Schonzeiten und Mindestmaße aller 16 Bundesländer Stand der Verordnungen: 30.09.2026
Schwarzmundgrundel, Foto
Foto: Viridiflavus / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Schwarzmundgrundel: Merkmale, Größe und Verbreitung

Die Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus, auch Schwarzmaulgrundel genannt) ist ein eingeschleppter Grundfisch aus dem Raum um das Schwarze und das Kaspische Meer und wird nach den Quellen höchstens 20 bis 35 cm lang. Sie hat sich in Rhein, Main, Donau, Elbe und Oder sowie an der Ostseeküste ausgebreitet und gilt in Deutschland als invasiv: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) stuft sie in den BfN-Skripten 409 (2015) als „Invasive Art – Managementliste“ ein. Zu erkennen ist sie am schwarzen Fleck hinten auf der ersten Rückenflosse und an den zu einer Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen. Diese Seite nennt Größe, Alter, Laichzeit und Herkunft mit Quelle, zeigt in Tabellen, welche anderen Grundeln es in Deutschland gibt und wie Sie Grundel, Groppe und Gründling unterscheiden, und beantwortet, ob man Schwarzmundgrundeln essen kann und ob man sie zurücksetzen darf.

Schwarzmundgrundel-Steckbrief: Größe, Alter, Laichzeit und Status auf einen Blick

Die Schwarzmundgrundel wird je nach Quelle höchstens 20 bis 35 cm lang, höchstens 381 g schwer und höchstens 6 Jahre alt, laicht von April oder Mai bis September mehrmals pro Saison und zählt in Deutschland zu den Neobiota; die Rote Liste bewertet sie deshalb nicht. Die Werte stammen aus FishBase, der Roten Liste von 2023, dem BfN, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) und der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR); die Quellen sind am Ende der Seite aufgeführt.

Merkmal Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus)
Wissen­schaft­licher Name Neogobius melanostomus (Pallas, 1814)
Familie Grundeln (Gobiidae)
Weitere Namen Schwarzmaulgrundel (LANUK, IKSR); englisch Round goby. „Schwarzmeergrundeln“ wird auch als Sammelname für mehrere eingewanderte Grundelarten gebraucht (BAFU)
Länge Süßwasser: bis 20 cm (LANUK); bis 30 cm (IKSR-Bericht zum Rheinsystem); höchste veröffentlichte Länge 35,0 cm Gesamtlänge (TL, FishBase)
Gewicht höchstes veröffentlichtes Gewicht 381,42 g (FishBase)
Alter höchstes berichtetes Alter 6 Jahre (FishBase)
Geschlechts­reife Weibchen nach 2 bis 3, Männchen nach 3 bis 4 Jahren (FishBase); nach 3 bis 4 Jahren (BfN)
Laichzeit April bis September (FishBase) bzw. Mai bis September (LANUK); mehrmals pro Saison
Lebensraum Boden von Flüssen, Seen, Häfen und Küstengewässern, auf Sand- oder Felsgrund und an Steinschüttungen; bis 30 m Tiefe (FishBase, LANUK)
Nahrung vor allem Kleinkrebse, Insektenlarven, Muscheln und Schnecken (LANUK)
Raub- oder Friedfisch kein ausgesprochener Raubfisch, sondern Nahrungsopportunist; Fisch und Laich frisst sie nach dem LANUK eher selten
Süß- oder Salzwasser beides: Süß-, Brack- und Salzwasser (FishBase)
Herkunft Pontokaspis: Schwarzes Meer, Kaspisches Meer und die Unterläufe der einmündenden Zuflüsse (IKSR)
Status in Deutschland Neobiota, Rote Liste 2023: nicht bewertet; BfN-Skripten 409 (2015): „Invasive Art – Managementliste“

Woran erkennt man eine Schwarzmundgrundel? Schwarzer Fleck und Saugscheibe

Eine Schwarzmundgrundel erkennen Sie an dem großen schwarzen Fleck hinten auf der ersten Rückenflosse; das LANUK nennt ihn das Merkmal, das sie von den anderen Grundelarten sehr leicht unterscheidet. Dazu kommen die zu einer Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen, ein eher rundlicher Kopf mit froschartigen Augen und eine sehr variable Färbung in Sandtönen mit dunklen Flecken und Marmorierungen, die sich dem Untergrund anpasst. Die Flossen können leicht orange getönt sein, sind aber nie so deutlich pigmentiert wie bei der Kesslergrundel. Zur Laichzeit färben sich die Männchen tiefschwarz (LANUK, FishBase). Entlang der Flankenmitte zählt FishBase 45 bis 54 Schuppen.

