Von Max Berger
The Revenant. Alejandro González Iñárritu, 2015, fast drei Stunden, Schnee, Blut, Bär. Leonardo DiCaprio kriecht durch den halben amerikanischen Kontinent. Klingt nach Pflichtprogramm. Ist es auch – aber mit Einschränkungen. Die Besetzung von The Revenant ist stark auf dem Papier. Ob das im Film funktioniert, ist eine andere Frage.
Funktioniert The Revenant überhaupt?
Ja. Aber nicht durchgehend.
Die ersten vierzig Minuten sind brutal gut. Dann wird es zäh. Die Wildnis-Survival-Mechanik trägt die Handlung, Emmanuel Lubezki macht mit der Kamera das Unmögliche möglich. Das Drehbuch ist dünner, als man erwartet. Die Rachegeschichte ist simpel – fast zu simpel für den Aufwand. Wer einen dichten Plot sucht, ist falsch hier. Wer atemberaubende Bilder und Schauspieler auf Hochtouren sehen will: einschalten.
Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Arrival.
Tempo & Spannung – bleibt man dran?
Die ersten zwei Drittel funktionieren gut. Dann verliert der Film an Fahrt.
Mehrere Szenen im Mittelteil wirken wie aufgebläht. Das Überleben in der Wildnis wiederholt sich strukturell – DiCaprio leidet, Tom Hardy intrigiert, der Frontier macht weiter. Irgendwann läuft man auf Autopilot. Wer keine Geduld für langsame Abenteuerfilme mitbringt, verliert spätestens nach anderthalb Stunden das Interesse. Binge-worthy im klassischen Sinne ist The Revenant nicht – dafür ist er zu bedächtig und zu lang.
Die Besetzung im Schnellcheck
Die Filmbesetzung von The Revenant ist das stärkste Argument für den Film.
Leonardo DiCaprio
Als Hugh Glass physisch und emotional all-in. Keine halben Sachen, keine Distanz. Man glaubt ihm jede Sekunde – auch wenn das Drehbuch ihm manchmal wenig gibt. Oscar verdient? Ja. Diskussionswürdig? Auch ja.
Tom Hardy
Als John Fitzgerald der eigentliche Grund, warum der Film funktioniert. Er ist hässlich, verschlagen, menschlich in seiner Niedertracht. Bester Darsteller hier – auch wenn er den Oscar nicht bekommen hat.
Domhnall Gleeson
Als Captain Andrew Henry solide, bleibt aber blass. Funktionsrolle. Gut besetzt, aber nicht erinnerungswürdig.
Will Poulter
Als Jim Bridger überrascht positiv. Mehr Tiefe als erwartet. Keine große Schauspielerleistung, aber ehrlich und glaubwürdig.
Forrest Goodluck & Paul Anderson
Sind da. Mehr nicht. Nebenrollen, die ihre Funktion erfüllen und verschwinden.
Mehr zum Thema Filmbesetzungen: Besetzung von Hellraiser.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung (1–10) | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Leonardo DiCaprio | Hugh Glass | 9 | Körperlich und emotional auf Anschlag – überzeugt vollständig |
| Tom Hardy | John Fitzgerald | 9 | Beste Darstellung im Film – komplex, glaubwürdig, bedrohlich |
| Domhnall Gleeson | Captain Andrew Henry | 6 | Solide, aber bleibt blass – Funktionsrolle ohne Tiefe |
| Will Poulter | Jim Bridger | 7 | Überraschend gut – funktioniert als moralischer Kontrapunkt |
| Forrest Goodluck | Hawk | 5 | Wenig Raum, wenig Eindruck – bleibt Nebenrolle |
| Paul Anderson | John Bridger | 5 | Kaum präsent – erfüllt seinen Zweck, mehr nicht |
Highlight oder Zeitverschwendung?
Das Beste:
- DiCaprio und Hardy zusammen im Bild – elektrisch
- Lubezki-Kamera ist schlicht unglaublich
- Die Bärenszene – einmalig im Abenteuerfilm
- Tom Hardy als Fitzgerald: einer der besseren Schurken der letzten Jahre
- Die Produktionsleistung insgesamt – Hollywood auf Höchstleistung
Das Schwächste:
- Das Drehbuch ist zu dünn für fast drei Stunden
- Mehrere Szenen im Mittelteil sind schlicht überflüssig
- Die Rachegeschichte hat keinen wirklichen Twist – man weiß, wohin es geht
- Einige Nebenrollen der Besetzungsliste wirken wie Lückenfüller
- Das Finale enttäuscht gemessen am Aufbau
Ähnlich aufgebaut: Besetzung von Steiner – Das Eiserne Kreuz.
Lohnt sich das?
Ja – aber mit Vorbehalt.
Wer Leonardo DiCaprio auf dem Höhepunkt seiner Karriere sehen will: schauen. Wer Tom Hardy endlich mal in einer Rolle sieht, die seine Fähigkeiten wirklich fordert: schauen. Wer Oscars und Filmpreise ernst nimmt und wissen will, warum The Revenant so viel Aufmerksamkeit bekommen hat: schauen.
Wer ein straffes Drehbuch, schnelles Tempo und dichte Handlung erwartet: eher skippen. Der Film ist ein Schaustück – Kamera, Schauspieler, Produktion. Als Erzählung ist er mittelprächtig.
Für Fans von Survival- und Abenteuerfilmen: klares Ja.
Für alle anderen: kann man schauen – muss man aber nicht.
Fazit
The Revenant ist ein technisch beeindruckender Film mit zwei herausragenden Darstellern und einem zu dünnen Drehbuch. DiCaprio und Hardy retten ihn. Der Rest ist schöne Verpackung.
FAQ – Häufige Fragen zur Besetzung von The Revenant
Wer spielt in The Revenant die Hauptrolle?
Leonardo DiCaprio spielt Hugh Glass – den verletzten Trapper, der durch die Wildnis kriecht, um sich zu rächen. Hauptdarsteller, Oscar-Gewinner, keine Diskussion.
Wer ist die stärkste Leistung in der Besetzung von The Revenant?
Tom Hardy als John Fitzgerald. Knapp vor DiCaprio. Hardy macht aus einem Schurken eine echte Figur – kein Pappaufsteller, sondern ein Mensch mit nachvollziehbaren, wenn auch verwerflichen Motiven.
Lohnt sich The Revenant für Filmkritik-Muffel?
Nein. Wer Filmpreise und Oscars nicht interessieren und einfach unterhalten werden will, wird nach der Hälfte unruhig. Zu langsam, zu lang, zu wenig Plot.
Wann fängt The Revenant an zu fesseln?
Sofort – die ersten vierzig Minuten sind stark. Das Problem beginnt danach, wenn das Überleben in der Wildnis zur Routine wird.
Ist die Besetzung von The Revenant ein Argument für den Film?
Ja. Es ist das stärkste Argument. Ohne DiCaprio und Hardy wäre The Revenant eine bebilderte Postkarte aus dem 19. Jahrhundert – hübsch, aber leer.
Wo kann man The Revenant streamen?
Je nach Region über verschiedene Streaming-Plattformen verfügbar – aktuelle Verfügbarkeit direkt auf den jeweiligen Plattformen prüfen.
















