Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Seeteufel von oben, kolorierter Kupferstich aus Blochs Naturgeschichte der Fische (1782–84)
Illustration: Marcus Elieser Bloch, Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands (1782–84) / Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Seeteufel (Lophius): Größe, Merkmale und Lebensraum

Der Seeteufel (Lophius piscatorius), auch Angler oder Anglerfisch genannt, ist ein Raubfisch des Meeresbodens: Er lauert halb eingegraben und lockt Beute mit einem Köder am verlängerten Rückenflossenstrahl an. Nach FishBase wird er bis zu 200 cm lang (Standardlänge) und bis zu 57,7 kg schwer. In der deutschen Nordsee gilt er nach der Roten Liste von 2025 als selten, aber ungefährdet; in der Ostsee tritt er nur unbeständig auf. Ein leuchtender Köder ist beim Seeteufel nicht belegt: Leuchtbakterien im Köder sind für Tiefsee-Anglerfische beschrieben, nicht für ihn. Dieser Steckbrief nennt Größe, Alter, Laichzeit, Lebensraum, Verwendung als Speisefisch und Gefährdung, jeweils mit Quelle.

Seeteufel-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter, Laichzeit und Gefährdung auf einen Blick

Der Seeteufel ist üblicherweise rund 100 cm und höchstens 200 cm lang (Standardlänge), kann nach FishBase bis zu 24 Jahre alt werden und gilt in Deutschland als ungefährdet. Die Werte stammen aus FishBase, dem Rote-Liste-Zentrum, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES), dem Färöischen Meeresforschungsinstitut und dem Duden; die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt. Weichen sie voneinander ab, steht die Spanne in der Tabelle.

Merkmal Seeteufel (Lophius piscatorius)
Wissen­schaft­licher Name Lophius piscatorius Linnaeus, 1758
Weitere Namen Angler, Anglerfisch, Lotte, Froschfisch (FishBase, BLE); englisch Anglerfish, Monkfish; französisch Lotte, Baudroie commune (FishBase)
Familie, Ordnung Lophiidae (FishBase: „Goosefishes“), Unterordnung Lophioidei, Ordnung Lophiiformes („Anglerfishes“)
Länge üblich 100 cm Standardlänge (SL), Höchstwert 200 cm SL (FishBase)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 57,7 kg (FishBase)
Alter höchstes berichtetes Alter 24 Jahre (FishBase)
Geschlechts­reife Männchen mit etwa 4, Weibchen mit etwa 7 Jahren; Länge bei der ersten Geschlechts­reife 58 cm (Männchen) und 84 cm (Weibchen), Gesamtlänge, Färöer (Ofstad et al. 2013); FishBase: im Mittel 55 cm, Spanne 35 bis 60 cm
Laichzeit Februar bis April bei den Färöern; im Nordostatlantik allgemein Spätwinter bis Sommer (Ofstad et al. 2013)
Eier freitreibende, gallertartige Eibänder (Ofstad et al. 2013)
Lebensraum Sand- und Schlammboden, auch Felsboden, von etwa 20 m bis 1.000 m Tiefe (FishBase)
Verbreitung Ostatlantik vom Südwesten der Barentssee bis zur Straße von Gibraltar, einschließlich Mittelmeer und Schwarzem Meer; auch bei Island und Mauretanien gemeldet (FishBase)
Nahrung überwiegend Fische, gelegentlich Seevögel; trophische Ebene 4,5 (FishBase)
Raub- oder Friedfisch Raubfisch (siehe Raubfische)
Süß- oder Salzwasser Salzwasser (marin)
Gefährdung Rote Liste Meeresfische Deutschland 2025: ungefährdet, Bestand selten, kurzfristig deutliche Zunahme; IUCN weltweit: Least Concern (bewertet am 9. Mai 2013, nach FishBase)

Was ist ein Seeteufel? Lophius, Anglerfisch und Lotte

Der Seeteufel ist ein Meeresfisch der Gattung Lophius in der Familie Lophiidae; der Duden beschreibt ihn als Anglerfisch, der im Mittelmeer und vor der europäischen Atlantikküste lebt und als wertvoller Speisefisch geschätzt wird. Das Wort ist maskulin (der Seeteufel, ebenso der Anglerfisch). Der Gattungsname geht auf das griechische Wort lophos für „Kamm“ zurück (FishBase).