Hat die Schwarzmundgrundel eine Schwimmblase? Nein

Nein, die Schwarzmundgrundel hat keine Schwimmblase: Das LANUK erklärt das damit, dass sie als benthische Art vorwiegend in Bodennähe lebt. Bei Gefahr gräbt sie sich nach dem LANUK blitzschnell in den Sand ein, sodass nur noch die Augen herausschauen.

Wie groß wird die Schwarzmundgrundel? Höchstens 20 bis 35 cm, je nach Quelle

Im Süßwasser wird die Schwarzmundgrundel nach dem LANUK bis zu 20 cm lang, im Salzwasser deutlich größer. Die IKSR nennt in ihrem Bericht zum Rheinsystem bis zu 30 cm, FishBase als höchsten veröffentlichten Wert 35,0 cm Gesamtlänge (TL). Die Angaben liegen je nach Quelle also zwischen 20 und 35 cm; eine übliche Länge nennt keine der Quellen. Eine geprüfte Längen-Gewichts-Tabelle haben wir nicht gefunden.

Wie schwer wird eine Schwarzmundgrundel? Höchstens 381 g

Das höchste veröffentlichte Gewicht der Schwarzmundgrundel beträgt nach FishBase 381,42 g. Das ist ein Einzelwert für die ganze Art, kein Durchschnitt: Was Tiere aus deutschen Flüssen im Durchschnitt wiegen, nennen die geprüften Quellen nicht.

Wie alt wird eine Schwarzmundgrundel? Höchstens 6 Jahre

Als höchstes berichtetes Alter nennt FishBase 6 Jahre. Dieselbe Quelle gibt an, dass die Männchen bis zum Schlupf der Eier bei der Brut bleiben und nach der Laichzeit meist sterben.

Gibt es einen Rekordfang der Schwarzmundgrundel?

Einen amtlich geführten Rekord für Deutschland haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Als höchste veröffentlichte Werte nennt FishBase 35,0 cm Gesamtlänge und 381,42 g; Rekordangaben aus anderen Quellen übernehmen wir nicht.

Welche Grundeln gibt es in Deutschland?

In Deutschland leben mehrere eingewanderte Grundelarten und an der Küste einige heimische Arten; von den eingewanderten Arten der Tabelle stuft das BfN in seiner Bewertung von 2015 nur die Schwarzmundgrundel als invasiv ein, die übrigen als potenziell invasiv. Die Rote Liste von 2023 führt Schwarzmund-, Kessler-, Fluss- und Marmorierte Grundel (dort „Nasengrundel“) als Neobiota, die Nackthalsgrundel als „unbeständig“.

Grundel Vorkommen in Deutschland Erkennungsmerkmal und Höchstlänge Status
Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) Rhein, Main, Donau, Neckar, Lahn, Mosel, Oder, Elbe, Ostseeküste schwarzer Fleck hinten auf der ersten Rückenflosse; bis zu 30 cm Neobiota; BfN 2015: Invasive Art – Managementliste
Kesslergrundel (Ponticola kessleri) Donau (Erstnachweis 1999 bei Straubing), Main, Rhein längster Kopf und großes Maul der fünf Arten, deutlich pigmentierte Flossen; bis zu 20 cm Neobiota; BfN 2015: Potenziell invasive Art – Handlungsliste
Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) Rhein von Ober- bis Niederrhein, Main schlank, Reihe dunkler Pigmentflecken entlang der Flankenmitte; bis ca. 15 cm Neobiota; BfN 2015: Potenziell invasive Art – Beobachtungsliste
Marmorierte Grundel (Proterorhinus semilunaris) Teile von Main, Rhein und Mosel, meist in geringer Dichte marmorierte Zeichnung, röhrenförmig verlängerte Nasenöffnungen; 7 bis 9 cm Neobiota; BfN 2015: Potenziell invasive Art – Handlungsliste
Nackthalsgrundel (Babka gymnotrachelus) bayerische Donau (Erstnachweis 2011), Oberrhein dunkle, schräg verlaufende Flecken und Bänder an den Flanken; bis zu 16 cm Rote Liste 2023: unbeständig; BfN 2015: Potenziell invasive Art – Beobachtungsliste

