinbeißer (Cobitis taenia) ist eine Dornschmerle von höchstens 13,5 cm Länge und gehört zu einer ganz anderen Ordnung. In deutschen Meeresgewässern gilt der Seewolf nach der Roten Liste von 2025 als „extrem selten“. Dieser Steckbrief nennt Größe, Biss, Geschmack, Lebensraum, Alter, Laichzeit und Gefährdung mit Quelle.

Steckbrief Seewolf: Größe, Gewicht, Alter, Lebensraum und Gefährdung auf einen Blick

Der Steinbeißer lebt als Einzelgänger auf felsigem Meeresboden, meist in 18 bis 110 m Tiefe, und wird höchstens 150 cm lang (FishBase). Die Werte stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, dem Verzeichnis der Handelsbezeichnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Thünen-Institut, dem norwegischen Meeresforschungsinstitut Havforskningsinstituttet (HI) sowie aus weiteren norwegischen, isländischen und US-amerikanischen Fachquellen, die im Text mit Land genannt sind. Weichen die Quellen voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Steinbeißer (Seewolf, Anarhichas lupus)
Wissen­schaft­licher Name Anarhichas lupus Linnaeus, 1758; Name in der Roten Liste: Gemeiner Seewolf
Weitere Namen Seewolf, Gestreifter Seewolf, Katfisch, Gestreifter Katfisch; englisch Atlantic wolffish; norwegisch gråsteinbit
Familie Anarhichadidae (englisch Wolffishes), Gruppe Perciformes/Zoarcoidei (FishBase)
Länge höchstens 150 cm Gesamtlänge (FishBase); 125 cm (HI, Norwegen); durchschnittlich rund 90 cm (Maine Department of Marine Resources, USA)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 23,6 kg (FishBase); 20 kg (HI, Norwegen)
Alter etwa 20 bis 25 Jahre (HI, Norwegen); höchstes in FishBase verzeichnetes Alter 22 Jahre
Geschlechts­reife mit 6 bis 7 Jahren bei rund 55 cm (Spanne 50 bis 60 cm, ohne Angabe der Längenart; FishBase)
Laichzeit mehrere Monate zwischen Frühjahr und Herbst (HI, Norwegen, für die drei Seewolf-Arten zusammen); FishBase nennt keinen Monat
Lebensraum Meer, felsiger Grund, auch Sand und Schlamm; 1 bis 600 m Tiefe, meist 18 bis 110 m (FishBase)
Verbreitung Nordostatlantik von Spitzbergen bis zum Weißen Meer, Skandinavien, Nordsee, Britische Inseln, nördlicher Golf von Biskaya, Island, Südostgrönland; Nordwestatlantik von Südlabrador und Westgrönland bis Cape Cod (FishBase)
Nahrung Fische, hartschalige Weichtiere, Krabben, Hummer, Seeigel und andere Stachelhäuter (FishBase); trophische Ebene 3,6
Raub- oder Friedfisch Grenzfall: frisst Fische, aber ebenso hartschalige Wirbellose
Salz- oder Süßwasser Salzwasser (marin, am Boden lebend)
Handelsbezeichnung Steinbeißer, Katfisch (BLE)
Gefährdung Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: extrem selten (Kategorie R); IUCN weltweit: nach FishBase nicht bewertet, nach der Roten Liste „Daten unzureichend“

Wie nennt man den Steinbeißer noch? Seewolf, Katfisch und Gemeiner Seewolf

Steinbeißer, Seewolf und Katfisch sind die gebräuchlichen deutschen Namen für den Fisch Anarhichas lupus. FishBase führt als deutsche Namen „Seewolf“, „Gestreifter Seewolf“ und „Gestreifter Katfisch“, die Rote Liste der Meeresfische nennt ihn „Gemeiner Seewolf“. Im Handel heißt er „Steinbeißer“ oder „Katfisch“: Diese beiden Handelsbezeichnungen dürfen nach dem Verzeichnis der BLE (117. Änderung, Stand 4. September 2026) für alle Arten der Gattung Anarhichas verwendet werden; einen eigenen Eintrag hat Anarhichas lupus dort nicht. Eigene Namen führt das Verzeichnis nur für den Blauen Seewolf (Anarhichas denticulatus) und den Pazifischen Seewolf (Anarhichas ocellatus).