In europäischen Gewässern leben zwei Arten der Gattung: Lophius piscatorius, der Seeteufel, und Lophius budegassa, der Schwarze Seeteufel; FishBase führt beide für den Ostatlantik und das Mittelmeer. Das BLE-Verzeichnis der Handelsbezeichnungen (Stand 4. September 2026) führt für die Gattung Lophius die Bezeichnungen Angler, Seeteufel und Lotte; es nennt sie für die ganze Gattung, nicht für einzelne Arten. FishBase verzeichnet für Deutschland die Namen Seeteufel, Angler und Froschfisch, für Frankreich Lotte.

Warum wird der Seeteufel Anglerfisch genannt?

Der Seeteufel heißt Anglerfisch, weil ein verlängerter Rückenflossenstrahl mit einem Köder am Ende wie eine Angel wirkt: Nach FishBase lockt er Beute mit diesem „fishing filament“ an. Er liegt halb im Sand oder Schlamm vergraben und wartet auf Beute (FishBase). Fachleute nennen den umgebildeten Rückenflossenstrahl Illicium und den Köder an seinem Ende Esca (Hendry et al. 2018, USA). Nach FishBase trägt die Familie Lophiidae einen beweglichen, stabförmigen Fortsatz über dem Maul, an dessen Spitze ein Hautlappen sitzt.

Hat der Seeteufel ein Licht? Für den Seeteufel ist kein leuchtender Köder belegt

Für den Seeteufel ist kein leuchtender Köder belegt. FishBase beschreibt seinen Köder als gegabelt, mit zwei breiten, abgeflachten, blattartigen Lappen, und nennt kein Leuchtorgan. Leuchtende Köder mit Bakterien sind dagegen für Tiefsee-Anglerfische beschrieben: Bei den meisten Arten der Unterordnung Ceratioidei tragen die Weibchen Leuchtorgane in Form des Köders, in denen Bakterien leben und Licht abgeben (Hendry et al. 2018, USA). Der Seeteufel gehört nach FishBase zur Familie Lophiidae in der Unterordnung Lophioidei, nicht zu den Ceratioidei. Eine Studie, die den Köder des Seeteufels ausdrücklich als nicht leuchtend beschreibt, haben wir nicht gelesen; die Aussage beruht darauf, dass keine der gelesenen Quellen einen Leuchtköder beim Seeteufel nennt.

Wie groß und schwer wird ein Seeteufel? Üblich 100 cm, höchstens 200 cm

Ein Seeteufel ist nach FishBase üblicherweise rund 100 cm und höchstens 200 cm lang; beide Werte sind Standardlängen (SL, ohne Schwanzflosse gemessen). Als höchstes veröffentlichtes Gewicht nennt FishBase 57,7 kg. Im Nordatlantik werden Seeteufel nach FishBase größer als vor Westafrika.

Wie groß war der größte Seeteufel?

Der größte belegte Seeteufel war nach FishBase 200 cm (SL) lang, das höchste veröffentlichte Gewicht liegt bei 57,7 kg. Eine einzelne Rekordangabe mit Fangort, Datum und Fänger nennen die gelesenen Quellen nicht. In den Untersuchungen des Färöischen Meeresforschungsinstituts, die mehrere Tausend Tiere umfassten, war der größte gemessene Seeteufel 142 cm lang (Gesamtlänge; Ofstad, Pedersen und Steingrund 2013). Warum der FishBase-Höchstwert deutlich darüber liegt, lässt sich aus den gelesenen Quellen nicht klären.

Wie groß ist ein Seeteufel im Handel?

Das Größenschema für Seeteufel im Handel kennt fünf Größenklassen, getrennt nach ganzen, ausgenommenen Fischen und Fischen ohne Kopf. Die Tabelle zeigt das Gewicht je Fisch nach dem Größenschema, das der Leitfaden Fischereierzeugnisse der BLE (Stand Juli 2025) wiedergibt.

Größenklasse ganz, ausgenommen (kg je Fisch) ohne Kopf (kg je Fisch)
1 8 und mehr 4 und mehr
2 4 bis 8 2 bis 4
3 2 bis 4 1 bis 2
4 1 bis 2 0,5 bis 1
5 0,5 bis 1 0,2 bis 0,5

Wie alt wird ein Seeteufel und wann ist er geschlechtsreif?