Die Merkmale und Längen der Tabelle stammen aus dem IKSR-Bericht Nr. 208 (2013), die Vorkommen aus dem BfN-Bericht von 2015, der Roten Liste und der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern; die Angaben der IKSR zur Marmorierten Grundel haben den Stand von 2011. Hinzu kommt die Kaukasische Zwerggrundel (Knipowitschia caucasica): Die Rote Liste führt sie als Neobiota; nachgewiesen wurde sie 2019 im Niederrhein und in der Moselmündung. Die Amurgrundel (Perccottus glenii) ist trotz ihres Namens keine Grundel im engeren Sinn, sondern gehört zu den Schläfergrundeln (Odontobutidae); sie steht auf der Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten und ist in Deutschland bisher lokal in Bayern etabliert (Charlottenhofer Weihergebiet).

Welche Grundeln sind in Deutschland heimisch?

Heimische Grundeln leben vor allem an der Küste: Als häufigste nennt die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern Schwarzgrundel, Sandgrundel, Strandgrundel und Schwimmgrundel, die Küstengewässer und Ästuare besiedeln. Die Rote Liste der marinen Fische von 2025 führt alle vier als ungefährdet; die Sandgrundel (Pomatoschistus minutus) gilt dort als häufig, die Schwarzgrundel (Gobius niger) als selten.

Schwarzmundgrundel, Groppe oder Gründling: Wie unterscheide ich die Fische?

Die Schwarzmundgrundel unterscheiden Sie von der heimischen Groppe an den Bauchflossen: Bei der Grundel sind sie zu einer Saugscheibe verwachsen, bei der Groppe nicht (LANUK). Der Gründling ist dagegen gar keine Grundel, sondern ein Karpfenartiger mit Barteln.

Merkmal Schwarzmundgrundel Groppe Gründling
Familie Grundeln (Gobiidae) Groppen (Cottidae) Gründlinge (Gobionidae), Ordnung Karpfenartige
Unter­scheidungs­merkmal Bauchflossen zur Saugscheibe verwachsen; schwarzer Fleck auf der ersten Rückenflosse Bauchflossen ohne Saugscheibe Barteln am Maul, die über den vorderen Augenrand hinausreichen
Höchstlänge (TL, FishBase) 35,0 cm 18,0 cm 21,0 cm
Lebensraum Süß-, Brack- und Salzwasser; auf allen Substraten, braucht Hartsubstrat für die Brut kaltes, klares, schnell fließendes Wasser nahezu alle Fluss- und Seetypen mit Sandboden

Mehr zu den beiden heimischen Arten finden Sie in den Steckbriefen Groppe und Gründling.

Woher kommt die Schwarzmundgrundel und wo lebt sie in Deutschland?

Die Schwarzmundgrundel stammt aus dem Raum um das Schwarze und das Kaspische Meer und kam durch den Schiffsverkehr und die Kanäle nach Deutschland; heute lebt sie nach dem BfN (Stand 2015) in Rhein, Main, Donau, Neckar, Lahn, Mosel, Oder und Peene sowie an der Ostseeküste. Nach dem LANUK ist sie im gesamten Rhein in sich selbst vermehrenden Beständen stark verbreitet. An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ist sie nach der Landesregierung weitgehend flächendeckend nachgewiesen; Flüsse besiedelt sie dort von den Mündungen aus, darunter die Elbe.

Wie sie in den Rhein kam, beschreiben die Quellen unterschiedlich. Das BfN schreibt, die Art habe 1998 bei Rügen erstmals die deutsche Ostseeküste erreicht und 2008 über den Main-Donau-Kanal das Rheingebiet; das LANUK nennt den Erstfund im Niederrhein von 2008 und vermutet Ballastwasser, an Schiffen haftende Gelege und den Rhein-Main-Donau-Kanal als Wege. Die IKSR hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere in den Niederlanden (Erstnachweis 2004) im Ballastwasser von Schiffen aus dem Ostseegebiet ankamen. Im Niederrhein stellte sie nach der IKSR 2009 über 10 % der Individuen.

Nicht überall ist sie angekommen: Das Thüringer Umweltministerium meldete im Oktober 2023, dass für Thüringen keine Nachweise vorlägen. In Sachsen wurde sie nach einem Vortrag der TU Dresden zuerst 2016 nachgewiesen.

