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Besetzung von Krieg und Frieden 1956

Besetzung von Krieg und Frieden 1956

King Vidors Krieg und Frieden aus dem Jahr 1956 ist ein Mammutprojekt. Drei Stunden, Tolstois kompletter Roman, Hollywood-Glanz auf Technicolor und VistaVision. Klingt groß. Ist es auch. Aber funktioniert es?

Kurze Antwort: Jein. Die Besetzung von Krieg und Frieden 1956 hat echte Highlights – und echte Schwachstellen. Wer wissen will, ob der Film die Zeit wert ist, findet hier alles auf einen Blick.

Funktioniert Krieg und Frieden 1956 überhaupt?

Ja – aber mit Einschränkungen. Als US-amerikanisch-italienische Produktion von Paramount Pictures hat der Film visuelle Stärke, Nino Rotas Filmmusik sitzt, und Jack Cardiffs Kameraarbeit ist solide. Das Problem: Der Film versucht, Tolstois gigantischen Roman in knapp 208 Minuten zu pressen. Das funktioniert nie vollständig. Einige Charaktere wirken abgehakt, manche Szenen unnötig gedehnt. Als Literaturverfilmung ist es respektabel – als Kinoerlebnis ist es ungleichmäßig.

Tempo & Spannung – bleibt man dran?

Ehrlich gesagt: Der Start ist langsam. Die ersten 40 Minuten sind voll mit Exposition. Gesellschaftsszenen, viele Gesichter, wenig Druck. Wer nicht weiß, was kommt, verliert früh das Interesse.

Ab der zweiten Hälfte zieht die Kriegsdarstellung an – die Schlachtenszenen haben Wucht. Aber dann kommt wieder eine ruhigere Phase, und das Tempo bricht erneut ein. Wer Geduld mitbringt, wird belohnt. Wer schnellen Schnitt und moderne Dynamik erwartet, wird frustriert sein. Binge-worthy? Definitiv nicht. Eher ein Sonntagsnachmittag-Film – mit Pause.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Steiner – Das Eiserne Kreuz.

Die Besetzung im Schnellcheck

Audrey Hepburn als Natasha Rostova

Der klare Mittelpunkt. Sie trägt den Film. Punkt.

Henry Fonda als Pierre Bezukhov

Die große Diskussion: Fonda ist solide, aber zu amerikanisch für einen russischen Aristokraten. Er wirkt manchmal wie ein verlorener Tourist in Zarenrussland. Funktioniert – aber nicht perfekt.

Mel Ferrer als Andrei Bolkonsky

Bleibt überraschend blass. Die Rolle hat Potenzial, aber Ferrer liefert wenig Tiefe. Man wartet darauf, dass er explodiert – und es passiert kaum.

Der Rest des Casts füllt die Nebenrollen solide aus, ohne groß aufzufallen. Viele Darsteller kommen und gehen, ohne Eindruck zu hinterlassen – typisch für eine Romanverfilmung dieser Größe.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung (1–10) Kommentar
Audrey Hepburn Natasha Rostova 9 Trägt den ganzen Film – unverzichtbar
Henry Fonda Pierre Bezukhov 6 Funktioniert, aber wirkt fehl am Platz
Mel Ferrer Andrei Bolkonsky 5 Bleibt zu blass, verschenkt die Rolle
Vittorio Gassman Anatole Kuragin 7 Überzeugend – der beste Mann im Nebencast
John Mills Platon Karatajew 7 Kurz, aber wirksam
Herbert Lom Napoléon 6 Solide – aber Napoleon bleibt Randnotiz
Anita Ekberg Hélène Kuragina 5 Optisch präsent, schauspielerisch dünn
Barry Jones Graf Rostow 6 Unauffällig funktional
Oscar Homolka General Kutusow 7 Glaubwürdig, markant
Helmut Dantine Dolokhov 6 Okay – bleibt aber blass

Highlight oder Zeitverschwendung?

Das Beste:

  • Audrey Hepburn – sie ist der Grund, diesen Film zu sehen
  • Die Schlachtenszenen haben echten Druck – für 1956 beeindruckend
  • Nino Rotas Filmmusik ist konstant gut
  • Technisch stark: Technicolor und VistaVision machen was her

Das Schwächste:

  • Mel Ferrer als Andrei ist eine verschenkte Hauptrolle
  • Das Drehbuch kürzt Tolstoi zu brutal – vieles wirkt abgehakt
  • Der erste Akt hat kein Tempo – man wartet zu lange
  • Zu viele Nebenrollen, die nichts hinterlassen

Lohnt sich das?

Ja, wenn:

  • du Audrey Hepburn magst – das ist hier ihre Show
  • du historische Filme und klassische Literaturverfilmungen sammelst
  • du Geduld für langsame Erzählstrukturen mitbringst
  • du Interesse an der sowjetischen Verfilmung von 1966 hast und zum Vergleich schaust

Eher skippen, wenn:

  • du schnellen Schnitt und modernes Tempo erwartest
  • dich drei Stunden ohne starke narrative Spannung ermüden
  • du Mel Ferrer nicht überzeugend findest – er ist viel im Bild
  • du echte Tolstoi-Tiefe suchst: Da ist die sowjetische Verfilmung von Bondarchuk die klare Wahl

Fazit: Kann man schauen – muss man aber nicht. Nur wegen Audrey Hepburn bleibt es sehenswert.

Mini-Fazit

Krieg und Frieden 1956 ist kein schlechter Film – aber ein ungleichmäßiger. Wer Hepburn sehen will, schaut ihn. Alle anderen können auch direkt zum sowjetischen Remake von 1966 springen.

FAQ – Besetzung von Krieg und Frieden 1956

Wer spielt in Krieg und Frieden 1956 die Hauptrollen?

Audrey Hepburn als Natasha Rostova, Henry Fonda als Pierre Bezukhov und Mel Ferrer als Andrei Bolkonsky. Das sind die drei zentralen Figuren der Besetzung.

Wer ist die beste Leistung im gesamten Cast?

Eindeutig Audrey Hepburn. Sie ist der emotionale Kern des Films und die einzige Figur, der man durchgehend folgen will.

Wer zieht den Film am meisten runter?

Mel Ferrer als Andrei Bolkonsky. Die Rolle hat enormes Potenzial – er nutzt kaum davon. Schade.

Ab wann wird der Film wirklich interessant?

Erst nach etwa 40 bis 50 Minuten. Die Exposition ist lang. Wer durchhält, bekommt bessere Szenen – aber es dauert.

Lohnt sich Krieg und Frieden 1956 noch heute?

Als Klassiker der Filmgeschichte – ja. Als mitreißendes Kinoerlebnis – eher nicht. Für Fans von Audrey Hepburn ist es Pflicht. Alle anderen: freiwillig.

Gibt es eine deutsche Synchronfassung?

Ja. Die deutsche Synchronfassung existiert, und Informationen dazu sind unter anderem über die Synchronkartei verfügbar. Qualität der Synchronisation: solide für die Entstehungszeit.