Mit den Welsen hat der Katfisch nichts zu tun, obwohl FishBase unter seinen Namen auch das englische „Catfish“ aufführt: Der Seewolf gehört zu den Perciformes/Zoarcoidei, der Wels zu den Siluriformes.

Wie groß und schwer wird ein Steinbeißer? Bis 150 cm und 23,6 kg nach FishBase

Ein Steinbeißer wird nach FishBase höchstens 150 cm lang (Gesamtlänge, TL) und höchstens 23,6 kg schwer; norwegische Quellen nennen niedrigere Höchstwerte. Die Tabelle stellt die Angaben nebeneinander.

Quelle Länge Gewicht
FishBase 150 cm Gesamtlänge (TL; nach Robins und Ray 1986) 23,6 kg, höchstes veröffentlichtes Gewicht (nach IGFA 2001)
Store norske leksikon (Norwegen) bis 150 cm über 20 kg
Havforskningsinstituttet (Norwegen) 125 cm 20 kg
Maine Department of Marine Resources (USA) bis 5 Fuß (rund 150 cm), im Durchschnitt 3 Fuß (rund 90 cm); ohne Angabe der Längenart keine Angabe

Warum die Höchstwerte abweichen, geben die Quellen nicht an. Als üblich gilt nach der Angabe aus Maine eine Länge um 90 cm; 125 cm und mehr sind Ausnahmen.

Gibt es einen Rekord-Steinbeißer?

Einen geprüften Rekord mit Fänger, Fangort und Datum haben wir nicht gefunden. Das FishBase-Höchstgewicht von 23,6 kg stützt sich nach FishBase auf eine Veröffentlichung der IGFA (International Game Fish Association) von 2001; es ist ein Höchstwert der Art, kein aktuell belegter Angelrekord.

Wie stark ist der Biss des Steinbeißers? Fangzähne vorn, Mahlzähne dahinter

Der Steinbeißer beißt mit großen Fangzähnen vorn und massiven Mahlzähnen dahinter kräftig genug, um Muschel- und Krebsschalen zu knacken; eine gemessene Beißkraft haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Das Maine Department of Marine Resources (USA) beschreibt außergewöhnlich kräftige Kiefer mit großen Fangzähnen und massiven Mahlzähnen und weist darauf hin, dass der Biss ernste Verletzungen verursachen kann; ein gefangener Seewolf sollte deshalb mit besonderer Vorsicht angefasst werden. Das Store norske leksikon (Norwegen) schreibt, Kiefer, Kiefermuskulatur und Zähne seien stark genug, um Muscheln und Seeigel zu zerbrechen.

Das Havforskningsinstituttet (Norwegen) beschreibt einen Zahnwechsel im Jahresrhythmus: Seewölfe wechseln von Oktober bis Mai ihre Zähne und fressen in dieser Zeit nicht; die Angabe gilt für die drei Seewolf-Arten Norwegens zusammen. Vergleiche mit Hunderassen, etwa „stärker als ein Pitbull“, kursieren im Netz; eine Messung dazu haben wir nicht gefunden und übernehmen sie deshalb nicht.

Ist der Steinbeißer ein Speisefisch? Wie schmeckt er?

Ja, der Steinbeißer ist ein Speisefisch mit festem Fleisch: Er wird nach FishBase frisch und gefroren vermarktet, und „Steinbeißer“ ist eine zulässige Handelsbezeichnung nach dem BLE-Verzeichnis.

  • Geschmack und Konsistenz: Das Maine Department of Marine Resources (USA) beschreibt das Fleisch als süßlich und fest, mit hummerähnlichen Eigenschaften.
  • Gräten: Zur Zahl der Gräten haben wir keine belegte Angabe gefunden.
  • Zubereitung: FishBase nennt Dämpfen, Braten, Grillen, Kochen, Garen in der Mikrowelle und Backen.
  • Nährwerte: FishBase gibt Modellschätzwerte an, keine Messwerte an einzelnen Fischen: 17,1 Prozent Eiweiß (Spanne 15,1 bis 19,7) und 0,376 g Omega-3-Fettsäuren je 100 g (Spanne 0,216 bis 0,633), nach Hicks et al. 2019.
  • Herkunft: Die Bestände sind regional unterschiedlich; Näheres steht im Abschnitt zur Gefährdung weiter unten.