Wo lebt die Schwarzmundgrundel? Auf Sand, Fels und Steinschüttungen

Die Schwarzmundgrundel lebt am Gewässerboden und ist nach dem LANUK auf allen Substraten und bei allen Strömungsbedingungen anzutreffen; sie braucht aber Hartsubstrat, das als Bruthöhle dienen kann. Die Steinschüttungen, mit denen viele Ufer gesichert sind, kommen ihr entgegen. FishBase nennt Lagunen, Seen, große Flüsse und Häfen auf Sand- oder Felsgrund bis in 30 m Tiefe. Die Art verträgt nach FishBase Wassertemperaturen von 0 bis 30 °C und mehrere Tage mit wenig Sauerstoff.

Was frisst die Schwarzmundgrundel? Ist sie ein Raubfisch?

Die Schwarzmundgrundel ist kein ausgesprochener Raubfisch, sondern ein Nahrungsopportunist: Sie frisst nach dem LANUK, was gerade verfügbar ist, vorwiegend Kleinkrebse, Insektenlarven, Muscheln und Schnecken; Fisch und Laich frisst sie eher selten. FishBase nennt wirbellose Tiere und kleine Fische, vor allem Weichtiere. Das BfN hält bei hohen Bestandsdichten einen starken Fraßdruck auf Muscheln und Schnecken für wahrscheinlich. Andere Quellen führen Laich ausdrücklich als Nahrung auf, so das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU), das sie als Laichfresser bezeichnet, und der Vortrag der TU Dresden.

Auch Angler kommen mit ihr in Kontakt: Nach dem LANUK beißt sie selbst auf künstliche Raubfischköder. Die Regeln zum Zurücksetzen gefangener Tiere stehen weiter unten.

Wann laicht die Schwarzmundgrundel? Von April oder Mai bis September

Die Schwarzmundgrundel laicht nach FishBase von April bis September, nach dem LANUK von Mai bis September, und zwar mehrmals pro Saison: FishBase gibt an, dass die Weibchen etwa alle 18 bis 20 Tage erneut ablaichen. Die klebrigen Eier werden an Steinen, Muschelschalen und Wasserpflanzen abgelegt. Das Männchen färbt sich tiefschwarz, verteidigt nach dem LANUK eine Bruthöhle aggressiv gegen alle Angreifer und pflegt die Eier, die von mehreren Weibchen stammen können. Grundeln haben nach dem LANUK keine Larvenstadien: Die Jungfische werden nach wenigen Tagen vom Männchen aus der Höhle gefächelt.

Wann wird die Schwarzmundgrundel geschlechtsreif?

Die Schwarzmundgrundel wird nach 2 bis 4 Jahren geschlechtsreif; die Quellen unterscheiden sich im Detail. FishBase nennt für Weibchen 2 bis 3 und für Männchen 3 bis 4 Jahre, das BfN nach dem Handbuch von Kottelat und Freyhof (2007) 3 bis 4 Jahre.

Sind Grundeln eine Plage? Invasiv laut BfN, Folgen je nach Gewässer

Die Schwarzmundgrundel gilt in Deutschland als invasive Art: Das BfN stuft sie in den BfN-Skripten 409 (2015) als „Invasive Art – Managementliste“ ein. Wie stark sie heimische Arten schädigt, hängt vom Gewässer ab, und die Quellen sind sich nicht einig. Auf die Managementliste kommen nach dem BfN invasive Arten, deren Vorkommen schon großräumig ist, sowie invasive Arten mit kleinräumigem Vorkommen, für die keine erfolgversprechende Bekämpfung bekannt ist; Maßnahmen sind bei ihnen in der Regel nur lokal sinnvoll.

  • Konkurrenz: Bei hohen Dichten besteht nach dem BfN starke Konkurrenz zu heimischen Fischen; im Laborversuch verdrängte sie die Stachelgroppe (Cottus perifretum) aus Verstecken. Das LANUK beschreibt am Rhein, dass die Jungfische von Flussbarsch und Zander durch Nahrungskonkurrenz geschädigt werden; erst größere Raubfische fressen auch Grundeln.
  • Parasiten: Nach dem LANUK sind Grundeln bedeutsame Zwischenwirte des Schwimmblasenwurms, der für den Europäischen Aal tödlich ist.
  • Fischerei: Das BfN nennt einen Wertverlust der Angelfischerei bei hohen Dichten; das LANUK beschreibt für den Rhein deutliche Ertragseinbußen bei den Abgaben für die Angelfischerei.
  • Gegenstimme: Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern antwortete im Februar 2023, negative Auswirkungen auf die Gewässerökosysteme seien bislang nicht bekannt; das BfN bewertet die ökosystemaren Folgen als unbekannt und sieht Forschungsbedarf.