Ein Seeteufel kann nach FishBase bis zu 24 Jahre alt werden; das ist das höchste berichtete Alter, weitere Quellen mit einem Höchstalter haben wir nicht gelesen. Männchen werden früher und bei geringerer Länge geschlechtsreif als Weibchen: In färöischen Gewässern lag die Länge bei der ersten Geschlechtsreife (L50) bei 58 cm für Männchen und bei 84 cm für Weibchen, das entspricht etwa 4 und etwa 7 Jahren (Ofstad, Pedersen und Steingrund 2013, Färöer; Gesamtlänge). FishBase nennt eine mittlere Länge von 55 cm bei einer Spanne von 35 bis 60 cm, ohne Geschlecht und Längenart; die Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Bei Fischen über 85 cm überwogen in den färöischen Fängen die Weibchen.

Woran erkennt man einen Seeteufel? Flacher Kopf, riesiges Maul, Köder auf dem Kopf

Einen Seeteufel erkennt man am breiten, flachen Kopf mit sehr großem Maul und dem Köder an einem Fortsatz über dem Maul. FishBase beschreibt ihn mit diesen Merkmalen:

  • Kopf und Körper: Kopf und Körper sind abgeflacht (FishBase).
  • Maul: sehr weit und höhlenartig (FishBase).
  • Haut: dünn und locker, ohne Schuppen (FishBase).
  • Flossen: Rückenflosse mit 8 Stacheln und 11 bis 12 Weichstrahlen, Afterflosse mit 9 bis 10 Weichstrahlen. Die Rückenstacheln sind lang und kräftig und tragen viele Hautfäden; der vierte Stachel ist länger als die Schnauze breit (FishBase).
  • Köder: gegabelt, mit zwei breiten, abgeflachten, blattartigen Lappen (FishBase).
  • Bauchfell: hell (FishBase).

Wo lebt der Seeteufel? Am Meeresboden in 20 bis 1.000 m Tiefe

Der Seeteufel lebt am Meeresboden im Ostatlantik: Er kommt auf Sand- und Schlammböden von der Küste, etwa ab 20 m, bis in 1.000 m Tiefe vor, auch auf Felsboden (FishBase). Sein Verbreitungsgebiet reicht vom Südwesten der Barentssee bis zur Straße von Gibraltar, einschließlich Mittelmeer und Schwarzem Meer; bei Island und Mauretanien ist er ebenfalls gemeldet (FishBase). Weitere am Boden lebende Meeresfische der Nordsee sind Scholle, Seewolf und Petermännchen; eine Übersicht bietet Meeresfische im Überblick.

Gibt es Seeteufel in der Nordsee und in der Ostsee?

Ja, in der Nordsee, aber selten: Die Rote Liste der marinen Fische von 2025 stuft die aktuelle Bestandssituation des Seeteufels in den deutschen Meeresgewässern als „selten“ ein. Die Art kommt hauptsächlich in den tieferen Bereichen der Nordsee vor; in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee liegt nur eine Randverbreitung, meist von jungen Tieren (Thiel et al. 2025). Für die deutsche Ostsee führt die Regionalliste den Seeteufel als unbeständige Art, also als Art, die dort nur mehrfach, aber sehr unregelmäßig nachgewiesen wurde.

Was frisst der Seeteufel? Überwiegend Fische

Der Seeteufel frisst überwiegend Fische und gelegentlich Seevögel (FishBase). FishBase gibt für ihn die trophische Ebene 4,5 an, die auf Nahrungsstudien beruht; deshalb zählt er hier zu den Raubfischen. Er lockt seine Beute mit dem Köder auf dem Kopf an. Weitere Raubfische des Portals finden Sie unter Raubfische im Überblick.

Wann laicht der Seeteufel, und wie sehen die Eier aus?

Der Seeteufel laicht im Nordostatlantik vom Spätwinter bis in den Sommer; bei den Färöern liegt die Hauptlaichzeit zwischen Februar und April (Ofstad, Pedersen und Steingrund 2013). Die Tabelle zeigt, was die Quellen angeben.