Wo lebt der Steinbeißer? Nordatlantik bis 600 m Tiefe

Der Steinbeißer lebt im Nordatlantik auf felsigem Grund, meist in 18 bis 110 m Tiefe; nachgewiesen ist er bis 600 m (FishBase). Im Nordostatlantik reicht sein Verbreitungsgebiet von Spitzbergen bis zum Weißen Meer und über die skandinavischen Küsten, die Nordsee und die Britischen Inseln bis in den Norden des Golfs von Biskaya, dazu Island und Südostgrönland; im Nordwestatlantik von Südlabrador und Westgrönland bis Cape Cod in den USA, selten bis New Jersey (FishBase). Im Text derselben FishBase-Seite steht für den felsigen Lebensraum eine Tiefe von 1 bis 500 m. Er ist ein Einzelgänger; nach dem Havforskningsinstituttet (Norwegen) ist der Gemeine Seewolf viel standorttreuer als die beiden anderen norwegischen Seewolf-Arten und lebt küstennäher und flacher.

Gibt es den Seewolf in der Nordsee und in der Ostsee?

In der deutschen Nordsee ist der Seewolf extrem selten, in der deutschen Ostsee nur unbeständig. Nach der Roten Liste der marinen Fische von 2025 liegt das Kerngebiet der Art in den tieferen Bereichen der Nordsee; in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone kommt nur der Rand ihrer Verbreitung vor, meist mit Jungtieren (Thiel et al. 2025). Die Regionalliste Ostsee führt den Seewolf unter den unbeständigen Arten. FishBase hält Angaben zur Ostsee und zum Mittelmeer für fragwürdig und höchstens für Irrgäste, solange Originalmeldungen nicht geprüft sind. Die HELCOM-Liste von 2013 stuft die Art dagegen für die gesamte Ostsee als gefährdet ein („Endangered“), wie das Rote-Liste-Zentrum vermerkt. Einen Überblick über alle Meeresfische des Portals gibt die Seite Meeresfische im Überblick.

Gibt es Steinbeißer in Norwegen?

Ja, der Gemeine Seewolf (norwegisch gråsteinbit) lebt an der gesamten norwegischen Küste sowie in Barentssee und Nordsee (Havforskningsinstituttet, Norwegen). Das Havforskningsinstituttet empfahl am 25. Juni 2026 für den Küstenabschnitt südlich von Stad innerhalb der Territorialgrenze ein mindestens zehnjähriges Fangverbot mit Pflicht, jeden Fang zurückzusetzen; es soll für Berufsfischerei sowie für Touristen- und Freizeitfischerei gelten. Anlass war ein Auftrag des norwegischen Fischereidirektorats. Das ist eine wissenschaftliche Empfehlung, keine geltende Regel; ob und wann Norwegen sie umsetzt, haben wir nicht geprüft.

Was frisst der Steinbeißer? Seeigel, Muscheln, Krebse und Fische

Der Steinbeißer frisst überwiegend hartschalige Tiere und dazu Fische: Nach FishBase stehen Fische, hartschalige Weichtiere, Krabben, Hummer, Seeigel und andere Stachelhäuter auf dem Speiseplan. Das Havforskningsinstituttet (Norwegen) nennt für den Gemeinen Seewolf Seeigel, Muscheln, Schnecken und Krabben. Wegen dieser gemischten Kost führen wir ihn als Grenzfall zwischen Raub- und Friedfisch; die Einordnung erklärt die Seite Raubfische im Überblick.

Die Seeigel-Kost hat ökologisches Gewicht: Nach dem Havforskningsinstituttet (Norwegen) ist der Gemeine Seewolf eine Schlüsselart der Küstenökosysteme, die Seeigel in Schach hält, und der Rückgang der Bestände gilt als ein Hauptgrund dafür, dass Seeigel Tangwälder in Nordnorwegen abgeweidet haben.