Eine Bekämpfung ist nach dem LANUK wegen des massenhaften, flächendeckenden Auftretens kaum möglich; empfohlen wird, die heimische Fischfauna zu stärken, zum Beispiel durch neue Laichplätze. Verhindern will das LANUK vor allem die Verschleppung in Kleingewässer, etwa durch Angler (als Beutefische), und setzt dabei auf Aufklärung.

Ist die Schwarzmundgrundel giftig? Nein, keine Quelle nennt Giftigkeit

Nein, keine der geprüften Quellen nennt die Schwarzmundgrundel giftig: Das LANUK schreibt zu den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit „Keine Auswirkungen bekannt“, und die Invasivitätsbewertung des BfN von 2015 vergibt für negative gesundheitliche Auswirkungen die Stufe „Keine“. Zu Schadstoffgehalten einzelner Gewässer haben wir keine Angaben geprüft.

Kann man Schwarzmundgrundeln essen und wie schmecken sie?

Ja, die Schwarzmundgrundel ist ein Speisefisch: FishBase führt sie als kommerziell genutzte Art und schreibt, dass sie im Asowschen Meer wegen ihrer Größe große wirtschaftliche Bedeutung hat und meist gesalzen und getrocknet zum Bier gegessen wird. Zu Geschmack, Gräten und Zubereitung enthalten die geprüften Quellen keine Angaben. Wo das Zurücksetzen verboten ist, etwa im Bezirk Mittelfranken, verlangt die Verordnung (nach der nichtamtlichen konsolidierten Fassung), die Tiere sinnvoll zu verwerten oder fachgerecht zu entsorgen.

Schonzeit und Mindestmaß für die Schwarzmundgrundel in allen 16 Bundesländern

Wer eine Schwarzmundgrundel fängt, findet in den Landesfischereiverordnungen keine Schonzeit und kein Mindestmaß für sie; ob ein gefangener Fisch zurückgesetzt werden darf, regeln andere Vorschriften (siehe die Frage „Darf ich eine gefangene Schwarzmundgrundel zurücksetzen?“ weiter unten).

Keine der 16 Landesfischereiverordnungen nennt für diese Art eine Schonzeit oder ein Mindestmaß (geprüft am 4. Oktober 2026). Die Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins kann trotzdem Regeln festlegen. Die allgemeinen Regeln Ihres Bundeslandes finden Sie auf unseren Seiten zu den Schonzeiten der 16 Bundesländer.

Allgemeine Informationen zur Erlaubnis finden Sie unter Angelschein.

Darf ich eine gefangene Schwarzmundgrundel zurücksetzen?

Das hängt von Land und Gewässer ab: Im Bezirk Mittelfranken verbietet die Bezirksfischereiverordnung das Zurücksetzen ausdrücklich (nach der nichtamtlichen konsolidierten Fassung), in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach der Landesregierung keine Anlandeverpflichtung für die Schwarzmundgrundel.

In Mittelfranken (Bayern) bestimmt § 4 Nr. 1 der Bezirksfischereiverordnung, dass Fische, die nicht in § 11 Abs. 8 Satz 2 der bayerischen Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz genannt sind, in Gewässer jeder Art nicht ausgesetzt und nach dem Fang nicht zurückgesetzt werden dürfen; als Beispiele nennt sie Neozoen wie Schwarzer Zwergwels, Schwarzmundgrundel und Sonnenbarsch. Sie sind nach dem Fang sofort zu töten und sinnvoll zu verwerten oder fachgerecht zu entsorgen. Nach Nr. 2 sind Fischereiberechtigte aufgefordert, das Vorkommen dieser Arten der Fachberatung für das Fischereiwesen des Bezirks schriftlich zu melden. Die Verordnung vom 11. Dezember 2025 gilt vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2030; wir haben die nichtamtliche konsolidierte Fassung des Bezirks gelesen (zuletzt geändert am 26. März 2026), maßgeblich ist der amtliche Text.