Quelle Gebiet Angabe
Ofstad, Pedersen und Steingrund (2013), Färöer Färöische Gewässer Hauptlaichzeit Februar bis April; Laichgebiet südwestlich des Färöer-Plateaus und im Gebiet der Färöer-Bank
Ofstad, Pedersen und Steingrund (2013), Literaturübersicht Nordostatlantik Laichzeit reicht vom Spätwinter bis in den Sommer
FishBase allgemein keine Laichzeit angegeben

Eine belegte Laichzeit für die deutsche Nordsee haben wir nicht gefunden. Der Seeteufel legt die Eier nicht einzeln ab, sondern in einem gallertartigen, treibenden Band, das über 10 m lang und bis zu 1 m breit sein und mehr als 1 Million Eier enthalten kann (Bowman 1920 und Russell 1976, zitiert bei Ofstad et al. 2013). Nach FishBase befruchten sich die Tiere äußerlich, die Eier werden frei abgegeben, und es gibt keine Brutpflege. Die Larven leben zunächst frei im Wasser; die Umwandlung zum Jungfisch erfolgt bei den Färöern bei 7 bis 9 cm Länge, ab etwa 11 cm gehen die Tiere zum Bodenleben über (Ofstad et al. 2013).

Ist der Seeteufel ein guter Speisefisch? Ja, meist wird das Schwanzfilet verkauft

Ja, laut Fisch-Informationszentrum (FIZ) gilt der Seeteufel als kulinarisch geschätzter Edelfisch; wegen seiner Form wird meist nur das feste, grätenfreie Schwanzfilet vermarktet. Das Fleisch ist laut FIZ sehr fest und weiß, schmeckt fein und ähnelt in der Textur dem Fleisch von Hummer; als Zubereitungen nennt das FIZ gebratene Medaillons oder Filets, Gegrilltes sowie Suppen und Eintöpfe wie Bouillabaisse. FishBase vermerkt, dass er frisch und tiefgefroren vermarktet wird und in Europa ohne Haut und Kopf unter dem Namen queue de lotte (Lottenschwanz) verkauft wird. Die BLE kennt im Handel die Aufmachungen „ganz, ausgenommen“ und „ohne Kopf“. Für 100 g nennt FishBase aus Nährstoffstudien, als Modellwerte, rund 19,9 Prozent Eiweiß (Spanne 16,2 bis 22,3) und 0,214 g Omega-3-Fettsäuren (Spanne 0,097 bis 0,481).

Ist ein Seeteufel giftig?

Nein, nach FishBase gilt der Seeteufel für Menschen als ungefährlich („harmless“). Gift- oder Stachelorgane nennt FishBase bei ihm nicht, und er wird als Speisefisch frisch und tiefgefroren vermarktet. Zu Schadstoffgehalten oder Verzehrempfehlungen haben wir keine Quelle gelesen; diese Angaben stehen deshalb nicht hier.

Warum ist Seeteufel so teuer?

FishBase ordnet den Seeteufel der Preiskategorie „High“ zu (den Schwarzen Seeteufel der Kategorie „Medium“) und bezeichnet seine Fischerei als „highly commercial“. Eine Begründung für den hohen Preis nennt FishBase nicht, und konkrete Preise haben wir nicht erhoben. Der Duden beschreibt ihn als wertvollen Speisefisch, laut Fisch-Informationszentrum ist er ein Edelfisch.

Ist der Seeteufel gefährdet? Rote Liste: ungefährdet

Der Seeteufel gilt in der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen Deutschlands von 2025 als ungefährdet; weltweit führt ihn die IUCN als „Least Concern“. Das Rote-Liste-Zentrum nennt die aktuelle Bestandssituation „selten“, den langfristigen Bestandstrend „Daten ungenügend“ und den kurzfristigen „deutliche Zunahme“. In der vorherigen Roten Liste stand er in der Kategorie „Daten unzureichend“; eine Kategorieänderung ist nach dem Rote-Liste-Zentrum nicht bewertbar (Thiel et al. 2025). Die IUCN-Bewertung stammt vom 9. Mai 2013 (nach FishBase). Die beiden Bewertungen haben verschiedene Bezugsgebiete: Die Rote Liste Deutschlands bewertet nur die Bestände in den deutschen Meeresgewässern, in denen der Seeteufel eine Randverbreitung hat, die IUCN die Art im gesamten Verbreitungsgebiet. FishBase schätzt außerdem die Anfälligkeit gegenüber Befischung auf 64 von 100 („High vulnerability“); das ist ein Modellwert.