Woran erkennt man einen Steinbeißer? Langgestreckter Körper mit dunklen Querbändern

Einen Steinbeißer erkennt man am langgestreckten Körper, der graugrün bis blaugrau gefärbt ist und 10 bis 15 dunkle Querbänder trägt. Die Quellen beschreiben ihn so:

  • Körperform: langgestreckt, am Nacken am höchsten und zum schlanken Schwanzstiel hin verjüngt (Maine Department of Marine Resources, USA).
  • Farbe: meist graugrün, aber auch fast schwarz oder rotbraun (FishBase); nach dem Maine Department of Marine Resources (USA) bräunlich-oliv vor der Geschlechtsreife und hell blaugrau danach.
  • Querbänder: 10 bis 15 dunkle Querbänder, die bis in die Rückenflosse reichen (FishBase).
  • Flossen: große, runde Brustflossen, keine Bauchflossen; die Rückenflosse ist gleichmäßig hoch und reicht vom Nacken bis zum Ansatz der kleinen Schwanzflosse, die Afterflosse ist etwa halb so lang (Maine Department of Marine Resources, USA).
  • Seitenlinie: fehlt (Maine Department of Marine Resources, USA).
  • Kiefer: außergewöhnlich kräftig, mit großen Fangzähnen und massiven Mahlzähnen (Maine Department of Marine Resources, USA).

Wie unterscheidet sich der Gemeine Seewolf von den anderen Seewolf-Arten?

In norwegischen Gewässern leben drei Seewolf-Arten; der Gemeine Seewolf unterscheidet sich von den beiden anderen in Größe, Lebensraum und Lebensdauer: Er bleibt kleiner, lebt küstennäher und wird älter als der Blaue Seewolf.

Art Höchstgröße Lebensdauer Lebensraum in Norwegen
Gemeiner Seewolf (Anarhichas lupus, gråsteinbit) 125 cm, 20 kg 20 bis 25 Jahre gesamte Küste, Barentssee, Nordsee
Anarhichas minor (flekksteinbit) 180 cm, 26 kg 40 Jahre Barentssee, verstreut bis zur Nordsee
Blauer Seewolf (Anarhichas denticulatus, blåsteinbit) 138 cm, 32 kg 16 Jahre Barentssee, verstreut in der Norwegischen See

Alle Angaben der Tabelle stammen vom Havforskningsinstituttet (Norwegen). Die Handelsnamen Steinbeißer und Katfisch dürfen nach dem BLE-Verzeichnis für alle drei Arten verwendet werden.

Wie alt wird ein Steinbeißer, und wann laicht er?

Ein Steinbeißer wird etwa 20 bis 25 Jahre alt (Havforskningsinstituttet, Norwegen); das höchste in FishBase verzeichnete Alter liegt bei 22 Jahren. Geschlechtsreif ist er mit 6 bis 7 Jahren bei rund 55 cm Länge (FishBase); das Havforskningsinstituttet nennt für die Reife ebenfalls 6 bis 7 Jahre. FishBase stuft die Erholungsfähigkeit der Art als gering ein: Die Bestände brauchen mindestens 4,5 bis 14 Jahre, um sich zu verdoppeln.

Wann genau der Seewolf laicht, geben die Quellen nur ungefähr an:

Quelle Angabe
Havforskningsinstituttet (Norwegen) für die drei Seewolf-Arten zusammen über mehrere Monate zwischen Frühjahr und Herbst; der Fortpflanzungszyklus scheint zwei Jahre zu dauern, einzelne reife Tiere setzen eine Laichzeit aus
FishBase einmal im Jahr mit einem klaren saisonalen Höhepunkt, ohne Monatsangabe

Die Eier werden als Klumpen auf steinigem Meeresboden abgelegt (Havforskningsinstituttet, Norwegen); das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf und frisst in dieser Zeit kaum (FishBase). Die Eier sind 4 bis 6 mm groß und schlüpfen nach 9 bis 10 Monaten, beides gilt für alle drei Seewolf-Arten Norwegens; die Laichgebiete des Gemeinen Seewolfs liegen küstennah in Fjorden und Buchten in 50 bis 150 m Tiefe (Havforskningsinstituttet, Norwegen).

Ist der Steinbeißer ein Süß- oder Salzwasserfisch? Der Seewolf lebt im Meer

Der Steinbeißer, den man als Speisefisch kauft, ist ein Salzwasserfisch; FishBase führt ihn als marinen Bodenfisch. Der Süßwasser-Steinbeißer (Cobitis taenia) ist dagegen eine eigene, kleine Art aus einer anderen Familie, die in langsam fließenden und stehenden Gewässern lebt. FishBase nennt für sie unter anderem die deutschen Namen Steinbeißer und Dorngrundel.