Für Mecklenburg-Vorpommern antwortete die Landesregierung im Februar 2023 auf eine Kleine Anfrage: Eine Anlandeverpflichtung nach dem Fischereirecht gibt es dort für die Schwarzmundgrundel nicht. Weil Bundesländer und in Bayern auch die Bezirke eigene Vorschriften erlassen, klären Sie die Frage vor dem Angeln mit der Gewässerordnung Ihres Erlaubnisscheins und der zuständigen Fischereibehörde; die Regeln Bayerns finden Sie unter Schonzeiten in Bayern.

Woher stammen die Zahlen in diesem Steckbrief?

Die Zahlen stammen aus FishBase (Schwarzmundgrundel, Groppe und Gründling), den Artensteckbriefen des Rote-Liste-Zentrums nach Freyhof et al. (2023) für Süßwasserfische und Thiel et al. (2025) für Meeresfische, den BfN-Skripten 409 (Nehring et al. 2015), den Kurzbeschreibungen des LANUK Nordrhein-Westfalen (Stand 27. März 2023), dem Bericht Nr. 208 der IKSR (2013), den Antworten der Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern (2023) und Thüringen (2023) sowie der Bezirksfischereiverordnung Mittelfranken; Einzelangaben stammen aus einem Merkblatt des Schweizer Bundesamts für Umwelt (BAFU) und einem Vortrag der TU Dresden. Wo Quellen voneinander abweichen, etwa bei Länge, Laichzeit, Geschlechtsreife und den Folgen für heimische Arten, nennt der Text die Spannweite samt Quellen; Zahlen, die nur aus Angler- oder Händlerseiten stammen, haben wir nicht übernommen. Zuletzt geprüft am 6. Oktober 2026.

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Häufige Fragen

Ist die Schwarzmundgrundel ein Speisefisch?

Ja, FishBase führt die Schwarzmundgrundel als kommerziell genutzte Art; im Asowschen Meer wird sie meist gesalzen und getrocknet gegessen. Zu Geschmack und Zubereitung haben wir keine belastbare Quellenangabe gefunden. Wo das Zurücksetzen verboten ist, etwa im Bezirk Mittelfranken, verlangt die Verordnung (nach der nichtamtlichen konsolidierten Fassung), gefangene Tiere sinnvoll zu verwerten oder fachgerecht zu entsorgen.

Sind Grundeln eine Plage?

Die Schwarzmundgrundel gilt in Deutschland als invasiv: Das Bundesamt für Naturschutz stuft sie in den BfN-Skripten 409 (2015) als „Invasive Art – Managementliste“ ein. Bei hohen Dichten konkurriert sie mit heimischen Fischen, und das LANUK Nordrhein-Westfalen beschreibt am Rhein Folgen für Jungbarsche, Jungzander und die Angelfischerei. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern erklärte 2023 dagegen, negative Auswirkungen auf die Gewässerökosysteme seien bislang nicht bekannt; die Folgen hängen also vom Gewässer ab.

Ist die Schwarzmundgrundel giftig?

Keine der geprüften Quellen nennt sie giftig: Das LANUK Nordrhein-Westfalen schreibt zu Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit „Keine Auswirkungen bekannt“, und die Invasivitätsbewertung des BfN von 2015 vergibt für negative gesundheitliche Auswirkungen die Stufe „Keine“. Aussagen zu Schadstoffen in einzelnen Gewässern sind damit nicht getroffen.

Was ist der Rekordfang der Schwarzmundgrundel?

Einen amtlich geführten Rekord für Deutschland haben wir nicht gefunden. FishBase nennt als höchste veröffentlichte Werte 35,0 cm Gesamtlänge (TL) und 381,42 g.

Wie groß werden Schwarzmundgrundeln?

Je nach Quelle höchstens 20 bis 35 cm: Das LANUK nennt für das Süßwasser bis zu 20 cm (im Salzwasser deutlich größer), die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins bis zu 30 cm, FishBase 35,0 cm Gesamtlänge als höchsten veröffentlichten Wert. Das höchste veröffentlichte Gewicht beträgt 381,42 g.

Gibt es Grundeln in Deutschland?

Ja. Eingewandert sind unter anderem Schwarzmund-, Kessler-, Fluss- und Marmorierte Grundel, die die Rote Liste von 2023 als Neobiota führt, sowie die als unbeständig geführte Nackthalsgrundel. Heimisch sind vor allem Küstenarten wie Sandgrundel, Strandgrundel, Schwimmgrundel und Schwarzgrundel.

Quellen