Wie steht es um den Seeteufel-Bestand in der Nordsee? ICES: höchstens 34.245 t für 2027

Der ICES empfiehlt für den Bestand der beiden Seeteufel-Arten in der Nordsee, bei Rockall und Westschottland sowie in Skagerrak und Kattegat (ICES-Untergebiete 4 und 6, Division 3.a) für 2027 Fänge von höchstens 34.245 t. Das sind 12,8 Prozent mehr als die Beratung für 2026 (30.358 t). Die Menge gilt für Lophius piscatorius und Lophius budegassa zusammen und ist eine wissenschaftliche Beratung (MSY-Ansatz, Beratung 2026), keine gesetzliche Fangmenge. Der ICES weist darauf hin, dass eine gemeinsame Fangquote für beide Arten die Befischung der einzelnen Art nicht wirksam steuern kann und zur Überfischung einer der beiden Arten führen könnte.

Was ist der Unterschied zwischen Seeteufel und Schwarzem Seeteufel?

Der Seeteufel (Lophius piscatorius) wird deutlich größer als der Schwarze Seeteufel (Lophius budegassa), der nach FishBase auch „Kleiner Seeteufel“ genannt wird. Nach FishBase reicht dessen Verbreitungsgebiet von den Britischen Inseln bis Senegal, also weniger weit nach Norden, und er lebt meist in 100 bis 500 m Tiefe. Die Tabelle stellt die Werte aus FishBase nebeneinander.

Merkmal Seeteufel (L. piscatorius) Schwarzer Seeteufel (L. budegassa)
Deutsche Namen (FishBase) Seeteufel, Angler, Froschfisch Kleiner Seeteufel
Höchstlänge 200 cm SL 100 cm SL
Übliche Länge 100 cm SL 50 cm TL (Gesamtlänge)
Höchstalter 24 Jahre 21 Jahre
Tiefe 20 bis 1.000 m 70 bis 1.013 m, meist 100 bis 500 m
Verbreitung südwestliche Barentssee bis Gibraltar, Mittelmeer, Schwarzes Meer; Island, Mauretanien Britische Inseln bis Senegal, einschließlich Mittelmeer
Preiskategorie High Medium
IUCN weltweit Least Concern (2013) Data Deficient (2014)
Rote Liste Deutschland 2025 ungefährdet nicht aufgeführt
Handelsbezeichnung (BLE) Angler, Seeteufel, Lotte Angler, Seeteufel, Lotte

FishBase nennt für den Schwarzen Seeteufel als Verbreitung auch die Ostsee; die Rote Liste der Meeresfische Deutschlands führt die Art nicht auf.

Ist der Seeteufel ein Tiefsee-Anglerfisch?

Nein, der Seeteufel gehört zu den Lophioidei und lebt am Meeresboden, die Tiefsee-Anglerfische bilden die eigene Unterordnung Ceratioidei. Nach FishBase kommt der Seeteufel in 20 bis 1.000 m Tiefe vor; die Ceratioidei sind dagegen die artenreichste Fischgruppe der Tiefsee unterhalb von 1.000 m (Hendry et al. 2018, USA). Beide gehören zur Ordnung Lophiiformes (FishBase: „Anglerfishes“).

Merkmal Seeteufel Tiefsee-Anglerfische (Ceratioidei)
Unterordnung Lophioidei, Familie Lophiidae (FishBase) Ceratioidei (Hendry et al. 2018)
Lebensraum Meeresboden, 20 bis 1.000 m (FishBase) artenreichste Fischgruppe der Tiefsee unterhalb von 1.000 m (Hendry et al. 2018)
Köder gegabelt, zwei blattartige Lappen; kein Leuchtorgan genannt (FishBase) bei den Weibchen der meisten Arten ein Leuchtorgan mit Bakterien (Hendry et al. 2018)

Wird der Seeteufel in Deutschland geangelt?

Dazu haben wir keine belegte Angabe gefunden. In der Tagebuchstudie des Thünen-Instituts zur marinen Angelfischerei in Deutschland (2020/21) kommt der Seeteufel nicht vor (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023), und die Rote Liste beschreibt ihn für deutsche Gewässer als selten mit einer Randverbreitung in der Nordsee. Fang- oder Köderempfehlungen stehen hier deshalb nicht.