Merkmal Steinbeißer (Seewolf) Süßwasser-Steinbeißer
Wissen­schaft­licher Name Anarhichas lupus Cobitis taenia
Familie und Gruppe Anarhichadidae, Perciformes/Zoarcoidei Cobitidae (Dornschmerlen), Cypriniformes
Lebensraum Meer, felsiger Grund, 1 bis 600 m Süßwasser: langsam fließende und stehende Gewässer mit feinsandigem Grund, nach dem BfN Bäche, Flüsse, Altgewässer, Weiher und Seen der Niederungen
Länge bis 150 cm Gesamtlänge (FishBase) bis 13,5 cm Gesamtlänge, üblich 5 cm (FishBase); bis 12 cm (BfN)
Höchstalter 20 bis 25 Jahre (Havforskningsinstituttet, Norwegen) 5 Jahre (FishBase)
Speisefisch ja, Handelsbezeichnung nach BLE im BLE-Verzeichnis der Handelsbezeichnungen nicht aufgeführt
Gefährdung und Schutz Rote Liste Meeresfische 2025: extrem selten Rote Liste Süßwasserfische 2023: ungefährdet; Anhang II der FFH-Richtlinie (BfN)
Fischereirecht in den ausgewerteten Verordnungstabellen der 16 Länder nicht genannt in den Landesfischereiverordnungen aller 16 Länder genannt

Steht in einer Landesfischereiverordnung „Steinbeißer“, ist nach unserer Auswertung der 16 Länder immer die Süßwasserart Cobitis gemeint, nie der Seewolf. Welche Regeln je Land für den Süßwasser-Steinbeißer gelten, steht auf der Seite Schonzeiten und Mindestmaße.

Ist der Steinbeißer gefährdet oder überfischt? Das hängt vom Bestand ab

Das hängt vom Bestand ab: In deutschen Meeresgewässern gilt der Seewolf als „extrem selten“, an der südnorwegischen Küste ist er nach Einschätzung norwegischer Forscher stark verringert, der isländische Bestand wird nach ICES-Beratung bewirtschaftet. Die Tabelle fasst die Einschätzungen zusammen.

Gebiet Einschätzung Quelle
Deutsche Meeresgewässer Kategorie R, extrem selten; in der vorherigen Roten Liste „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“, die Änderung beruht auf einem Kenntniszuwachs; Bestandstrends: Daten ungenügend; wichtigste Gefährdungsursache in der Nordsee ist die indirekte Wirkung der Fischerei durch Beifang Rote-Liste-Zentrum (Thiel et al. 2025)
Weltweit (IUCN) nach FishBase nicht bewertet; die Rote Liste nennt für die weltweite Einschätzung „Daten unzureichend“ (IUCN 2023) FishBase; Rote-Liste-Zentrum
Küste Norwegens Bestand schlecht, besonders im Süden (Nordsee und Skagerrak), dort breit verringert; Empfehlung vom 25. Juni 2026: Fangverbot südlich von Stad und, wo weiter gefischt werden darf, ein biologisch begründetes Mindestmaß, weil die Art erst mit 6 bis 7 Jahren geschlechtsreif wird Havforskningsinstituttet (Norwegen)
Island (ICES-Gebiet 5.a) Beratung für 2026/2027: höchstens 8.641 t Fang, 8 Prozent weniger als im Vorjahr (9.412 t); der Laicherbestand liegt über den Referenzwerten Hafrannsóknastofnun (MFRI, Island) und ICES

FishBase stuft die Anfälligkeit gegenüber Fischerei als hoch bis sehr hoch ein (69 von 100). Da die Bestände regional so unterschiedlich dastehen, lohnt beim Kauf der Blick auf das Fanggebiet.