Schonzeit und Mindestmaß für Seeteufel in allen 16 Bundesländern

Der Seeteufel ist ein Meeresfisch und fällt damit nicht unter die Regeln der Länder für Binnengewässer; in deutschen Gewässern lebt er nur am Rand seines Verbreitungsgebiets in der Nordsee (Thiel et al. 2025).

Keine der 16 Landesfischereiverordnungen nennt für diese Art eine Schonzeit oder ein Mindestmaß (geprüft am 4. Oktober 2026). Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln festlegen. Die allgemeinen Regeln Ihres Bundeslandes finden Sie auf unseren Seiten zu den Schonzeiten der 16 Bundesländer.

EU-Recht ist in dieser Prüfung nicht berücksichtigt. Allgemeine Informationen zu den Regeln aller Länder finden Sie unter Schonzeiten und Mindestmaße, zur Erlaubnis unter Angelschein.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Artenseiten und Namenslisten von Seeteufel und Schwarzem Seeteufel, Familienseite Lophiidae, Fortpflanzungsseite), dem Artensteckbrief des Rote-Liste-Zentrums und der Roten Liste der marinen Fische und Neunaugen (Thiel et al. 2025), dem Verzeichnis der Handelsbezeichnungen und dem Leitfaden Fischereierzeugnisse der BLE, der ICES-Beratung 2026 zum Bestand in Nordsee, Rockall, Westschottland, Skagerrak und Kattegat, der Studie des Färöischen Meeresforschungsinstituts (Ofstad, Pedersen und Steingrund 2013, Färöer), der Veröffentlichung von Hendry et al. (2018, USA) zu leuchtenden Bakterien bei Tiefsee-Anglerfischen, dem Fischlexikon des Fisch-Informationszentrums (FIZ), der Zeitschrift für Fischerei (Lewin, Weltersbach und Strehlow 2023, Thünen-Institut) und dem Duden. Wo Quellen voneinander abweichen, nennt der Text die Spannweite samt Quellen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Wie nennt man den Seeteufel noch?

Der Seeteufel heißt auch Angler und Anglerfisch. Das Verzeichnis der Handelsbezeichnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE, Stand 4. September 2026) führt für die Gattung Lophius die Bezeichnungen Angler, Seeteufel und Lotte. FishBase nennt für Deutschland außerdem Froschfisch; in Frankreich heißt der Fisch Lotte.

Hat der Seeteufel ein Licht?

Für den Seeteufel ist kein leuchtender Köder belegt. FishBase beschreibt seinen Köder als gegabelt, mit zwei breiten, blattartigen Lappen, und nennt kein Leuchtorgan. Leuchtköder mit Bakterien sind bei den Weibchen der meisten Tiefsee-Anglerfische (Unterordnung Ceratioidei) beschrieben (Hendry et al. 2018, USA); der Seeteufel gehört zu den Lophioidei.

Ist ein Seeteufel giftig?

Nein, nach FishBase gilt der Seeteufel für Menschen als ungefährlich („harmless“); Gift- oder Stachelorgane nennt FishBase nicht, und er wird frisch und tiefgefroren als Speisefisch vermarktet. Zu Schadstoffgehalten oder Verzehrempfehlungen haben wir keine Quelle gelesen.

Ist Seeteufel ein guter Speisefisch?

Ja, laut Fisch-Informationszentrum (FIZ) gilt der Seeteufel als kulinarisch geschätzter Edelfisch. Meist wird nur das feste, grätenfreie Schwanzfilet vermarktet; das Fleisch ist laut FIZ sehr fest und weiß, schmeckt fein und ähnelt in der Textur Hummer.

Warum ist Seeteufel so teuer?

FishBase ordnet den Seeteufel der Preiskategorie „High“ zu (den Schwarzen Seeteufel der Kategorie „Medium“), nennt aber keine Begründung für den Preis. Der Duden beschreibt ihn als wertvollen Speisefisch, laut Fisch-Informationszentrum ist er ein Edelfisch. Konkrete Preise haben wir nicht erhoben.

Wie groß wird ein Seeteufel?

Ein Seeteufel ist nach FishBase üblicherweise rund 100 cm und höchstens 200 cm lang (beides Standardlänge, SL). Das höchste veröffentlichte Gewicht liegt bei 57,7 kg.

Quellen