Kann man in Deutschland Steinbeißer angeln? Praktisch nicht

Als Zielfisch deutscher Angler spielt der Seewolf praktisch keine Rolle: In der deutschen Nordsee ist er extrem selten und kommt nach der Roten Liste nur am Rand seines Verbreitungsgebiets vor. Die Tagebuchstudie des Thünen-Instituts zur marinen Angelfischerei in Deutschland (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023) nennt ihn nicht. FishBase führt ihn als Sportfisch, und das Maine Department of Marine Resources (USA) schreibt, Angler hätten beim Fischen auf andere Arten gelegentlich einen am Haken. Den Stand für Norwegen beschreibt der Abschnitt zu Norwegen weiter oben; allgemeine Hinweise zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Schonzeit und Mindestmaß für Seewolf in allen 16 Bundesländern

Für den Seewolf (Anarhichas lupus) gibt es in keinem Bundesland eine Schonzeit oder ein Mindestmaß; der „Steinbeißer“, den die Landesverordnungen aufführen, ist die Süßwasserart Cobitis.

Keine der 16 Landesfischereiverordnungen nennt für diese Art eine Schonzeit oder ein Mindestmaß (geprüft am 4. Oktober 2026). Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln festlegen. Die allgemeinen Regeln Ihres Bundeslandes finden Sie auf unseren Seiten zu den Schonzeiten der 16 Bundesländer.

Die Regeln für alle Fischarten und Länder finden Sie unter Schonzeiten und Mindestmaße.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseite, Namenslisten, Reife- und Alterswerte von Seewolf, Süßwasser-Steinbeißer und Wels), dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums und der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025), dem Verzeichnis der Handelsbezeichnungen der BLE (117. Änderung, Stand 4. September 2026), dem Artenporträt des BfN zum Süßwasser-Steinbeißer, der Tagebuchstudie des Thünen-Instituts (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023) sowie aus Fachquellen anderer Länder: Havforskningsinstituttet und Store norske leksikon (Norwegen), Hafrannsóknastofnun (Island) und Maine Department of Marine Resources (USA). Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spanne samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wie nennt man den Steinbeißer noch?

Der Steinbeißer heißt auch Seewolf und Katfisch. FishBase führt als deutsche Namen Seewolf, Gestreifter Seewolf und Gestreifter Katfisch, die Rote Liste der Meeresfische nennt ihn Gemeiner Seewolf (Anarhichas lupus). Steinbeißer und Katfisch sind Handelsbezeichnungen, die nach dem Verzeichnis der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für alle Arten der Gattung Anarhichas verwendet werden dürfen.

Wie schmeckt Steinbeißer?

Das Maine Department of Marine Resources (USA) beschreibt das Fleisch des Steinbeißers als süßlich und fest, mit hummerähnlichen Eigenschaften. Zur Zahl der Gräten haben wir keine belegte Angabe gefunden.

Ist der Steinbeißer ein Süß- oder Salzwasserfisch?

Der Steinbeißer, den man als Speisefisch kauft, ist ein Salzwasserfisch: Der Seewolf (Anarhichas lupus) lebt im Nordatlantik am Meeresboden und wird bis 150 cm lang (FishBase). Der Süßwasser-Steinbeißer (Cobitis taenia) ist eine andere Art aus der Familie der Dornschmerlen und höchstens 13,5 cm lang (FishBase).

Ist der Steinbeißer ein Edelfisch?

Einen definierten Begriff „Edelfisch“ haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Belegt ist: Der Steinbeißer wird nach FishBase frisch und gefroren vermarktet, das Maine Department of Marine Resources (USA) beschreibt sein Fleisch als süßlich und fest, und „Steinbeißer“ ist eine zulässige Handelsbezeichnung nach dem BLE-Verzeichnis.

Wie groß wird ein Steinbeißer?

Ein Steinbeißer wird nach FishBase höchstens 150 cm lang (Gesamtlänge) und 23,6 kg schwer. Das norwegische Havforskningsinstituttet nennt als Höchstwerte 125 cm und 20 kg. Im Durchschnitt sind es nach dem Maine Department of Marine Resources (USA) rund 90 cm.

Welche Nährwerte hat Steinbeißer?

FishBase gibt für den Steinbeißer Modellschätzwerte an, keine Messwerte an einzelnen Fischen: 17,1 Prozent Eiweiß (Spanne 15,1 bis 19,7) und 0,376 g Omega-3-Fettsäuren je 100 g (Spanne 0,216 bis 0,633), nach Hicks et al. 2019. Eine gesundheitliche Bewertung nehmen wir nicht vor.

Quellen